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Ole Nydahl und der Diamantweg Startseite

Der hinters Licht führt

Ole NydahlGlaubensverkünder Lama Ole Nydahl werden Machtmissbrauch, sexuelle Fragwürdigkeiten und Rassismus vorgeworfen  Zürich - Die buddhistische Glaubensgemeinschaft Diamantweg der Karma Kagyü Linie, die in der Schweiz fünf Zentren unterhält, wird von ihrem Oberhaupt Lama Ole Nydahl als eigentliche Sekte geführt. Nun packen einstige Mitglieder aus und werfen dem Führer Rassismus und Machtmissbrauch wegen fragwürdiger Beziehungen zu Schülerinnen vor.

"Ich habe die Gruppe als elitär, rassistisch und sexistisch erlebt", erzählt die 32-jährige Kommunikationsberaterin Marianne Huber (alle Namen von der Redaktion geändert). Sie war zwei Jahre dabei. Am Anfang war sie fasziniert. "Wir sind nach Begegnungen mit ihm belebt nach Hause gegangen", erzählt sie. "Lama Oles Reiz besteht darin, dass er seinen Anhängern vollen Lebensgenuss, Sex, Erfolg und Erleuchtung verspricht", erklärt der Sektenkenner und Zürcher Theologieprofessor Georg Schmid. Der Ex-Boxer Lama Ole trägt mit Vorliebe Lederhosen und fährt schnelle, schwe- re Motorräder. In den Siebzigerjahren sass er wegen Drogendeals im Gefäng-nis. Heute ist er der grösste Missionar der buddhistischen Lehre im Westen. Nydahl hat weltweit bereits rund 300 Zentren gegründet, 10 000 Leute zählen sich zu seinen Jüngern. 

Bei Schawinski brüstete er sich, über 500 Frauen gehabt zu haben 

Doch der Glanz des Ole Nydahl nahm für Marianne Huber schnell ab. Sein Umgang mit Sex und Frauen war ihr unerträglich: Sie hat in einem Sommer-Trainingscamp mitbekommen, wie Nydahl neben seinen zwei offiziellen Frauen, die sich an der Seite des Lamas alle sechs Monate abwechseln, fragwürdige sexuelle Beziehungen zu Schülerinnen pflegte. Diese Frauen sollten doch froh sein, denn sie würden im Kontakt mit ihm schneller erleuchtet, erklärte ihr Nydahl, als sie ihn kritisierte.

Dasselbe hat auch die Ex-Anhängerin Anne Dietrich erlebt. "Diese jungen Frauen durften ihn auf seinen Reisen begleiten und zu seinen Füssen sitzen, wenn er dozierte." Durch diesen Kontakt würde ihre spirituelle Entwicklung beschleunigt, habe Nydahl auch ihr gesagt. Dietrich wirft ihm Machtmissbrauch vor, denn solche Beziehungen seien unter Gleichgestellten unproblematisch, nicht aber in einem Lehrer-Schüler-Verhältnis.

Im Tele 24 bei Roger Schawinski brüstete sich der Lama, dass er in seinem Leben über 500 Frauen gehabt habe. Ins Internet stellt er Fotos, die ihn fast immer von Frauen umringt zeigen - oder in knappen Badehosen und mit braun gebranntem Körper. Nydahls Eskapaden kritisiert auch die Deutsche Buddhistische Union (DBU). "Viele empfinden seinen Umgang mit Frauen einfach als skandalös."

Endgültig genug hatte Anne Dietrich, als Nydahl vor vollem Saal verkündete, dass die Dritte Welt selbst Schuld an ihrem Schicksal sei. Auch der 46-jährige Elektriker Johannes Maurer hörte an einem Vortrag in Zürich ähnliches: Ein Mensch, der arm geboren werde, so zum Beispiel in Afrika, habe ein schlechtes Karma. Die Armut sei insofern in einem früheren Leben selbst verursacht worden. In seiner Autobiografie erklärt es Nydahl so: "Sexuell leidbringendes Verhalten führt zur Wiedergeburt in einer Wüstengegend." Sinnvoll wären deshalb Samenbanken mit Spermien von intelligenten Spendern, um ein besseres Karma anzusammeln, soll er laut Anne Dietrich gesagt haben.

Befremdet über solche Äusserungen hat sie Nydahl zur Rede gestellt. "Ich möchte mein Unbehagen nicht ungesagt lassen", schreibt sie ihm. Seine Antwort: "Können wir jetzt verhindern, dass wir in wenigen Jahren noch grössere Gettos haben von Ausländern, die unsere Gesellschaft aushöhlen, ist das ein Riesengewinn." Zudem: "Ich muss nicht populär sein. Es genügt, ich habe Recht", schrieb er zurück. 

"Elitärer Verkünder der besten Religion für die besten Menschen". 

"Nydahl gibt sich gerne kämpferisch und derb", urteilt der Sektenkenner Schmid. Er habe mit Nydahl gesprochen. "Ich würde ihm keine bewusst nazistische Ideologie unterstellen. Eher rhetorischen Rassismus, ein derbes Sprücheklopfen, bei dem auch fremdenfeindliche Äusserungen drin liegen", sagt Schmid. 
Der Theologieprofessor Schmid stellt Ole Nydahls Glaubensgemeinschaft unter Sektenverdacht: Die Diamantweg-Anhänger seien in völliger Ich-Auflösung auf die Führerfigur - den Lama Ole Nydahl - ausgerichtet.

Das sei ein wichtiges Merkmal für eine Sekte. "Nydahl ist zudem ein elitärer Verkünder der besten Religion für die besten Menschen. Er kombiniert Buddhismus mit Überheblichkeit", urteilt Schmid. Ein Beispiel für Nydahls Egotrip: "Vor einigen Jahren habe ich wohl in Kalifornien eine Klimaveränderung bewirkt", sagte er in einem Interview. Und fügte selbstzufrieden hinzu: "Solange die Frauen schön und Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen nicht durch- führbar sind, so lange werde ich immer wiedergeboren werden."

Die Schweizer Buddhistische Union (SBU) übt an Ole Nydahl keine Kritik. Kein Wunder. Nydahls Leute sitzen im Dachverband. Die Zürcher Schulpsychologin Colette Bodmer ist Kontaktperson der SBU und Vertreterin des Ole-Nydahl-Zentrums in Zürich. "Die ganze Kritik ist reinste Verleumdung", sagt sie. Nydahls Worte seien zum Teil missverständlich. "Doch wir wissen, wie er es meint."

Sonntagszeitung, Schweiz, 29.4.2001



Bildunterschrift: "Ich muss nicht populär sein. Es genügt, ich habe Recht": Nydahl


Das sagen die Diamantweg-Leute

"Ole Nydahls Äusserungen sind manchmal tat- sächlich missverständ-lich und provokativ", gibt Markus Kuhn, Sprecher des Diamantweg-Zentrums in Zürich, zu. "Doch rassistisch und sexistisch ist er auf keinen Fall." Buddhistische Belehrungen könnten sehr schnell verdreht werden, erklärt seine Partnerin Gisela Räber die immer wiederkehrende Kritik. Zum Beispiel, wenn der Lama Ole Nydahl davon spreche, dass Menschen deshalb in Armut lebten, weil sie momentan ein schwieriges Karma er- leben. Das sei keine ras-sistische Ideologie von Nydahl. Ursache und Wirkung sei eine zentra-le buddhistische Belehrung, die mit Schuld nichts zu tun habe. Sie fordere den Menschen auf, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Das sei aber schwer zu verstehen.

Wenn Nydahl Kritik am Islam äussere, dann wolle er zeigen, dass der fundamentalistische Islam die Freiheiten der westlichen Zivilisation und der Frauen bedrohe.

Und sein Umgang mit Frauen? "Wir haben in den letzten zwölf Jahren nie erlebt, dass er in der Schweiz fragwürdige Beziehungen zu seinen Schülerinnen hatte", sagt Räber. Es sei aber verständlich, dass seine Art einigen Frauen in den falschen Hals komme. "Ole Nydahl ist sehr über- zeugend und hat als Lehrer hohe Qualität. Da akzeptiert man auch den provokativen Teil", sagt Kuhn.



Eine schillernde Persönlichkeit (aus: Leben & Glauben Nr 38/1999)

Frage:Unlängst sprach in Tele 24 Lama Ole Nydahl über seinen Weg zum Buddhismus und seine persönlichen Erfahrungen. Was halten Sie von eiem buddhistischen Lama (Mönch), der stolz erzählt, dass er bisher sexuelle Erfahrungen mit ca. 500 Frauen gesammelt hat?

Antwort: Lama Ole Nydahl ist wahrscheinlich der aktivste buddhistische Missionar der Gegenwart. Er bereist die ganze Welt und gründet und betreut überall seine "Diamantweggemeinschaften." Auf mich wirkt der erleuchtete Däne ausgesprochen schillernd: halb Wikinger, halb Buddha, halb Himalayaasket, halb trantristischer Sexprotz, halb rassisitsicher Sprücheklopfer, halb buddhistischer Friedensapostel, halb treuer Schüler seiner asiatischen Meister, halb europäischer Querkopf, halb Mystiker und halb Zirkusnummer, halb Philosoph und halb Medienspektakel. Lama Ole spielt hundert Rollen - und ich habe keine Ahnung, wann und wo er wirklich echter Lama Ole Nydahl ist.

Nur in zwei Rollen bleibt er sich selber wahrscheinlich immer treu: als Guru seiner ihn grenzenlos bewundernden weltweiten Gemeinschaft und als elitärer Verkünder der besten Religion für die besten Menschen. Dass eine Gestalt wie Ole Nydahl mit besonderer Inbrunst einen Buddhismus pflegt, der auf höchster Stufe sexuelle Abenteuer nicht aussschliesst, sondern als Zeichen angeblicher mystischer Reife die sprituellen Eliten zu solchen Abentuern geradzu ermutigt, ist leicht zu verstehen. Können wir es ihm verargen, wenn er den Fünfer, das Weggli und das Retourgeld, das Mönchtum, die Frauen und den Ruhm liebt?

Solange sich Menschen finden, die ihm alles geben, was er sich wünscht, wird er seinem Weg treu bleiben. Auch dass ihm soviel Medienpräsenz und Gratiswerbung für seinen Diamantbuddhismus in der westlichen Welt geschenkt wird, ist ihm nicht zu verübeln. Er verdankt dies unserer Naivitiät und seiner selbstgewählten Zugehörigkeit zur angeblich friedlichsten und weisesten Religion der Welt, zum Buddhismus tibetischer Prägung. Wäre Ole Nydahl ein christlicher Prediger, stünde er bei Kritikern schon lange unter Sektenverdacht Aber er geniesst in der westlichen Oeffentlichkeit immer noch die "Narrenfreiheit" des buddhistischen Meisters.

Seine Organisation gehört immer noch den buddhistischen Dachorganisationen der Schweiz und Deutschlands an. Kritische Beobachter entdecken in seinen Reden entsetzt "nazistische" Auesserungen, abwertende Urteile über Schwarze, Moslems und Mischlinge. Die Buddhisten Mitteleuropas spüren das Aergernis. Aber sie wagten bisher noch nicht, sich eindeutig zu Lama Ole Nydahl zu äussern. So ist Lama Ole Nydahl, wie die Kritiker festhalten immer noch "der grosse braune Fleck auf den sauberen Gebetsfähnlein der Deutschen Buddhistischen Union".

Dass Ole Nydahl manche seiner rassismusnahen Aeuserungen ausgerechnet während seiner Vorträge in Zürich von sich gab, würde uns Schweizer zu ähnlich klarer Stellungnahme verpflichten. Aber von dieser Klarheit war in der Sendung von Tele 24 noch nichts zu spüren. Der Zuschauer gewann den Eindruck, dass Roger Schawinsky seinen Gesprächspartner Ole Nydahl offen bewundert. Schade! Sektenkritik darf keine Religion und keinen Kulturkreis auslassen. Denn die pseudoreligiöse Selbstüberschätzung entwickelt unter Buddhisten ebensoviele Guruneurosen und Starallüren und ebensoviel Verachtung anderer, wie unter Moslems oder unter Christen.

Georg Schmid, 1999

Quelle: relinfo.ch



siehe auch weltwoche.de: Der Schein trügt



Sai Baba
Die Zeugen Yehovas
Autobiographie Yoganandas
Weitere Infos zu Ole Nydahl