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Die Physiologie der Enthaltsamkeit Startseite


Die Physiologie der Enthaltsamkeit     Top

In der heutigen Zeit hat sich, nicht nur in der allgemeinen Öffentlichkeit, sondern auch unter den Ärzten, die Anschauung durchgesetzt, dass der Glaube an den physiologischen Wert der Enthaltsamkeit zu den dunklen Zeiten des religiösen Aberglaubens und der wissenschaftlichen Unkenntnis gehört, der unvereinbar mit dem heutigen physiologischen Wissen ist. Bestimmte Pseudo-Sexologen haben diese Idee zu ihrem kommerziellen Vorteil ausgenutzt und haben in der öffentlichen Meinung eine Phobie gegen die Enthaltsamkeit erschaffen, sie als eine gesundheitliche Gefahr und als Ursache für Nerven- und psychische Erkrankungen dargestellt. Auf der Grundlage dieser Ansicht haben Mediziner und Psychoanalytiker die Enthaltsamkeit als Ursache nervöser Beschwerden der Jugend angesehen und haben jungen Männern geraten, Prostituierte aufzusuchen und Geschlechtskrankheiten als ein geringeres Übel als das Risiko der Enthaltsamkeit betrachtet.

Ein sorgfältiges Nachdenken sollte jedoch jeden aufgeschlossenen Leser davon überzeugen, dass die obige Ansicht falsch und dass die Enthaltsamkeit als solche nicht schädlich, sondern sehr heilsam ist. Treten trotzdem Probleme auf, wenn jemand enthaltsam lebt und keine sexuellen Beziehungen pflegt, dann liegt die Ursache nicht an der Enthaltsamkeit, sondern an einigen sexuellen Problemen, wie etwa  den übermäßigen nächtlichen Pollutionen (Samenergüssen), usw.. Im Hinblick auf den Reichtum des Samens an Lecithin, Cholesterin, Phosphor und anderen Bestandteilen des Nerven- und Hirngewebes, ist es klar, dass sexuelle Zügellosigkeit für den Verlust dieser wertvollen Nervennahrung und für das gestörte Funktionieren des Nervensystems und des Gehirns verantwortlich ist. Diese gesundheitlichen Beeinträchtungen können aber niemals, im Gegensatz zu den unwissenschaftliche Ansichten einiger Psychoanalytiker, durch die Enthaltsamkeit entstehen.

Wie wir wissen, bilden die inneren Sekrete der Sexualdrüsen, die Basis der individuellen physischen und geistigen Vitalität und die Sexualhormone sind sowohl innerhalb als auch außerhalb der Hoden vorhanden. Viele der Auswirkungen, die diesen Hormonen zugeschrieben werden, sind, wie wir gesehen haben, physiologische Auswirkungen des bewahrten Samens. Die Bewahrung des Samens bedeutet die Bewahrung der Sexualhormone und eine erhöhte Vitalität. Der Verlust des Samens dagegen bedeutet den Verlust der Hormone und eine verminderte Vitalität. Der chronische Mangel an diesen Hormonen führt zu Altersschwäche. Voronoff und Steinbach bemühten sich, diesen Vitalitätsverlust durch eine Erhöhung der Sexualhormone im Blut entgegenzuwirken.

Der Samen ist eine sämige, eiweißhaltige Flüssigkeit, mit basischem Charakter, der sehr reich an Kalzium, Phosphor, aber auch an Lecithin, Cholesterin, Eiweiß, Nukleoproteinen, Eisen, Vitamin E, usw. ist. Bei der Ejakulation eines normalen Mannes werden etwa 226 Millionen Spermien ausgeschieden. Diese sind reich an phosphorisierenden Fetten (Lecithinen), Cholesterinen, dem Ursprung der Sexualhormone, Nukleoproteinen (Nukleoproteine sind Eiweiße, die strukturell mit einer Nukleinsäure (DNA oder RNA) verbunden sind) und Eisen. Eine Unze Samen wird als gleichwertig mit 60 Unzen Blut betrachtet. (Eine Unze ist eine nicht-metrische Maßeinheit und beträgt umgerechnet etwa 28,35 Gramm.) Der Samen enthält wertvolle Bestandteile, die unter anderem über die Vitalität eines Menschen entscheiden. Dr. Frederick Mc Cann bemerkte zu diesem Punkt: "Aus dem, was erklärt wurde, muss zugegeben werden, dass die Samenflüssigkeit die potentielle Möglichkeit einer vitalen Eigenschaft besitzt, so wie es der Überzeugung der antiken Schriftsteller entsprach.

Der Samen enthält Stoffe mit hohem physiologischen Wert, vor allem in Bezug auf die Ernährung des Gehirns und des Nervensystems. Wird der männliche Samen durch die weiblichen Genitalien aufgenommen, so hat er einen vitalisierenden Effekt auf den weiblichen Organismus. Dasselbe geschieht im Körper des Mannes, der den Samen erzeugt und bewahrt. Umgekehrt, entzieht der Velust des Samens dem Körper seine Vitalität und wertvolle Substanzen, wie Lecithin, die für die Ernährung der Nerven sehr wichtig sind. Lecithin wird z.B. mit sehr großem therapeutischem Erfolg für die Heilung von Neurasthenie, einer Nervenschwäche aufgrund körperlicher und/oder seelischer Überlastung, die die Folge sexueller Exzesse ist, eingesetzt.

Die folgenden Aufzählungen gehören zu den vielen physiologischen Beweisen, die den Wert der Enthaltsamkeit verdeutlichen:
1. Es besteht eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zwischen der chemischen Zusammensetzung des Samens und des zentralen Nervensystems, die beide besonders reich an Lecithin, Cholesterin und Phosphorverbindungen sind. Dies weist darauf hin, dass die Vergeudung des Samens, dem Körper Substanzen entzieht, die für die Ernährung des Nervensystems unbedingt notwendig sind.

2. Übermäßiger freiwilliger Samenverlust durch Masturbation, Geschlechtsverkehr und anderen sexuellen Praktiken, ist schwächend und schädlich für den Körper und das Gehirn.

3. Übermäßiger unfreiwilliger Samenverlust durch nächtliche Pollution, am Tage auftretende (unfreiwillige) Orgasmen, Spermatorrhea (Abfluß von Samen, evtl. nur Samenblasensekret, aus der Harn(samen)röhre ohne Wolllustgefühl, z.B. beim Stuhlgang oder Wasserlassen), schwächen das Nervensystem und können Neurasthenie auslösen.

4. Beobachtungen der unmittelbaren Folgen eines Orgasmus' weisen darauf hin, dass sie vorübergehend das Nervensystem erschöpfen. Findet dagegen häufig ein Orgasmus statt, dann führt dies zu einer chronischen Nervenschwäche (sexuelle Neurasthenie).

5. Enthaltsamkeit ist heilsam für das Gehirn, da es das Lecithin, welches als Nervennahrung betrachtet werden kann, bewahrt. Aus diesem Grunde führten einige der größten Intellektuellen Genies der Antike und der modernen Zeit ein enthaltsames Leben. Dazu gehören Pythagoras, Plato, Aristoteles, Leonardo da Vinci, Spinoza, Newton, Kant, Beethoven, Herbert Spencer, usw..

6. Neuere physiologische Erkenntnisse, die darauf hinweisen, dass der Samen Substanzen enthält, die von großem physiologischen Wert für den Körper sind, unterstützen die Idee der Enthaltsamkeit, die sich positiv auf die Gesundheit auswirkt, wie die Experimente von Prof. Brown-Sequard über die vitalisierende Wirkung von Hodenextrakten* und die Untersuchungen von Prof. Steinbach, der eine Verjüngung durch den Erhalt des Samens feststellt, indem er die ableitenden Samenleiter abband, nachwiesen. 1891 untersuchte der russische Chemiker Alexander von Poehl Spermien und stellte fest, dass sie die nervenstimulierenden Substanzen Lecithin, Cholesterin, Vitamin E, männliche Sexualhormone (Testosteron), usw. enthielten.

*Männliche Stärke wird seit Jahrtausenden und in vielen Kulturen mit der männlichen Sexualität in Verbindung gebracht. Entsprechend bekamen die männlichen Sexualorgane und -merkmale besondere Kräfte zugesprochen. Hodentransplantationen und -extrakte waren häufig Gegenstand von Experimenten zur Leistungssteigerung. Besonders hervor tat sich damit im 19. Jahrhundert der französische Physiologe Charles Edouard Brown-Séquard. 1889 teilte der 72jährige froh mit, dass es ihm gelungen sei, seinem körperlichen und geistigen Verfall während der letzten 25 Jahre mittels Injektionen drastisch entgegenzusteuern. Die Injektionen bestanden aus Sperma und aus flüssigen Hodenextrakten von Hunden und Meerschweinchen. Quelle: Doping

7. Führende Physiologen, Urologen, Neurologen, Psychiater, Sexualwissenschaftler, Gynäkologen und Endokrinologen unterstützen den physiologischen Wert der Enthaltsamkeit. Zu diesen Autoritäten gehören Moll, Kraepelin, Marshall, Lydston, Talmey und andere.
Dr. Jacobson sandte zweihundert Briefe an Professoren der Physiologie, Hygiene, Geschlechtskrankheiten, Nervenerkrankungen, Neurologie und Psychiatrie, um Rückfragen zu ihrer Meinung über die Enthaltsamkeit zu erfahren. Alle Antworten, bis auf einige wenige Ausnahmen, erklärten die Enthaltsamkeit als förderlich für die Gesundheit. Es gab u.a. folgende Antworten:

Kreaplin sagt, dass die Enthaltsamkeit nicht schädlich ist und dass die Vorteile bei der Vermeidung von Geschlechtskrankheiten offensichtlich sind. Gaertner ist ebenfalls der Meinung, dass die Enthaltsamkeit nicht schädlich für junge Männer ist. Gramer schreibt, dass sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe nicht schädlich ist. Finkler antwortet, dass Enthaltsamkeit nicht schädlich für junge Menschen ist, sondern dass sie sich im Gegenteil, heilsam auf Körper und Geist auswirkt. Lassar denkt ebenfalls, dass die Enthaltsamkeit nicht schädlich für junge Männer ist. Seiferts sagt, dass die Erfahrung ihm gelehrt hat, dass die Enthaltsamkeit nicht schädlich ist. Gruber sagt, es gibt keinen Grund, warum die Enthaltsamkeit schädlich sein sollte. Jürgensen denkt, dass die Enthaltsamkeit per se (per se = das durch und in sich Seiende) nicht schädlich ist. Strumpell denkt, dass die Enthaltsamkeit indirekt nützlich für die Vermeidung von Geschlechtskrankheiten und nicht schädlich ist. Hoffmann beurteilt die sexuelle Enthaltsamkeit als nützlich. Strumpell denkt, dass die Enthaltsamkeit indirekt nützlich für die Verhütung von Geschlechtskrankheiten ist und sicherlich nicht schädlich. Tuczek ist der Meinung, dass die Enthaltsamkeit heilsam ist.

Prof. von Leyden, sagt, dass er die Erfahrung gemacht hat, dass die Enthaltsamkeit keine schädigenden Auswirkungen hat. Hein sagt, dass die sexuelle Enthaltsamkeit für die meisten Männer unschädlich ist. Prof. von Grutzner schreibt, dass nach seiner Meinung die sexuelle Enthaltsamkeit fast nie schädlich ist. Prof. Meschede hat während seiner 47 Jahre in der psychiatrischen Praxis, noch nie einen Fall von Geisteskrankheit gesehen, der durch sexuelle Enthaltsamkeit entstand. Weber schreibt, dass die Enthaltsamkeit für junge Männer nicht schädlich ist, sondern im Gegenteil, sehr nützlich. Hoche ist der Meinung, dass sexuelle Enthaltsamkeit nicht schädlich für junge Männer ist und nicht zur Masturbation führt. Neisser schreibt, dass die meisten jungen Männer heute viel länger enthaltsam leben könnten. Aschaffenberg schreibt, dass besonders die, die zur Nervosität neigen, keinen Schaden durch sexuelle Enthaltsamkeit erleiden, wenn ihnen vermittelt wird, dass Enthaltsamkeit nicht schädlich ist. Moll sagt: "In der heutigen Zeit sind die meisten Mediziner sich darüber einig, dass die sexuelle Enthaltsamkeit im Allgemeinen nicht schädlich ist."  Hutchinson sagt: "Der Glaube, dass die Ausübung der sexuellen Funktion für die Gesundheit der Männer erforderlich ist, ist ein reiner Irrglauben, denn vor der vollkommenen Reife ist sie äußerst schädlich."

Unter den angesehenen Autoritäten der Sexualität, die der Meinung sind, dass die sexuelle Enthaltsamkeit ohne Schden und nützlich für die Gesundheit ist, gehören folgende Personen: Forel, Moll, Professor Montegazza, Professor Alfred Fournier, Prof. Dubois; Professor für Neuropathology in Berne; Prof. Furbringer, Loewenfeld, Krafft-Ebing, Prof. Lydston, Ruggles, Prof. Oesterling aus Tübingen University, Chassaignac, Professor Beale vom Royal College of London, der angesehene Gynäkologe; Ribbing, die große Autorität, Acton; der Gynäkologe, Hegar; die angesehene englische Autorität über Physiologie und Sexualität, Marshall; Dr. L. Robinowitch, Neurologe und Psychiater, früher Präsident der New York Neurological Society; der angesehene Psychiatert, Dr. Spitzka, ebenfalls einst Präsident der New York Neurological Society; der New Yorker Gynäkologe und Sexualwissenschaftler, Dr. B.S. Talmey; Professor Sajous, Vorstand der American Endocrinology; Dr. Bruce von der Universität in Oklahoma, Professor Brown-Sequard, der weltbekannte Physiologe und Vater der Science of Endocrinology und andere.

Prof. von Gruber aus München, eine herausragende europäische Autorität auf dem Gebiet der Sexualität, schreibt zum Thema "Die hygienische Bedeutung der Ehe": "Es ist absurd, den Samen als eine ebenso schädliche Sekretion wie den Urin zu betrachten, der einer periodischen Entleerung bedarf. Vielmehr ist der Samen eine vitale resorbierende Flüssigkeit, die einen heilsamen Effekt auf die Physiologie hat. Dies wird durch die große Anzahl intellektueller Genies unter Beweis gestellt, die ein enthaltsames Leben geführt haben." Dr. Bernard S. Talmey, ein bedeutender amerikanischer Gynäkologe und ebenfalls eine Autorität auf dem Gebiet der Sexualität, bringt eine ähnliche Meinung zum Ausdruck. Er sagt, dass durch die Abwesenheit von sexuell anregenden Stimulationen, der Samen und die Spermien in geringeren Mengen produziert werden und vollständig durch die Samenbläschen resorbiert werden. So wird die Enthaltsamkeit leicht und natürlich. Die Bewahrung des Samens, so behauptete er, ist notwendig, um eine größere Vitalität für Körper und Geist zu erreichen. Der Verlust des Samens dagegen ist schädlich. Selbstverständlich kann ein Mann lebenslang, ohne irgendwelche Beeinträchtigungen, enthaltsam leben, dafür aber mit einem Erfolg, wie sie Männern wie Leonardo da Vinci, Kant, Beethoven, Herbert Spencer (englischer Philosoph - Darwinismus), etc. beschieden war.

Der Neuropathologe Dr. Dubois sagt, dass, im Gegensatz zu den falschen Schlußfolgerungen der Freudschen Schule, sexueller Genuss und nicht sexuelle Enthaltsamkeit die Ursachen für Neurasthenie ist. Der Physiologe Professor Alfred Fournier verhöhnte die Idee, dass die Enthaltsamkeit für junge Menschen eine Gefahr sei und dass er während seiner Jahre der medizinischen Praxis, noch nie solch einen Fall erlebt habe. Professor Montegazza dagegen, lobte die Vorteile der Keuschheit, für den menschlichen Körper und das Gehirn. Dr. John Harvey Kellogg (Miterfinder der Cornflakes) weist darauf hin, dass viele der berühmten griechischen Athleten der Antike, wie Astylos, Dopompos und andere, die von Plato erwähnt wurden, während des Trainings vollkommene Enthaltsamkeit praktizierten, die zu ihrer außergewöhnlichen Leistung führten. Professor Furbringer, eine prominente deutsche Autorität auf dem Gebiet der Sexualität, schreibt: "Sexuelle Enthaltsamkeit ist nach der einstimmigen Meinung der Ärzteschaft nicht gesundheitsschädlich, wie allgemein geglaubt."

Zum Thema "Sexual Hygiene in Married Life" (Sexuelle Hygiene im Eheleben) schrieb er: "Neurasthenie (Neurasthenie ist eine Nervenschwäche, die sich u.a. durch Erschöpfung, Nervosität, Ermüdung, ausdrückt.) wird bei einer unverheirateten Person in der Regel nur durch Masturbation oder andere Formen der Wollust ausgelöst." Der deutsch-österreichische Psychiater Professor Krafft-Ebing, eine große Autorität für sexuelle Fragen, entlarvte die "Krankheiten durch Abstinenz" als einen Mythos. Der Gynäkologe Loewenfeld hält es für möglich, dass ein normaler Mensch ohne irgendwelche gesundheitsschädlichen Effekte, ein Leben lang enthaltsam leben kann. Der Physiologe und Endokrinologe Prof. F.G. Lydston von der Universität in Illinois, sagte: "Die Enthaltsamkeit per se ist wahrscheinlich nicht schädlich. Ein häufiger Samenerguss allerdings, führt zu einem großen Vitalitätsverlust für Körper und Geist."  Seiner Ansicht nach, kann man durch eine lebenslange Enthaltsamkeit eine perfekte Gesundheit und goße körperliche Energie entwickeln. Ruggles schreibt: "Die sexuelle Abstinenz ist mit perfekter Gesundheit und einer Erhöhung der Vitalität durch Resorption des Samens, identisch."

Forel, ein berühmter Schweizer Sexualwissenschaftler, sagt: "Abstinenz oder sexuelle Enthaltsamkeit ist für einen normalen jungen Mann mit einer durchschnittlichen Verfassung keineswegs unpraktikabel." Er ergänzte: "Heutzutage ist die Idee unter jungen Leuten verbreitet, dass die Enthaltsamkeit etwas Abnormales und Unmögliches ist. Und dennoch haben viele, die die Keuschheit erprobt haben, festgestellt, dass sie für die Gesundheit nicht schädlich ist." Dr. Perier weist auf die falsche Ansicht hin, dass die Enthaltsamkeit mit scheinbaren Gefahren verbunden ist und betrachtet sie als einen physischen, moralischen und geistigen Schutz für junge Männer. Rohleder betrachtet den Rat der Ärzte, die jungen Männern den Geschlechtsverkehr empfahlen, als skrupellos. Chassaignac behauptet, um so gesünder der Einzelne, um so leichter fällt ihm die Enthaltsamkeit. Nur die kranken und neurotischen Menschen finden es schwer, enthaltsam zu leben. Professor Oesterling aus Tübingen sagt: "Man kann nicht allzu oft wiederholen, dass die Abstinenz und die absolute Reinheit vollkommen in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Physiologie und Moral sind, und dass sexuelle Ausschweifungen weder von der Physiologie und Psychologie noch von der Moral und Religion gerechtfertigt werden."

Professor Beale vom Royal College of London, sagt, dass "sexuelle Abstinenz noch nie einem Menschen geschadet hat, wenn sie beachtet wurde." Der Gynäkologe Ribbing sagt, dass er viele junge Männer kennt, die ohne Schwierigkeiten und Beeinträchtigungen vollkommen enthaltsam leben. Clarke sagt, dass Enthaltsamkeit die Gesundheit und Energie erhöht, während die sexuelle Zügellosigkeit genau das Gegenteil bewirkt. Laut Surbled, sind "die Übel der Unkeuschheit bekannt und unbestritten, die der Enthaltsamkeit dagegen, sind eingebildet." Die große Autorität, Acton, sagt, dass die populäre Vorstellung, dass die Abstinenz die Ursache für die Impotenz oder die Verkümmerung des Sexualorgane ist, ist ein schwerwiegender Fehler." Keuschheit schädigt weder den Körper noch die Seele", sagt er. Der Gynäkologe Hegar, ist der Auffassung, dass die "sexuelle Notwendigkeit" ein Mythos, eine Illusion, ist. Ein weiterer angesehener Gynäkologe weist auf die Notwendigkeit der sexuellen Kontrolle und Enthaltsamkeit hin. Der bekannte Physiologe Marshall weist in seiner "Introduction to Sex Physiology" (Einführung in die Physiologie der Sexualität) auf die Notwendigkeit der sexuellen Zurückhaltung für die Sublimation der sexuellen Energie in höhere geistige Formen des Ausdrucks, hin. Dies kann man bei vielen intellektuellen Genies der Vergangenheit beobachten, die ein enthaltsames Leben führten. Dr. L. Robinowitch, ein prominenter amerikanischer Neurologe, sagt, dass "die sexuelle Enthaltsamkeit nicht nur harmlos, sondern von Vorteil ist."

Die Zeitschrift "American Medicine" bemerkte in ihrer July-Ausgabe von 1905: "Es sollte einfach sein, jeden davon zu überzeugen, dass die Enthaltsamkeit als ein normaler Zustand der Zivilisation bezeichnet werden kann." 1906 verabschiedete die "American Medical Association" (Amerikanische Medizinische Gesellschaft) eine Resolution, dass "die Enthaltsamkeit nicht mit der Gesundheit unvereinbar ist." Ein internationaler Kongreß in Brüssel erklärte, dass ein keusches Leben nicht schädlich für die männliche Gesundheit ist. Es ist im Gegenteil, aus Gründen der Hygiene, sogar zu empfehlen. Der Kongress stellte fest: "Es ist in Übereinstimmung mit den meisten großen medizinischen Kapazitäten, dass es nicht schädlich für die Gesundheit des Menschen ist, seinen Körper rein zu halten." Die medizinische Fakultät der Universität Christiania (heute Oslo) gab folgende Erklärung ab: "Die Behauptung, dass ein keusches Leben schädlich für die Gesundheit ist, steht nach unserer einstimmigen Erfahrung, auf keinem festen Fundament. Wir haben keine Kenntnis über Schäden, die aus einem reinen und moralischen Leben resultieren".

Überzeugende Beweise für einen sofortigen und beachtlich schwächenden Effekt durch einen Orgasmus sind durch eine Studie belegt worden. Sie sprechen für die Vorteile der Enthaltsamkeit. Diese Studie zeigt, dass die Annahme, dass es so etwas wie eine "sexuelle Notwendigkeit" gibt, eine Illusion ist. Obwohl der schwächende Effekt auf einen nervlichen Ursprung zurückgeführt wird, kann es keinen Zweifel daran geben, dass es sich im Wesentlichen um die schädlichen Auswirkungen des Orgasmusses handelt, der dem Körper Kalzium, Lecithin und andere Stoffe, die für das normale Funktionieren des Nervensystems notwendig sind, entzieht. Havelock Ellis zitiert in seinen "Studies in the Psychology of Sex" (Studien über die Psychologie der Sexualität) die Beobachtungen von Dr. F.B.Robinson zu diesem Thema, die im "New York State Medical Journal" (Medizinisches Journal des Staates New York) veröffentlicht wurden. Er stellte fest, dass ein Hengst, wenn er zum ersten Mal mit einer Stute kohabitiert, nach einem kurzem und kräftigem Geschlechtsverkehr in eine kurze Ohnmacht fällt, die Dr. Robinson als Gehirnanämie (Sauerstoffarmut im Gehirn) erkannte. Er erwähnte sogar den Fall einer Stute, die nach einer Kohabitation tot umfiel. Junge Bullen fallen nach dem ersten sexuellen Kontakt mit einer Kuh häufig in Ohnmacht und es ist sehr häufig zu beobachten, dass ein junger Bulle so ausgelaugt ist, dass er in eine ruhige Ecke schleicht, um sich für einige Stunden zu erholen. Hunde dagegen fallen nicht in Ohnmacht, weil die sexuelle Vereinigung zwischen Hunden ausdauernder ist, wodurch der Schock vermieden wird. Außerdem besitzt der Hund (im Gegensatz zum Stier und zum Menschen) keine Samenbläschen. (Im Samenbläschen werden die fertig prduzierten Spermien aufbewahrt.) Beim Eber steigt der Orgasmus auf eine solche Höhe, dass das Tier an Schmerzen zu leiden scheint. Danach ist es für mehrere Stunden erschöpft.

Havelock Ellis schreibt:

"Wenn wir verstanden haben, wie tief die organische Erschütterung, die mit dem Vorgang der Detumeszens, dem Abschwellen der Gefäße und Muskeln, verbunden ist, und wie groß die begleitende motorische Erregung ist, können wir verstehen, dass der Koitus (Geschlechtsverkehr) sehr ernste Auswirkungen haben kann. Auch bei Tieren ist dies mitunter der Fall. Junge Stiere und Hengste sind nach ihrem ersten sexuellen Kontakt in Ohnmacht gefallen. Eber sind nach einem Koitus in ähnlicher Weise davon betroffen. Und von Stuten ist bekannt, dass sie sogar unmittelbar nach einem Koitus sterben können. Die Menschen, vor allem die Männer, so bemerkt Bryan Robinson, sterben zwar nicht, aber sie leiden unter unzähligen Störungen. Unfälle unmittelbar nach dem Koitus sind bekannt. Sie resultieren hauptsächlich aus der Gefäß- und Muskelspannung, die mit der Abschwellung der Gefäße und Muskeln einhergehen. Frauen sind durch die größe Langsamkeit der weiblichen Detumeszens, der Abschwellung der Gefäße und Muskeln, besser geschützt. Ohnmacht, Erbrechen, Urinieren und Stuhlgang wurde bei jungen Männern nach dem ersten Koitus festgestellt. Verletzungen verschiedener Organe, wie etwa ein Milzriss, traten gelegentlich auf. Bei Männern im reiferen Alter, waren die Arterien manchmal nicht in der Lage, dem hohen Blutdruck und Gehirnblutungen zu widerstehen, was Lähmungen zur Folge hatte. Bei älteren Männern hatte die Aufregung des Umgangs mit fremden Frauen manchmal den Tod zur Folge. Auch sind verschiedene Fälle prominenter Personen bekannt, die in den Armen einer jungen Frau oder Prostituierten starben."

Der berühmte russische General Skobeloff starb, als er mit einer Frau mit schlechtem Ruf intim war. Robinson berichtete von einem Richter, der kurz nachdem er eine Prostituierte in einem Bordell besuchte, starb. Er berichtete außerdem von einem Siebzigjährigen der ebenfalls nach dem Besuch einer Prostituierten starb. Ebenso erwähnte er den Fall eines 48jährigen Mannes, der in einem chicagoer Hotel starb, nachdem er Geschlechtsverkehr mit einer gefälligen Witwe hatte. Er spricht vom Fall eines jungen Mannes, der nach seinem ersten Koitus ohnmächtig wurde und von einem sechzigjährigen Mann, der, unmittelbar nachdem er Geschlechtsverkehr mit einer fremden Frau hatte, das Zimmer verlies und starb. Solche Todesfälle geschehen in der Regel älteren Männern als Folge eines Geschlechtsverkehrs mit fremden Frauen, der wahrscheinlich stürmischer und aufregender ist, als mit der eigenen Ehefrau. Atilla, der König der Hunnen starb ebenfalls beim Geschlechtsverkehr mit einer jungen Frau.

Acton, die große medizinische Autorität, weist darauf hin, dass bei einigen Personen das Ende des Orgasmus von mehr oder weniger starken epileptischen Zuckungen begleitet ist. Danach stellt sich eine große Erschöpfung ein. Dies ist ebenfalls in einer sehr überspitzten Form bei einem männlichen Kaninchen (Rammler) zu sehen, das nach jeder Kopulation in einer Art epileptischen Anfall auf die Seite fällt, wobei das weiße des Auges sich nach oben dreht. Das Tier zuckt dann krampfartig mit den Hinterbeinen und hechelt einige Zeit, bis das Nervensystem sich wieder erholt hat. Acton erwähnt Todesfälle, die in den Bordellen und im Ehebett durch den negativen Einfluss des sexuellen Orgasmus auf das Nervensystem und den Körper geschahen, insbesondere bei empfindlichen Personen. In der Insektenkunde (Entomologie) finden sich reichlich Hinweise, dass der Tod des männlichen Insekts unmittelbar nach der Kopulation eintritt.

Geddes und Thomson beziehen sich in ihrem Buch "The Evolution of Sex" (Die Evolution der Sexualität) auf die Tatsache, dass einige Spinnen normalerweise nach der Befruchtung sterben. Der Tod des männlichen Tieres ist ebenfalls bei anderen Arten zu finden. Die Verbindung der Fortpflanzung mit dem Tod, ist ebenfalls bei einigen fliegenden Insekten, wie der gemeinen Eintagsfliege, bekannt. Nachdem der Liebestanz, die Befruchtung, die Eiablage und der Tod der Eltern, sich innerhalb weniger Stunden vollzieht, kann sich neues Leben entwickeln. "In höheren Tieren", sagen die Autoren, "ist die Sterblichkeitsrate der Fortpflanzung stark verringert, doch tragische Todesfälle bestehen auch im menschlichen Leben, als Gegenspieler der (körperlichen) Liebe. Die Wirkung einer vorübergehenden Erschöpfung, sowie eine verstärkte Anfälligkeit für alle Formen von Krankheiten und eine individuelle Verminderung der Lebensenergie, die sich sogar bei einer mäßigen sexuellen Ausschweifung einstellt, ist hinlänglich bekannt. Die Fortpflanzung ist der Beginn des Todes."

Vor einigen Jahren erhielt der Autor den folgenden interessanten Brief von einem Leser seiner Schriften: 29.07.1936.

Sehr geehrter Dr. Siegmeister

Ich wundere mich darüber, dass der Entzug von Lecithin, Phosphor und anderen wertvollen Stoffen, die durch den Orgasmus verloren gehen, dass Erreichen einer höheren Geisteskraft behindern und das Gehirn sowie den Körper schwächen. Bitte beantworten Sie diese wichtige Frage. Ich habe große Schwierigkeiten, zu verstehen, wie ein Mensch wie ich, große Mengen sexuelle Energien speichern kann, ohne sie zu verausgaben. Lange Rede, kurzer Sinn, ich verstehe die sexuelle Funkion nicht. Bitte schicken sie mir irgendeine Literatur über diese Angelegenheit, die sie gerade zur Hand haben und ich werde sie zu schätzen wissen. Nennen sie mir bitte außerdem einige Bücher, die dieses Thema ausführlicher behandeln. Darum bitte ich sie. Seien sie bitte so freundlich und beantworten sie alle Fragen, die ich in diesem Brief stellte. Danke.

Auf diesen Brief schrieb Dr. Siegmeister die folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr L.

Sie fragen, ob der Entzug von Lecithin und Phosphor durch einen sexuellen Akt, die intellektuelle Leistungsfähigkeit behindert und den Körper und das Gehirn schwächt. Dies ist tatsächlich der Fall. Lesen sie meinen Artikel "Do Neuroses and Psychoses have a Chemical Origin?" (Haben Neurosen und Psychosen einen chemischen Ursprung?), den ich im Juni 1936 in der Ausgabe des "The Modern Psychologist" (Der moderne Psychologe) veröffentlichte, in der ich zeige, dass der sexuelle Genuss zu einem Verlust wichtiger Nährstoffe für Nerven und Gehirn führt und psychische Störungen zur Folge hat. Die psychiatrischen Anstalten sind überfüllt mit den Opfern unbedachter sexueller Ausschweifungen, die den Menschen die wertvolle Nahrung für das Gehirn beraubt hat und zu geistiger Erkrankung führte. Diese bedauernswerten Menschen, die, als sie noch im Besitz ihrer geistigen Kräfte waren, nicht begriffen, dass sie mit jedem Orgasmus wertvolle Substanzen für die Nerven und das Gehirn ausstoßen, bis ein Zeitpunkt erreicht ist, an dem das Gehirn von Lecithin ausgelaugt ist, so dass es nicht mehr richtig arbeitet. Messungen haben gezeigt, dass ein Rückgang von Lecithin im Gehirn zu Geisteskrankheiten führen kann. Dies ist auf frühere sexuelle Ausschweifungen zurückzuführen. Als Folge dieser Ausschweifungen "saugen" die Hoden das Lecithin aus dem Blut, um die verloren gegangene Samenflüssigkeit zu ersetzen.

Die größten intellektuellen Genies, sowohl in der Antike als auch in der heutigen Zeit, führten ein enthaltsames Leben. In einigen Fällen lebten Menschen enthaltsam, weil sie durch die äußeren Umstände dazu genötigt wurden. Der spanische Schriftsteller Cervantes schrieb 1605  den ersten Teil der Novellen "Don Quijote" während der Haft (Cervantes arbeitete unter anderem als Steuereintreiber, musste aber wegen Veruntreuung von Staatsgeldern ins Gefängnis.). Der italienische Dichter und Philosoph Dante (1265 - 1321), schrieb seine "Göttliche Komödie" im Exil (Dante hatte sich gegen den politischen Einfluss des Papstes ausgesprochen. 1302 wurde er von Florenz, im Falle seiner Rückkehr in die Stadt, zum Tod durch Verbrennung verurteilt.). Der englische Dichter und Philosoph John Milton (1608 - 1674) schrieb das epische Gedicht "Paradise Lost" (Das verlorene Paradies), als er blind war und enthaltsam lebte. (Milton hatte sich in seiner Jugend mit eisernem Fleiß der englischen und lateinischen Dichtung zugewandt, so dass er augenleidend wurde. Dies soll der  Grund für seine spätere Erblindung gewesen sein.) Der englische Physiker, Mathematiker, Astronom und Philosoph Sir Isaac Newton (1642 - 1727), der die Gravitation entdeckte, war bis zum Alter von 80 Jahren intelektuell aktiv. Er führte seit seiner Geburt ein enthaltsames Leben. Ebenso führten das italienische Universalgenie (Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Mechaniker, Ingenieur, Philosoph) Leonardo da Vinci (1452 - 1509) und der italienische  Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter Michelangelo (1475 - 1565) ein lebenslanges Zölibat. Beiden war es vergönnt, ihr kreatives Genie bis ins hohe Alter beizubehalten.

Sie fragen auch, wie ein Mensch, wie sie selbst, große Mengen sexueller Energien speichern kann, ohne sie zu verausgaben. Das kann auf einfache Weise erfolgen, wenn man es richtig macht. In meinem Büchlein "Diet and Sex" (Ernährung und Sex) zeige ich, wie es möglich ist, durch eine eiweißarme vegetarische Ernährung (Verzicht auf Fleisch, Geflügel, Eier, Fisch, Milch und Milchprodukte  nur in begrenzter Menge) die sexuellen Impulse zu kontrollieren und die schwächenden nächtlichen Samenergüsse (Pollutionen) für immer zu beenden. Unfreiwilliger Samenverlust ist ebenso schwächend, wie freiwilliger Samenverlust, da ebenfalls Lecithin und Cholestrin verloren gehen. Am Morgen nach einer nächtlichen Pollution werden sie feststellen, dass die Nerven geschwächt sind und der Körper nicht mehr so gut gegen die Kälte gechützt ist. Sie sagen, dass sie die sexuelle Funktion nicht richtig verstehen. Die Sexualität hat zwei Funktionen: Die innere Sekretion, die primär ist und die Fortpflanzung, die sekundär ist. Jede andere Nutzung dieser endokrinen Drüsen (Hormondrüsen) ist eine Perversion und hat eine Strafe in Form von nervösen Störungen, vorzeitigem Altern und möglicherweise den Tod zur Folge.

Sie fragen mich nach einer guten Literatur, über Fragen der Sexualität. Erlauben sie mir, ihnen einen der kühnsten und originellsten Autoren auf diesem Gebiet zu empfehlen. Es ist Melville Keith. Das folgende ist aus seinem  Werk "The Marriage Law" (Das Eherecht) zitiert:

Wir sagen ihnen, dass sie bei jedem Orgasmus wichtige Nährstoffe und wertvolle Bestandteile des Blutes ausstoßen, da jedes Teilchen des Samens der ausgestoßen wird, durch das Blut ersetzt wird. Dies sollte sie überzeugen, den Samen nicht zu vergeuden. Er sollte im Körper bleiben, damit er vom Körper absorbiert (aufgenommen) werden kann. Dann kann er als Öl für die Gelenke, zum Aufbau neuer Muskeln, als Nahrung für das Gehirn, sowie für viele andere Zwecke des Körpers genutzt werden. Vergeudet man allerdings den Samen, dann zerstört man damit gewissermaßen sein eigenes Leben.

Sie stoßen Gelenkflüssigkeit aus. Sie vergeuden, zur Befriedigung einer momentanen Leidenschaft, wertvolles Material, aus dem das Gehirn besteht. Dies ist eine Tatsache. Und sie sollten anerkennen, dass der Samen ein Stoff ist, aus dem die Nerven, die Muskeln, das Gehirn und andere Bestandteile des Körpers geschaffen werden. Wird der Samen ausgestoßen, dann haben sie die wertvollsten Bestandteile des Körpers ausgestoßen. Dadurch wird der Samen zu einer nutzlosen, trägen Masse, die unter keinen Umständen wieder vom Körper aufgenommen werden kann. Sie ist für immer verloren. Sobald der Samen den Körper verlassen hat, folgt die unmittelbare Strafe. Die Strafe für den Verlust des Samens ist so weitreichend und verborgen für den menschlichen Körper, dass wir nicht so genau wissen, an welcher Stelle wir sie suchen sollen. Aber ich sage ihnen, wenn sie eine Paralyse (eine fortschreitende Lähmung), eine Lähmung, einen Schlaganfall, Rheuma, Gehirnerweichung, gekrümmte Schultern und ein verhärmtes Gesicht sehen; wenn sie einen jungen alten Mann beobachten oder eine vertrocknete junge Frau, in all diesen Fällen und in dutzenden anderen, können sie davon ausgehen, dass hier eine Verschwendung sexueller Substanzen durch sexuelle Orgasmen vorliegt.

Wenn sie aufmerksam sind, können sie die Strafe überall um sich herum beobachten. Überall wo sie hingehen, werden sie die Früchte sexueller Ausschweifung sehen. Die Strafe kann bestritten und alle diese Krankheiten jedem anderen Grund unter der Sonne zugeschrieben werden. Aber sie werden richtig vermuten, dass der Grund für diese Krankheiten, in den sexuellen Ausschweifungen zu suchen ist, der den Menschen wertvolle Bestandteile des Blutes entzieht. Ich versichere ihnen, nichts kann so nervenschädigend sein, wie ein sexuelles Übermaß. Jeder Geschlechtsverkehr, der nicht der Zeugung des Nachwuchses dient, kann als sexuelles Übermaß bezeichnet werden.

Die Strafe für die Nichtbeachtung dieses Gesetzes, ist ein kürzeres Leben und die Zunahme einer Anzahl von Krankheiten, wie man überall um uns herum beobachten kann. Die Ähnlichkeit eines sexuellen Orgasmus mit einem epileptischen Anfall ist von vielen Autoren festgestellt worden. Der plötzliche Entzug von Calcium durch den Samenerguss produziert biochemisch die krampfartigen Symtome des Orgasmus, die so ähnlich wie ein epileptischer Anfall sind, wie sie diejenigen erleben, die dazu prädisponiert (veranlagt) sind. Laut Acton, ähnelt der sexuelle Orgasmus epileptischen Anfällen, sowohl in seinen Phänomenen als auch in seinen Auswirkungen. Der geistigen Abstumpfung der Sinne und der körperlichen Niedergeschlagenheit, folgt die Nervenschwäche, die ebenso charakteristisch für einen epileptischen Anfall, wie für einen Orgasmus sind. Das Letztere beinflusst tiefgehend das ganze Nervensystem mit solch einer Intensität, dass Acton sagt: "Es sind nur reifere Menschen, die gelegentlich die Folgen der Kopulation mehr oder weniger ohne Beeinträchtugungen erleben. Bei jungen Menschen sollte die vitale sexuelle Energie für das Wachstum und die Entwicklung bewahrt werden."

Dr. Deslandes beobachtete, dass epileptische Anfälle oft einem Koitus folgten. Dies war bei Napoleon der Fall. Er sagte: "Es gibt Menschen, die anfällig für Epilepsie sind. Sie erleben regelmäßig einen Anfall, wenn sie Geschlechtsverkehr haben. Dass einige Menschen unter dem Einfluss der sexuellen Erregung einen epileptischen Anfall erleben, ist hinlänglich bekannt. Es wird von Napoleon, von dem bekannt ist, dass er unter Epilepsie litt, berichtet, dass er jedesmal, wenn er Geschlechtsverkehr hatte, einen Paroxysmus bekam." (Paroxysmus = völlige Lähmung des Rumpfes und der Glieder, mit Verminderung bis Aufhebung der Reflexe und der mechanischen und elektrischen Erregbarkeit)

Menard hatte einen Wachhund, der jedesmal wenn er kopulierte, einen epileptischen Anfall bekam. Diese Anfälle waren von Krämpfen und dem Verlust des Bewusstseins gekennzeichnet. "Coition" (Coition = Koitus), sagte der griechische Philosoph Demokrit (460 - 371 v.Chr.), "ist eine Art von Epilepsie." "Der Samenerguss", sagte Haller, "hat eine Wirkung, die einem Krampf gleicht, der erstaunlicherweise das ganze Nervensystem schwächt und beeinflusst." Tissot berichtet von Fällen, bei denen der Orgasmus von Krämpfen, eine Art der Epilepsie, begleitet war. Dieselben Beobachtungen lieferten offensichtlich den Nachweis, dass dieser Einfluss sehr schädlich für die Gesundheit der unglücklichen Menschen ist, die davon betroffen sind. Die Schnelligkeit, mit der die körperliche und geistige Schwäche dem Koitus folgt, sowie die Schwäche aller, die von krampfartigen Krankheiten betroffen sind, beweisen, dass die Schwäche durch den Orgasmus ausgelöst wird.

Tissot veranschaulicht dies durch einen Verweis auf einen Schweizer, der im hohen Alter abermals heiratete und in der Hochzeitsnacht so heftige Erstickungsanfälle erlitt, dass er sich verpflichtet fühlte, davon abzulassen. Dasselbe geschah jedesmal, wenn er den Akt wiederholte. Er konsultierte eine Reihe von Quacksalber. Einer versicherte ihm, dass er nach der Einnahme verschiedener Medikamente nicht mehr gefährdet sei. Nach dieser Empfehlung, wagte er einen neuen Versuch. Voller Vertrauen bemühte er sich beharrlich, um dann aber in den Armen seiner Frau zu sterben. Tissot sagt: "Auch das heftige Herzklopfen, das den Geschlechtsverkehr begleitet, ist ein krampfhaftes Symptom." Der griechische Arzt Hippokrates (460 v.Chr.) spricht von einem jungen Mann, bei dem Ausschweifungen von Wein und Sex, neben anderen Syptomen, ein ständiges starkes Herzklopfen verursachte. Daleaus sah ein, dass er durch die heftigen Herzklopfen ersticken könnte, wenn er sich weiterhin so ausschweifend verhalten würde.

Havelock Ellis bemerkt, dass die Symptome des Koitus eine starke Ähnlichkeit mit denen der Epilepsie haben. Dabei bezieht er sich auf die Behauptungen des Sophisten von Abdera, der sagte: "Der Koitus ist ein leichter Anfall von Epilepsie. Urteilen sie über eine unheilbare Krankheit." (Die Sophistik ist eine geistige Strömung der griechischen Antike. In der modernen Forschung werden Wanderlehrer als Sophisten bezeichnet, die, unter anderem auch in Athen, gegen Entlohnung unterrichteten.) Caelius Aurelianus, einer der führenden Ärzte des Antike, sagte: "Der Koitus ist eine kurze Epilepsie." Fere hat darauf hingewiesen, dass beide Formen nervöser Störungen ähnliche Symptome haben. Ellis bemerkt, dass epileptische Krämpfe in einigen Fällen die Sexualität einschliesst und dass es bemerkenswert ist, dass die Epilepsie erst mit der Pubertät auftritt. Boerhaave hat den Koitus "eine echte Epilepsie" genannt und später haben Roubaud, Hammond and Kowalevsky die Ähnlichkeit zwischen dem Koitus und der Epilepsie betont.

Einige Autoritäten haben ebenfalls den Koitus als Ursache für die Epilepsie angesehen. Der plötzliche Ausstoß von Calcium durch den Samenerguss führt zu krampfartigen Symtomen wie bei einem epileptischen Anfall. Fere berichtet von Jugendlichen, bei denen sich epileptische Anfälle einstellten, nachdem sie mehrmals am Tag masturbierten. Sie hörten auf, wenn sie die Masturbation einstellten. West beschreibt Masturbation bei einem Kleinkind durch Oberschenkelreiben, die Krämpfe produzierte, die irrtümlich von den Angehörigen als epileptischer Anfall missverstanden wurden. Tissot schreibt: "Wir wissen, dass Paroxysmen (epileptische Krämpfe), die von einem Samenerguss begleitet werden, mehr erschöpfen und verwirren, als in normalen Fällen."

Dides wusste von einem Kaufman in Montpelier (USA), der niemals einen Koitus hatte, ohne anschliessend einen epileptischen Anfall zu erleben. Van Swieten kannte eine epileptische Person, die in der Hochzeitsnacht einen epileptischen Anfall hatte. Hoffman erwähnt eine sinnliche Frau, die nach jedem Koitus einen epileptischen Anfall hat. Boerhaave behauptet in seiner Schrift "Treatise on the Diseases of the Nerves" (Abhandlung über die Krankheiten der Nerven), dass von einem Orgasmus alle Nerven betroffen sind. Manchmal sogar so fatal, dass es tödlich ist. Er berichtet von einer Frau, die nach jedem Koitus in eine sehr lange Ohnmacht fiel. Er berichtet ebenfalls von einem Mann, der nach seinem ersten Geschlechtsverkehr eine Katalepsie erlitt. Ein Krampf versteifte seinen ganzen Körper und für zwölf Jahre litt er an diesem kataleptischen  Zustand, mit dem vollständigen Verlust der Empfindung und des Bewusstseins. (Die Katalepsie ist eine aktiv oder passiv eingenommene Körperhaltung, die übermäßig lange beibehalten wird. Diese Störung tritt vor allem bei schizophrenen Erkrankungen auf, aber zum Teil auch bei organischen Hirnerkrankungen.)

Mercier, ein englischer Psychiater, schreibt in seiner Schrift "Sanity and Insanity" (Vernunft und Wahnsinn), dass die aus einem Koitus resultierende Schwäche und Mattigkeit, eine große Belastung für die Energiereserven des Organismus darstellt. Am meisten davon betroffen sind das Nervensystem und besonders das Gehirn, das dazu neigt, Störungen zu erzeugen. Doch während bei einem normalen Organismus der Stress eines Orgasmus nicht ausreicht, Störungen des Gehirns zu verursachen, wenn er nicht mit unangemessener Häufigkeit wiederholt wird, kann es bei einem Menschen, dessen Energien nicht ausreichend sind und der ein geringes Maß an Stabilität besitzt, zu Hirnstörungen kommen. Dieses gilt vor allen Dingen für junge Menschen, wenn sie sich zu früh der Sexualität zuwenden. "Daher wird eine bestimmte Anzahl von Geisteskrankheiten", sagt Mercier, "sexuellen Exzessen zugeschrieben." Er fügte hinzu: "Ein ausschweifendes Sexualleben ist eine fruchtbare Quelle für die Verschlechterung des Nervensystems. Sie bildet das Fundament einer Geisteskrankheit."

Entsprechend diesem bedeutenden englischen Psychiater, hat der Orgasmus seiner Natur nach eine zersetzende und verschlechternden Einfluß auf den Organismus und den Verlust der Energie. Er hat Apathie (Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit, Abgestumpfheit), Lethargie (Trägheit) und Demenz (Schwachsinn) zur Folge, vor allem dann, wenn er häufig wiederholt wird. Die Spannung der Energie des Nervensystems ist dann am niedrigsten und infolge dessen agiert sie in kraftloser und nachlässiger Weise. Der Zustand entspricht dem der Demenz. Er zeichnet sich durch die Unfähigkeit, geistige Tätigkeiten und angemessene Schwierigkeiten zu bewältigen, in der Einfallslosigkeit, der Langsamkeit der Emotionen, im Verlust höherer Emotionen und anderer Eigenschaften, die die Demenz charakterisieren. Es erfolgt ein allgemeiner Abbau des Benehmens, ein Verlust aller höheren Attribute der Menschheit und die Ausbildung aller niederen (animalischen) Eigenschaften. Das ist das Ergebnis einer ausschweifenden Sexualität. Sind die sexuellen Ausschweifungen weniger exessiv, dann sind die gesundheitlichen Beeinträchtigungen weniger  tief. Aber in jedem Fall gibt es eine gesundheitliche Beeinträchtigung und in jedem Fall ist die Verschlechterung von der Art der Demenz. Man kann sagen, dass ein Energiedefizit vorliegt.

In den Fällen, in denen die Demenz durch sexuelle Exzesse entsteht, sind die Menschen unfähig, die Aufgaben des täglichen Lebens zu bewältigen und es wird notwendig, sie in einem Heim unterzubringen. Mercier erwähnt, dass es eine enorme Anzahl von Personen gibt, die  einen beträchtlichen Teil der Gesamtbevölkerung darstellen, bei denen sich durch sexuelle Ausschweifungen in früheren Jahren, ein vorzeitiger Verfall der geistigen Kräfte, eine vorzeitige Erschöpfung der Energie und ein vorzeitiges Altern einstellt. Ein junger Mann, voller Energie, schwelgt in sexuellen Exzessen, denen er sich in dieser Zeit scheinbar vollkommen straflos hingeben kann. Aber früher oder später kommt der Tag der Abrechnung und dann, sagt Mercier, lebt er wie ein Verschwender, der sein eigenes sexuelles Kapital in seiner Jugend verausgabt hat. Er ist vorzeitig erschöpft, so dass er bereits in mittleren Jahren zum sexuellen Bettler geworden ist.

Professor Lydston erwähnt Fälle von Schlaganfall, Lähmungen und tödlichen Herzerkrankungen, bei prädisponierten Personen (erbliche oder sonstige Veranlagung), die die Folge von sexuellen Exzessen sind. "Von früheren Betrachtungen her", schreibt er, "wissen wir, dass sexuelle Ausschweifungen unmittelbare Auswirkungen auf das Gehirn und das Rückenmark haben. Als Folge häufiger Masturbation und exessivem Geschlechtsverkehr können wir geistige Erkrankungen erwarten." Während die Mehrheit der Menschen vor solchen ernsthaften cerebrospinalen Erkrankungen (Gehirn-Rückenmarks-Erkrankungen) durch ihren natürlichen Widerstand geschützt ist, liegen bei Personen, bei denen dieses Gleichgewicht gestört ist, sei es durch Vererbung, angeborene Defekte oder erworbene Krankheiten, andere Bedingungen vor. Unter solchen Umständen, können laut Prof. Lydston, wiederholte sexuelle Orgasmen tatsächlich strukturelle Veränderungen der Nervenfasern und Zellen des Gehirns, gleichzeitig mit psychosomatischen Phänomenen, auslösen, die durch die schweren und wiederholten Erschütterungen des empfindlichen Nervensystems durch den sexuellen Orgasmus hervorgerufen werden.

"Der Koitus", sagt Noquez, "ist ein Krampf, der die Nerven bereits durch eine geringfügige Urache, zu krampfartigem Verhalten stimuliert." "Es ist", sagt Haller, "eine sehr gewaltsame Aktion, ähnlich einem Krampf, die die Nerven und das Gehirn schwächt." Dr. Ryan schreibt: "Der Koitus kann mit einem epileptischen Anfall verglichen werden, mit einem elektrischen Schock. Er beeinflusst sowohl den Geist als auch den Körper. Wir sehen und hören ihn nicht, aber einige Personen haben dabei ihr Leben verloren. Dies ist der Grund dafür, dass der Geschlechtsverkehr, nachdem er schwere Wunden und innere Blutungen verursacht hatte, sich als tödlich erwies. Wird er zu oft wiederholt, dann schwächt er die Gesundheit des Menschen."

Rouband beschreibt, die unmittelbaren Auswirkungen des Orgasmus, den er mit einem epileptischen Anfall vergleicht, wie folgt:

"Der Kreislauf beschleunigt sich, die Arterien schlagen stärker. Das venöse Blut, welches sich durch die Muskelkontraktionen verlangsamt, erhöht die allgemeine Wärme. Durch diese Stagnation, die im Gehirn, durch die Kontraktion der Nackenmuskeln und durch das Zurückwerfen des Kopfes, stärker ausgeprägt ist, wird im Gehirn ein Stau verursacht, der die geistige Tätigkeit blockiert und die Kritikfähigkeit einschränkt. Die Augen, die ebenfalls davon betroffen sind, sind verstört und der Blick wird unsicher. In der Mehrheit der Fälle, sind die Augen krampfhaft geschlossen, um den Kontakt mit dem Licht zu vermeiden. Die Atmung ist beschleunigt, manchmal unterbrochen, und sie scheint manchmal, durch die krampfhaften Kontraktionen des Kehlkopfes, stillzustehen. Dadurch wird die Luft, die für kurze Zeit komprimiert wird, stoßweise ausgeatmet. Das überlastete Nervenzentrum übermittelt nur verwirrte Empfindungen und Willensäußerungen. Die Bewegungen und Gefühle zeigen extreme Störungen. Die Glieder sind von Zuckungen und Krämpfen erfasst, wild übereinander geworfen und steif wie Eisenstangen. Der Kiefer ist fest zusammengepresst, die Zähne mahlen und in einigen Personen ist die Verwirrtheit so weit fortgeschritten, dass sie sich blutig beißen, wenn ihre Gefährten sie verlassen haben. Dieser unkontrollierte Zustand der Epilepsie dauert nur kurze Zeit, aber es genügt, um die Kräfte des Organismus zu erschöpfen, vor allem beim Menschen. Es war, glaube ich, Galen, der sagte: "Omne animal post coitum triste." (Alle Tiere sind nach dem Koitus traurig.)"

Deslandes schreibt:

Während des Tumults und nach der Krise entspricht der allgemeine Zustand des Patienten, in jeder Art und Weise, dem der Genitalien. Dementsprechend rötet sich das Gesicht, der Hals schwillt, die Venen füllen sich, die Haut brennt und befeuchtet sich mit Schweiß und das Herz schlägt schneller. In der Tat ist dies ein Zustand wie beim Fieber, der es fast legitimiert, den Geschlechtsverkehr unter den Krankheiten einzuordnen. Gleichzeitig wird auf das Nervensystem, das Großhirn, das Kleinhirn und das Rückenmark sehr kraftvoll eingewirkt. Wenn der Zustand fortschreitet,  geht das Bewusstsein verloren und die Person befindet sich in einer Art Delirium. Der Wille ist beurlaubt und die Muskeln werden nicht von ihm kontrolliert, sondern vom Nervenzentrum, welches sehr stark irritiert ist. Der Leib und die Glieder reagieren mit unfreiwilligen Bewegungen und Schüttelfrost. Die Störungen nehmen zu und die Krise tritt ein, wenn die Krämpfe die Genitalien erreichen. Es folgt ein epileptischer Anfall. Die Sehkraft wird trüb, der Rumpf wird steif und der Kopf wird nach hinten geworden. Dieser Zustand kann als eine Krankheit betrachtet werden, deren Beginn und Ende unbekannt sind.

"Die Genitalien, zuletzt noch so voller Leben, beginnen zu erschlaffen. Der Hodensack wird locker und ein Gefühl von Erstarrung, Erschöpfung und Kälte folgt. Den krampfartigen Bewegungen folgt eine Lähmung und alle Versuche, eine neue Erregung zu erlangen, sind vergeblich. Nun ist das Individuum verändert. Das Gesicht verliert seine Farbe. Seine Glieder werden steif und sind, wie bei einer Lähmung, ohne Bewegung. Der Kopf schmerzt, der Geist ist langsam und die Gliedmaßen sind nicht zur geringsten Bewegung in der Lage. Das Gehör und die Sicht sind gestört und die externen Sinne übermitteln dem Gehirn nur unvollkommene Eindrücke. Der Herzschlag ist schwach, der Puls niedrig, die Venen kollabiert und die Augenlieder fahl. Die Seele ist in einem Zustand der Schwäche und Traurigkeit, in einem Zustand der Melancholie."

Währen des Orgasmusses treten Symptome auf, die an Psychopathologie grenzen und es besteht kein Zweifel daran, dass die übermäßige Häufigkeit dieser Symptome sich dauerhaft auf das Gehirn und das Nervensystem auswirkt. Zu diesem Punkt stellte Dr. Deslandes fest: "Die Krankheiten, die das Nervensystem betreffen, welches sehr stark durch den Geschlechtsverkehr beinflusst wird, sind nicht die einzigen, die durch sexuelle Exzesse beeinflusst werden. Wir werden sehen, dass alle Gewebeveränderungen, alle physischen Erkrankungen, durch sexuelle Ausschweifungen hervorgerufen werden können. Wir können furchtlos behaupten, dass die meisten der Unannehmlichkeiten und Krankheiten, die den Menschen betreffen, aus sexuellen Exzessen resultieren."

Der englische Philosoph Herbert Spencer, der selber ein Leben lang enthaltsam lebte, beschreibt die Folgen sexueller Ausschweifungen wie folgt: "Chronische gesundheitliche Störungen, verminderte körperliche Aktivität, ein Rückgang der Geisteskräfte und manchmal sogar ernsthafte Geistesstörungen. Spezialisten, die in der Lage sind, darüber zu urteilen, sind sich darin einig, dass die Gesamtheit gesundheitlicher Probleme durch sexuelle Exzesse größer ist, als durch alle anderen möglichen Exzesse zusammen genommen."

Mit dem Hinweis auf den Fall eines Mannes, dessen drei Ehefrauen alle nach der Hochzeit verrückt wurden, wie es im "Journal of Mental Science", Jan., 1879, berichtet wurde, schreibt Havelock Ellis: "In den Fällen sexueller Exzesse wird oft eine große physische Erschöpfung mit Wahnvorstellungen beobachtet. Hutchinson berichtet von drei Fällen einer vorübergehenden Blindheit bei Männern, die alle das Resultat sexueller Ausschweifungen nach der Heirat sind (Archiv für Chirurgie, Januar, 1893). Die alten medizinischen Autoren haben den sexuellen Exzessen viele gesundheitliche Beeinträchtigungen zugeschrieben. So bringt Schurig Fälle von Wahnsinn, Ohnmacht, Epilepsie, Gedächtnisverlust, Blindheit, Glatzköpfigkeit, einseitige Schweißabsonderung und Todesfälle damit in Verbindung. Viele Todesfälle sind bekannt, einige davon auch von Frauen."

Nach Ansicht von Prof. Lydston, sind die Ergebnisse sexueller Exzesse vergleichbar mit denen der Masturbation. Beide resultieren aus den Störungen der Chemie des Blutes und dem allgemeinen Stoffwechsel, die durch den Ausstoß des Samens geschehen. Dabei gehen Kalzium, Phosphor, Lecithin, Cholesterin, Eiweiß, Eisen, usw. verloren. Obwohl körperliche und geistige Beeinträchtigungen durch sexuelle Ausschweifungen üblich sind, wurde in der Vergangenheit den negativen Folgen der Masturbation wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die derzeitige Überzeugung geht dahin, dass im Gegensatz zur Masturbation, der Geschlechtsverkehr unter allen Umständen harmlos ist. Es ist jedoch Prof. Lydston's Meinung, dass sexuelle Ausschweifungen die häufigste Ursache für die meisten Zivilisationskrankheiten, besonders für die Neurasthenie (Nervenschwäche) ist. Er ergänzte: "Die Mäßigung im Geschlechtsverkehr ist nicht nur zur Aufrechterhaltung einer langen Potenz von Vorteil, sondern ebenfalls für ein langes Leben. Es ist sicher, dass viele Fälle von Neurasthenie, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, aufgrund sexueller Ausschweifungen entstehen."

Laut Dr. Schwarz, stimmen die Mediziner darin überein, dass eine der häufigsten Ursachen für die vielen Formen gesundheitlicher Störungen, die bei Frauen auftreten, im übermäßigen Geschlechtsverkehr liegen. Die Krankheiten sind bekannt als Menorrhagie (verstärkte und verlängerte Regelblutung), Leukorrhoe (weißer Scheidenausfluß), Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation ohne Schwangerschaft), Abtreibungen, Prolapsus (Austreten innerer Organe. Dabei treten mehr oder weniger große Teile der Gebärmutter zusammen mit der umgestülpten Scheide zwischen den Schamlippen hervor. Betroffen sind davon fast ausschließlich ältere Frauen.), chronische Entzündungen, Eiterungen der Gebärmutter und eine größere Vielfalt von Störungen des sympathischen Nervensystems. Dies sind nur einige dieser bedauerlichen Störungen.

Nach dem Verweis auf die Fälle von Männern, die während des Koitus starben, fügt Dr. Deslandes hinzu: "Viele ältere Männer haben ihre Existenz im Hochzeitbett auf's Spiel gesetzt. Sie hätten ihr Leben vielleicht fortsetzen können, wenn sie sich nicht durch die unnatürlichen Anstrengungen so erschöpft hätten." Senac schreibt der vorübergehenden Erschöpfung des Nervensystems, der Schwäche zu, die dem Geschlechtsverkehr folgt. Die zunehmende Menge an Blut im Gehirn zu dieser Zeit, kann zum Schlaganfall führen. Mehrere solcher Fälle wurden berichtet. Hoffman berichtet vom Fall eines Soldaten, der sexsüchtig war und schliesslich beim Geschlechtsverkehr starb. Sein Großhirn war voller Blut. "Die Zunahme von Blut im Gehirn", sagt Tissot, "erklärt, warum diese Exzesse Geisteskrankheiten erzeugen können." Da diese Menge an Blut die Nerven schädigen, werden sie geschwächt. Sie sind anfälliger für Eindrücke und dadurch schwächer. Tissot beschreibt die Auswirkungen sexueller Exzesse wie folgt:

"Die Schwäche durch diese Exzesse bringen die Funktionen aller Organe durcheinander. Verdauung, Schweissbildung und Darmentleerung finden nicht mehr in einer gesunden Art und Weise statt. Das Verständnis, die Sicht und die Nerven sind getrübt. Mitunter stellen sich rheumatische Schmerzen, sowie eine Schwäche des Rückens und der Genitalien ein. Blutiger Urin, Essstörungen, Kopfschmerzen und viele andere Krankheiten können folgen. Mit anderen Worten, nichts verkürzt das Leben so stark, wie sexuelle Vergnügen. Sexuelle Ausschweifungen zur Befriedigung der sexuellen Lust sind nicht nur die Ursachen für gesundheitliche Schwächen, sondern manchmal auch für ernsthafte Erkrankungen. Ausserdem produzieren sie jedesmal Unregelmäßigkeiten, die den Körper für ernsthafte Erkrankungen anfällig machen."

Serruier erwähnt den Fall eines Mannes, der infolge seiner sexuellen Exzesse und nächtlichen Samenergüsse (Pollutionen) an Marasmus (Protein- und Energiemangel) litt. Payva, ein portugiesischer Arzt, beobachtete ebenfalls Marasmus aufgrund sexueller Exzesse. Surrurier berichtet ebenso wie Boerhaave von Epilepsie, vom Verlust der Sehfähigkeit und von Geistesstörungen bei einem jungen Soldaten. Die Geistesstörungen resultierten von der Onanie und von nächtlichen Pollutionen. Parise erwähnt den Fall eines Mannes, der den Wunsch hatte, mit einer feurigen, jungen, italienischen Frau zusammenzuleben. "Er bezahlte seine Unbesonnenheit mit Blindheit, die sich nach 8 Tagen einstellte und der der Tod folgte."

Fälle, in denen Menschen während des Koitus starben, geschahen normalerweise bei schwachen Personen, die infolge ihres Alters oder durch Krankheiten geschwächt waren. Fabricus erwähnt den Fall eines Mannes, der zehn Tage nach einer Pleuritis (Rippenfellentzündung), die sich am siebten Tag durch Schwitzen aufgelöst hatte, sexuelle Beziehungen hatte. "Er wurde von einem brennenden Fieber und einem beachtlichen Zittern erfasst und starb am dreizehnten Tag." Chesneau wusste von zwei jungen verheirateten Männern, die in der ersten Woche der Ehe von einem heftigen Fieber, einer ansehnlichen Rötung und von Schwellungen im Gesicht erfasst wurden. Einer von ihnen hatte starke Schmerzen im Kreuzbein (Kreuzbein = Knochen am unteren Ende der Wirbelsäule, auf dem die Wirbelsäule steht). Sie starben beide in wenigen Tagen. Tissot schreibt: "Hippokrates, der berühmte griechische Arzt der Antike (460 - 370 v.Chr.) hat uns in seiner Geschichte der epidemischen Krankheiten der Fall eines jungen Mannes hinterlassen, der nach Exzessen mit Frauen und Wein von einem Fieber erfasst wurde, welches von heftigen Symptomen und Unregelmäßigkeiten begleitet war, dass schliesslich tödlich endete."

Hoffman berichtet von einem Mann, der, nachdem er von einer Brustfellentzündung genesen war, Geschlechtsverkehr hatte, und dann einen Rückfall hatte, der gefährlicher als die ursprüngliche Erkrankung war. Fabricus berichtet von einem jungen Mann, dessen Bein amputiert wurde. Sein Arzt verbot ihm jeden Geschlechtsverkehr mit seiner Frau, die ebenfalls über die Gefahren informiert war. Der junge Mann missachtete die Empfehlung und wurde schwer krank.

Dr. Talmey bemerkt, dass die häufige Ausübung des Geschlechtsverkehrs Anämie (verminderte Sauerstoff-Transportkapazität des Blutes),  Mangelernährung, Asthenie (Schwäche) der Muskeln und Nerven und geistige Erschöpfung zur Folge haben kann. Menschen, die süchtig nach sexuellen Exzessen sind, können an ihren blassen und schlaffen Gesichtern erkannt werden, die oft angespannt wirken. Sie sind meist melancholisch (traurig) und in der Regel nicht für schwierige oder lang anhaltende körperliche oder geistige Arbeit geeignet. Ihr Körper hat nur wenig Energie, um Krankheiten Widerstand zu leisten. Die schlechte Gesundheit vieler Frauen nach einer gewissen Zeit der Ehe hat oft die gleiche Ursache.

Professor von Gruber hegt Zweifel an der Behauptung, dass sexuelle Enthaltsamkeit das Nervensystem schädigt. Viel mehr ist er davon überzeugt, dass sexuelle Exzesse das Nervensystem schädigen. Er glaubt, dass ein häufiger Samenerguss die Spermien vermindert, die sonst vom Blut aufgenommen werden. Die unmittelbaren Auswirkungen sexueller Exzesse, so sagt er, haben Depression, Müdigkeit und Erschöpfung zur Folge. Weitere Symptome sind: Druck in der Lendengegend, nervöse Reizbarkeit, Kopfschmerzen, verminderte intellektuelle Leistungen, Schlafstörungen, ein Klingeln in den Ohren, Flecken vor den Augen, Lichtscheuheit, ein schwaches oder stärkeres Zittern, ein starkes Herzklopfen, eine Tendenz zum Schwitzen und Muskelschwäche. Es sind außerdem Gedächtnisschwäche, Neurasthenie (Nervenschwäche), melancholische Drepressionen und eine Unlust zu physischer und geistiger Anstrengung bekannt.

Der Verdauungstrakt arbeitet weniger effizient und die Nahrung wird weniger gut verwertet. Es kommt zu einem Blutmangel und zu einem verminderten Widerstand gegen infektiöse Bakterien. Insbesondere der Tuberkelbazillus, der für die Tuberkulose verantwortlich ist, ist durch sexuelle Exzesse und dem damit einhergehenden Verlust von Kalzium, dafür empfänglich. Es kann zu einer nervösen Schwäche der Genitalien, zu einer vorzeitigen Ejakulation, zu häufigen nächtlichen Pollutionen und zu einer zunehmenden Impotenz kommen. Bei häufigeren nächtlichen Pollutionen kommt es zu nervöser Reizbarkeit und zu Erschöpfung (Neurasthenie). Diese Effekte sind besonders bei jungen und älteren Menschen zu beobachten. Bei jungen Menschen haben sexuelle Exzesse, mit ihren nachteiligen Folgen, Auswirkungen auf den Stoffwechsel und das Wachstum. Sie beeinflussen die körperliche und geistige Entwicklung negativ. Bei älteren Menschen können sexuelle Exzesse Herzprobleme verursachen, die zum Tod führen.

Dr. Shelton behauptet, dass sexuelle Exzesse zu körperlicher Schwäche und durch die nervlichen Aufregungen darüber hinaus zur Entwicklung von Krankheiten führen können. Aus diesem Grund kann eine Person, die zur Epilepsie neigt, nach jedem sexuellen Akt einen epileptischen Anfall bekommen. Einige Anfälle von Epilepsie, traten aus diesem Grund, erst nach der Heirat auf. Asthmaanfälle und der Veitstanz werden oft mit sexuellen Exzessen in Zusammenhang gebracht. (Als Veitstanz wird die unheilbare vererbbare Nervenkrankheit Chorea Huntington bezeichnet. Sie führt zu Bewegungstörungen und psychischen Symptomen und im Durchschnitt 15 Jahre nach den ersten Symptomen zum Tod.) Wirbelsäulen- und Herzerkrankungen treten ebenso auf. Es erhöht sich der Blutdruck, was besonders für schlaganfallgefährdete Menschen gefährlich sein kann. Dr. Shelton schreibt:

"Nichts erschöpft den Körper so, wie sexuelle Exzesse. Nichts schädigt das Nervensystem so sehr, wie sexuelle Ausschweifungen. J. Bradford Sax überschätzt wahrscheinlich die Menge der Energie, die durch einen Koitus verbraucht wird, wenn er sagt, dass durch einen einzelnen sexuellen Akt mehr Nervenflüssigkeit verbraucht wird, als sie zur Aufrechterhaltung der vitalen Lebensfunktionen für einen Tag benötigt wird. Auf alle Fälle ist die Energie, die durch einen sexuellen Akt verausgabt wird, beträchtlich. Wird der sexuelle Akt jeden Tag oder gar wöchentlich ausgeübt, so besteht keine Hoffnung für die Gesundheit und Kraft eines Menschen."

"Wann kann man von einem sexuellen Exzess sprechen? Die Antwort lautet: Man kann von einem sexuellen Exzess sprechen, wenn das Ziel nicht die Fortpflanzung ist. Der Mensch ist sexuell pervertiert. Er ist das einzige Tier, das soziale Probleme hat, das einzige Tier, dass die Prostitution fördert, das einzige Tier, das sexuellen Missbrauch praktiziert, das einizige Tier, welches durch alle Formen sexueller Perversionen demoralisiert ist, das einzige Tier, dessen Männchen (Männer) über die Weibchen (Frauen) herfallen, das einzige Tier, bei denen der Wunsch der Frauen nicht die Regel ist, der einzige, der seine sexuelle Kraft nicht in Harmonie mit seiner primitiven Natur ausübt."

"Wer kann sagen", fragt Dr. Dixon, "dass diesen Exzessen nicht oft grässliche Krankheiten,  Geistesstörungen und Auszehrung folgen? Die Aufzeichnungen unserer Psychiatrien und die melancholischen Todesfälle durch die Auszehrung nach einer Hochzeit, tragen reichlich Zeugnis für die Wahrheit dieser Aussage. Sind sie der Nachwelt nicht vermittelt worden? Sehen sie die häufig auftretende Geistesschwäche, die blasse Farbe und die geschwächte Form der Kinder, als die frühen Produkte einer Ehe an. Und sehen sie die Eltern, wie sie zwischen Leben und Tod hin und her schwanken, bis der unvoreingenommene Arzt oder der Schrecken des Todes ihnen lehrt, enthaltsam zu leben."



Das sexuelle Verhalten archaischer Völker     Top

Von allen Mitgliedern der Familie der Säugetiere, ist der zivilisierte Mensch das einzige Opfer einer übertriebenen und krankhaften Sexualität. Diese Einstellung, hat er bis zu einem gewissen Grad auch den Tieren auferlegt, die er domestiziert hat und die seine Nahrung  angenommen haben, insbesondere der Hund. Wilde Tiere, die in der Natur leben, kopulieren nur zu bestimmten Jahreszeiten zum Zwecke der Fortpflanzung. Der zivilisierte Mensch praktiziert diesen Akt zu allen Zeiten. In den meisten Fällen ohne die Absicht, Nachwuchs zu zeugen. Auf der anderen Seite, führen die sogenannten Wilden und primitiven Menschen ein natürlicheres Leben und verfolgen in ihrem sexuellen Verhalten in einem weit größeren Umfang ein keusches Leben, wie von Havelock Ellis bemerkt wird.

Solche Überlegungen führen zu dem Schluss, dass die Sexualität der zivilisierten Menschen unnatürlich ist und dass sich die exessive Sexualität, die der modene Mensch praktiziert, durch verschiedene aphrodisische Reize entwickelt hat. Zu diesen aphrodisischen Reizen gehört die proteinreiche Ernährung durch Fleisch (begleitet von körperlicher Inaktivität), der Genuss von Tabak, Kaffee und Alkohol, sexuelle Stimulierung durch Literatur, Film und Konversation (Unterhaltung), usw.. Aus diesen Gründen hat der zivilisierte Mensch sich von den Naturgesetzen entfernt, die von den Tieren und den sogenannten primitiven Menschen, eingehalten werden, und die es zum Schutz für Mutter und Kind erfordern, dass in der Zeit der Schwangerschaft und Stillzeit keine Sexualität praktiziert wird. Die Verletzung dieser Regeln. kann zu einer großen Zahl von physischen und psychischen Erkrankungen der Nachkommen führen, die von den zivilisierten Menschen erzeugt werden.

Unter den Andamanen, sagt Portman, ist der sexuelle Wunsch unter den Männern nur sehr gering vorhanden. (Die Andamanischen Inseln befinden sich östlich von Indien zwischen dem Golf von Bengalen und dem Andamanischen Meer.) Normalerweise erwacht die Sexualität erst mit 18 Jahren und sie wird erst nach der Heirat befriedigt, wenn der Mann etwa 26 Jahre alt ist. Laut Haydes und Deniker, sind bei den Fuegians, sowohl Männer als auch Frauen äußerst zurückhaltend in ihren sexuellen Ausschweifungen. (Die Fuegians sind die indigenen Bewohner (Ureinwohner) der Tierra del Fuego (Feuerland), einer Inselgruppe an der Südspitze Südamerikas.) Im Falle des Eskimo, stellt Cook fest, dass während der langen dunklen Winterzeit keine Sexualität praktiziert wird und die Menstruation nicht stattfindet. Die Mehrheit der Kinder wird neun Monate nach dem Erscheinen der Sonne geboren. Auf der Grundlage solcher Beobachtungen, zieht Havalook Ellis den Schluss, dass der sexuelle Instinkt primitiver Völker, weniger intensiv und seltener vorhanden ist, als bei zivilisierten Menschen. Ausserdem findet er seinen Ausdruck darin, dass die Paarung nur zu ganz bestimmten Jahreszeiten und nur zur Fortpflanzung, stattfindet.



Anmerkung Übersetzer: Ich möchte in diesem Zusammenhang einmal auf die enthaltsam lebenden Dani in Neuguinea hinweisen:

Die enthaltsam lebenden Dani aus Neuguinea

Die Dani sind ein Volk aus Neuguinea (Nord-Zentral-Irian Jaya, Indonesien, nördlich von Australien), mit 370.000 Einwohnern. Sie hatten in den ersten beiden Jahren nach der Heirat keinen Geschlechtsverkehr und lebten für 4 bis 6 Jahre nach der Geburt eines Kindes vollkommen enthaltsam. Vorehelicher und außerehelicher Geschlechtsverkehr sind praktisch unbekannt, und es gibt scheinbar keine Homosexualität oder andere sexuelle Formen der sexuellen Befriedigung (Onanie). Darüber hinaus scheint niemand irgendwelche Anzeichen von Unglück oder Stress zu zeigen.

Übermenschen? Eine Erfindung, die der Phantasie eines Science Fiction Autors entsprungen ist? Tatsächlich leben die Dani ziemlich schön, im großartigen Tal von Westirian (früher Westneu-Guinea), wo sie für 2 ½ Jahre von Karl Heider, einem Anthropologe von der Universität Südkarolina (USA), studiert wurden. Heider, der an den amerikanischen Universitäten von Harvard, Brown und Stanford lehrte, beschreibt das enthaltsame sexuelle Verhalten der 5.000 Mitglieder des Stammes in der aktuellen Ausgabe des "The Journal of the Royal Anthropological Institute of Great Britain". Er fand keine starken Bestrafungen gegen sexuelle Betätigungen oder irgendeine brauchbare Erklärung für eine unterentwickelte Libido (sexuelles Verlangen) der Dani. Nach der Befragung, sagten die Stammesangehörigen, die Verletzung der Enthaltsamkeit nach der Schwangerschaft würde Probleme mit den Geistern des Stammes verursachen. Dennoch wirkten die Dani keineswegs gezwungen gegenüber ihren Geistern, und Heider stellt fest, dass die Befolgung dieser übernatürlichen Bestimmungen als ziemlich zwanglos verstanden werden muss.

Die Dani scheinen einfach keinen größeren Drang zu kennen, weder sexuell noch in anderer Weise. Es gibt kaum starke Gefühle, wenig künstlerische Ambitionen und nur wenig Streit. Anstatt seiner Wut Ausdruck zu verleihen, entfernt sich der Dani lieber von der belastenden Situation. Kriege haben, laut Heider, den emotionalen Charakter der Rotwildjagd in Amerika. Die Krieger unterhalten sich eine längere Zeit, kämpfen dann eine Stunde lang, und setzen danach die Unterhaltung fort. Wut und Rache spielen dabei nur selten eine Rolle. Die Dani wollen einfach nur ihre Geister besänftigen und den Kampf so schnell wie möglich beenden. Ihr einzig wirkliches Interesse gilt der Schweinehaltung und dem Anbau der Süßkartoffel.

Heider kann es sich nicht erklären, warum das Energieniveau der Dani so "niedrig" ist. Der Stamm scheint eine niedrige Kindsterblichkeitsrate, eine ausreichende Ernährung und keine ernsten Krankheiten zu haben. Heider glaubt nicht, dass genetische oder biologische Faktoren die Ursachen für dieses "niedrige Energiesystem" der Dani sind, sondern dass sie kulturell bedingt ist. Wenn das so ist, dann müsste die westliche Theorie über den angeborenen sexuellen Trieb, der vor allen Dingen von Freud postuliert wurde, neu überdacht werden.

Quelle: Time Magazin

Ende Anmerkung.



Tiere, wie Menschen, werden zu Opfern eines übertriebenen sexuellen Verlangens, wenn sie sich falsch ernähren und in Gefangenschaft sind. Daher werden Affen, wenn sie in einem Käfig eingesperrt sind und mit Fleisch und anderer sexuell anregender Nahrung gefüttert werden, extrem zügellos und und bösartig, während sie zuvor, als sie noch mit Früchten gefüttert wurden, sanft und zahm waren. Dann masturbieren sie exesssiv und haben täglich Geschlechtsverkehr und die Weibchen menstruieren so häufig wie menschliche Frauen. Andere weibliche Säugetiere, die ein natürliches Leben führen, menstruieren nicht. Nur durch Domestizierung und übermässige Fütterung geschieht dies bei Kühen und anderen Arten. (Domestizierung ist ein innerartlicher Veränderungsprozess von Wildtieren oder -pflanzen, bei dem diese durch den Menschen über Generationen hinweg genetisch isoliert von der Wildform gehalten werden.)

Holder stellte fest, dass die Indianer Amerikas ursprünglich weit weniger wollüstig als die weißen oder afrikanischen Rassen waren, die später auf diesen Kontinent kamen. Dr. Beard stellte fest, dass die indischen Jungen nicht masturbierten und dass die jungen Männer bis zur Heirat in Keuschheit lebten. Das sind Bedingungen, die wir nicht unter den sogenannten zivilisierten Rassen finden. Spencer, der die Indianer Kaliforniens studierte, bemerkt, dass es nach der Menstruation, einem Mädchen bis zur Ehe nicht erlaubt war, in der Gesellschaft des anderen Geschlechts zu verweilen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit herrschte strenge Keuschheit. Der Koitus war auch nicht gestattet, wenn man Feste beging, bei denen Fleisch gegessen wurde und die Menschen sich in sexueller Erregung befanden. Normalerweise schliefen die Jungen und Männer gemeinsam in einem separaten Schlafsaal. Spencer bemerkte, dass ein intelligenter Indianer seinem Freund auf seinem Totenbett eine Sünde gestand, die schmerzlich sein Gewissen belastete. Er hatte mit seiner Frau, nach einem großen Abendessen mit frischem Rindfleisch, geschlafen und spürte nun, wie die Schuld seine Seele belastete.

Keuschheit vor der Ehe ist in vielen Teilen Afrikas die Regel. In einigen Teilen Westafrikas wird ein Mädchen, das unkeusch ist, streng bestraft. Unter den Ba Henda in Nord-Transversal, einer Provinz der südafrikanischen Union, ist Geschlechtsverkehr vor der Ehe nicht erlaubt und wenn beobachtet wird, dass die Schamlippen eines Mädchens auseinander sind, wenn sie sich auf einen Stein setzt, dann wird sie als schuldig angesehen und bestraft, weil sie sexuellen Verkehr hatte. Bei den Syntengs, lebt der Ehemann mit seiner Frau nicht im selben Haus. Er besucht sie nur gelegentlich im Hause seiner Mutter, wo sie ebenfalls wohnt. Smyth bemerkt, dass promiskuitiver Sexualverkehr, also sexuelle Kontakte mit verschiedenen Partnern, von den in Australien lebenden Ureinwohnern, den Aborigines, nicht praktiziert wird. Ihre Gesetze sind in dieser Beziehung ziemlich streng. Gespräche zwischen einzelnen Männern und jungen Frauen oder verheirateten Frauen sind nicht erlaubt. Verstöße gegen diese Gesetze, wurden manchmal mit dem Tod bestraft.

Unter den Seri, werden junge Männer angeleitet, ein Jahr vor der Ehe eine Probezeit zu absolvieren, in der sie enthaltsam leben, um ihre Fähigkeit der sexuellen Selbstkontrolle zu testen. Unter den Pueblos, wird die Moral der Jugendlichen von einer geheimen Polizei überwacht, die über alle Unregelmäßigkeiten berichtet. Verstoßen die Jugendlichen dagegen, dann werden sie gezwungen, zu heiraten. In Uganda wird nach der Geburt eines Kindes, eine Enthaltsamkeit von zwei Jahren praktiziert. Unter den Fidschis (Fidschi ist ein Inselstaat im Südpazifik nördlich von Neuseeland und östlich von Australien.) leben Ehemann und Ehefrau drei bis vier Jahre getrennt, so dass kein weiteres Baby geboren werden kann und die Mutter die notwendige Zeit zum Stillen des Kindes hat. Bezogen auf die malayische Halbinsel schreibt Stevens: "Der sexuelle Impuls unter den Belendas ist nur schwach entwickelt. Sie sind nicht sexuell. Es gibt wenig oder keine Liebesspiele in den sexuellen Beziehungen." Unter den Malayen herrscht in Zeiten des Krieges strikte Keuschheit. Laut Havelock Ellis sind die Afrikaner weit weniger wollüstig als die weißen Männer. Er schreibt: "Unter den Kambodschanern scheint strenge Keuschheit zu herrschen und wenn wir den Himalaya nach Norden überschreiten, so finden wir dort wild lebende Völker, denen sexuelles Begehren unbekannt ist. So wird das frisch verheiratete Paar bei den Turcomians einige Tage nach der Hochzeit für ein Jahr getrennt."

Bei Westmarck heißt es, um so weiter die Zivilisation voranschreitet, desto größer ist die Zahl der unehelichen Geburten und die Verbreitung der Prostitution. Diese Probleme treten eher in Städten als auf dem Lande auf. Er behauptet, dass Promiskuität, der Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern, kein ursprünglicher und natürlicher Zustand des Menschen ist, sondern ein Produkt der Zivilisation, oder besser gesagt, der Pseudo-Zivilisation. Die "primitiven" Rassen der Menschheit, lebten vergleichsweise keusch. Westermarck schreibt:

"Bei einer großen Zahl "primitiver" Menschen, erforderte die Monogamie (die Ehe mit einem Partner) von einem Mann längere Zeiträume der Enthaltsamkeit. Er hatte sich nicht nur zu bestimmten Zeiten eines jeden Monats seiner Frau zu enthalten, sondern auch während der Schwangerschaft oder zumindest während der letzten Zeit der Schwangerschaft, da schwangere Frauen als unrein galten. Dies galt auch für die Zeit nach der Geburt des Kindes, bis das Kind gestillt war. Die Enthaltsamkeit galt auch für die Säuglingszeit, die zwei oder drei Jahre, manchmal aber auch fünf oder sechs Jahre, andauern konnte." 
 
Die antiken Spartaner in Griechenland verkörperten eine Rasse, mit einem hohen moralischen Anspruch, die die Keuschheit beachtete. Die Geschlechter lebten selbst nach der Hochzeit getrennt. Die Männer schliefen zusammen in einem Schlafsaal und die Frauen in einem anderen. Der griechische Philosoph Plutarch (45 - 125 n.Chr.) schreibt über das Leben des legendären historischen Gesetzgebers von Sparta, Lykurk, dass er sich bescheiden zu seinen Begleitern zurückzog, um mit ihnen die Nacht zu verbringen. Er besuchte nicht seine Braut, da er große Sorge und Angst hatte, vom Rest der Familie dabei beobachtet zu werden. Einige von ihnen hatten sogar Kinder, bevor sie mit ihren Frauen am Tage eine Unterredung hatten. Diese Art des Handelns trainierte nicht nur ihre Abstinenz und Keuschheit, sondern erhielt sie fruchtbar und die Begeisterung für die Liebe frisch und ungebrochen, denn sie waren nicht gesättigt, wie jene, die immer mit ihren Frauen zusammen waren."

Zur Erreichung der Keuschheit, die er als wesentlich für die Erhaltung der Vitalität der spartanischen Rasse hielt, verbot  Lykurk, der Gesetzgeber der Spartaner, den Konsum von Fleisch und anderen stimulierenden Nahrungsmitteln und setzte eine vegetarische Kost durch. Alkohol war ebenso verboten. Er verbot das Essen zu Hause und und ernährte die Spartaner an einer öffentlichen Tafel.. Durch die Kontrolle ihrer Nahrung, konnte er ihre Moral kontrollieren. Er verbat Schlachter und Köche oder wie unersättliche Tiere übermäßig zu essen. So konnte er nicht nur Einfluss auf das Benehmen und den Körper nehmen, sondern alle Arten von Sinnlichkeit und Ausschweifung verhindern. Gleichzeitig sorgte er für ausreichend Schlaf.

In Sparta, einem Matriarchat, in dem Frauen große Macht hatten, wurden die Jungen zur Keuschheit erzogen. Der athenische Politiker, Feldherr und Schriftsteller Xenophon (426 - 355 v.Chr.) sagt uns, dass es wahrscheinlicher ist, dass eine Statue aus Stein oder Marmor ihre Augen bewegt, als ein spartanischer Junge. Die Jungen seien schamhafter als die Mädchen, sagte er. Die Frau eines anderen Landes sagte zu einer spartanischen Frau: "Ihr aus Sparta seid die einzigen Frauen der Welt, die die Männer bereuen." Sie antwortete: "Wir sind die einzigen Frauen, die Männer hervorbringen."Der Mut und die körperliche Perfektion der spartanischen Rasse machte sie durch alle Zeitalter berühmt.



Eine biochemische Theorie der Neurosen und Psychosen     Top

Das Ziel dieses Kapitels ist es, die Grundlage für eine neues biochemisches Verständnis der Entstehung und Behandlung von Neurosen und Psychosen zu präsentieren, die auf neuen Erkenntnissen der chemischen Wirkungen der Sekretion der männlichen Hoden, sowohl innere als auch äußere, auf das zentrale Nervensystem.

Der bedeutende Physiologe, Prof. Eugen Steinach, hat Experimente durchgeführt, die eindeutig gezeigt haben, dass die innere Sekretion der Keimdrüsen (Hoden), nachdem sie vom Blutkreislauf aufgenommen wurden, hauptsächlich im Gehirn und Rückenmark gespeichert werden. Steinach spritzte einer Reihe von kastrierten Fröschen, Auszüge aus dem Gehirn und Rückenmark von anderen Fröschen, die in der Brunst waren. Einer zweiten Reihe von kastrierten Fröschen spritzte er Auszüge aus dem Gehirn und Rückenmark von ebenfalls kastrierten Fröschen. In der ersten Serie wurde ein guter Klammer-Reflex beobachtet, während bei der zweiten Versuchsreihe keine Änderungen eintraten. (Bei mehreren Froscharten ist der Klammerreflex sehr stark ausgeprägt, der die Männchen befähigt, sich stunden- oder sogar tagelang an einem Weibchen festzuhalten.) Steinach stellte fest, dass Injektionen von anderen Organen der Frösche, die in der Brunst waren, nicht in der Lage waren, den Klammerreflex bei den kastrierten Fröschen auszulösen. Daraus zog er den Schluss, dass die primäre Aktion der inneren Sekrete der Hoden (die Spermien), nachdem sie das Blut passiert haben, darin besteht, dass sie auf das zentrale Nervensystem einwirken, welches durch lokale Veränderungen der Durchblutung, Effekte in verschiedenen Teilen des Körpers bewirken.

Der Physiologe Nussbaum, leitete ähnliche Experimente, auf dessen Grundlage er zu dem Schluss kam, dass die inneren Sekrete des Hodens, die Spermien, in einer bestimmten Art nur auf das Nervensystem wirken, welches darauf Impulse zu den verschiedenen Organen sendet, worauf sich der Stoffwechsel dieser Organe in einer bestimmten Richtung verändert. Er beobachtete, dass sich beim männlichen Frosch, bei der Annäherung an die Brutzeit, die Haut des Vordergliedes verdickte. Dies ging mit einer Zunahme der Entwicklung des Unterarmmuskels einher. Diese Veränderungen sind für die Kopulation (den Geschlechtsverkehr) beim Frosch erforderlich. Wenn der männliche Frosch kastriert ist, wird die Haut nicht gebildet und der Unterarmmuskel entwickelt sich nicht. Nussbaum stellte fest, dass dann, wenn Spermien eines Frosches in den dorsalen Lymphknoten eines zuvor kastrierten Frosches injiziert (eingespritzt) werden, sich bei diesem kastrierten Frosch, die sekundären Geschlechtsmerkmale, wie bei einem normalen Frosch, entwickeln. Er stellte außerdem fest, dass dann, wenn die Nervenleitung zum ersten Finger des Frosches durchtrennt war, sich kein Hautpolster bildete. War die Nervenversorgung zum Klammermuskel des Unterarms durchtrennt, so konnte sich der Muskel nicht ausbilden. Er kommt zu dem Schluss, dass die Spermien eine wichtige Funktion für bestimmte Gruppen der Ganglienzellen haben und dass der Einfluss der Spermien auf den Stoffwechsel der veschiedenen Gewebe durch das Nervensystem beeinflusst wird. (Ein Ganglion ist ein knotenförmiges Gebilde des Nervensystems außerhalb des Zentralnervensystems, in dem Zellkörper von Nervenzellen angehäuft sind.)

In Anbetracht dieser und anderer physiologischer Experimente, hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die sexuellen Drüsensekrete vom Blut aufgenommen und primär dem Gehirn und der Wirbelsäule zugeführt werden. Die bedeutende Autorität, Professor Thorek, schreibt hierzu in seinem Werk "The Human Testis" (Der menschliche Hoden) zu diesem Thema: "Die Hoden erzeugen durch innere Produktion chemische Sekrete (Spermien), die vom Blutkreislauf aufgenommen, zum zentralen Nervensystem weiterbefördert werden und dort erotisierend wirken. Dass die Spermien eine selektive Wirkung haben, scheint wahrscheinlich und dass sie im zentralen Nervensystem gespeichert werden, scheint in Anbetracht der jüngsten Experimente, ganz sicher. O'Malleey ist der Ansicht, dass die Spermien durch das Nervensystem das Wachstum und den Stoffwechsel der verschiedenen Körpergewebe beeinflusst. Dass es eine direkte Beziehung zwischen den Keimdrüsen (Hoden) und der Hypophyse gibt, ist recht gut bekannt. (Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) liegt auf Höhe der Nasenwurzel, mitten im Schädel. Sie ist spirituell betrachtet mit dem Stirnchakra (Drittes Auge) identisch.) Seit der Zeit des Hippokrates (griechischer Arzt der Antike 465 - 370 v.Chr.) und Aristoteles (griechischer Philosoph 384 - 322 v.Chr.), glaubt man, dass es einen Zusammenhang zwischen den Spermien, dem Nervensystem, dem Rückenmark und dem Gehirn gibt."

Es gibt beachtliche Beweise aus de Bereich der Psychiatrie, die eine eindeutige Beziehung zwischen den Keimdrüsen (Hoden) und dem Gehirn nachweisen. Sie weisen nach, dass eine Degeneration des Gehirns auf eine Degeneratoin der Hoden zurückzuführen ist. Der englische Neuropathologe Sir Frederick Mott stellte fest, dass die Hoden in 27 Fällen von Demenz praecox (vorzeitige Demenz) eine Verkümmerung der Samenleiter und das Fehlen der Spermatogenese zeigen. (Unter der Spermatogenese versteht man die Bildung der Spermien.) Die Ähnlichkeit zwischen der Beschaffenheit der Hoden und dem Gehirn deutet darauf hin, dass sich Geisteskrankheiten auf eine vorzeitige Verkümmerung der Keimdrüsen zurückführen lassen. Beginnend in der Pubertät oder frühen Jugend, wird sie im Laufe der Jahre immer ausgeprägter, bis sie schliesslich in der Impotenz gipfelt, wobei sie von geistiger Rückbildung begleitet wird. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die meisten dieser Geisteskranken, die von Mott untersucht wurden, gewohnheitsmäßig masturbierten. Diese Praxis hat natürlich einen Bezug zur Degeneration der Keimdrüsen, die Mott als Hauptgrund für die Rückbildung und Degeneration des Gehirns betrachtete. Mott's Beobachtungen wurden durch Obregia, Parhon und Urechia bestätigt, die ebenfalls eine Degeneration der Samenleiter und das Fehlen der Spermatogenese bei Dementia praecox feststellten. Diese Forscher sind davon überzeugt, dass die Spermatogenese einen wichtigen Einfluss auf den Stoffwechsel des Gehirns hat und dass Dementia praecox auf einen Mangel oder eine Veränderung der Spermienproduktion oder eine Degeneration des Samenleiters zurückzuführen sind.

Dass Geisteskrankheiten auf Masturbation und sexuellen Exessen resultieren können, ist durch den Entzug von Lecithin, Cholesterin und Phosphorverbindungen durch den Orgasmus zurückzuführen, die für die Ernährung des Gehirns notwendig sind. Alle diese Verbindungen sind besonders im Samen reichlich vorhanden, wie die Studien des namhaften amerikanischen Neurologen und Psychiaters, Dr. E.G. Spitzka, ein berühmter Anatom, der sich mit dem Aufbau der Funktionsweise des Gehirns beschäftigte und der zuvor Präsident der New Yorker Neurological Society war. In seinem psychiatrischen Lehrbuch "Insanity, Its Classification, Diagnosis and Treatment" (Wahnsinn, seine Klassifikation, Diagnose und Behandlung) schreibt Dr.Spitzka:

"Dass ist eine Verbindung zwischen der Entwicklung des Gehirns und den männlichen Genitalien vorhanden ist, ist unbestreitbar. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass die fehlerhafte Entwicklung der Genitalien sich in der Fehlentwicklung des Gehirns, in Idiotie, Schwachsinn und periodischen Geistesstörungen, die eine Begleiterscheinung neuronaler Fehlentwicklungen sind, ausdrücken können, müssen wir zugeben, dass eine frühe Exstirpation (Exstirpation = operatives Entfernen) der Hoden, wie bei den Eunuchen oder kastrierten Tieren, einen Einfluss auf die geistige Entwicklung ausübt."

"Der Missbrauch der männlichen Sexualität, ist für den Psychiater von größerer Bedeutung, als die organische Erkrankung. Von jeher wurde angenommen, dass exzessiver Geschlechtsverkehr und Masturbation, sich schädlich auf das Nervensystem auswirken und Geisteskrankheiten verursachen können. Dass es eine enge Verbindung zwischen pathologischen (krankhaften) nervösen Zuständen und dem sexuellen Verhalten gibt, wird im Satyrismus, in frühen Stadium der paretischen Demenz (paretisch = geschwächt, teilweise gelähmt), sowie in sexuellen Wahnvorstellungen und im Wunsch nach abnormalen genitalen Empfindungen, anschaulich. (Sowohl der Satyrismus, benannt nach Satym, einem Waldgeist in der griechischen Mytologie, als auch der Donjuanismus, benannt nach dem spanischen Frauenheld Don Juan, werden in der Medizin/Psychologie als krankhaft gesteigerter männlicher Geschlechtstrieb bezeichnet.) Im ersten Fall, dem Satyrismus, ist die sexuelle Verherrlichung das Ergebnis. Abnormale genitalen Empfindungen sind Begleitungen von Psychosen. Aber es gibt einige Fälle, bei denen diese Veranlagung bereits vorher vorhanden war. Damit kann gesagt werden, dass (exzessive) Masturbation Geisteskrankheiten hervorrufen kann."

In seiner Studie "Masturbatic Insanity" (Geisteskrankheiten, die durch Masturbation verursacht werden) präsentiert Dr. Spitzka zwölf Fälle von Geisteskrankheiten, die er auf Masturbation zurückführt. Er behauptet, dass das Auftreten von Psychosen als Folge der Masturbation, die Folge einer gehemmten Ernährung des Gehirns ist. Die Masturbation führt durch exzessive Samenergüsse zu einem Entzug von Lecithin, Cholesterin und Phosphorverbindungen, die die Nervennahrung des Gehirns sind. Wir sollten uns daran erinnern, dass Lecithin ein Hauptbestandteil der Myelinscheide der Nervenzelle ist und durch die Arbeit der Nervenzelle verbraucht wird. (Die Myelinscheide, auch Markscheide genannt, ist eine um die Achse (Axone) der Nervenzellen gelagerte Isolierschicht, die die elektrischen Nervenimpulse vom Zellkörper wegleiten.) Da Lecithin ein wichtiger Bestandteil des Samens ist, kann man leicht verstehen, dass exzessive sexuelle Aktivität zu einem Mangel an Lecithin im Gehirn und somit zur Unterversorgung der Nerven- und Gehirnzellen führen können.

Bei einer Generation, mit einer verminderten Größe der Hoden, wurde eine Rückbildung des Gehirns festgestellt, was Dementis praecox und andere Psychosen zur Folge hatte. Eine übermässige Entwicklung der Hoden dagegen, war mit einer geistigen Frühreife verbunden. Die Professoren Morro aus Turin und Snochi aus Genua, stießen auf ein Kind von 9 Jahren, welches drei Hoden hatte und dessen Intelligenz weit über der Intelligenz der gleichaltrigen Kinder lag. Die Eltern, die über diese Besonderheit ihres Sohnes beunruhigt waren, ließen den zusätzlichen Hoden entfernen. Einige Monate später, nahm die intellektuelle Entwicklung des Kindes einen Rückschritt, die es auf die geistige Ebene herunterbrachte, die seinem Alter entsprach.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, zu beachten, dass im Gegensatz zu der Wollust von Geisteskranken, für die laut Dr. Spitzka, weitgehend die mangelhafte Ernährung des Gehirns verantwortlich ist, die meisten der großen geistigen Genies der Vergangenheit enthaltsam lebten. Dies ist das Resultat einer besseren Ernährung des Gehirns durch Lecithin und anderen Bestandteilen des Samens. So haben wir unter den Philosophen Pythagoras, Platon, Aristoteles, Porphyrios, Proklos, Leibniz, Berkeley, Locke, Spinoza, Kant und Spencer; unter den Künstlern Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raphael und Fra Angelica; unter den Komponisten, Händel und Beethoven; unter den Wissenschaftlern Newton. Wir haben jetzt gesehen, wie tief die Keimdrüsen Einfluss auf das Gehirn nehmen. Ihr Einfluss auf die Nerven ist jedoch unmittelbar und tief. Der Mangel an Lecithin, welches für die Ernährung und Generierung der Vitalität in den Myelinscheiden der Nerven vorhanden ist, kommt durch den sexuelen Ausstoß des Samens zustande, der sehr viel Lecithin enthält. Dies liefert eine biochemische Erklärung für die Entstehung der Neurasthenie und liefert einen Therapieansatz zur Behandlung dieser verbreiteten Krankheit. Diese Tatsache wurde von Dr. Beard, dem Schöpfer des Begriffes "Neurasthenie" vermutet, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, diese Krankheit studierte, die später als die "amerikanische Krankheit" bekannt wurde.

In seinem Buch "Sexuelle Neurasthenia", legt Beard höchste Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass, obwohl auch andere Faktoren die Neurasthenie fördern können, die Neurasthenie ihren Ursprung in der Sexualität hat. Der Zustand der geschwächten Nerven ist eng mit dem sexuellen Verhalten des Menschen verwandt. Er kam zu dem Schluss, dass Neurasthenie ihren Ursprung im abnormalen sexuellen Verhalten hat. Bei der Behandlung seiner Patienten, die mit Nervenleiden zu ihm kamen, zeigten die Untersuchungen ausnahmslos eine Entzündung der Prostataharnröhre. Er schrieb: "Bei Frauen und ebenso bei Männern würde eine große Anzahl nervöser Symptome, die in der Tat sehr häufig auftreten, nicht existieren, wären keine Erkrankungen der Fortpflanzungsorgane vorhanden. Ein krankhafter Zustand dieses Teils des Körpers, ist sowohl eine Auswirkung als auch eine Ursache nervöser Erschöpfung."

Beard fuhr dann fort, um die Ursachen der Erkrankungen in den Geschlechtsorganen, die Entzündung der Prostataharnröhre, zu bestimmen, die er als Ursache für die prädisponierende (empfängliche) Neurasthenie ansah. Eine Studie des Symtomatik der Spermatorrhoe, eine Krankheit, die durch den unfreiwilligen Verlust des Samens, beim Urinieren, beim Stuhlgang oder zu anderen Zeiten, ohne eine sexuelle Erregung aus der Harnröhre, gekennzeichnet ist,  führte ihn zur Lösung dieses Problems. Beard stellt fest, dass Spermatorrhea ein häufiges Symptom für alle Arten von Neurasthenie, sowie anderen schwächenden Krankheiten war und dass es eine direkte Beziehung zwischen der Höhe des unfreiwilligen Samenverlustes und der Intensität der nervösen Symptome gab. Er stellte außerdem fest, dass häufige nächtliche Emissionen (Pollutionen) ebenfalls zu neurasthenischen Symptomen führen. "Samenverluste", so schloss er, "sind häufig die Ursache für Nerven- und andere Krankheiten." Trotz ihrer Allgemeingültigkeit (für zivilisierte Männer, nicht aber für Tiere), glaubt Beard, dass nächtliche Samenergüsse pathologisch sind. Neben den nächtlichen Samenergüssen, liegt bei der Spermatorrhea eine ähnliche Erkrankung vor, die heilbar ist, sagt er. Daher, so behauptet er, führt die Bewahrung des Samens zu dem Ergebnis, dass die vervösen Symptome, die der Samenverlust produziert, deutlich reduziert wird.

Als Ergebnis seiner Beobachtungen, kam Beard zu dem Schluss, dass Neurasthenie eine direkte Auswirkung der Verminderung chemischer Substanzen aus dem Blut ist, die für die Ernährung von Nervengewebe notwendig ist und durch Samenverlust entsteht. Der Verlust erheblicher Mengen Samenflüssigkeit, freiwillig oder unfreiwillig, führt zu einer Unterernährung der Zellen des zentralen Nervensystems, wodurch sie geschwächt und erschöpft werden. Er wies auch darauf hin, daß dieser Zustand in der Regel mit einer Entzündung der Prostataharnröhre einhergeht, die so oft die Quelle ist, von der diese Schwierigkeiten ausgehen und durch die sie aufrecht erhalten werden. Die entzündete Prostataharnröhre, so behauptet er, ist das wichtigste Zentrum der Reflexreizung des Körpers, ein krankhafter Zustand, der sowohl eine Wirkung als auch eine Ursache der nervösen Erschöpfung ist.

Die nächste Frage, die sich hier stellt, ist: Was ist die Ursache für die Entzündung der Prostataharnröhre, die die Menschen für Spermatorrhoe und Neurasthenie empfänglich macht? Dies, so behauptet Beard, ist vor allem ein Ergebnis sexueller Ausschweifungen, mit der Praxis der Empfängnisverhütung und der Coitus interruptus.* Neurasthenische Symptome folgen ebenso unfreiwilligen täglichen oder nächtlichen Samenergüssen, unabhängig davon, ob sie in Form exzessiver nächtlicher Samenergüsse, ob sie tagsüber oder durch Spermatorrhoe geschehen. "Es gibt eine ganze Reihe von Krankheiten, Symptomen und hygienischen Problemen, die in Beziehung zwischen der genitalen Funktion und dem Nervensystem stehen", schloss er.

*Unter dem Coitus interruptus versteht man die Unterbrechung des Geschlechtsverkehrs vor dem Samenerguss. Er wird zur Empfängnisverhütung verwendet, ist jedoch praktisch wertlos, da bereits vor dem eigentlichen Samenerguss unbemerkt Spermien sowie Samenflüssigkeit durch sogenannte Lusttropfen (auch Lusttröpfchen, Vorlusttropfen, Sehnsuchtstropfen, Glückstropfen, liquor of love, medizinisch: Präejakulat genannt) ein Sekret der Cowperschen Drüsen, austreten können und es zu einer Befruchtung kommen kann.

Es scheint eine eindeutige Beziehung zwischen einer gestörten Funktionsweise der Prostata und der Neurasthenie zu bestehen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Prostatasekretion, wie von Stern gefunden, "reichliche Beträge" von Lecithin enthält, das ein wichtiger Bestandteil des Nervengewebes ist, können wir leicht verstehen, warum der Verlust des Prostatasekrets, ein Bestandteil des Samens, durch den Entzug des Lecithins, zur chronischen Unterernährung des Nervensystems führt und Neurasthenie zur Folge hat. Aus diesem Grund wurde Lecithin jahrelang mit bemerkenswertem Erfolg von europäischen Ärtzten zur Heilung der Neurasthenie benutzt. Aber es macht wenig Sinn Lecithin zu verabreichen, wenn der Körper durch Samenerguss das körpereigene Lecithin verliert. Die Vermeidung des Samenverlustes ist daher der erste Schritt bei der Behandlung der Neurasthenie.

In Bezug auf das Verhältnis zwischen der Prostata und der Neurasthenie, sagt Dr. F.G. Lydston, Professor für Urologie und Syphillis an der Medical School der Universität von Illinois:

"Angesichts der Fülle der sensorischen und sympathischen Nervenversorgung der Prostata und seiner intimen Beziehung zum sympathischen Nervensystem im Allgemeinen, sind die häufigen Erkrankungen des Nervensystems, der Patienten, die an Prostataerkrankung leiden, nicht bemerkenswert. Eine gestörte Prostatafunktion führt häufig zur männlichen Form der Hysterie, Melancholie, zu Kopfschmerzen und Depressionen. Der Autor ist der Überzeugung, dass die Prostata ein Hormon absondert, deren Verschlechterung, verbunden mit der Absorption der Absorbtionsgiftstoffe, viel mit den Ursachen der sexuellen Neurasthenie zu tun hat."

In seinem Buch "Psychopathia Sexualis" (Psychopatische Sexualität), nennt der deutsch-österreichische Psychiater und Rechtsmediziner Professor Freiherr von Krafft-Ebing eine Reihe von Fällen von Neurasthenie die durch Selbstbefriedigung und sexuelle Exzesse verursacht wurden. In all diesen Fällen, in denen die nervöse Störung oft der Ausgangspunkt einer Geistesstörung ist, gibt es eine Hauptursache. Es ist der Verlust der Prostata- und anderer Samenflüssigkeiten durch Orgasmus oder unfreiwilligen Samenverlust. Er betrachtete die sexuelle Neurasthenie als den Beginn einer lokalen Neurose der Genitalien, die von häufigen Samenergüssen begleitet ist und die sich schrittweise, zu einer Neurose der Lendenwirbelsäule weiter entwickelt, die häufig von täglichen (tagsüber) und nächtlichen Samenergüssen begleitet sind und die die sexuelle Kraft beinträchtigen.

Professor Casper von der Universität in Berlin, schätzt, dass Spermatorrhoe (unfreiwilliger Samenverlust beim Urinieren, beim Stuhlgang oder zu anderen Zeiten) und Neurasthenie (Nervenschwäche) Hand in Hand gehen, dass beide durch exzessiven Samenverlust entstehen und zu unfreiwilligem Samenverlust führen. In seinem Lehrbuch über genitale und urologische Erkrankungen sagt er über die Spermatorrhoe: "Sexuelle Exzesse können diese Symptome entweder direkt auslösen oder indem sie Neurasthenie hervorrufen. Unter den sexuellen Exzessen nimmt die Masturbation der ersten Platz ein. Es muss eingeräumt werden, dass dann, wenn diese Gewohnheit über Jahre praktiziert wird, die Gesundheit des Körpers und des Geistes beeinträchtigt wird, dass es zu einer Entkräftung und Überempfindlichkeit des Nervensystems kommt. Häufige Pollutionen können zu bestimmten organischen Erkrankungen des Rückenmark führen. Dies kann man in frühen Phasen der Rückenmarkentzündung und Rückenmarkschwindsucht beobachten." Zu den weiteren Ursachen von Nervenerkrankungen zählt Casper den Coitus interruptus, bei dem der Mann kurz vor dem Samenerguss den Penis aus der Vagina zieht.

Moderne Studien der Neurasthenie machen sexuelle Ursachen für die Störungen der endokrinen Drüsenfunktion verantwortlich. Dr. Harrower sagt: "Je mehr wir die Neurasthenie beobachten, desto offensichtlicher wird es, dass die Neurasthenie selten ohne eine begleitende Störung der Hormondrüsen auftritt."

Die Drüsensekrete der Hoden, der Prostata und der akzessorischen (übrigen) Sexualdrüsen sind sehr reich an Phosphor, wie auch die Spermien selbst. Der Verlust des Samens vermindert daher den Phosphorgehalt des Blutes. Dies beraubt dem Nervensystem eines Elements, welches für die Ernährung und das Wohlbefinden notwendig ist. Dies erklärt die neurasthenischen Erkrankungen durch Masturbation und sexuelle Exzesse, die durch den Verlust von Phospher gekennzeichnet sind. Dasselbe geschieht bei Prostatitis, der Entzündung der Prostata, wodurch beträchtliche Mengen an Phosphor verloren gehen. Lorand weist auf den heilsamen Einfluss von Phosphor, den er bei vielen Gehirnerkrankungen, wie etwa bei der Idiotie (schwere Intelligenzminderung) und der Dementia praecox (Schizophrenie, Bewusstseinsspaltung) bewirkt, die von einer Reduzierung des Phosphorgehaltes begleitet sind. Im Gehirn ist Phosphor hauptsächlich in Form von Lecithin vorhanden.

Dr. Evans, ein englischer Physiologe, hatte die interessante Idee, dass das Denken lediglich ein Phosphor-Stoffwechselprozess des Gehirns ist. Das erinnert an den Ausspruch des niederländischen Physiologen Jacob Moleschott, der sagte: "Ohne Phosphor keine Gedanken". Evans erklärt, dass während des Denkens und während geistiger Anstrengung Phosphor verbraucht wird. Deshalb kommt er zu dem Schluss, dass Denken die Oxidation von Phosphorverbindungen, unter dem katalytischem Einfluss mit dem Jod der Schilddrüse, beinhaltet.* Dr. Evans sagt: "Wenn wir ein frisches Gehirn (entweder ein menschliches oder ein tierisches) nehmen und tauchen es entweder in reines Alkohol, schwefelsaures Äther oder Olivenöl, dann erhalten wir eine leuchtende Phosphorlösung." Dies kann der Ursprung des phosporisierenden Gehirnleuchtens sein, welches Dr. G.W. Crile beobachtete. In der Oxydation des Phosphors im Gehirn, sieht Dr. Evans dieUrsache der elektrischen Nervenimpulse. Crile hat gezeigt, dass die elektrische Energie des Nervensystems im Gehirn erzeugt wird, die die zentrale Energieversorgung des Körpers repräsentiert.

* Mir ist bei den Erläuterungen der Chakren aufgefallen, dass bei der Beschreibung der Intelligenz sowohl auf das Stirnchakra, als auch auf das Hals- bzw Kehlkopfchakra verwiesen wurde. Die obige Beschreibung liefert dafür eine Erklärung. Einerseits wird beim Denken im Gehirn Phosphor benötigt, andererseits ist für das Denken aber offensichtlich auch Jod erforderlich, welches die Schilddrüse liefert.

Es ist also klar, dass Phosphor, Sauerstoff und ausreichend Schilddrüsenhormone (Jod) vorhanden sein müssen, um normale Gehirnströme zu erzeugen. Fehlt einer dieser drei Elememte, kommt es zu einer gestörten Hirntätigkeit. Es ist bekannt, dass das Gehirn reicher an Phosphor ist, als jeder andere Teil des Körpers. Es verbraucht den Sauerstoff dreimal so schnell wie anderes Gewebe. Ohne den katalytischen Einfluss von Jod, welches von der Schilddrüse abgesondert wird, kann es nicht normal arbeiten. (Katalysatoren erhöhen die Reaktionsgeschwindigkeit von chemischen Reaktionen.)

Aus dieser Sichtweise kann Neurasthenie als ein Phosphormangel oder Lecithinmangel betrachtet werden, da das Phosphor im Lecithin enthalten ist, welches in den Myelinscheiden der Nerven benötigt wird, um die nervlichen Belastungen aufzufangen. Da Lecithin ein wichtiger Bestandteil der Samens ist, können wir verstehen, warum ein übermäßiger Verlust des Samens "Nervenhunger" (Hunger nach Lecithin) und alle Symptome der Neurasthenie zeigen kann. Wenn der Mangel an Lecithin und organischem Phosphor sehr groß ist und es dem Gehirn an Lecithin mangelt, so kommt es zu Funktionsstörungen des Gehirns. Es reagiert genauso, wie alle anderen Organe, wenn man ihnen die notwendigen Elemente entzieht, die sie für eine normale Arbeitsweise benötigen. Auf diese Weise beginnen sich Psychosen zu manifestieren. Von Beriberi, welches auf eine verminderte Resorption des Vitamins Thiamin (B1) zurückgeführt wird, über Polyneuritis, bis hin zu Psychosen, ist es nur ein Übergang zu einem größeren Mangel  der Nerven- und Gehirnzellen an Vitamin B und Lecithin. (Polyneuritis ist ein Sammelbegriff für entzündlich verursachte Erkrankungen mehrerer Nerven mit anatomisch nachweisbaren Veränderungen des Nervengewebes.) Nahrung, die reich an Vitamin B ist, wie Getreidekeime (Weizenkeime), Hülsenfrüchte,  Bierhefe, u.a. sind in der Regel reiche Quellen von Lecithin. (Um Biere haltbarer zu machen, filtert man seit 50 Jahren die bei der Gärung anfallende Bierhefe aus. Gerade in diesem "Urschlamm" aber steckt ein wahrer Schatz an Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und Spurenelementen.)

Die Hauptursache für Nerven- und Geistesstörungen ist ein Lecithinmangel im Körper, der durch exzessive Verausgabung des Samens entsteht. Sonst könnte das Lecithin des Samens das verbrauchte Lecithin der Nerven- und Gehirnzellen ersetzen, da er reich an Lecithin ist. Alkohol und Anästhetika (Narkosemittel) lösen und entfernen Lecithin aus dem Gehirn. Ist die Konzentration des Lecithins im Gehirn zu niedrig, dann kann eine Geistesstörung die Folge sein. Sexuelle Exzesse produzieren einen ähnlichen Effekt. Zusammen mit Alkohol sind sie ein Hauptgrund für neuropsychopatische Erkrankungen.

Die moderne Auffassung ist, dass der Ursprung von Nerven- und Geistesstörungen in den  endokrinen Drüsen (Hormondrüsen) zu suchen ist. Es ist interessant, dass organisches Phosphor, in der Form von Lecithin, nicht nur ein wichtiger Bestandteil von Nerven- und Gehirngewebe ist, sondern auch der endokrinen Drüsen. Somit ist das Lecithin sowohl für die Ernährung von Nerven und Gehirn, als auch für die Ernährung der endokrinen Drüsen erforderlich. Fenger weist in seinem Artikel "Phosphatides in the Ductless Glands" (Phosphatsäuren in den Hormondrüsen) darauf hin, dass alle Hormondrüsen, ebenso wie das Nervengewebe, reich an Lecithin (Phosphatsäuren, Phospholopide) sind. Bei einem Ätherextrakt wurde in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) 62,61 Prozent Lecithin gefunden. Im vorderen Teil der Hypophyse wurde festgestellt, dass sie zehn Mal so viel Phosphatide (Lecithin) enthält wie mageres Fleisch. Der hintere Teil der Hypophyse enthält sieben mal so viel Lecithin wie mageres Fleisch und hat eine ähnliche Zusammensetzung wie das Gehirn. Die Zirbeldrüse enthält dreizehn mal so viel Lecithin wie mageres Fleisch. Jeleffy zeigte, dass die Zirbeldrüse mit Gliazellen* gefüllt und reich an Phosphor ist. Diese Gliazellen, so glaubt man, besitzen Fotosensibilität für ultraviolette Strahlen. Die Gelbkörper des Eierstocks, so wurde von Fenger entdeckt, enthalten 15 mal so viel Phosphate wie mageres Fleisch und die Nebenniere enthält das meiste Phosphat von allen Hormondrüsen. Es enthält siebzehn mal so viel Phosphate wie mageres Fleisch.

*Nach bisheriger Erkenntnis bilden die Gliazellen ein Stützgerüst für die Nervenzellen, sorgen für die gegenseitige elektrische Isolation der Nervenzellen. Zudem sind sie maßgeblich am Stoff- und Flüssigkeitstransport sowie an der Aufrechterhaltung der Homöostase (Selbstregulierung) im Gehirn beteiligt. Seit kurzem weiß man, dass sie auch direkt am Prozess der Informationsverarbeitung, -speicherung und -weiterleitung im Nervensystem beteiligt sind.

In Anbetracht dieser Beobachtungen, können wir verstehen, warum Dr. Brinkley die sexuellen Drüsen in eine Reihe mit den wichtigsten Hormondrüsen stellt, da die sexuellen Drüsen über den Blutkreislauf beträchtliche Mengen an Lecithin und Phosphatsäuren für die Hormondrüsen  bereitstellt und die Hormondrüsen, die diese Phosphate benötigen, damit unmittelbar beinflussen. Die unmittelbare Wirkung einer Absenkung der Phosphatide des Blutes, als Resultat sexueller Ausschweifungen, ist eine Hyperaktivität der endokrinen Drüsen. Dies erklärt die beobachtete Schwellung der Schilddrüse während der Menstruation und als Folge eines Koitus (Geschlechtsverkehrs), die bei Frauen zu beobachten ist. In dieser Zeit vergrößert sich die Schilddrüse und sondert zu viel Schilddrüsenhormone ab. Aus diesem Grund haben Hyperthyreose (Hyperthyreose = Schilddrüsenüberfunktion = die Schilddrüse produziert zu viel der Hormone Thyroxin und Triiodthyroxin) und Kropf eine Beziehung zu sexuellen Exzessen.

Eine Vergrößerung der Schilddrüse bei der Braut am Morgen nach der Hochzeit, ist traditionell ein Zeichen dafür, dass Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Der Verlust der Phosphate im Blut durch den Geschlechtsverkehr, hat den Effekt, dass die endrokrinen Drüsen als Ausgleichsmaßnahme überaktiv reagieren, um die verminderte Konzentration der Phosphatsäuren im Blut auszugleichen. Schliesslich kommt es durch chronischen Phosphatmangel zur Unterversorgung der endokrinen Drüsen. Dies ist der Grund dafür, warum sexuelle Exzesse zu frühzeitiger Alterung führen können. Sie sind auf die endokrine Hyperfunktion, die durch sexuelle Ausschweifungen verursacht wird, zurückzuführen. Die Ursache für endokrine Störungen, die Hyperaktivität der endokrinen Drüsen, ist in den sexuellen Drüsen und in ihrer Fähigkeit, den Gehalt des Blutes mit Lecithin und Phosphatiden zu beeinflussen, zu suchen. Die Phosphatsäuren, die die sexuellen Drüsen produzieren, sind der wichtigste Rohstoff, den die endokrinen Drüsen zur Herstellug der Hormone benötigen.

Es gibt keine Zeit im Leben, in der die endokrinen Drüsen (Hormondrüsen) stärker von einem Mangel an Phosphaten betroffen sind, als in den Monaten der Embryonalentwicklung, wenn diese Drüsen besonders empfindlich gegenüber ihrer chemischen Umwelt, dem mütterlichen Blutstrom, sind. Der Mangel an Phosphatsäuren im Blut der Mutter zu diesem Zeitpunkt, führt, als Folge des Geschlechtsverkehrs, zu Überaktivität der Eierstöcke und kann dadurch die Entwicklung der Schilddrüse und anderer Hormondrüsen, als auch das zentrale Nervensystem des Embryos, schädigen. Dies erklärt die Herkunft von Kretins* und Kindern mit Mongolismus (Down-Syndrom**), die von Eltern mit normalen Erbanlagen geboren werden.

* Beim Kretinismus produziert die kindliche Schilddrüse zu wenig Thyroxin. Dadurch verlangsamt sich der gesamte Stoffwechsel, es kommt zu Entwicklungsverzögerung des Zentralnervensystems (ZNS), Missbildungen des Skeletts, (verkürzte Extremitäten, Minderwuchs, Zwergwuchs), Sprachstörungen, Schwerhörigkeit, evtl. Taubheit. Die Kinder haben oft eine dicke Zunge, eine trockene Haut und sind körperlich und geistig schwerbehindert (Kretins). Außerdem kann Kretinismus zu einer erhöhten Fettleibigkeit führen, da der Magen langsamer arbeitet.

**Das Down-Syndrom kann unterschiedlich in Erscheinung treten. Charakteristisch sind körperliche Auffälligkeiten und eine sehr variable Intelligenzminderung. Zusätzlich zeigen sich gehäuft Fehlbildungen innerer Organe, wie z.B. Herzfehler, Seh- und Hörstörungen oder eine Leukämie.

Prof. M. Schlapp, Neuropsychiater des "New York Post Graduate Hospital", hat eine Studie dieses Problems mit Hunderten von Fällen von Kretins, die von normalen Eltern geboren wurden, durchgeführt. Seine Schlussfolgerung ist, dass eine pränatale (vorgeburtliche) Schädigung der Schilddrüse und anderer Drüsen des Embryos durch eine endokrine Störung bei der Mutter die Hauptursache für die Erkrankungen des Kindes sind. Er stellte fest, dass überwiegend solche Kinder von jugendlichen Müttern oder von Müttern, die in den Wechseljahren (40 bis 50 Jahre) sind, wenn die Eierstöcke besonders aktiv sind, geboren werden. Dr. Schlapp vertritt die Auffassung, dass eine Erschöpfung der Drüsen der Mutter (eine mangelnde Versorgung mit Phosphaten) während der Schwangerschaft, die Hauptursache für die Geburt solcher Kinder sind, wenn es keine erbliche Ursache gibt. Es ist klar, dass solch eine Erschöpfung der Drüsen der Mutter durch den Geschlechtsverkehr der Mutter während der Schwangerschaft entstehen kann. Dadurch reduzieren sich die Phosphate im Blut der Mutter und produzieren hormonelle Störungen in Form von überaktiven Hormondrüsen.

Die Phosphatide, die durch Samenerguss dem Körper entzogen werden, haben große Auswirkungen auf die Thymusdrüse, die sich beim Menschen oberhalb des Herzens befindet. Sie dient zur Entwicklung von Lymphozyten. (Lymphozyten sind zelluläre Bestandteile des Blutes. Sie gehören zu den sogenannten „weißen Blutkörperchen“ (Leukozyten) und sind für die Erkennung von Fremdstoffen (Immunabwehr), wie zum Beispiel Bakterien und Viren, verantwortlich.) Die Thymusdrüse ist für ihr normales Wohlbefinden und Funktionieren sehr stark von der Versorgung mit ausreichenden Mengen von Phosphor abhängig. Es ist interessant, dass mit der zunehmenden Aktivität der Sexualdrüsen in der Pubertät und dem damit einhergehenden Rückgang von Phosphatsäuren, die Leistung der Thymusdrüse abnimmt.

Dieser Rückgang kann auf Lecithinmangel zurückgeführt werden, ähnlich wie der Rückgang, den Mc Carrison beim Vitamin-B-Mangel festgestellte. Der Mangel an Vitamin B verursacht bei der Thymusdrüse ebenso eine Störung, wie der Mangel an Lecithin. Beide Auswirkungen sind in etwa gleich. Tierversuche haben gezeigt, dass die Thymusdrüse leichter als andere Drüsen von einem Mangel an Phosphor und Vitaminen in der Ernährung betroffen ist. Wird es dieser Elemente beraubt, dann verkümmert die Thymusdrüse. Die Lymphzellen der Thymusdrüse, die normalerweise für die Antikörperbildung verantwortlich sind, enthalten, laut Chittenden, 3,5 Prozent der Nukleoproteine, die reich an Phosphor sind.

Laut Hammar, erhöht die Thymusdrüse ihr Gewicht von 5 Gramm bei der Geburt, bis zu 25 Gramm in der Pubertät. Danach beginnt sich das Gewicht normalerweise zu verringern und verliert im Alter zwischen 15 und 25 Jahren 5 Gramm. Allerdings gibt es Menschen, bei denen die Gewichtsabnahme der Thymusdrüse während des gesamten Lebens nicht stattfindet. Es ist wahrscheinlich, dass Phosphatmangel, infolge sexueller Aktivitäten in der Pubertät, diese Gewichtsreduzierung bewirkt. Dies resultiert aus einer Störung des Phosphorstoffwechsels, die zu einer Störung des Kalziumstoffwechsels führt. Basch fand erhebliche Kalziumausscheidungen bei Tieren, denen man die Thymusdrüse entfernt hatte.

Das Paranchym (Gewebe) der Thymusdrüse ist im Zellkern reich an Phosphor. Nukleohiston, das wichtigste Protein der Thymusdrüse, enthält 3,7 Prozent Phosphor. Der Reichtum der Thymusdrüse an Phosphor zeigt, dass Phosphor nicht nur für die ordnungsgemäße Entwicklung der Knochen wichtig ist, sondern ebenso für das Gehirn. Deshalb kann der Verlust von Phosphor in der Thymusdrüse zu ernsthaften Geistesstörungen führen. Am "Bicetre Hospital" zeigen nach Morel, 75 Prozent der Kinder, zwischen 1 und 5 Jahren, die nicht an Myxödemanämie (Schilddrüsenunterfunktion) erkrankt, aber geistesgestört sind, bei der Autopsie (Leichenschau) das Fehlen der Thymusdrüse. Bourneville fand ebenfalls bei 28 geistesschwachen Kindern, die er untersuchte, das Fehlen der Thymusdrüse. Basch, Kloss, Vogt, Morel und andere, beobachteten fünf oder sechs Monate, nachdem man bei Hundewelpen die Thymusdrüse entfernt hatte, geistige Störungen. Die Tiere erschienen idiotisch und in der Entwicklung zurückgeblieben. Sowohl die Knochen als auch das Gehirn produzieren, aus Mangel an Phosphor, Missbildungen.

Dass die Sekrete der sexuellen Drüsen das Nervengewebe und die Gehirnzellen ernähren und dass sich aus dem Fehlen dieser Sekrete psychische Erkrankungen ergeben können, wird durch die Beobachtungen von Mc Carrison bestätigt, der fand, dass eine Hodenatrophie* häufig zu Gehirn- und Wirbelsäulenleiden führen kann. Thorek weist in seiner Arbeit über die Hoden, Entwicklungsstörungen in den Zeugungsorganen von geistig Behinderten und Kretins hin. Todde fand bei 22 von 25 Dementia praecox Patienten (vorzeitige „Verrücktheit“), die er untersuchte, ein vermindertes Gewicht der Hoden. Viele Ärzte brichten von einer Verbesserung der Dementia praecox nach einer Hodentransplantation (Hodenverpflanzung). Häufig werden bei Frauen, die an Dementia praecox oder anderen Psychosen leiden, verkümmerte Eierstöcke gefunden. Neurotische Phänomene folgen in der Regel nach der Entfernung der Eierstöcke. Matsumotot, fand in der Studie von 20 Fällen nach der Beendigung der Spermatogenese (Spermatogenese = Bildung der Spermien), Demenz praecox.

*Bei der Hodenatrophie (umgangssprachlich "Schrumpfhoden") sind einer oder beide Hoden des Mannes stark verkleinert. Das Volumen liegt teilweise unter 1 Kubikzentimeter. In der Regel zeigt ein stark atrophierter Hoden keine Funktion mehr, weder eine Produktion von Spermien noch von Hormonen. Liegt das Volumen über 1 Kubikzentimeter, wird vereinzelt noch eine Hormonproduktion erreicht. Ursachen können sein: Hodenentzündung, Hodenbruch, Trauma, Durchblutungsstörungen, Missbrauch von Anabolika, Myotonie (Myotonie = eine Bewegungsbehinderung durch verlangsamte Muskelerschlaffung), Einnahme von Östrogenpräparaten und Antiandrogenen aufgrund von Transsexualismus.

Diese Fakten deuten auf eine enge Beziehung zwischen den Spermien und den Zellen der Großhirnrinde hin. Das Fehlen der Spermien führt zu einem Rückgang der Zellen der Großhirnrinde. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Spermien, wenn sie nicht durch einen Samenerguss verausgabt werden, vom Blutstrom aufgenommen und dem Gehirn zur Verfügung gestellt werden. Sowohl in der chemischen Zusammensetzung, als auch in ihrer länglichen Form, haben die Spermien eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit den Gehirnzellen, denen beide, im Gegensatz zu den meisten anderen Zellen des Körpers, die Fähigkeit der Fortpflanzung (Vermehrung) fehlt. Könnte es sein, dass die Spermien, die über das Rückenmark zum Gehirn wandern, eine Beziehung zu den mobilen Gliazellen haben, die sich ebenfalls durch geisselnde Bewegungen ihres Schwanzes fortbewegen und die als potentielle Zellen des Nervensystems angesehen werden? Dies ist zumindest eine interessante Spekulation. Norret dürfte einige solcher Gedanken gehabt haben, als er bemerkte: "Die Resorption von dem, was Dr. Le Camus eine Masse mikroskopischen Gehirns nannte, ist die Quelle der Vitalität und Langlebigkeit".

Anmerkung Übersetzer: An diesem Beispiel wird deutlich, worum es bei der Kundalini in Wirklichkeit geht. Es geht nämlich um die Aufnahme der Spermien in den Blutkreislauf, die dann über das Rückenmark dem Gehirn zur Verfügung gestellt werden. Deshalb ist die Annahme, dass es eine göttliche Kundalinienergie im Basisichakra gibt, die zunächst wie eine zusammengerollte Schlange schläft, dann aber durch spirituelle Praktiken geweckt wird und beginnt, über die Wirbelsäule zum Kronenchakra aufzusteigen, eher symbolisch zu verstehen. Dies ist traditionell dadurch bedingt, dass die Menschen, die die Veden schrieben, einerseits sehr religiös waren und diesen Dingen einen göttlichen Ursprung zuschrieben. Somit ruhte also die göttliche Kundalini im Basischakra. Und das Kronenchakra, auch Scheitelchakra genannt, war gewissermaßen die direkte Verbindung zu Gott. Viele sehen die Kundalini auch als göttliche Pranaenergie. In Wirklichkeit aber sind es die Sexualsekrete, die über den Blutstrom und das Rückenmark zum Gehirn tranportiert werden. Das Kronenchakra ist deshalb nichts anderes als eine religiöse Interpretation der seligmachenden Wirkung, die die Sexualsekrete auf das Gehirn bzw. auf den Menschen haben. Ende Anmerkung.

Dass der Samen Substanzen von großem physiologischen Wert enthält, speziell in Bezug auf die Ernährung des Nervensystems, zeigt die chemische Analyse. Sie zeigt, dass der Samen sehr reich an Lecithin, Cholesterin und Phosphor ist, die wichtigsten Bestandteile der Nervenzellen und des Gehirngewebes. Daraus folgt, dass der Entzug dieser Substanzen aus dem Blutkreislauf durch den Samenerguss (freiwillig oder unfreiwillig), einen negativen Effekt auf die Ernährung von Nerven und Gehirn hat und zu Funktionsstörungen führen kann. Solche biochemischen Betrachtungen unterstützen die Ansicht, dass der Verlust der Samenflüssigkeit eine verminderte Versorgung von Nerven und Gehirn zur Folge hat. Geschieht dies übertrieben, so kann es zu nervlichen und psychischen Störungen kommen. Die bemerkenswerte Ähnlichkeit in der chemischen Zusammensetzung zwischen dem Samen und dem zentrale Nervensystem deutet auf eine Beziehung zwischen ihnen hin. Ältere Physiologen sind von dieser Tatsache überzeugt. Hoffmann schreibt:

"Ein ist leicht zu verstehen, warum es eine so intime Verbindung zwischen dem Gehirn und den Hoden gibt, da diese beiden Organe aus dem Blut die wertvollsten Bestandteile der Lymphe herausfiltern. Die Samenflüssigkeit ist im gesamten Nervensystem des Körpers verteilt. Es scheint von gleicher Art zu sein." Könnte dieser wertvollste Teil der Lymphe, der von den Hoden und dem Gehirn aus dem Blut aufgenommen wird, Lecithin sein?

Dass der Samen Stoffe enthält, die von großer Bedeutung für die Ernährung des zentralen Nervensystems sind, wurde von Poehl, einem russischen Physiologen, deutlich gezeigt, als er Spermien aus dem Samen isolierte. Poehl stellte, nachdem er Tieren diese Spermien injiziert hatte, fest, dass dadurch die Zellaktivität beschleunigt wurde. Dies führte zu einer stärkeren Oxidation (Sauerstoffaufnahme) in allen Geweben. Stoffwechselprozesse wurden beschleunigt und die Nervenstärke verbessert. Die Wirkungen waren ähnlich mit denen, die von Brown-Sequard nach der Injektion von Spermien beobachtet wurden. Nachdem Schreiner, der das Spermin entdeckt hatte und 1878 gezeigt hat, dass es ein normaler Bestandteil des Samens ist, deutete dies darauf hin, dass der Samen stimulierend auf die Nerven wirkt, indem er von den Nerven resorbiert wird und dass der Verlust des Samens dem Nervensystem und Gehirn diese stimulierende Wirkung beraubt. Es kann sein, dass aus diesem Grund, einige Ureinwohner Australiens, nach Havelook Ellis, den schwachen und sterbenden Mitgliedern ihres Stammes einen Trank aus Samen bereiteten.

Sowohl der Samen als auch das Gehirn bestehen größtenteils aus phosphorisierten Fetten oder Phospholipiden, zu deren Klasse Lecithin zählt. Lecithin ist eine Substanz, von großer Bedeutung für das Nervengewebe. Es wird von einigen behauptet, dass die Müdigkeit am Ende des Tages, auf die Erschöpfung der täglichen Versorgung mit Lecithin in den Myelinscheiden der Nerven zurückzuführen ist und dass die belebende Wirkung des Schlafes darauf zurückzuführen ist, dass dieses Lecithin während der Nacht wieder aufgefüllt wird. Die chronische Müdigkeit des Alters wird auf einen Mangel an Lecithin der endokrinen Drüsen und des Körpers als Ganzes zurückgeführt. Lecithin ist für das Nervensystem, das Gehirn und die endokrinen Drüsen von großer Wichtigkeit. Alderhalden beschreibt in seinem Buch "Physiological Chemistry" die Verteilung von Lecithin wie folgt: "Es kommt hauptsächlich bei Tieren im Gehirn, in den Nerven, in Fischeiern, im Eigelb von Eiern und in den Spermien vor." Nach Ansicht von Prof. Sajous ist Lecithin "eine auffällige Komponente im Gehirn, in den Nerven, im Eigelb der Eier und im Samen."

Das Gehirn und der Samen sind von der Versorgung des Lecithin abhängig, welches im Blut vorhanden ist. Es ist klar, dass der exzessive Entzug von Lecithin durch die sexuellen Drüsen bedeuten würde, dass nur ein kleiner Betrag für die Ernährung von Nerven und Gehirn übrig bliebe. Können daher Neurosen und Psychosen nicht auf eine verringerte Ernährung der Nerven- und Gehirnzellen, durch einen exzessiven Entzug von Lecithin und Cholesterin aus dem Blut angesehen werden, um die verausgabten Samenflüssigkeiten zu ersetzen? Der nervenstärkende Effekt von Lecithinpräparaten zeigt an, dass die Erhaltung des körpereigenen Lecithins als eine therapeutische Maßnahme von grundlegender Bedeutung in der Behandlung neurasthenischer und psychischer Erkrankungen ist.

Lecithin ist leicht brennbar und enthält eine große Menge gespeicherter potentieller Energie. Es ist gut geeignet die unaufhörlichen Aktivitäten des Gehirns, des Nervensystems und der Atmungsorgane zu unterstützen. Wie Öl in den feinen Verästelungen des Dochts brennt, so brennt Lecithin in den feinen Verästelungen der Nervenfasern. Der einzige andere Teil des Körpers, der mit dem Gehirn, den Nerven und dem endokrinen Gewebe verglichen werden kann, der ebenfalls einen hohen Gehalt an Lecithin hat, sind der Samen und die Spermien. Ebenso wie das Gehirn ist der Samen eine fetthaltige Substanz, reich an phosphorisierten Fetten, den Phosphatiden oder Phospholipiden. Dass beachtliche Mengen an Lecithin für die Bildung der Spermien erforderlich sind, wird durch die Beoabachtungen Miescher's gezeigt. Er beobachtete, dass die Menge des Lecithins im Blut, während der Zeit der Bildung neuer Spermien, am höchsten ist.

Der Fettgehalt des menschlichen Blutes beträgt etwa 2 Prozent. Das Fett ist entweder zusammen mit Phosphor, aus der Stoffgruppe des Esters, auch bekannt unter dem Namen Lecithin oder mit wachsartigem Alkohol, in der Form von Cholesterol, kombiniert. Die Konzentration dieser Stoffe, die beide Bestandteile des Samens, des Gehirns und der Nerven sind, variieren, abhängig von der Aufnahme und Abgabe, sehr häufig. Daher kann das Essen von Eigelb die Konzentration beider Stoffe erhöhen. Die Aktivität der sexuellen Drüsen dagegen, kann zu einer Verminderung beider Stoffe führen. Dies bedeutet eine verminderte Versorgung dieser beiden Stoffe für das Nervensystem. Neurasthenie kann das Resultat eines Lezithin- und Cholesterinmangels sein. Ist dieser Mangel von Dauer, so kann er zu Psychosen kommen.

Eines der frühesten Erkenntnisse über die Chemie des Gehirns ist sein hoher Gehalt an Phosphor, der sich entweder in Kombination mit Eiweiß und Zucker als Nukleoproteine (Eiweiße mit einer Nukleinsäure - DNA oder RNA), mit Proteinen allein als Phosphoproteine oder mit Lipoiden als Phospholipide, zu denen die Gruppe der Lecithine gehören, kombiniert. Auf der Grundlage dieser Beobachtungen entstand folgende Aussage von Moleschotte and Liebig: "Es sollte unbedingt an Phosphor gedacht werden." Dadurch begann die Tradition, dass Phosphor und Nahrungsmittel, die reich an Phosphor sind, gut für jemanden sind, der ein intellektuelles Leben führt. Der Biochemiker Dr.Louis Berman weist darauf hin, dass die Eigenschaften des Gehirns mit der Anwesenheit von Phospholipiden (sauerstoffarme Fette kombiniert mit Phosphorsäure) in Zusammenhang stehen. Er stellte fest: "Sie (die Phospholipide) steigen mit dem Grad der Komplexität des Nervensystems. Um so älter der Mensch wird und um so mehr er lernt, um so größer wird ihre Bedeutung." So beantwortete er sich selbst die Frage, die er an anderer Stelle seines Buches "Food and Character" (Ernährung und Charakter" stellte: "Niemand hat bisher die verschiedenen Substanzen isoliert, die für den besten Stoffwechsel der Nervenzellen und ihre schnelle Erholung von der Müdigkeit verantwortlich sind. Wenn diese Substanzen bekannt sind, ist die Chemie der Supermanns in Sicht. Die künstliche Schaffung von geistig überlegen Menschen wird dann das absolut erreichbare Ziel der Chemie sein." Die Stoffe für die beste Ernährung von Nerven und Gehirn sind ohne Zweifel die Phospholipide, einschließlich des Lecithins. Sie sind im Samen enthalten und werden dem Körper zugeführt, wenn die Samenflüssigkeit konserviert und nicht vergeudet wird. Dann wird es zu einer echten Nerven- und Gehirnnahrung.

Die graue Substanz des Gehirns enthält 17% Lecithin. Lecithin ist die wichtige und unverzichtbare Substanz, durch den die höheren intellektuellen Prozesse sich ausdrücken. Um so größer die Reinheit des Lecithins ist, das vorgefunden wird, desto höher ist die Intelligenz des Tieres oder des Insekts. Eine höherstehende Geistesschärfe wird zum Beispiel bei den Bienen und Ameisen auf diese Tatsache zurückgeführt. Die Qualität dieser hoch organisierten Phosphorverbindungen ( Lecithin) scheint sehr wichtig für die intellektuelle Kapazität zu sein. Bei Geistesgestörten gibt es eine qualitative und quantitative Verringerung des Lecithins im Gehirn.

Geistesstörungen sind möglicherweise auf einen Mangels von Lecithin im Gehirn zurückzuführen, die sich aus einem Mangel von Lecithin im Blut ergeben. Dies wurde durch die Beobachtungen von Lassaigne gefunden, der eine verringerte Menge Lecithins in der weißen Gehirnmasse Geistesgestörter fand. In einem Kommentar des französischen Biochemikers Fischer heisst es dazu: "Der Bestandteil des Gehirns an kombinierten Lipoiden, scheint eine Beziehung zur intellektuellen Leistungsfähigkeit und seiner Veränderung zu haben." Geistesstörungen durch Alkohol haben gezeigt, dass sie dieselben Ursachen haben, da Alkohol die Lipoide aus dem Gehirn herauslöst. Experimente haben gezeigt, dass bei einer Reihe von Substanzen, die als Betäubungsmittel benutzt werden, die Narkoseleistung im Verhältnis zur Menge der Lipoide steigt, so dass die Narkoseflüssigkeiten, die eingesetzt werden, zum Auflösen des Gehirns fähig sind. Chloroform und Äther haben die Eigenschaft, die Lipoide aufzulösen. Dies wurde 1905 von Overton, dem Entdecker der Lipoide, gezeigt. Es wurde auch gezeigt, dass sich Äther und Chloroform nach der Narkose in Nervengewebe ansammelt. Die Versuche von Niclous und Frison haben bewiesen, dass die weiße Gehirnmasse, die doppelt so viele Lipoide wie die graue Gehirnmasse enthält, doppelt so viel Chloroform binden kann. Könnte der tiefe Verlust des Bewusstseins, der der sexuellen Aktivität durch den Verlust der Lipoide folgt, nicht zu einem ähnlichen Resultat führen, der sich nach einer Narkose einstellt, die dem Gehirn ebenfalls Lipoide entzieht?

Da sowohl das Gehirn als auch die Sexualorgane dem Blut dieselben Substanzen entnehmen (Lecithin, Cholesterin, usw.), kann man davon ausgehen, dass zwischen beiden ein chemischer Antagonismus (eine Gegnerschaft) besteht. Erhöht sich also die Aktivität der Sexualorgane, dann haben sie einen höheren Bedarf nach diesen Substanzen um neue Sexualsekrete zu bilden. Gleichzeitig vermindert sich die Ernährung des Gehirns mit diesen Substanzen. Es wird durch die Beobachtung Darwin's bestätigt, dass das Gehirn von Kaninchen sich durch die Domestizierung in der Größe verringert hat. Es ist bekannt, dass domestizierte Tiere häufiger eine  menstruelle* Periode und eine größere Fortpflanzungsaktivität, als ihre wilden Artgenossen, haben. Die verminderte Größe des Gehirns bei den domestizierten Arten, wird auf eine größere sexuelle Aktivität und dem draus resultierenden Verlust an Gehirn-Lipoiden zurückgeführt. (Anmerkung Übersetzer: Man spricht bei Frauen übrigens auch von einer menstruellen Migräne. Ende Anmerkung.)

Diese Überlegungen deuten darauf hin, dass jeder Verlust von Lipoiden durch Samenerguss, entweder durch Koitus, Masturbation oder nächtlichen Samenverlust, auf Kosten des Gehirns geht. Dieser Effekt ist besonders in der Kindheit und in den Reifejahren (in der Jugend) schädlich, wenn sich das Gehirn noch im Wachstumsprozess befindet. Chakraberty schreibt über die negativen Auswirkungen des Samenverlustes auf das Gehirn: "Der Verlust der Konzentration an Lecithin und Phosphaten führt zu einer schweren Belastung des Nervensysstems, denn sie sind die wichtigsten Komponenten in der Struktur des Gehirns."

Kontinenz (Enthaltsamkeit) führt zu einer besseren Versorgung von Lecithin, Cholesterin  und Phosphaten im Blut und damit im Gehirn. Brown-Sequard hat gezeigt, dass testikuläre Sekrete (Spermien) die Vitalität von Nerven und Gehirn verbessern. Chakraberty bemerkt, dass das Essen von getrockneten Hoden eine stimulierende Wirkung auf das zentrale Nervensystem hat. Hoden sind reich an nukleiden Albuminen, Lecithin und Phosphor. Dies sind auch wichtige Bestandteile des Nervensystems. Allerdings besteht nicht die Notwendigkeit getrocknete Hoden zu essen, weil jeder Mann in der Lage ist, seine kostbaren Sexualsekrete zu bewahren und zu resorbieren. Laut Fischer, können die Keimdrüsen (Hoden) als ein Reservoir an Lipoiden betrachtet werden, die sie über die Freisetzung ins Blut an das Gehirn weiterleiten. Umgekehrt können die Lipoide infolge sexueller Aktivität (Samenerguss) dem Blut und damit auch indirekt dem Gehirn entzogen werden.

Es kann kein angemessenes Verständnis über die Sexualität aufkommen, ohne das Verständnis der chemischen Zusammensetzung des Samens und der Spermien. Wenn verstanden wird, dass der Samen und die Spermien eine hohe Konzentration von Phospholipiden enthält, die sehr wichtig für die Ernährung und das Funktionieren des Nervensystems sind, dann wird klar, dass der Entzug dieser Substanzen durch den Samenerguss einen negativen Effekt auf die Ernährung von Nerven und Gehirn hat. Dies kann die Ursache für Neurasthenie (Nervenschwäche) und anderen Nerven- und Geistesstörungen sein. Diese Überlegungen bilden die Grundlage für eine neue Neurologie und Psychiatrie.

Anmerkung Übersetzer: Ich glaube, der große Denkfehler, den viele Menschen machen, besteht darin, dass sie glauben, durch sexuelle Aktivität, in welcher Form auch immer, die sexuelle Begierde zu besänftigen. Aber das ist ein großer Irrtum. Sexuelle Aktivität weckt immer nur neue sexuelle Begierden. Aber trotzdem folgt der Mensch dieser Logik über Jahrzehnte, vergeudet dabei wertvolle sexuelle Energie und bezahlt dieses Verhalten mit sehr viel Leid. Was er nicht erkennt, ist, dass er die sexuellen Begierden nur besiegen kann, wenn er die Quelle der sexuellen Begierde zum Erlöschen bringt. Die Quelle der sexuellen Begierde ist die stete Produktion neuer Hormone, mittels sexueller Aktivität, die immer wieder nach neuen sexuellen Aberteuern verlangen. Die Quelle dieser Begierden hört erst dann allmählich auf zu sprudeln, wenn man enthaltsam lebt. Dann versiegen allmählich die sexuellen Begierden und es kehrt innere Ruhe ein. Ende Anmerkung.



Die Chemie des Samens     Top

Die Samenflüssigkeit besteht aus den Sexualsekreten der Hoden, der Nebenhoden, den Samenbläschen, der Prostata und der Cowperschen Drüse. Es ist eine sämige, eiweißhaltige und alkalische Flüssigkeit und schillert in der Farbe. Der durchschnittliche Betrag, der bei einer Ejakulation (einem Samenerguss) abgegeben wird, variert von Person zu Person ein wenig und liegt etwa bei 5 Gramm. Jede Ejakulation enthält etwa 226 Millionen Spermien.

Menschlicher Samen enthält etwa 90 Prozent Wasser und 10 Prozent feste Stoffe, die bei der Verbrennung etwa 1 Prozent Asche ergeben. Die quantitative Analyse der Asche zeigt eine große Menge an Kalzium und Phosphor. Laut Lode beträgt die Menge an Kalzium, die bei jedem Samenerguss abgegeben wird, etwa 0,01 Gramm, was höher ist, als die gleiche Menge Kalkwasser. Wie bereits erwähnt, enthält der Samen auch eine Substanz namens Spermin (nicht zu verwechseln mit den Spermien). Spermin ist ein leistungsfähiger Stoffwechselstimulant und wurde 1898 von Poehl untersucht. Spermin wurde auch in der grauen Gehirnmasse gefunden. Dies könnte seine nervenbelebende Eigenschaft, die ähnlich der von Lecithin ist, welches auch im Samen und im Gehirn vorhanden ist, erklären.

Der Physiologe und Chemiker Simon beschreibt den Samen als eine dicke, weißliche und klebrige Masse, die Cholesterin enthält, das er als "Gehirnfett" bezeichnet, und Lecithin, eine Phosphor enthaltene Fettsäure, die ebenfalls Bestandteil des Gehirns ist. Bleibt der Samen so lange stehen, bis er verdunstet, dann bildet sich ein Film von Prismen, der vor allem aus Phosphorkalk besteht. Erhitzt man es, dann gibt es Ammoniak und kohlenstoffhaltige Masse, die Natriumchlorid (Kochsalz), Kalziumphosphat und Magnesium enthält, ab. Laut Lode, enthält die Asche des Samens 20 Prozent Kalzium und 30 Prozent Phosphorsäure.

Chakraberty beschreibt die Zusammensetzung des Samens wie folgt: "Die Proteinsubstanz (Protein = Eiweiß) besteht aus Nukleoproteinen (Nukleoproteine sind Proteine, die strukturell mit einer Nukleinsäure - DNA oder RNA - assoziiert sind.), Spuren von Muzinen (Muzine sind strukturgebende Bestandteile des Schleims auf den Schleimhäuten.), Albumin (Albumin sorgt im menschlichen Organismus vor allem für die Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks, z.B. im Blutplasma.), Proteosen (Peptidasen) und ist reicher an Nuklein als andere Teile des Körpers. Die Mineralien des Körper bestehen aus Kalzium, Phosphor, Natriumchlorid und Kalium." Es ist also klar, dass der Samenerguss zum Verlust der Mineralien aus dem Körper beitragen kann. Dieser Mangel an Mineralien führt zusätzlich zu einem Mangel an Lecithin, Cholesterin und Nukleoprotein.

Den Prostatasekreten verdankt der Samen seine milchige Trübheit und seinem eigenartigen Geruch. Die milchige Trübheit ist auf die Lecithin-Globuli (Kügelchen), eine fetthaltige Stickstoff-Phosphor-Verbindung, der Prostatadrüse zurückzuführen, die diesen Geruch hat. Das Prostatasekret enthält auch Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Chlorid, Phosphor, Schwefel, Nukleoproteine, Albumin, usw.. In seinem Artikel "The Constitution of the Normal Prostatic Secretion" (Die Zusammensetzung des normalen Prostatasekrets. - Am. Jour. Med. Sciences, Aug., 1903) weist Stern darauf hin, dass das Prostatasekret "reichliche Beträge" von Phosphor und Lecithin enthält, die ein wesentlicher Bestandteil des Nervengewebes sind. Der Verlust dieser Prostatasekrete durch Samenerguss, entzieht den Nervenzellen ihre Nahrung. Dies erklärt den Zusammenhang zwischen Prostatitis (Prostataentzündung) und Neurasthenie (Nervenschwäche). Keine zwei Organe zeigen eine größere Ähnlichkeit in ihren Lecithin-, Cholesterin- und Phosphor-Komponenten wie der Samen und das Gehirn. Die Analysen von Slowtzoff, Meischer und Lode zeigen, welche Substanzen der Samen enthält:

Eiweiss: Albumin, Nukleoproteine, Globuline, 2,65 Prozent Muzin, Nuklein (DNA), Proteose, Protamin, Hemialalbumose, alkalische Albuminate

Lipoide: phosphorisierte Fette, einschließlich 0,412 % Lecithin

Cholesterin: 0.208 %

Mineralien: Phosphor, Natrium, Kalium, 0,910 Prozent Calcium, Magnesium, Eisen, Schwefel und Chlor

Eine ähnlich hohe Konzentration von Lipoiden (Lecithin, usw.) wie im Samen, ist bemerkenswerter Weise nur im Gehirn zu finden. Wheelon schreibt: "Die positiven Ergebnisse nach der Gabe von Hodenpräparaten, werden auf das Vorhandensein von nukleotiden Albuminen (Eiweiße) zurückgeführt, die ähnlich reich an Phosphor sind, wie Lecithin oder Glyzerinphosphate. Mikroskopische Untersuchungen haben eindeutig die Anwesenheit von Fettsäuren in den Zellenzwischenräumen und Lymphgefäßen der Hoden gezeigt. Der Fettgehalt variiert dabei mit der Häufigkeit der sexuellen Aktivität. Einige Forscher, insbesondere Duesberg, behaupten, dass diese mikroskopischen Körper für die interne Sekretion der Hoden verantwortlich sind." Die Zellen in den Zwischenräumen der Hoden, zeichnen sich ebenso wie die Gehirnzellen durch eine Vielfalt von Lipoiden aus.



Die Chemie der Spermien     Top

Kein Forscher hat sorgfältiger die Chemie der Zellen studiert, als Miescher in seinem Studium der Samenzellen. Er stellte fest, dass der Schwanz der Spermien reich an phophorisierten Fetten (Phospholipiden),insbesondere Lecithin, aber auch Cholesterin, ist. Der Kopf dagegen besteht fast vollständig aus Nukleoprotein und einer organischen Substanz, die Eisen enthält. Daneben aber enthält er auch reichliche Mengen anphophorisierten Fetten. Laut Miescher, hat der Schwanz der Spermien folgende Zusammensetzung:

Protein (Eiweiß): 41,90%; Phosphorized Fette (Lecithin): 31,83%; Cholesterin: 26,27%

Die Spermien im Ganzen enthalten:

Protein (Eiweiß): 83,76%; Lecithin: 7,47%; andere Fette: 4,53%; Cholesterin: 2,53%

Chakraberty schreibt, der Schwanz der Spermien bestehe aus Protein, Lecithin, Cholesterin und Lipoiden und erklärt, dass seine Zusammensetzung den nichtmodulierten Nerven oder dem Achsenzylinder (der Achsenzylinder ist ein zentraler Teil des Nervenzellfortsatzes) ähnelt.

Laut Miescher besteht der Kopf der menschlichen Spermien fast ausschließlich (96%)  aus einer Substanz, die sehr reich an Stickstoff und Protein ist, die zur Gruppe der Nukleoproteine gehört. Die übrigen vier Prozent des Kopfes der Spermien bestehen aus Lecithin, Cholesterin, Fett, Kalzium, Phosphat, Calciumcarbonat und einer organischen Substanz mit 0,12% Eisen.

Miescher fand während der Spermatogenese (in der Zeit, in der neue Spermien gebildet werden, in der Regel nach einem Samenerguss) bei Fischen eine höhere Konzentration von Lecithin im Blut der Fische als normal. Dies deutet darauf hin, dass ein beträchtlicher Betrag an Lecithin (durch einen Samenerguss) dem Blutkreislauf entzogen wurde, der zur Bildung neuer Spermien benötigt wurde. Er bemerkte ferner, dass der Lachs die sexuelle Organe auf Kosten der Muskulatur entwickelt und dass die Proteine (Eiweiße), die zur Bildung der Spermien im Hoden benötigt werden, sich aus den Proteinen des Muskeln bilden, da der Fisch während dieser Periode keine Nahrung zu sich nimmt. Er stellte fest, dass die Muskeln der Lachse während der Brutzeit verkümmern, in der die Keimdrüsen sehr aktiv sind. Marshall's Bemerkung zu diesem Thema: "Beim Lachs liefern die Muskeln die Substanzen, die der Hoden für die Spermatogenese benötigt. Dabei verkümmern die Muskeln."

Beim Menschen sind ähnliche Verhältnisse zu beobachten. Es ist zu beachten, dass die Nebennieren und die Hoden entwicklungsmäßig und histologisch (Histologie ist die Wissenschaft von den biologischen Geweben.) sehr eng miteinander verwandt sind. Der übermäßige Entzug der Lipoide aus dem Blut durch die Keimdrüsen (Hoden), geht auf Kosten der Nebennierenrinde. Ebenso geht der Entzug der Proteine (Eiweiße), wie von Miescher beobachtet, auf Kosten der Muskulatur. Übermäßige Hodenaktivität entzieht der Nebennierenrinde Lipoide und führt zu ihrer Verkümmerung (Gewebeschwund). So waren viele der Dementia praecox Patienten (Schizophrenie) gewohnheitsmässig Masturbierende. Wie von Mott festgestellt, wurde bei ihnen sowohl eine Verkümmerung der Nebennierenrinde als auch eine Verkümmerung der Hoden festgestellt. Es wurde weiter festgestellt, dass der übermäßige Entzug von Nukleoproteinen und anderen Stoffen aus dem Blut, die zur Bildung der Spermien benötigt werden, zu einem Rückgang der Größe der Thymusdrüse und ihrer Verkümmerung führt. Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum dies erst nach der Pubertät geschieht. Könnte die Verkümmerung der Zirbeldrüse, in Anbetracht des Reichtums der Zirbeldrüse an Lecithin, nicht parallel mit der Verkümmerung des Thymusdrüse einhergehen? Prof. Sajous zeigte, dass das Gewebe der Thymusdrüse und der Lymphozyten (Lymphozyten sind zelluläre Bestandteile des Blutes) ebenso reich an Nuklein sind, wie der Kopf der Spermien.

Backmann stellte fest, dass die Thymusdrüse ihre größte Größe und ihr größtes Gewicht dann erreicht, wenn die Spermatogenese beginnt. Danach beginnt die Athrophie, der Gewebeschwund. Hammar stellte fest, dass das Gewicht der Thymusdrüse von der Geburt bis zur Pubertät zunimmt. Aber mit dem Beginn der Pubertät und dem ersten Samenerguss beginnt eine Rückentwicklung und sie verliert an Gewicht. Diese Fakten deuten darauf hin, dass die sexuellen Veränderungen der Pubertät, nicht das Ergebnis des Gewebeschwundes der Thymusdrüse sind, sondern ihre Ursache.

Ostwald sagt, dass die Spermien ein Oxydationsferment enthalten, welches während der Befruchtung auf die Eizelle wirkt und seine Entwicklung einleitet. Loeb hält dieses Oxydationsferment für Lysin, nach dessen Wirkung auf die Zellwand der Eizelle das embryonale Wachstum ohne Verschmelzung der Zellkerne beginnen kann.

Die Proteine der Gehirnzelle und vom Kopf der Spermien sind sehr ähnlich. Beide enthalten reichliche Mengen von Nukleinsäure und der Kopf der Spermien ist ebenso reich an Nukleoproteinen wie die Substanz der Gehirnzelle. Sowohl die Spermien als auch die kortikalen Gehirnzellen (Kortikal lat. cortex Rinde, in der Gehirnrinde sitzend) sind erstaunlich ähnlich in ihrer allgemeinen Zusammensetzung. Es ist wichtig, dass die Spermien mehr Phosphor enthalten als jede andere Zelle des Körpers, ausgenommen die Gehirnzellen. Und da mit jeder Ejakulation 226 Mio. Spermien ausgestoßen werden, ist es klar, dass auf diese Weise, neben den anderen  phosphorhaltigen Sekreten des Ejakulats, eine beträchtliche Menge an Phosphor verloren geht.

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