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Meditation, Sexualität und Erleuchtung English Startseite

Bevor ich mit meinem eigenen Text beginne, möchte ich einen Absatz aus der spirituellen Autobiographie »Spiel des Bewusstseins« von Swami Muktananda zitieren: 

»Ich hatte die Welt gesehen, Menschen aller Art und in allen Lebenslagen, ich hatte vom König bis zum Mann auf der Strasse alle gesehen und auch, was mit ihnen am Ende geschah. Alle möglichen Menschen kamen nach Ganeshpuri zu meinem Guru, denn ein Heiliger gehört allen. Da waren Geschäftsleute, Reiche, große Künstler, berühmte Filmstars, Sänger, Redner und hohe Regierungsbeamte. Sie hatten alle irgendein Problem, über das sie sprechen wollten. Und ganz gleich, was sie sonst hatten, eines fehlte ihnen allen - ein gesunder Körper. Sie sagten: »Ich habe alles, was ich mir wünsche, aber mein Herz ist nicht gesund. Meine Sinnesorgane sind schwach. Die Ärzte erlauben mir nicht, zu reisen oder eine volle Mahlzeit zu essen.« »Mein Magen tut schrecklich weh. Ich habe Tausende von Rupien in England und Amerika dafür ausgegeben, aber die Krankheit ist immer noch da.« »Ich habe alles, aber ich kann nichts verdauen. Ich kann nicht schlafen. Ich habe schon zweihunderttausend Rupien für Behandlungen ausgegeben. 

Der eine hat ein krankes Ohr, der andere ein krankes Auge. Jeder brachte meinem Guru seinen Kummer und sein Leid. Jeder brachte seine Sorgen und Nöte zu ihm. Jeder war irgendwie arm, allen fehlte etwas, und sie weinten herzzerreißend. Einer war reich, aber er hatte eine schlechte Gesundheit. Ein anderer war gesund, aber er hatte kein Geld. Ein dritter war ungebildet, arm an Wissen. Ein vierter war hässlich, arm an Schönheit. Die eine hatte keinen Mann, der andere keine Frau, der dritte hatte keinen Sohn. So brachte jeder, der kam, seine eigene Armut mit und erzählte von seiner armseligen Lage. Ich hörte mir alles still an und fragte mich, was ich von all diesen Menschen lernen und welchen Nutzen ich daraus ziehen könnte. Um die Wahrheit zu sagen, meine Lage war genau so wie ihre - arm an Selbsterkenntnis und Verwirklichung. Ich sah sie mir genau an, sie waren bleich, ruhelos, krank, oder reich, aber nicht zufrieden. Sie hatten keine Kraft und Energie, nur immer neue Krankheiten. Ich erkannte, dass die Ursache von all dem die Vergeudung der Geschlechtsflüssigkeit, die Sinnlichkeit und vor allem eine unregelmäßige Lebensweise war.« 

Soweit der Auszug aus dem Buch von Swami Muktananda (Swami = enthaltsam lebender Mönch). Die Erkenntnis, die Swami Muktananda aus all den Erfahrungen zieht, fand ich schon sehr interessant. Nun aber zu meinem eigenen Text.

Schon seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit Autogenem Training, Meditation, Yoga, Tantra, Buddhismus, Hinduismus, spirituellem Wachstum und der Rolle der Sexualität dabei. Dabei kann ich auf eigene, intensive Meditationserfahrungen und der damit verbundenen Persönlichkeitsveränderung zurückblicken. Gehst Du den Weg, den ich in meinem Artikel beschreibe, so wirst Du nicht nur ein Leben in Glück und Zufriedenheit erfahren, sondern auch erfolgreich in Schule, Studium und Beruf sein. 

Du wirst das Leben in einer Fülle, in einem Reichtum kennen lernen, so wie Du es dir immer gewünscht hast. Du wirst das Leben als ein sensationelles Abenteuer erleben. Du wirst nicht mehr aufschauen zu irgendwelchen Stars, sondern selber soviel Charm, Charisma und Lebensfreude entwickeln, dass die Menschen total von dir fasziniert sein werden. Du hast die Möglichkeit, ein Leben zu leben, welches Du dir nicht einmal in deinen kühnsten Träumen vorgestellt hast. Es liegt allein an dir, was Du aus deinem Leben machst. 

Jeder von uns besitzt eine Lebensenergie, die so gigantisch, so mächtig ist, daß wir eigentlich unser ganzes Leben in totaler Euphorie verbringen müßten. Wir Leben bereits in Paradies, im Himmel, aber wir  erkennen dies nicht einmal, weil wir unsere Lebensenergie zügellos verschwenden. Die Lebensenergie ist eng an die sexuelle Energie geknüpft. Indem wir so verschwenderisch unsere sexuelle Energie vergeuden, vernichten wir damit auch unsere Lebensenergie, unsere Lebensfreude und katapultieren uns damit selber aus dem Paradies hinaus. 

Das Schlimme an der ganzen Sache ist, daß die meisten Menschen dieses nicht einmal erkennen. Die Folge davon ist ein Leben in Leid, Depression und Krankheit. So schaffen wir uns unsere Hölle selber und beklagen uns über unser Leben. Himmel und Hölle finden nicht irgendwann nach dem Tod statt, sondern hier und jetzt und jeder hat es selber in der Hand, zu entscheiden, ob sein Leben paradiesisch verläuft, oder ob er Höllenqualen leidet. In diesem Zusammenhang möchte ich sagen, dass ich die Wiedergeburt im jetzigen Leben für wesentlich wichtiger halte, als über eine Wiedergeburt (Reinkarnation) nach dem Tod nachzudenken. Unter der Wiedergeburt im jetzigen Leben verstehe ich das spirituelle Erwachen und das Verwirklichen seiner wahren (göttlichen) Natur. Ramana Maharshi sagt: Wirkliche Wiedergeburt ist das Sterben des Ego in das absolute Bewusstsein. 

Ich hatte einmal in meinem Leben das Glück, das Leben in seiner ganzen Intensität leben zu dürfen. Gut, vielleicht war's auch nur ein etwas größerer Teil der Intensität. Aber das, was ich erlebte, war so gigantisch, daß ich mir wünschte, ich dürfte jede Minute meines Lebens so intensiv auskosten. Willst Du das Leben als Paradies erleben, dann solltest Du deine sexuelle Energie in Zukunft nicht mehr so sinnlos vergeuden, sondern versuchen, über sie hinauszuwachsen. Gelingt es Dir, darüber hinauszuwachsen, sie abzulegen, dann verlierst Du total das Interesse an der Sexualität und es beginnen Dinge in dir zu wachsen, die alle viel schöner sind als jede Sexualität. 

Diese Dinge sind eine himmlische innere Ruhe, ein tiefer Friede, eine ekstatische Euphorie, die sich in dir breit machen und ähnliches. Du entwickelst dich in alle Richtungen und erfährst, wer Du eigentlich wirklich bist. Das fühlt sich nicht nur fantastisch an, sondern gilt für jeden von uns. Alle, die da meinen, daß Sexualität überhaupt DIE Sache sei, bezeugen damit nur, daß Sie kein wirkliches Wissen von spirituellem Wachstum besitzen, und wie sehr sie in ihren sinnlichen Leidenschaften gefangen sind. 

Hat man in seinem bisherigen Leben seine sexuelle Energie mehr oder weniger ohne zu überlegen für kurzfristige sinnliche Genüsse verschwendet, dann ist es nicht leicht, seine Gewohnheiten umzustellen. Der Sex, das ist die falsche Schlange, die sich in dein Leben einzuschleichen versucht, die dich zum Sklaven deiner Sinne macht, die dich süchtig nach der kurzfristigen sexuellen Ekstase macht, dem Kick nach dem Orgasmus. In Wirklichkeit beraubt sie dir für diesen kurzen Moment der sinnlichen Lust, der sexuellen Euphorie, deine Lebensfreude und deine Lebensenergie. Dieser Text soll dazu beitragen, ein wenig darüber nachzudenken. 

In diesem Zusammenhang möchte ich einmal an Mahatma Gandhi erinnern, der sich mit seiner Ehefrau Kasturbai nach der Geburt des vierten Sohnes entschlossen hat, in Keuschheit zu leben. Die Eltern Paramahansa Yoganandas, die ein sehr spirituelles Leben nach den Grundsätzen ihres jesusgleichen Gurus Lahiri Mahasayas lebten, hatten nur einmal im Jahr Sex, und zwar nur aus dem einzigen Grund, um Kinder zu zeugen. Glaubt ihr wirklich, dass sie den Sex vermissten? Ich glaube, sie hatten ihn schon lange transformiert. Alle Yogis, die höhere spirituelle Zustände erreichen, leben selbstverständlich ebenfalls enthaltsam. 

Transformiere deine sexuelle Energie, wandle sie in spirituelle Energie um, und Du wirst ein göttliches Leben führen. Du wirst erfahren, was es heisst ein Jesus, ein Buddha, ein spiritueller Meister, ein Erleuchteter zu sein. Selbst wenn Du es nicht schaffst, die oberste Stufe dieser Leiter zu erklimmen, sprich das siebte Chakra, das Kronenchakra, welches die Verbindung mit dem Göttlichen symbolisiert, so bedeutet bereits das Erreichen des sechsten Chakras ein Leben in Glückseligkeit. Mit Geduld, Disziplin, Yoga, Meditation oder Autogenem Training, einer gesunden, moralischen und ethischen Lebensweise und Enthaltsamkeit ist dieses Ziel für jeden erreichbar. 

Viele beschränken Brahmacharya (Enthaltsamkeit) nicht nur auf sexuelle Enthaltsamkeit, sondern begreifen sie als Kontrolle über alle Sinne. 

So sagt z.B.Mahatma Gandhi:

»Im populären Gebrauch hat Brahmacharya die Bedeutung der bloßen Beherrschung des Geschlechtsorgans angenommen. Diese enge Begriffsfassung hat Brahmacharya verfälscht und ihre praktische Ausübung unmöglich gemacht. Beherrschung des Geschlechtsorgans ist unmöglich ohne sorgfältige Kontrolle aller Sinne. Sie hängen alle miteinander zusammen. Wollen im niederen Bereich ist sinnlicher Art. Ohne Herrschaft über den Willen ist bloße körperliche Enthaltsamkeit, selbst wenn sie für einige Zeit erreicht werden kann, nur von geringem Wert. 

Die Beherrschung des Gaumens ist sehr eng mit der Beobachtung von Brahmacharya verbunden. Ich habe durch Erfahrung festgestellt, daß die geschlechtliche Enthaltsamkeit verhältnismäßig leicht ist, wenn man die Herrschaft über den Gaumen gewinnt.« 

Und Swami Krishnananda sagt: 

»Viele Yogaschüler glauben, Brahmacharya bedeute Ehelosigkeit. Obwohl dies als eine der Definitionen angesehen werden kann, so bedeutet dies nicht viel, denn Yoga hat in seiner reinsten Form eine tiefere Bedeutung. Yoga betrachtet Brahmacharya aus allen Blickwinkeln. Sie verlangt eine Reinigung aller Sinne. Übermäßiges Schlafen und Essen sind Verstöße im Brahmacharya. Brahmacharya wird nicht nur durch das Eheleben gebrochen, sondern auch durch ein Übermaß (Luxus) in allen Dingen - auch bei Unverheirateten, die gefräßig sind, übermässig Schlafen, zu viel reden und, über allem, über Sinnesobjekte brüten. 

Während einerseits Energien konserviert werden, so können sie andererseits unkontrolliert abfließen. Brahmacharya bedeutet die Kräfte für die Meditation und für höhere Zwecke zu konservieren. Im Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Berühren sollten wir uns nur mit reinen Dingen beschäftigen.« 

Die Natur hat uns die Sexualität zur Zeugung neuen Lebens geschenkt. Da wir uns aber so weit von unserer eigenen Natur, von unserem inneren Selbst entfernt haben, findet in unserem Leben keine Ekstase mehr statt. Diese Ekstase suchen wir nun in der Sexualität. Dort finden wir sie auch tatsächlich, wenn auch nur für kurze Momente. Gleichzeitig verlieren wir aber die sexuelle Energie, die uns durch das Erwecken und Aufsteigen der Kundalini, dauerhafte Seligkeit schenken könnte. Ramana Maharshi hat diese Zusammenhänge wie folgt ausgedrückt: Wir haben das Selbst (Gott) in uns vergessen und halten Körper und Geist für das Selbst. Diese falsche Identifizierung schafft Leid. 

Man sollte einmal daran denken, dass ein Erleuchteter die Seligkeit, die wir für einige Sekunden im Orgasmus finden, in jeder Sekunde seines Lebens erfährt. Der Sinn unseres Lebens sollte also nicht darin bestehen, immer und immer wieder diesen wenigen Sekunden der sexuellen Lust hinterher zu laufen, sondern uns selber zu verwirklichen, damit wir das Leben in gleicher Fülle geniessen können wie die Weisen, Heiligen und Erleuchteten. 

Es gibt Wege diese Ekstase wieder in unser Leben zu integrieren. Die Energie, um diese Ekstase zu entfachen, ruht im Basischakra, welches körperlich im Damm hinter den Geschlechtsorganen angesiedelt ist. Hier ruht die göttliche Energie, auch Kundalini genannt, die nur darauf wartet durch spirituelle Techniken geweckt zu werden, damit sie bis zum Kronenchakra, welches körperlich auf der Schädeldecke angesiedelt ist, aufsteigen kann. Gelingt es, diese Kundalini aufsteigen zu lassen, so kann sie uns in einen dauerhaften ekstatischen Glückszustand versetzen, der tausendmal schöner ist als jede Sexualität, ja, sie kann uns sogar zur Erleuchtung führen. Wir aber suchen das kurzfristige sexuelle Vergnügen und entfernen uns damit immer mehr von unserer wahren göttlichen Natur. 

Als ich anfing zu studieren, bestand das erste Semester nicht und mußte es wiederholen. Dies war der Anlaß, mir die Frage zu stellen, warum ich in meinem bisherigen Leben eine solche Menge an Problemen mit mir herumtrug. Mir war klar, daß ich nicht durchgefallen war, weil es mir an Intelligenz mangelte, sondern weil meine psychischen Probleme, die ich seit meiner Kindheit mit mir herumtrug und die ich nie bewältigen konnte, mich daran hinderten, der zu sein, der ich immer sein wollte: selbstbewußt, angstfrei, intelligent, bei allen beliebt... 

Von meinem Wesen her aber war ich ein sehr ängstlicher Mensch, näherte mich den Menschen nur sehr vorsichtig oder zog mich vor ihnen zurück. Wahrscheinlich hatte ich die Menschen bis dahin nicht als besonders liebenswerte Geschöpfe kennen gelernt, bei denen ich Anerkennung, Liebe und Geborgenheit finden konnte, sondern empfand sie wohl eher als Bedrohung, der ich mich lieber entzog. Ich wuchs als Kind nicht bei meinen Eltern auf, sondern verbrachte meine Kindheit in verschiedenen Kinderheimen. In meiner Kindheit gab es immer eine tiefe Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, die aber nirgendwo erfüllt wurde. Ein Kinderheim ist einfach der falsche Ort, um diese Geborgenheit zu finden. Darum hat sich in meiner Seele wohl auch eine tiefe Traurigkeit eingenistet, die mich Zeit meines Lebens begleitete. Andererseits habe ich tief in meinem Innern immer gegen diese Lieblosigkeit rebelliert. Das Ergebnis war, daß ich als schwer gestörtes Kind galt, es wohl auch war, und weil niemand mit mir fertig wurde, wurde ich von einem Kinderheim ins nächste gesteckt. In den ersten sieben Lebensjahren mögen es etwa acht Kinderheime gewesen sein. 

Mit 10 Jahren lebte ich in einem Kinderheim, welches von Nonnen geleitet wurde. In dieser Zeit lernte ich die Onanie kennen. Seit dem onanierte ich ziemlich häufig. Die Onanie entwickelte sich schon bald zur Sucht. Seitdem hielt mich die Sexualität gefangen. Sie verschaffte mir wenigstens für einen kurzen Moment Zufriedenheit, Entspannung und sorgte für einen gewissen Nervenkitzel. Dieses war allerdings oft mit einem schlechten Gewissen verbunden. Ich glaube, dieses schlechte Gewissen grub sich tief in mein Unterbewusstsein ein. Das hatte zur Folge, dass ich Sexualität nie wirklich geniessen konnte. 

Als Erwachsener war ich dann ein ziemlich neurotischer Mensch. Ich war überaus nervös, ängstlich, verletzbar, meine Atmung war oberflächlich, ich hatte ständig Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Blähungen, lockeren Stuhlgang, konnte mich während des Studiums im Unterricht nicht lange konzentrieren, und kam jeden Tag immer sehr schnell an einen Punkt, an dem sich vollkommene Erschöpfung einstellte. Dann war ich meist bis in die Abendstunden erledigt und erholte mich erst wieder im Schlaf. Äußerlich sah man mir diese Schwierigkeiten nicht an. Es gab natürlich auch immer wieder Zeiten, in denen ich mich besser fühlte, aber insgesamt war es eine ziemliche Katastrophe. 

Wollte ich irgendetwas in Angriff nehmen, so zeigten mir stets meine Angst und meine Magenschmerzen meine Grenzen auf, meinen Aktionsradius, in dem ich mich bewegen konnte. Sie sagten mir gewissermaßen, Halt, Stop, bis hier her und nicht weiter, oder Angst, Nervosität und Magenschmerzen meldeten sich zu Wort. So gab es z.B. immer wieder die Frage, wovor musst Du jetzt Angst haben? Nach kurzem Nachdenken fiel mir natürlich immer irgendetwas ein und dann setzte auch die Angst ein. 

Frauen gegenüber war ich sehr schüchtern. Zu jener Zeit war ich allerdings bereits verheiratet und Vater zweier Söhne. Ich mochte meine Frau sehr gerne, versuchte meinen Kindern ein guter Vater zu sein und widmete ihnen viel Zeit. Mit meiner Frau hatte ich normale sexuelle Kontakte. Trotzdem bestimmten sexuelle Phantasien meinen Alltag. Ich hätte gern noch so viel erlebt, aber ich war zu schüchtern um andere Frauen kennen zu lernen. So onanierte ich weiterhin. Nach außen war ich stets bemüht, meine Unsicherheit und Ängste zu verbergen. Zu jener Zeit war ich also ein Mensch mit ausgeprägtem neurotischen Verhalten und psychosomatischen Beschwerden. 

Wie sollte ich nur aus diesem ganzen Dilemma herauskommen? Ich hatte mein Studium begonnen und wollte es auch erfolgreich zu Ende führen, und ich wollte, verdammt noch mal, ein glücklicher, zufriedener und angstfreier Mensch sein, jemand, der das Leben in vollen Zügen genoß. Mir war natürlich klar, daß meine Probleme etwas mit meiner Sexualität zu tun hatten. Fortan beschloß ich, total enthaltsam zu leben. Dies war wohl eine Reaktion auf mein bis dahin übermäßiges Interesse am Sex, bzw. am exzessiven Onanieren. Es war am Anfang gar nicht so einfach, sich des ständigen Verlangens zu erwehren. Es gab immer wieder Tage, in denen ein richtiger Sturm in mir tobte und es war nicht immer einfach, standhaft zu bleiben. Aber ich wollte unbedingt heraus aus der Misere in der ich mich befand, und da ich nun meinte, daß dies der richtige Weg sei, blieb ich meiner Einstellung treu. Viel lieber hätte ich meine sexuellen Wünsche und Phantasien mit einer Frau oder meinetwegen auch mit mehreren hübschen, liebevollen Frauen ausgelebt. Leider hatte ich dieses Glück nicht. 

In den dann folgenden Monaten gelang es mir aber immer besser mit der Enthaltsamkeit umzugehen. Außerdem hatte ich irgendwelche wunderlichen Dinge über Meditation gehört und suchte in öffentlichen Bibliotheken nach Literatur darüber. Leider fand ich dort kein Buch über Meditation, aber ich fand ein Buch über das »Autogene Training«. Ich las in dem Buch und probierte die Übungen selber aus. Da im Buch über Autogenes Training auch empfohlen wurde, die Übungen im Liegen auszuüben, habe ich mir dieses zu eigen gemacht. Da mir der Lotussitz nicht so besonders angenehm ist, kam mir das sehr entgegen. 

Meine Veränderungen im täglichen Leben aber gingen noch darüber hinaus. Da ich ständig zu viel Kaffee getrunken hatte, schränkte ich meinen Konsum drastisch ein, trank nur noch am Vormittag eine Tasse Kaffee. Sonst trank ich lieber Milch oder Hagebuttentee. Jeden Morgen aß ich Haferflocken (blütenzarte Flocken). Erst im Nachhinein wurde mir richtig bewußt, wie wichtig die morgendlichen Haferflocken vermutlich waren. Ich kochte sie jeden Morgen mit Milch auf. Haferflocken sind ein basisches Vollkornprodukt mit einem hohen Anteil an Ballast- und Mineralstoffen. Haferflocken enthalten Magnesium, Milch enthält Kalzium. Magnesiummangel führt zu Stress, Angst, Reizbarkeit, Müdigkeit, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Migräne, Mattigkeit, Geräuschempfindlichkeit, Herzklopfen, Herzjagen, übermäßiges Schlafbedürfnis, Kreuz- und Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe, Abkapselung von der Außenwelt mit ausgeprägter Angst vor Veränderungen). Ebenso wie die Haferflocken ist die Milch ein guter Lieferant von Eiweiß und Mineralien. 

Man sollte die Haferflocken mit Salz essen, denn Salz ist für den Körper besonders wichtig, weil es Magensäure bildet, das den Eiweiß aus der Nahrung löst. Die immer wieder aufgestellte Behauptung, dass man keinen Salz zu sich nehmen sollte, ist laut Henning Müller-Burzler (Die sieben Säulen einer gesunden Ernährung) nicht richtig. Der Körper braucht jeden Tag etwa 3 bis 5 Gramm Salz. Nur Vegetarier und Rohköstler, die kein Eiweiß zu sich nehmen, können auf Salz verzichten oder sie ernähren sich von salzreichen Gemüsesorten, wie Bleich-, Blatt- und Knollensellerie, Fenchel und Mangold. Während rohes Getreide (Haferflocken) und  Salz zu Darmflorastörungen führen, verträgt sich gekochtes Getreide sehr gut mit Salz. Unraffiniertes Meersalz ist gesünder als raffiniertes Kochsalz (NaCl), da es mehr Minaralstoffe enthält. Noch besser ist das Kristallsalz aus dem Himalaya. Kristallsalz enthält sämtliche Mineralien und Spurenelemente, aus denen der menschliche Körper besteht. Beim "normalen" Kochsalz (dem handelsüblichen Speisesalz) handelt es sich um ein künstliches, unter dem Einsatz von vielen chemischen Mitteln hergestelltes, raffiniertes Produkt. Alle im ursprünglichen Salz enthaltenen Mineralien und Spurenelemente wurden heraus genommen. So ist im Speise-, Koch-"salz" nur noch reines Natriumchlorid enthalten 

Man sollte die Haferflocken dagegen nicht mit Zucker (auch nicht mit Traubenzucker) essen, denn Zucker ist generell Gift für den Körper und der wichtigste Darmflora-Killer. Man kann die Haferflocken aber mit süßen Früchten mischen. Dazu gehören Bananen, süße Aprikosen, Birnen, Datteln, Feigen, Weintrauben, Rosinen, Papayas und reife Mangos. Man sollte sie aber nicht mit sauren Früchten, wie Äpfel (auch Äpfel enthalten sehr viel Fruchtsäure), Zitronen, Pflaumen, Orangen, Kiwis oder Johannisbeeren essen, (und nicht zusammen mit fruchtsäurereichen Säften oder Weinen) denn saure Füchte und Getreide bilden Darmpilze. Der Vorteil, die Haferflocken zu kochen, besteht darin, dass sie das Getreide energetisch "aufschließen", was den Vitalstoffgehalt der Körner erhöht. Dadurch können die Giftstoffe (Säuren) aus dem Körper aufgenommen  und abgeleitet werden. Aus diesem Grunde haben die Naturvölker ihre Getreidegerichte fast immer erhitzt. 

Durch Haferflocken kann man also auch die Übersäuerung des Körpers vermeiden. Selbstverständlich wirken auch Salate der Übersäuerung des Körpers, die ein großes Problem in unserer Gesellschaft ist, entgegen. Haferflocken, Salate, Obst, Gemüse, Nudeln und Reis sind basische Lebensmittel, die einer Übersäuerung des Körpers entgegen wirken. Die Übersäuerung kommt hauptsächlich durch den Verzehr von Zucker, Fleisch, Fisch, Eier, Alkohol, Kaffe, Schwarzem Tee und anderen sauren Lebensmitteln zustande. Aber auch Genußmittel wie die Zigarette und die meisten Medikamente sind säurebildend. Mehr dazu unter Saure und basische Lebensmittel. Sehr gut gefallen mir die Salatmischungen aus türkischen Imbissen. Es sind stets frische Salate und sie sehen appetitlicher aus als die Salate in den Lebensmittgeschäften. 

Der Autor des Buches Auf den Spuren der Methusalemernährung - Gesund und allergiefrei, der ehemalige Multiallergiker Henning Müller-Burzler hat sich morgens zwar nicht von gekochten Haferflocken ernährt, sondern von anderen gekochten Getreidegerichten. Weil ich seine Ernährung sehr interessant finde, möchte ich sie einmal hier darstellen. Morgens kochte ich mir in der Regel einen Getreidebrei, der meistens aus Hirse, Gerste, Dinkel, Roggen oder Reis bestand. Dazu ergänzte ich ein wenig kaltgepresstes Öl oder Butter, Meersalz und manchmal auch Honig. Mittags gab es wiederum gekochtes Getreide oder Vollkornbrot zusammen mit viel Gemüse und Salaten, Öl, Salz und ein wenig Quark oder Weichkäse. 

Ich persönlich koche mir heute jeden Morgen einen Getreidebrei aus Hafervollkornflocken, Gerstenvollkornflocken, Weizenvollkornflocken, Roggenvollkornflocken, Hirseflocken, Sojaflocken, Dinkelflocken, Reisflocken, Dinkelkleie, Weizenkleie, Haferkleie, Weizenkeime, Amaranth mit Rosinen, Datteln, Aprikosen, Bienenhonig, Haselnüssen, Buchweizen, Kokosflocken, Kornflakes, Mandeln, verschiedene Nussarten (Erdnüsse, Mandeln, Haselnüsse, Cashewnüsse, Walnüsse,  Sonnenblumenkerne, Sesam, Buchweizen, Leinsamen), verschiedene Trockenfrüchte (Sultaninen, Feigen, Äpfel, Datteln, Bananenchips, Birnen, Apfeldicksaft) zusammen mit Wasser und Biomilch. Alles natürlich aus kontrolliert ökologischem Anbau. Dabei mische ich die Getreide-, Nuss- und Fruchtsorten nach Belieben. 

Täglich machte ich Sport. Jeden Abend lief ich locker um den Häuserblock und legte zwischendurch auch mal einen Sprint ein. Ausserdem machte ich jeden Tag Liegestützen. Morgens nach dem Aufstehen, mittags, wenn ich nach dem Studium nach Hause kam, und Abends nach dem Zubettgehen, übte ich Autogenes Training. Des weiteren lernte ich Yogaübungen, die ich ebenfalls täglich machte. An dieser Stelle möchte ich auf den Yoga-Übungsplan von Sivananda aufmerksam machen. Weiter duschte ich im Sommer jeden morgen kalt. (siehe Sebastian Kneipp: Meine Wasserkur) Dies kostete mich zwar jeden Morgen Überwindung. Nachdem allerdings die erste Furcht überwunden war, war das Duschen recht angenehm. Außerdem fühlt ich mich angenehm erfrischt und war ein klein wenig stolz darüber, daß ich den Mut aufgebracht hatte, kalt zu duschen. Somit hatte sich einiges in meinem Leben verändert, aber die erhoffte Wirkung ließ zunächst noch auf sich warten. Bis dahin hatte ich keinerlei Erfahrung mit irgendeiner Art von Entspannungsübung und wußte nicht, ob sich nun wirklich etwas ändern würde. Die Wirkungen des Autogenen Trainings wurden zwar in dem Buch beschrieben, bisher bestand bei mir allerdings nur eine vage Hoffnung, der Ausgang war ungewiß. 

Lebt ein Mann sexuell enthaltsam, so lebt er eigentlich nicht wirklich enthaltsam. So hat es die Natur nun einmal vorgesehen. Der Körper des Mannes produziert weiterhin Samenzellen und von Zeit zu Zeit wird der Samen mittels eines nächtlichen Orgasmus' ausgeschieden. Diesen Vorgang nennt man Pollution. Die Pollutionen finden in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen von einigen Tagen bzw. Wochen ohne Zutun des Mannes statt. Die Häufigkeit der Pollution ist von der Lebensweise des Mannes abhängig. Die Pollutionen finden im Schlaf bzw. Halbschlaf statt. Da sie bei längerer Enthaltsamkeit meistens in  einem größeren Abstand stattfindet, (10 bis 30 Tage) sind sie äußerst intensiv und lustvoll, zumal sie oft von erotischen Träumen begleitet werden. Mitunter finden sie aber auch im Tiefschlaf statt. Dann bemerkt der Mann es vielleicht zunächst gar nicht, sondern bemerkt es eventuell erst am nächsten Morgen oder in den Tagen darauf an den aufgewühlten Emotionen (Nervosität, Aggression) oder am stärkeren Herzschlag (eher unangenehm). Sexuell betrachtet, sind die Pollutionen meistens mit einer großen sexuellen Befriedigung verbunden. 

Nachdem ich einige Monate enthaltsam gelebt hatte, waren die Pollutionen schöner als alles, was ich bis dahin sexuell erlebt hatte. Außerdem spürte ich sie mehr in der Magengegend (Nabelzentrum) als im Genitalbereich. Ich hatte meine Sexualität gewissermaßen der Natur überlassen, und die hatte die beste aller Lösungen für mich ausgesucht. In den Tagen nach der Pollution ging bei mir alles drunter und drüber. Euphorie und Niedergeschlagenheit lösten sich einander ab. In den depressiven Phasen war ich oft sehr gereizt und aggressiv. In den dann folgenden Tagen meldete sich die Sexualität besonders stark zu Wort, aber ich gab diesem Verlangen nicht nach. Nach zwei bis drei Tagen klang dieses Gefühl wieder ab, dann kehrte wieder Normalität ein. Gleichzeitig bemerkte ich, daß ein Stück meiner Angst und meiner Magenschmerzen, unter denen ich bis dahin ständig zu leiden hatte, verschwunden waren. Mein Wohlbefinden pendelte sich gewissermaßen auf einem etwas höheren Niveau ein. 

Zu jener Zeit war ich allerdings noch immer auf die Sexualität fixiert und ich sehnte mich, wenn es auch einiger Geduld bedurfte, schon nach dem nächsten Orgasmus. In den dann folgenden Monaten nahm das Interesse an der Sexualität, aufgrund der äußerst schönen Orgasmen, die ich während der Pollution erlebte, immer weiter ab, bis das Interesse an Sexualität eines Tages vollkommen verschwand. Ich hatte gewißermaßen mein ganzes sexuelles Verlangen ausgelebt und damit verlor sie an Bedeutung für mich. Ich glaube, daran kann man erahnen, wie schön die nächtlichen Orgasmen für mich waren. Die Orgasmen hatten dann auch eine andere Bedeutung für mich. Zum Einen war ich nicht mehr auf den Sex fixiert, die Orgasmen geschahen einfach von Zeit zu Zeit und glichen eher einem Gebet. Es war eher ein Geben als ein Nehmen. Nur derjenige, der dieses selber erfahren hat, kann es wohl richtig verstehen. So wurde ich, als ich noch auf den Sex fixiert war, in meinem schönsten Traum von den hübschesten Frauen geliebt und erlebte es vollkommen angstfrei, so, wie ich es gerne in der Realität erlebt hätte. Die Orgasmen, den ich dann erlebte, waren  wunderschön. Ich würde mir wünschen, in einer Gesellschaft zu leben, in der solche erotischen Erfahrungen für jeden normal sind. Dann würde das Thema Sexualität bald keine große Rolle mehr spielen. 

Ich möchte noch einmal versuchen, diese Vorgänge mit anderen Worten zu beschreiben. Normalerweise ist der Mann auf den Orgasmus fixiert. Er sehnt sich nach einem schönen Orgasmus. Sobald er ihn erlebt hat, denkt er schon bald an den nächsten, der genau so schön sein soll, oder vielleicht sogar noch schöner. Lebt man enthaltsam, so ist diese Einstellung am Anfang genau so vorhanden. Nach einiger Zeit allerdings ändert sich dies. Durch die äußerst lustvollen, nächtlichen Orgasmen (Pollutionen), besteht die Möglichkeit, seine ganze Sexualität auszuleben. So sind im Traum die hübschesten Frauen für dich da, um dich so schön wie möglich zu verwöhnen und dir alle deine Wünsche zu erfüllen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. 

Wo in der Realität sind solche Erlebnisse möglich? Es mag ja einzelne Männer und Frauen geben, die dieses Glück haben. Aber ich glaube, daß die große Mehrheit der Männer und Frauen alle möglichen erotischen Träume haben, ohne sie jemals ausleben zu können. 

Mit dem Ausleben der Sexualität, stellte sich im Laufe der Zeit eine himmlische Ruhe, ein wunderbarer Friede, eine tiefe Zufriedenheit, ein enormes Selbstbewußtsein und andere schöne Dinge ein, die alle viel schöner sind, als jede Sexualität, die man erleben kann. Schon bald hatte ich das Gefühl, daß es im Leben genau auf diese Dinge ankommt, und nicht auf den Sex und all die anderen Dinge, denen man sein ganzes Leben lang hinterher läuft, da allein diese Dinge wirkliches Glück und Zufriedenheit gewähren. Ich glaube, daß man diese Dinge aber erst dann erleben kann, wenn man seine Sexualität wirklich ausgelebt hat, sei es im Traum oder real. 

Dann kam der Tag, nachdem ich wieder einen wunderschönen nächtlichen Orgasmus hatte, als ich spürte, daß sich alle meine Ängste und Magenschmerzen auflösten. Ich, der ich, soweit ich mich erinnern konnte, mein ganzes Leben lang die Angst als meinen ständigen Begleiter zur Seite hatte, die auch nicht eine Minute von mir wich, und dadurch mein Leben zu einer ziemlichen Qual werden ließ, war auf einmal vollkommen angstfrei. Dies war natürlich eine RIESIGE Befreiung für mich. Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich mich vollkommen frei bewegen. Es gab Nichts, aber auch gar nichts, was mir Angst machte. Diese Entwicklung kam natürlich nicht von heute auf morgen, sondern zog sich über einen Zeitraum von etwa neun Monaten hin. Ursache für diese Veränderungen waren nicht nur die äußerst lustvollen, nächtlichen Orgasmen, sondern ich hatte gleichzeitig gelernt, mich in einem tiefen meditativen Zustand zu versetzen. Erlebte ich am Anfang diesen ekstatischen meditativen Zustand nur während der Meditation, so war diese Ekstase nach einigen Monaten permanent am Tag und in der Nacht vorhanden. Davon soll nun die Rede sein. 

Zuvor aber noch ein kleiner Abstecher zur Kundalini Energie: 

Die Kundalini ist eine kosmische Kraft, eine Lebenskraft, eine Lebensenergie, die auch als Prana bezeichnet wird. Diese Lebensenergie ist im Wurzelchakra, auch Basischakra genannt, dem untersten Chakra des siebenstufigen Chakra-Modells gespeichert, welches körperlich im Damm hinter den Geschlechtsorganen (Steissbein) zu finden ist. Sie kann mittels Yoga, Pranayama (Yogaatmung), Meditation (Autogenem Training oder anderen kontemplativen Techniken) und sexueller Enthaltsamkeit geweckt und in die oberen Chakren geleitet werden. Wird die Kundalini erweckt, so steigt sie von Chakra zu Chakra aufwärts, um sich letztendlich im siebten Chakra, dem Scheitelchakra, der Verbindung zur göttlichen Energie, welcher im Scheitel des Kopfes zu finden ist, mit dem "Göttlichen" zu vereinen. 
Man kann jedem Chakra eine Drüse zuordnen: 
7. Scheitelchakra - Zirbeldrüse 
6. Stirnchakra - Hypophyse 
5. Kehlkopfchakra - Schilddrüse 
4. Herzchakra - Thymusdrüse 
3. Solarplexus - Bauchspeicheldrüse 
2. Sexualchakra - Keimdrüsen 
1. Basischakra - Nebenniere
Viele Leute meinen, daß sie sich von psychischem Leid befreien können, wenn sie sich einem Therapeuten anvertrauen. Du musst dir darüber im Klaren sein, dass ein Therapeuten nur bedingt in der Lage ist deine psychischen Probleme zu lösen. Von wirklicher Gesundheit verstehen die allermeisten Therapeuten nichts. Die meisten Therapeuten besitzen diese Gesundheit selber nicht. Wenn Du also glaubst, ein Therapeut könnte diese Arbeit leisten, dann drückst Du dich nur vor der Verantwortung und übergibst sie dem Therapeuten. So aber kann kein Heilungsprozess stattfinden. Alles was ein Therapeut leisten kann, ist Bewusstsein zu schaffen, bei den Menschen, die bisher eher unbewusst und oberflächlich in den Tag hinein gelebt haben. Er kann dich ein Stück auf deinem Weg begleiten, dich unterstützen und Dir Mut machen. Aber heilen kannst nur Du dich selber. Beginne damit heute und nicht erst morgen. 


Der beste Weg um vollkommene Gesundheit zu erlangen, ist Meditation. Durch Meditation verschwinden allmählich alle psychischen Störungen. Meditation und Enthaltsamkeit arbeiten auf physiologischer Ebene. Sie beseitigen deinen Hass, sämtliche Aggressionen und alle psychischen Krankheiten. Es sollte allerdings auch gesagt werden, dass dieser Weg nicht einfach ist. Man muss sich öffnen, man muss alle Emotionen, die man sein Leben lang hinuntergeschluckt hat, zulassen. Und das ist mit sehr viel Leid, Schmerz, Trauer und Hass verbunden. Nur derjenige, der den Mut hat, sich diesem Prozess zu stellen, wird Fortschritte machen. Die  Alternative lautet: Leiden, ein Leben lang. 

Alle seelischen Verletzungen, die wir im Laufe unseres Lebens erfahren haben, sind in unserem Körper gespeichert und machen sich in irgendeiner Form bemerkbar. Je nach Veranlagung hat jeder sein eigenes Krankenbild. Bei dem einen äußern sie sich als Muskelverspannungen, bei dem anderen sind die Organe betroffen, der dritte leidet an Migräne usw. So gibt es tausende von unterschiedlichen Erkrankungen, die aber fast alle durch Meditation geheilt werden können. Mit Meditation meine ich aber nicht eine oberflächliche Entspannung, sondern die Fähigkeit, sich wirklich in einen tiefen Meditationszustand zu versetzen, den man natürlich erlernen muss. 

Nun also weiter mit Meditation und Autogenem Training. 

Das Autogene Training gliedert sich in folgende Stufen:

0.  Ruheformel 
1.  Schwereübung 
2.  Wärmeübung 
3.  Herzregulierung 
4.  Atemeinstellung 
5.  Sonnengeflecht 
6.  Kopfgebiet einstellen 
7.  Zurücknehmen 
Einstellen der Ruhe 
Muskelentspannung 
Gefäßentspannung 
Beruhigung des Herzschlages 
tiefes und entspanntes Atmen 
Nervenknotens im Bauchraum 
Stirnkühle 
Recken, Strecken, Gähnen 
»Ich bin vollkommen ruhig und gelassen« 6x 
»Arme und Beine sind schwer« bzw. »Schwere« 6x 
»Arme und Beine sind warm« bzw. »Wärme« 6x 
»Das Herz schlägt ruhig« 6x 
»Die Atmung ist ganz ruhig (es atmet mich)« 6x 
»Das Sonnengeflecht ist strömend warm« 6x 
»Die Stirn ist angenehm kühl« 6x 
Recken, Strecken, Gähnen nach dem Üben 

Dazwischen immer wieder die Ruheformel verwenden. Jeden Bereich etwa 1 Woche üben. Nach Möglichkeit am Anfang immer zur selben Zeit üben. Die Formeln kann man sich auch als Bilder oder Leuchtschrift etc. vorstellen. Hat man eine gewisse Routine erarbeitet, dann reicht: 

»Alle Glieder sind schwer und warm«
»Herz und Atmung sind ruhig«
»Leib warm, Stirn kühl«. 

Gute Meditationsanleitungen findest du hier

Beim Üben des Autogenen Trainings stellen sich bei einigen Leuten eventuell Schwierigkeiten ein. Darum wird empfohlen, die ersten Übungen des autogenen Trainings zunächst von einem medizinisch bewanderten Lehrer begleiten zu lassen. Trotzdem erlernte ich es autodidaktisch. 

Beim Üben des Autogenen Trainings stellte sich nach einiger Zeit ein Prickeln im ganzen Körper ein. Das Prickeln war begleitet von einer angenehmen »multidimensionalen Rotation«. Es fühlte sich so an, als ob es im ganzen Körper  viele kleine punktförmige Rotationselemente gab, die in alle möglichen Richtungen rotierten, fast so, als würde um jede Zelle des Körpers eine Rotation in eine andere Richtung stattfinden. Der Körper fühlte sich außerdem wie ein großer, aufgeblasener Ballon an und schien schwer wie ein Stein zu sein. Dieses zu verspüren war sehr angenehm. 

Die Herzregulierung geschah bei mir ganz von allein ohne dass ich sie speziell übte. Wenn man, wie ich, in all den Jahren zuvor, ein überaus ängstlicher und nervöser Mensch war, dem das Herzklopfen sehr vertraut war, dann empfindet man die Ruhe, mit der das Herz dann schlägt, als sensationell. Selbst in Situationen, in denen es sich sonst vor Wut oder Angst überschlagen hätte, blieb es vollkommen ruhig. Diese Ruhe stellt sich aber nicht nur in der Herzregion ein, sondern übertrug sich auf mein ganzes Wesen. 

Als ebenso sensationell empfand ich es, als sich die Wirkungen des Sonnengeflechts (Nabelzentrum) offenbarten. Die Magenschmerzen, die mich jahrelang geplagt hatten, verschwanden vollkommen. Stattdessen stellte sich ein ziemlich intensiver, angenehmer Energiestrom ein, der mir sehr viel Kraft und Energie verlieh. Die Einstellung der Herzregulierung und des Sonnengeflechts gingen Hand in Hand mit den überaus schönen Orgasmen, die ich bereits oben beschrieb. 

Im Laufe der Zeit stellten sich bei mir noch weitere Veränderungen ein. Die Gier nach Sexualität ließ zunächst nach und verschwand im Laufe der Monate vollkommen. Dies empfand ich als sehr angenehm. Fortan betrachtete ich Frauen in erster Linie als Menschen und nicht mehr als Sexualobjekte. Es stellte sich eine himmlische Ruhe ein, und absolut gar nichts konnte mich erschüttern. Ich schwebte gewissermaßen, ohne jede Spur von Arroganz, über den Wolken und sah mitleidig auf all die armen Geschöpfe herab, die sich da unten durchs Leben quälten. Das Leben verlief wie im Rausch, einer Droge gleich. Heute weiß ich, daß körpereigene Drogen, dabei eine entscheidende Rolle spielen. (siehe: Körpereigene Drogen

Im Studium war ich von nun an der Beste, schrieb die besten Klausuren, wurde vor der ganzen Klasse gelobt, weil ich wieder einmal einen besonders eleganten Lösungsweg gefunden hatte und brauchte dafür nicht einmal etwas zu tun. Es fiel mir einfach wie selbstverständlich in den Schoß. Las ich den Aufgabenzettel der Klausur, so wußte ich fast im gleichen Moment den Lösungsweg. Es wird immer wieder behauptet, daß der Mensch nur zu einem geringen Teil seine Intelligenz nutzt. Zu jenem Zeitpunkt war ich wohl in der Lage, meine Intelligenz weit mehr zu nutzen, als in den Jahren zuvor. Ich möchte sogar die Behauptung aufstellen, daß ich damals sogar in der Lage gewesen wäre, mit ganz anderen Anforderungen fertig zu werden und zwar mit einer derartigen Lust und Begeisterungsfähigkeit, daß es die Menschen, die mich kannten, bestimmt erstaunt hätte. Mir standen einfach alle Türen offen. 

Der Körper fühlte sich locker und entspannt an, es stellte sich eine angenehme Leichtigkeit ein, und da alle Spannungen aus meinem Körper gewichen waren, veränderte sich sogar mein Gang. Meine Stimme wurde ganz tief. Sie war gewissermaßen meine Visitenkarte und sie war wirklich beeindruckend, an Reinheit, Schönheit, Kraft und Tiefe kaum zu überbieten. Es ist absolut geil solch eine Stimme zu haben. Der Drummer Phil Ruud von AC/DC, ein Bündel an Power und Energie, hat übrigens auch so eine geile Stimme. Zu sehen u.a. im Video "Let there be rock". 

Auch die Art und Weise wie ich schrieb, veränderte sich. Seitdem ist mir klar, daß die Graphologie, also die Analyse der Schrift, einiges über den Schreiber aussagen kann. Während des Unterrichts mußte ich den Text oft von der Tafel abschreiben. Ursprünglich war dies mühsam und anstrengend, später dann machte es richtig Spaß und ging ganz leicht von der Hand, fast spielerisch. 

Selbst meine Schlafgewohnheiten veränderten sich. Früher hatte ich  oft Schlafstörungen, wachte mitten in der Nacht auf und hatte häufig Schwierigkeiten wieder einzuschlafen. Morgens fühlte ich mich entsprechend unausgeschlafen. Nun hingegen schlief ich tief und fest, wachte nachts nicht mehr auf, und fühlte mich nach dem Aufwachen frisch und munter. 

In dem Haus, in dem wir wohnten, gab es Nachbarn, die immer wieder, ohne Rücksicht zu nehmen, laut die Türen zuknallten. Dies hatte mich früher sehr belastet. Wut, Aggressionen, Herzklopfen und Nervosität stellten sich ein. Später dann hat mich das Türenschlagen überhaupt nicht mehr gestört. In mir herrschte einfach eine solche Ruhe, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Lebensfreude, die durch wirklich nichts zu erschüttern war. Auch im dritten Auge, das ist der Punkt zwischen den Augenbrauen, wo die verheirateten indischen Frauen sich einen roten Punkt aufmalen, spürte ich einen angenehm prickelnden Energiestrom. Dieser Punkt wird auch als Drittes Auge oder Christuspunkt bezeichnet. 

Ich sollte auch nicht unerwähnt lassen, daß sich in mir eine tiefe Dankbarkeit ausbreitete, die sich auch religiös ausdrückte. Ich hatte eine katholische Erziehung, lebte in meiner Kindheit in einem katholischem Kinderheim, welches von Nonnen geleitet wurde, wohnte später in einem katholischem Männerheim (Kolpinghaus), besuchte eine katholische Schule und war Mitglied bei den katholischen Pfadfindern, die sich immer in den Räumen der Kirche traf und war in meiner Jugend Messdiener in der Kirche. Ich hatte also eine ausgeprägte religiöse Erziehung »genossen«. Dieses führte aber eher dazu, daß ich eine Abneigung gegen die Kirche entwickelte, genauso wie ich eine tiefe Abneigung gegen die Schule hatte. Nachdem ich allerdings diese wunderbare Veränderung erfahren hatte, fühlte ich eine tiefe religiöse Verbundenheit und hatte jemandem, dem ich meine Dankbarkeit bezeugen konnte. 

In den Monaten, in denen diese Veränderungen eintraten,  gab es allerdings auch Nächte, in denen ich von Schlafstörungen geplagt wurde. Mitunter hatte ich auch in den Tagen nach einem nächtlichem Samenerguß heftige Kopfschmerzen, begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Nach einem Tag waren die Kopfschmerzen allerdings vorbei. Auch gab es gelegentlich pulsierende Muskelzuckungen. Ob diese durch die Nerven oder die Muskeln verursacht wurden, kann ich nicht sagen. Ich vermute, daß blockierte Nervenbahnen oder chronisch verspannte Muskelpartien sich lösten. 

In diesen Monaten hatte ich eine wunderbare Veränderung erfahren. Ich schwebte wie auf Wolken, fühlte mich wie im siebten Himmel. Angst gab es nicht mehr, sie war mir einfach fremd. Ruhend in einem tiefen, inneren Frieden genoß ich das Leben in vollen Zügen. Es brauchte nichts gesagt zu werden, die Sprache des Glücklichen ist das Schweigen. Ich erinnere mich daran, daß Osho einmal über einen Zeitraum von 42 Monaten geschwiegen hat. Von einem anderen Yogi habe ich gelesen, daß er 30 Jahre geschwiegen hat. Welch glückliche Menschen! 

Alle Versuche, anderen zu zeigen, was ich doch für ein toller Kerl sei, waren  überflüssig. Es war allerdings auch nicht immer einfach. Mitunter war ich derart übermütig, daß sich fast schon Anwandlungen von Größenwahn einstellten. Ich schwebte einfach derart über den Wolken, daß ich glaubte, ich könnte die ganze Welt aus den Angeln heben, es könnte mir nichts und niemand etwas anhaben, und ich sei überhaupt der Größte. Dabei übersah ich, daß es besser ist, hübsch auf dem Teppich zu bleiben. Es wäre zu dem Zeitpunkt gut gewesen, wenn ich daran gedacht hätte, welcher Hölle ich entronnen war, und was ich durch meinen Leichtsinn wieder verlieren könnte. Man sagt ja, Hochmut kommt vor dem Fall. Und so kam es dann auch. 

Etwa 18 Monate hielt der Zustand der Glückseligkeit an, und verschwand in den Moment, als ich mich wieder auf die Sexualität einließ. Es endete wieder in der gleichen Exzessivität, die mir bereits vorher zu eigen war. Wie ein Junkie konnte ich einfach nicht genug bekommen. Dann war die Leichtigkeit vorbei, mit der ich in den vorhergehenden Monaten das Leben gelebt und genossen hatte, und ich war wieder das alte Nervenbündel. Das Leben war wieder mühselig, Kampf, und die Sexualität hatte mich wieder voll im Griff. 

Noch ein Wort zu Osho. Osho war der erste, bei dem ich das wiederfand, was ich seinerzeit erlebte. Osho ist wirklich ein brillanter Redner. Man lese sich nur einmal seine Meditationstexte durch. Ich liebe seine phantasievollen, kreativen, rebellischen und humorvollen Reden. Er verstand es sehr gut, das Interesse für spirituelle Themen in der westlichen Welt zu wecken. Es war wohl besonders seine tollerante Einstellung zur Sexualität, die die Massen anzog. Er verschwieg dabei allerdings, dass nur einer von 1 Millionen, die den tantrischen Weg beschreiten, auf diesem Wege auch Erleuchtung erlangen. Das wird im Text von Swami Chidananda über die Enthaltsamkeit sehr deutlich. 

Osho sagte zwar: »Wenn du wirklich das innere Licht erfahren hast, wird der Sex verschwinden. Ja, es wird Liebe in dir sein, aber der Sex wird verschwinden, die Sexualität wird verschwinden. An deren Stelle wird die Liebe treten – ein sehr liebevolles Wesen. Es wird kein Verlangen nach Sex mehr da sein. Sollte das Verlangen nach Sex bleiben, hast du das innere Licht nicht erfahren. Dann war das innere Licht nur eine Projektion des Verstandes.« Aber er sagte es so leise, dass es viele nicht hörten. Vielleicht war das auch seine Absicht. 

Damit möchte ich sagen, dass der tantrische Weg zwar theoretisch auch zum Ziel, zur Erleuchtung, führt, dass die meisten Menschen, die angeblich einen tantrischen Weg beschreiten, aber kaum etwa vom Tantra verstehen und sich deshalb oftmals nur in ihrer Sexualität verlieren. Im klassischen Sinne kommt es beim Tantra zwar eventuell zur sexuellen Vereinigung, um die Kundalini zum Aufsteigen zu bewegen, aber es findet kein Orgasmus statt. Die tantrische Vereinigung geschieht auch erst nach jahrelanger spiritueller Vorbereitung. Andere tantrische Linien leben sogar vollkommen zölibatär (Dalai Lama). Osho aber tat so, als sei der tantrische Weg fast ein Kinderspiel, der von jedem leicht beschritten werden kann. Lockte Osho nicht in Wirklichkeit mit der sexuellen Freiheit, um seine persönliche Eitelkeit zu befriedigen? 

Wenn man sich ausserdem Osho's Beitrag über seine Erleuchtung durchliest, dann sieht man, daß Osho selber eher einen yogischen als einen tantrischen Weg beschritten hat. Osho lebte sexuell enthaltsam. Obwohl er es nicht in seinem Artikel erwähnt, nehme ich es einfach einmal an. Er lebte als Asket, was das Essen und seinen Besitz betraf. Ausser einem Stück Stoff, den er tagsüber trug und nachts als Decke benutzte, und einer Bambusmatte, auf der er nachts schlief, besass er nichts. 

Er meditierte stundenlang, lief zwei mal am Tag 5 bis 8 Meilen und las sicherlich viel in religiösen Büchern. Wenn man Yoga unter dem Aspekt der Körperertüchtigung betrachtet, dann könnte man das Laufen im weitesten Sinne auch als Yogaübung betrachten. Und selbst wenn Osho eine Woche vor seiner Erleuchtung mit all diesen Anstrengungen aufhörte, so bin ich mir ziemlich sicher, dass er die Erleuchtung ohne diesen eher yogischen Weg nicht gefunden hätte. Wenn Osho allerdings in dem Artikel behauptet, dass Leute wie Jesus, Mohammed und Krishna keine Ahnung von Erleuchtung haben, dann verschlägt es mir die Sprache. 

Seitdem ich mich intensiver mit Yoga beschäftige, empfinde ich Osho eher als oberflächlich. Osho's Worte sind zwar süß wie Honig, ihnen fehlt allerdings mitunter der Tiefgang. Aber trotz dieser Meinungsverschiedenheiten habe ich immer noch grosse Sympathien für Osho. 

Ich glaube, dass der yogische Weg, der Weg der Enthaltsamkeit, wesentlich einfacher zu beschreiten ist als der tantrische Weg. Es hängt ganz davon ab, wie konsequent man dem sexuellen Verlangen wiederstehen kann. Beim tantrischen Liebesakt sollte der Orgasmus (Samenerguss) möglichst vermieden werden. In Darjeeling, im Vorder-Himalaya (Westbengalen), leben einige Hundert Ex-Lamas, die als Kulis (Lastenträger) ihre Arbeit verrichten. Ein Lama ist ein tibetischer (tantrischer) spirituellen Lehrer, ein Mönch, aus dem tibetischen Buddhismus. Die Lamas sind entweder allein, oder zusammen mit ihrer Geliebten aus Tibet geflohen, um den strengen Strafen zu entgehen, die der Bruch des Zölibats mit sich bringt. Wird der Mönch bei einer sexuellen Verfehlung erwischt oder wird er von anderen angezeigt, so fällt er in Ungnade, erfährt öffentlich körperliche Züchtigung, wird zusätzlich mit einer schweren (Geld-)Strafe bestraft und aus dem Orden entfernt. 

Taoisten haben einige Richtlinien aufgestellt, wie oft ein Mann einen Samenerguß haben kann ohne seine Lebensfreude, Vitalität etc. zu verlieren. Ihr könnt es hier nachlesen. 
  • Ein 20zigjähriger Mann kann einmal alle  4 Tage ejakulieren. 
  • Ein 30zigjähriger Mann kann einmal alle  8 Tage ejakulieren. 
  • Ein 40zigjähriger Mann kann einmal alle 10 Tage ejakulieren. 
  • Ein 50zigjähriger Mann kann einmal alle 20 Tage ejakulieren. 
  • Ein 60zigjähriger Mann sollte nicht mehr ejakulieren. 
Diese Werte sind dem Buch von Mantak Chia entnommen: Öfter, länger, besser. Sextips für jeden Mann. 

Wieviel Energie bei einem männlichen Orgasmus verloren geht, geht aus einem Artikel von Mantak Chia hervor: »Jedesmal, wenn der Mann ejakuliert (einen Samenerguß hat), nimmt der Körper an, daß er ein neues Leben zeugen soll. Dem Tao zufolge opfern sämtliche Organe und Drüsen dafür ihre beste Energie. Ein durchschnittliches Ejakulat enthält zwischen 50 und 250 Millionen Spermien. Wenn der Körper diesen Spermavorrat nicht ständig auffüllen muß, kann er der taoistischen Lehre zufolge, die eingesparten Energien verwenden, um Körper und Geist zu stärken, um Gesundheit, Kreativität und geistiges Wachstum zu fördern.« 

Das, was die Männer als Orgasmus erfahren, sind die 5 bis 10 Kontraktionen der Prostata. Der Samen wird im Hoden produziert. Die Reifezeit beträgt etwa 72 Tage. Die reifen Spermien werden dann im Nebenhoden gelagert, um dort aufbewahrt zu werden. Beim Samenerguss wird ein wenig Samen durch Kontraktion des Samenleiters vom Nebenhoden zur Prostata befördert (hinaufgesaugt), dort mit dem Samen aus der Samenleiterampulle, mit den Drüsensekreten aus den Samenbläschen, der Prostataflüssigkeit und dem Sekret der Cowperschen Drüse vermischt und als Ejakulat durch die Harnröhre ausgeschieden. 

Bildliche Darstellung: 

Vorgänge im männlichen Genitaltrakt
Männliche Urethra mit akzessorische Drüsen
Geschlechtsorgane Mann

Das Sekret der Samenbläschen steuert das meiste Volumen, ca. 50–70 %, des Ejakulats bei. Sie dient der Verflüssigung des Ejakulats und enthält Fruktose (Fruchtzucker) und andere Stoffe die der Ernährung der Samenzellen dient, ausserdem große Mengen an Prostaglandinen und Fibrinogen. Die Prostaglandine tragen zur Befruchtung bei, in dem sie die Gebärmutterschleimhaut empfänglicher für die befruchtete Eizelle machen, und möglicherweise in dem sie die glatte Muskulatur in der Gebärmutterwand zu peristaltischen Bewegungen anregen, die die Spermien in Richtung Eierstöcke bringen. Außerdem verhindern sie Infektionen im männlichen Geschlechtstrakt. 

Die alkalische Flüssigkeit der Vorsteherdrüse (Prostata), ein milchig-klares Sekret, sorgt für die Beweglichkeit der Samenzellen. Ohne dieses Sekret könnten diese die Scheide, in der ein saures Milieu vorherrscht, nicht passieren und in die Gebärmutter aufsteigen. Die Prostata liefert etwa 20 bis 25 % am Volumen der Samenflüssigkeit. Ihr Sekret fungiert dabei als Nährlösung für Samenzellen und enthält alles, was diese auf ihrem beschwerlichen Weg zur Eizelle brauchen: Fruchtzucker zur Verpflegung, Wasser, um darin zu schwimmen, und Säure, welche die Spermien aus ihrer Hodenstarre erweckt. Dazu erhalten Samenzellen die Mineralstoffe Natrium, Kalium, Zink und Magnesium. Nur wenn die Prostata für die richtige Mischung im Ejakulat sorgt, ist die Fruchtbarkeit des Mannes gewährleistet. 

Vorab, ausgelöst durch die Erregung, innerviert der Parasympathikus die Cowperschen Drüsen und regt sie zur Sekretion eines verhältnismäßig kleinen Anteils von 2–5 % klaren Schleims, auch Lusttropfen genannt, an. Das schleimige Sekret dient vermutlich vor allem der Neutralisierung von Harnresten, eventuell auch des sauren Scheidenmilieus. 

Bei jedem Orgasmus gehen nicht nur Natrium, Kalium, Zink und Magnesium, Kalzium, Citrationen (Zitronensäure) und Phosphationen verloren, die der Körper unbedingt braucht, um sich wohl zu fühlen. Die Samenflüssigkeit ist zudem meist leicht salz- und proteinhaltig, (durch die Spermien) und enthält Dopamin, Noradrenalin, Tyrosin, die Bindungshormone Oxytocin und Vasopressin sowie verschiedene Östrogene, Pheromone (Geruchsstoffe), Antidepressiva und ß-Endorphin. Wie viel Energie der Körper aufwenden muss, um den Samen zu produzieren, kann man hier sehen: Sperma. Die Energie, die der Körper für das Produzieren neuer Samenzellen aufbringen muss, geht für das Wohlbefinden, die Vitalität und der Lebensfreude verloren. Dadurch fühlt der Mann in den Tagen nach einem Orgasmus müde, schlapp und ausgelaugt. Der Körper braucht im Durchschnitt 72 Tage, um neuen Samen zu produzieren.


Mantak Chia's taoistische Sexualpraktiken

Mantak Chia spricht von einem Orgasmus ohne Samenverlust und tut dabei so, als hätten die Menschen, die seine taoistischen Sexualpraktiken anwenden, keinen Samenerguss. Dass entspricht aber nicht der Realität. 

Dazu solle man kurz vor dem Orgasmus den Zeige-, Mittel- und Ringfinger seiner stärkeren Hand auf den Punkt der Million Goldstücke, auf jenen Punkt, an dem sich der Samenleiter und der Harnleiter treffen (siehe Bild), so fest pressen, dass der Samenfluss gestoppt wird. Sie müssen mit Ihrem Finger bis zum ersten Fingergelenk hineinfahren, also etwa 1,5 bis zwei Zentimeter. 

Weiter sagt Mantak Chia: Spannen Sie während des Orgasmus ihren PC-Muskel (Pubo-Coccygeus-Muskel, Beckenbodenmuskel) an und ziehen Sie den Damm (zwischen Penis und Po) hoch. Pumpen sie mit dem Pomuskel und ziehen Sie die orgastische Energie gedanklich über das Rückgrat zum Gehirn hinauf. Die Kombination aus dem gleichzeitigen Anspannen des PC-Muskel, sowie dem Anspannen der Fuss- Faust- und Kiefermuskeln soll den Genitalien das Blut und die Energie entziehen, die sie für den unwillkürlichen Spasmus (ungewollte Muskelanspannung) benötigen. Wird der Druck auf die richtige Stelle ausgeübt, so tritt kein Samen aus. 

Mantak Chias Theorie funktioniert zum einen nicht, weil durch das gleichzeitige Anspannen von PC-Muskel, sowie dem Anspannen der Fuss- Faust- und Kiefermuskeln, keinesfalls den Genitalien das Blut und die Energie entzogen wird, die sie für den unwillkürlichen Spasmus benötigen. Genau dieser Spasmus, den Mantak Chia eigentlich verhindern möchte, findetaber statt. Es kommt ja zu einem Orgasmus. Das Lustgefühl des Orgasmus beruht nämlich im wesentlichen aus den 5 bis 10 Muskelkontraktionen (Spasmen) der Prostata. 

Dazu lesen wir bei wikipedia unter Injukalation

"Durch den Druck auf den Punkt zwischen After und Hodensack vor dem Stimulationshöhepunkt wird – bei konsequenter Anwendung der Methode – der Samenleitereingang vor der Harnröhre abgedrückt, so dass das Sperma nicht entweichen kann. 

Dabei wird die Samenflüssigkeit des Spermas von der Prostata wieder aufgenommen. Das dann einsetzende wollüstige Gefühl wird durch die Kontraktion diverser (Prostata-)Muskeln hervorgerufen, die das Sperma herausstoßen wollen, was jedoch nicht geschieht. 

Durch diesen, dem Körper "vorgegaukelten" Samenerguss entsteht zwar eine sexuelle Befriedigung, jedoch wirkt diese Methode im Ganzen weiter stimulierend und lusterhaltend, anstatt wie bei einer echten (sexuellen) Befriedigung ermüdend. 

Es ist dabei wichtig, genau auf den Punkt zu drücken, nicht etwas daneben. Ansonsten wird das Sperma rückwärts in die Harnblase gespritzt, was sich durch getrübten Urin beim nächsten Wasserlassen äußert. 

Der Hauptnutzen der Injakulation liegt in der Trennung von Orgasmus und Ejakulation, wodurch die mit der Ejakulation verbundene Refraktionsphase aus- und die Erektion erhalten bleibt. Dies ermöglicht es Männern multiple Orgasmen zu erleben. 

Die Übersetzung fernöstlicher Begriffe und Vorstellungen in rational-wissenschaftliche Terminologie ist immer problematisch. Den lusterhaltenden Effekt (Taoismus) mit der in der Prostata verbleibenden Samenflüssigkeit (Schulmedizin) erklären zu wollen, ist bestenfalls unangebracht. Aus schulmedizinischer Sicht wird dem Körper kein Samenerguss "vorgegaukelt". Es finden alle Muskelkontraktionen statt, die mit einem Orgasmus verbunden sind, die Flüssigkeit wird lediglich nicht ausgeschieden. Über Energiefluss und Meridiane ist damit aber nichts gesagt. 

Schulmedizinisch ist ein dauerhaftes Verbleiben der Samenflüssigkeit im Samenleiter gesundheitsgefährdend. Da bei der Injakulation aber keine funktionelle Störung vorliegt, wird die zurückgehaltene Flüssigkeit mit dem nächsten Harn- oder Samenfluss ausgeschieden. 

Eine "Wiederaufnahme" der Samenflüssigkeit durch die Prostata ist zumindest zweifelhaft. Teilweise wird sogar behauptet, die Flüssigkeit werde "durch das Blut wieder absorbiert", was völlig ausgeschlossen ist. Nährstoffe resorbiert der Organismus im Darm über die Schleimhäute, dort werden sie in die Blutbahn gelenkt. Auch die äußere Haut ist zur Resorption fähig. Drüsen, Samenleiter und Harnröhre jedoch nicht, sie produzieren und transportieren." 

Soweit also wikipedia. 

Sämtliche Drüsen geben also, wie bei einem ganz normalen Orgasmus, ihre Drüsensekrete, aus der das Ejakulat besteht, ab. Zu diesen Drüsen gehören: 1. Hoden und Nebenhoden, 2. Samenleiterampulle, 3. Samenbläschen, 4. Vorsteherdrüse (Prostata), 5. Cowpersche Drüse (Bulbourethraldrüse). Mit anderen Worten, es findet ein ganz normaler Orgasmus statt. Das Ejakulat kann allerdings nicht durch die Harnröhre abfließen, da sowohl der Samenleiter als auch die Harnröhre durch den Druck auf den "Millionen-Dollar-Punkt"versperrt ist. Daher verbleibt das Ejakulat in der Prostata. 

Mittlerweile haben sich die verschiedenen Drüsensekrete in der Prostata vermischt und sie werden wohl keine Möglichkeit und keine Veranlassung mehr haben, in dieunterschiedlichen Drüsen zurückzuwandern. Und das Hinaufleiten der Energie über das Rückenmark zum Gehirn, welches Mantak Chia einerseits durch das Pumpen des Pomuskels und andererseits gedanklich erreichen möchte, geschieht ganz von selbst, wie bei jedem normalen Orgasmus. Da braucht man überhaupt nicht nachzuhelfen. 

Mit anderen Worten, ich halte die taoistischen Sexualpraktiken Mantak Chia's für nichts anderes als eine gute Geschäftsidee, die sich bisher auchrecht gut verkauft hat. Wie wir noch im Laufe dieses Buches erfahren, war Mantak Chia keineswegs der erste, der mit dieser Methode die Menschen auf die falsche Fährte lockte. Schon in grauer Vorzeit gab es verantwortungslose Yogis, die mit dieser Methode wohlhabenden Männern das Geld aus der Tasche zogen und sie in den gesundheitlichen Ruin trieben.


Der von mir beschriebene und beschrittene Weg beruht auf der Yoga-Philosophie. Diesen Weg haben bereits tausende von Yogis beschritten und Erleuchtung erlangt. Ich empfehle dir deshalb, dich einmal mit Raja-Yoga zu beschäftigen.

Nachtrag 1: Es ist schon einige Zeit her, dass ich diesen Text schrieb. Zu jener Zeit waren Begriffe wie Chakra, Aura, Kundalini und was es da noch alles an esoterischen Begriffen gibt, mit denen man spirituelle Prozesse zu beschreiben versucht, für mich selbstverständlich. Mittlerweile hat sich meine Meinung betreffs dieser Begriffe allerdings grundlegend gewandelt. Das, was angeblich durch den Aufstieg der Kundalini geschieht, sind in Wirklichkeit neuronale Prozesse, die im Gehirn ablaufen. 

Spirituelle Fortschritte geschehen also nicht durch das Erwecken der "göttlichen" Kundalini, die dann allmählich vom Basischakra  über die Wirbelsäule bis zum Kronenchkra aufsteigt, sondern durch Ausschüttung von körpereigenen Substanzen wie Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und anderen sogenannten Transmitterstoffen im Gehirn, die Einfluss auf unseren Körper, auf unser Empfinden, unser Denken und auf unser Handeln haben. Weil ich momentan aber wenig Zeit habe, den Text umzuschreiben, lasse ich ihn in der ursprünglichen Fassung. Ich habe aber versucht, diese Zusammenhänge über die physiologischen Prozesse in meinem Artikel Erleuchtung - Was ist das überhaupt? zu beschreiben.



Osho: Wie kannst du erkennen, ob du richtig lebst? 

Seligkeit ist das einzige Kriterium für das Leben. Wenn dein Leben nicht selig ist, dann wisse, dass du auf dem Holzweg bist. Leiden ist das Kriterium dafür, dass man falsch lebt, und Seligkeit ist das Kriterium dafür, dass man richtig lebt, andere Kriterien gibt es nicht. Du brauchst nicht erst heilige Schriften zu lesen und auch keinen Guru zu fragen. Du brauchst nur zu prüfen, ob du immer seliger wirst, ob deine Seligkeit ständig tiefer und tiefer wird. Wenn das so ist, dann bist du auf dem richtigen Weg. Und wenn das Leiden, die Qualen, die Schmerzen immer mehr werden, dann bist du auf dem Holzweg. Es kommt nicht darauf an, irgendwem zu glauben; es kommt darauf an, jeden Tag sein eigenes Leben zu prüfen und nachzuschauen, ob man eigentlich immer trauriger wird oder immer seliger.
 


Hier eine Email, die mir jemand im Juli 2004 schrieb: 

Hallo. 

Es ist schon längere Zeit her, dass ich auf deine Homepage gestoßen bin. Als ich vor kurzem wieder mal Deine Seite lesen wollte, stellte ich fest, dass diese zur Zeit nicht abrufbar ist, habe mich aber dann in ein Esoterikforum gegoogelt, in welchen Du wegen Deinen Ansichten in Bezug auf die Enthaltsamkeit angegriffen wurdest. Anscheinend von Menschen, die wirklich keine Ahnung haben. So habe ich beschlossen, Dir mal per e-mail zu schreiben und mich einfach zu bedanken. Wofür? Ich glaube, dass ich vor wenigen Jahren eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht hatte, wie Du sie auf Deiner Seite beschreibst. 

Angefangen von den Magenschmerzen und psychosomatischen Beschwerden, der ständigen Fixierung auf die Sexualität bis hin zu den ersten Meditationserfahrungen, welche ihre Wirkung nicht verfehlten. Ich habe Deine Seiten gelesen und im ersten Moment dachte ich, dass genau dasselbe mir damals wiederfahren ist. Mit keinem anderen Menschen konnte ich mich damals austauschen, weil ich stets den Eindruck hatte, diese würden nicht verstehen, wovon ich sprach. Und plötzlich stand fast meine Lebensgeschichte vor mir auf dem Bildschirm. Ich war sehr froh, dass ich mit dieser Erfahrung nicht alleine war und bin. 

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Du in spiritueller Hinsicht sehr erfahren bist, nicht nur, dass Du Dir in Büchern vieles angelesen hast, sondern auch, dass Du selbst den Weg gegangen bist, dass Du Erfahrungen gemacht hast, die man sich nicht anlesen kann. Ich würde Dich gerne um eine Einschätzung bitten, was Du von dem hältst, was ich erlebt habe. 

In meiner Kindheit war ich ein sehr ängstlicher und schüchterner Junge, die Schule fiel mir leicht, aber seit der Zeit der ersten Verliebtheit in der Pubertät ging es bei mir drunter und drüber. War ich in den ersten vier Klassen in der Grundschule noch selbstbewusster Klassensprecher, kamen mit der Pubertät und dem Entdecken der Sexualität Unsicherheit, psychosomatische Beschwerden. Ich war ein recht labiler, verletzbarer Junge, ständig auf die Sexualität fixiert und hoffend, dass ich dort Befriedigung finden würde. Dass diese aber nur kurzfristiger Natur war, und keinen dauerhaften Frieden schenkt, war mir damals nicht bewußt, weil ich auch noch nicht wußte, was ein wirklich tiefer Friede ist. 

Ein englisches Buch vom Dalai Lama (The Art of Happiness) hat dann mein Leben völlig verändert. Ich fing an zu Meditieren, auch unterwegs, im Zug, im Bus wiederholte ich einen einzigen Gedanken und schon zu Beginn ahnte ich, was für eine Kraft hinter einem einzigen Gedanken stecken kann. Die Gedankenwelt des Dalai Lama brachte mich in Kontakt mit Ansichten über das Leid der Welt, über eine Anschauung über das Glücklichsein, die mein Leben vollständig veränderte. Mein Mantra, welches ich ständig wiederholte, hieß "compassion" (Mitgefühl). Ich steigerte mich in diesen Gedanken so wahnsinnig hinein, dass ich dieser Gedanke war. Sobald ich einen Menschen sah, versuchte ich dessen Leid auf mich zu nehmen und ihm all meine positive Kraft zu geben, in dem ich nur diesen Gedanken hatte. Mein Geist blieb ruhig auch bei den bedrückendsten Nachrichten, weil ja die ganze Welt Leid ist, von Anfang an. Diese schlichten Erkenntnisse haben mich damals bewegt und es vollzog sich ein Prozess, den ich im nachhinein als unglaublich beschreiben würde. 

Die Sexualität spielte zu dieser Zeit gar keine Rolle mehr in meinem Leben. Onanierte ich früher ständig, hatte ich dann kein Interesse mehr daran. Langsam merkte ich, wie sich die blockierten Chakren öffneten. Besonders intensiv empfand ich es, als das Halschakra sich öffnete, einhergehend mit Meditation und Rachenschmerzen. Ich fühlte eine so starke Verbundenheit mit allen Menschen, dass ich vor Glück in die Luft springen wollte. Der innere Frieden, den ich damals erreichte, war das schönste, das allerschönste, was ich je zu erreichen gewagt hatte. Manchmal gab es Augenblicke, in denen ich dachte, dass ich vor Glück zerspringen würde, die Gelassenheit, die sich einstellte, war schwebend. Und wenn ich die Augen öffnete, dann war alles eins, es war alles klar, irgendwie verstand ich. 

Betrachte ich diese Ereignisse aus heutiger Sicht, wünsche ich mir so sehr, noch einmal dorthin zu gelangen. Das Ende dieses Glückszustandes kam genau so wie bei Dir (wenn ich mich recht erinnere). Eines Tages habe ich wieder onaniert und der schönste Zustand war wie weggeblasen. Es ging wirklich sehr schnell. Es war wie wenn man bei einem fliegenden Flugzeug in der Luft die Schubumkehr einschaltet. Ich fiel in ein Loch, das wirklich tiefer nicht hätte sein können. Es waren schwerste Depressionen. Ich war kaum noch kommunikationsfähig, psychosomatische Beschwerden rieben mich auf, es war als ob sich die Energieräder in meinem Körper umgedreht hätten. Die Sexualität hatte mich wieder gefangen, die animalische Ebene in mir dominierte wieder, es war die Hölle. 

In dieser Zeit fing ich dann auch mein Studium an, die ersten zwei Semester waren für mich nur dazu da, mich von diesem Schock zu erholen. Erst die Tiefe, die ich da erlebte, führte mir vor Augen, welche Höhen ich damals erreicht hatte. Nach einem Jahr wechselte ich das Studium und den Studienort und nun hat sich alles wieder auf einem recht normalen Level eingependelt. Ich habe seit einem halben Jahr eine Freundin, aber wenn wir miteinander schlafen, versucht ich meinen Samen zurückzuhalten. Ich würde so gerne wieder zu meditieren anfangen, aber ich habe Angst davor, dass nochmal etwas derart unglaubliches passieren kann. Die Entspannung, welche die Meditation mir damals verschafft hat, ist glaube ich auf anderem Wege nicht zu erreichen, aber ohne eine Anleitung, einen Menschen, der mich führt, würde ich mich wahrscheinlich nicht wieder auf den Weg machen. 

Aber ich weiß, dass darin ein ganz großes Geheimnis liegt. Schon beim ersten Schließen der Augen, bei den ersten Wiederholungen des Wortes wußte ich, dass es das war, wonach die Menschen suchten, dass nur die Meditation Frieden bringen kann. Du hast es ja auch erlebt, dieses feine Bewußtsein, wo kein animalischer Trieb ständig an Sex denkt, sondern die Intuition mit einem Blick alles erfasst, diese wunderschöne Klarheit und Feinheit der Wahrnehmung. Mich würde interessieren, was Du über diese Erfahrungen denkst, und wo Du zur Zeit stehst. Ich dachte mir, wenn mich jemand versteht, dann Du, der Autor der Seiten, die ich damals gelesen habe. Vielleicht habe ich ein wenig zu viel geschrieben, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass Du gut verstehst, wovon ich spreche.
 


An dieser Stelle möchte ich einen Text einfügen, den Svarupa in mein Gästebuch schrieb. 

Hallo 

Was man alles so findet auf dem net, wenn man nach Erleuchtung sucht! Ich bin zwar eine Frau, aber warum denken männer immer, nur sie hätten einen starken sextrieb, der sie gefangen hält. Seit meiner pupertät suche ich nach dem passenden partner, den ich zwar auch schon zeitweise hatte in meinem leben, aber die meiste zeit war ich doch alleine und voller sehnsucht. ich bin ebenfalls osho-sannyasin und ständig auf dem weg der verwirklichung meines wahren Seins. auch ich hatte eine zeit in meinen leben, wo ich frei war - und es ist wieder vorübergegangen: ich hatte mich intensiv mit der advaita-lehre befasst und hatte dank eines lockeren jobs viel zeit für mich 

ich ging viel zu satsangs (zusammentreffen mit weisen, erleuchteten meistern u.ä.) und betrieb selbsterfahrung. in einer ganz gewöhnlichen mittagspause bei mir zuhause passierte ein erwachen und eine schau der welt wie sie in wahrheit ist: alles in allem gleichzeitig, ewig und näher als nah - einfach unmittelbar - in der mitte von allem. ja, beschreiben kann man das nicht so gut mit den worten des verstandes. dieser höchste zustand ging vorbei und ich ging wieder zur arbeit, aber es passierten noch viele solcher feinen zustände in den nächsten tagen. 

danach war ich für etwa ein halbes jahr einfach nur immer glücklich. die suche nach einem passenden partner und sex war einfach nicht mehr vorhanden. ich erwachte am morgen voll dankbarkeit und glücklich über dieses leben und alles darin. obwohl ich in meinem beruflichen umfeld viel schwierigkeiten hatte, und manchmal schwierige emotionen deshalb, war hinter ratlosigkeit und frust, hinter allem kampf, immer diese glückseligkeit - sie war einfach da - durch nichts zu erschüttern. mir fehlte nichts, wirklich. 

ich war glücklich - und wenn jemand glücklich ist, zieht sie menschen an. so auch männer. nach einem halben jahr liess ich mich wieder auf eine affaire mit einem mann ein. UND DAS GANZE ELEND WAR WIEDER DA. die sehnsucht, das nicht erfüllung erlangen. die ewige suche nach der erfüllung. mein kurzes erlebnis des erwachens ist nun 2 jahre her und obwohl ich jetzt alle texte von osho und anderen über erleuchtung voll verstehe bin ich wieder voll gefangen in meinen egostrukturen und meinen bedürfnissen. 

Weiss nicht - vielleicht war es gut, das einfach mal aufzuschreiben und hinauszusenden. an alle, denen es ähnlich geht. Svarupa 
 


Hier eine Email, die Eva mir schrieb: 

Hallo, 

ich bin Eva, 32 Jahre. Musste Dir jetzt einfach mal schreiben. Mit Meditation hab ich so vor ungefähr 3-4 Jahren angefangen, hauptsächlich um mich einfach besser entspannen zu können. Damals hab ich auch versucht, im Internet alles mögliche an Texten und Tips zu lesen was auffindbar war, wollte einfach schneller vom Stress abschalten und eine Technik dazu. Dieser Esoterik-Ecke, mit ihren allerlei dubiosen Heilsverkündern war ich immer schon eher skeptisch gegenübergestanden. Na, ja, und dass ich dafür dann wie im Zöllibat leben muss, naja.. 

Ok, ich hab dann ungefähr 1-2 mal am Tag, manchmal aber auch überhaupt nicht, meditiert und - ehrlich gesagt wurde das bei mir immer mehr und mehr zur Pflichtübung, von den "tollen Vorteilen" die sich angeblich mit der Zeit einstellen sollen, hab ich aber nichts so recht mitbekommen. Manchmal war es einfach entspannend und andere Male war ich einfach nur froh, es hinter mich gebracht zu haben. Ich war drauf und dran, es wieder sein zu lassen. 

Jetzt ist mir aber etwas passiert, was alles bei mir verändert hat. Vor ein paar Wochen wachte ich nachts ohne erkennbaren Grund irgendwann mitten in der Nacht auf und ich hatte plötzlich den Wunsch, zu meditieren. Man soll das ja eigentlich nicht unbedingt zum Einschlafen nutzen, ich weiss schon. Jedenfalls merke ich dabei, dass es diesmal anders ist, mit einem, ich sag mal "wohligen" Gefühl dabei. Ich merke, das ich dieses Gefühl noch verstärken kann, wenn ich mich im Atemrhythmus ein klein wenig mit den Hüften dabei bewege. Das Ganze steigerte sich noch und ich fühlte mich plötzlich, naja ich kanns nicht recht beschreiben, in Flammen stehend, mit Energie geladen, von inneren Blitzen durchschossen... Lustvoll, aber gleichzeitig ganz anders als gewohnt, ein tieferes, andauerndes, mächtiges Gefühl. Das ging ganz lange so, wie lang genau weiss ich nicht. Hab es dann aber irgendwo abgebrochen, nachdem ich das Gefühl hatte, wenn ich jetzt weitermache, werde ich noch verrückt (vor Glück!), und bin dann doch irgendwann eingeschlafen. 

Das wirklich besondere daran aber war, dass ich offensichtlich einen Teil davon in den Alltag hineinretten konnte. Ich spürte am nächsten Tag die Energie, wenn auch in viel abgeschwächterer Form, immer noch in mir. War plötzlich viel ruhiger, gelassener und auch viel sensibler gegenüber den Dingen die um mich herum passierten. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, ich könnte wirklich alles erreichen, war selbstbewusst, offener, geradezu euphorisch. Ich merkte auch einen Wandel in meinem Denken: Was ich bin, tue oder besitze, war mir plötzlich nicht mehr so wichtig, wie das Gefühl, das ich dabei hatte. Ich weiss nicht, ob das jetzt die "Erleuchtung" ist. Aber ähnlich wie bei Dir denke ich, wenn das auch nur die unterste Ebene davon wäre - für mich wäre das mehr als genug. 

Vielleicht wurden, nüchterner betrachtet, wie bei Hochleistungssportlern nur irgendwelche körpereigenen Drogen (Endorphine ?) freigesetzt, aber ehrlich: Spielt das eine Rolle ? Ich war und fühlte mich plötzlich genauso, wie ich immer sein wollte und nie war, und das war der Punkt. Das "Experiment" konnte ich seitdem auch einige Male wiederholen (allerdings nicht immer erzwingen!), immer mit diesen positiven Nachwirkungen. Hab wieder im Web recherchiert, ob es da Erfahrungen anderer Leute gibt (es gibt!). 

Ich weiss nicht inwieweit da weiblich/männliche Unterschiede sind, ich merke jedenfalls, dass sich ein gelegentlicher "konventionell körperlicher" Reiz oder Gedanke - wenn man es nicht übertreibt - auch das "andere" Feuer am glimmen hält! 

Übrigens: die anderen Berichte die ich gefunden habe, finden sich oft unter dem Stichwort "Kundalini", d.h. in buddhistischen / hinduistisch geprägten Texten, scheint aber nicht unbedingt von einem Glauben abhängig zu sein. Bei manchen scheint das auch spontan aufzutreten, bei anderen durch Meditation, Yoga, Fasten oder extreme Stressereignisse. Auch das Tantra baut im Grunde darauf auf. Hast Du ich einmal damit beschäftigt ? Scheint jedenfalls eine Art "uraltes Wissen" zu sein.. Na, ja jetzt klinge ich wohl selber esoterisch, bin aber auch in dieser Richtung offener geworden. Denke anders über Ideen wie "Energie folgt der Aufmerksamkeit" oder "wir erschaffen unsere eigene Realität".. 

Was mich nur einigermassen besorgt, ist der Gedanke, das könnte plötzlich wieder vorbei sein, wie eine Seifenblase platzen, ähnlich wie in deinem Bericht und alles würde wieder sein wie früher. Will den jetzigen Zustand am liebsten für immer behalten dürfen. 

Liebe Gruesse. Eva. 
Anmerkung: Ich würde sagen, bei Eva ist wohl die Kundalini aufwärts gestiegen. Die grosse Gefahr die ich bei Eva sehe, ist der Versuch, Sexualität und Spiritualität miteinander zu verbinden. Mit anderen Worten, sie hat das geistige Brahmacharya noch nicht verwirklicht. Und wenn sie nicht aufpasst, kann sie das Paradies, das sie gerade erst betreten hat, auch ganz schnell wieder verlieren.



Der Suchende schrieb am 10.02.2012 im Brahmacharya-Forum:

Hallo zusammen!

Nach sehr langer "Funkstille" melde ich mich mal wieder zu Wort - mit den Worten: HURRA!!!!!!!!!!!!!!

Ich bin jetzt seit fast 100 Tagen meinem brahmacarya treu geblieben (oder - um es moderner auszudrücken :"clean":-) Und ich kann nur sagen: DER REINSTE WAHNSINN!!!! Die letzten drei Monate waren für mich die Hölle auf Erden gewesen -  das geb ich zu.Es war die reinste Tortur und ich bin fast wahnsinnig vor Lüsternheit geworden. Doch jetzt.......mir fehlen ganz einfach die Worte....es ist einfach UNBESCHREIBLICH!!!!

Ich klage hiermit jeden, der behauptet, Sex sei gut für die Gesundheit und fürs Wohlbefinden -sowohl körperlicher als auch psychischer Natur - als Lügner, oder bestenfalls als einen völligen Narr, an. Der Energieschub, den man nach ein paar Monaten beharrlichen Verweilens in sexueller Enthaltsamkeit verweilt, ist einfach nur ÜBERWÄLTIGEND !!!

Deshalb: an ALLE, die das hier lesen, und sich ihrer eigenen Libido nicht gewachsen zu sein fühlen, kann ich nur ans Herz legen: EGAL, WIE GROß DIE VERSUCHUNG WIRD -HALTET STAND!!! Macht euch den psychischen SCHMERZ, der aus dem ungeheuren "Druck" entsteht und dem wir - seien wir ehrlich - immer wieder durch sexuelle Erlebnisse/Entladungen zu entkommen versuchen - zu eurem FREUND. Es ist nicht denkbar, im brahmacarya standhaft zu bleiben, und gleichzeitig diesem "Schmerz" ausweichen wollen - das ist einfach unmöglich!! ... Bramacarya bedeutet zunächst einmal die ABSOLUTE BEREITSCHAFT, ZU LEIDEN.....Doch nach einer Weile werdet ihr merken: dieser Schmerz, dem ihr zu entkommen versucht habt, wird sich ins reinste Paradies verwandeln!!!

Ich weiß wirklich nicht, wie ich es sonst ausdrücken soll, mir fehlen hierfür ganz einfach die Worte. Vielleicht bin ich ja auch schon wahnsinnig geworden, weil der Trieb, dem ich nicht nachgegeben habe, meine geistige Struktur quasi "auseinandergesprengt" hat. (Ich fühle mich einfach so energiegeladen, ich weiß einfach nicht, wohin mit der ganzen Kraft!!)
...Aber wenn Wahnsinn bedeutet, dass ich zu Dingen fähig bin, die mir vorher unmöglich erschienen, dann nehme ich diesen Wahnsinn gerne an!

Ich hatte früher eine Neigung, beim Reden zu Stottern - und jetzt: keine Spur davon!!:-) Ich hatte früher starke Hemmungen ("Lampenfieber"), wenn ich an der Uni Vorträge vor einer größeren Zuhörerschaft halten sollte - und jetzt melde ich bei Bedarf als Freiwilliger und verspüre wirklich kein bißchen Nervosität. Tagesmüdigkeit, Winterdepression, übermäßiger Streß - alles Begriffe, die nun der Vergangenheit angehören. Es gibt keine größere Freude als die, wenn man seine eigenen Grenzen, die einen sein ganzes bisheriges Leben lang eingeengt hatten, PLÖTZLICH MIT LEICHTIGKEIT ÜBERSCHREITEN KANN !!! Das Gefühl ist einfach unvergleichlich!!!

...Also gut, genug von meinem persönlichen "Triumphgesang"...:-) Denn die eigentliche und einzige "Message", die ich mit meinem Beitrag hier allen, die es hören wollen, vermitteln will, lautet: Wenn ihr beim Versuch, euer brahmacarya aufrechtzuerhalten, Versuchungen ausgesetzt werdet (und das werdet ihr MIT SICHERHEIT:-), und dabei spürt, dass ihr ihnen nicht standhalten könnt......HALTET IHNEN TROTZDEM STAND!!! GENAU in DEM MOMENT, wo ihr glaubt, dem Druck nicht mehr gewachsen zu sein, müsst ihr ihm ERST RECHT STANDHALTEN!!! Denn genau DAS ist der Moment, in dem ihr an der Grenze dessen angekommen seid, was für euch möglich und machbar ist. Dem Druck in einem Moment standzuhalten, in dem es einem unmöglich erscheint, ihm standzuhalten, bedeutet nämlich ganz einfach, die Grenze zu einem Bereich zu übertreten, von dem man sonst nur träumt: dem Bereich des "eigentlich Unmöglichen".

Oder anders ausgedrückt: man hält dem sexuellen Trieb stand, obwohl es einem "eigentlich" nicht mehr länger möglich vorkommt, ihm noch länger standzuhalten, weil er so übermächtig erscheint..... Dazu sage ich nur: der Moment, indem man merkt, dass man aus eigener Kraft imstande ist, über sich selbst hinauszugehen, ist wohl einer der großartigsten und erhabensten Momente, die man als Mensch in Erfahrung bringen kann....und wollt ihr wissen, was NACH diesem Moment noch alles passiert??

...Naja....probiert es doch einfach aus!:-) Eines kann ich aber noch verraten: ihr werdet euch selbst dafür dankbar sein, wie noch niemals zuvor!!!

In diesem Sinne: BLEIBT STANDHAFT!!!

Viele Grüße! - Der Suchende




.....und nun good luck, ciao und tschüüß... 


 
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