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Bernarr McFadden: Die Wahrheit über die Onanie Startseite

Das englische Original ist hier: The Truth About Masturbation

Aus dem Buch „Manhood and Marriage“ (1916) von Bernarr MacFadden.

Unten noch zwei weitere Kapitel aus demselben Buch:

Bernarr MacFadden: Samenverlust

Bernarr MacFadden: Wie die Männlichkeit zerstört wird

Bernarr Macfadden (1868-1955, geboren in Mill Springs, Missouri) war ein einflussreicher amerikanischer Verfechter des Sports, der eine Kombination aus Bodybuilding mit nährwert-und gesundheitsbezogenen Theorien lehrte. Er gründete den langlebigen Zeitschriftenverlag Macfadden Publikationen.

Als kleines Kind war MacFadden schwach und kränklich. Als er mit 11 Jahren zum Waisen wurde, kam er zu einem Bauern und begann auf dem Bauernhof zu arbeiten. Die harte Arbeit und die gesunden Lebensmitteln auf dem Bauernhof verwandelten ihn in einen starken und fiten Jungen. Als er 13 war zog er jedoch nach St. Louis, Missouri, und nahm einen Bürojob an. Darunter litt seine Geundheit allerdings sehr. Mit 16 bezeichnete er sich selbst als „körperliches Wrack“. Er begann mit dem Training mit Hanteln, wanderte bis zu sechs Meilen pro Tag und wurde Vegetarier.Dadurch fand er schnell wieder zu seiner früheren Gesundheit zurück.

Inspiriert durch ein Polizeimagazin fing er an zu boxen, zu ringen und zu turnen, um seinen Körper zu härten. Er lehnte Alkohol, Tabak und Fleisch ab, um seine Gesundheit zu bewahren. Oft arbeitete er in mehreren Jobs, wobei er auch häufiger im Zirkus als Ringer auftrat. McFadden tourte oft durch die Lande und verbreitete die Botschaft, wie man seinen Körper stärken und gesund erhalten konnte. Er warnte vor den Gefahren von Alkohol, Drogen, Völlerei, vor der Prüderie, Tee, Kaffee und Weißbrot und vor dem Tragen von Korsetts.

MacFadden popularisierte das Fasten, welches zuvor mit Magersucht in Verbindung gebracht wurde. Er fühlte, das das Fasten eines der sichersten Mittel war, um körperliche Gesundheit zu erlangen und um den Körper zu verjüngen. 1903 rief er die erste Bodybuildings-Veranstaltung ins Leben. 1909 gründete er in den östlichen Staaten der USA und im mittleren Westen die ersten Bodybuilding-Schulen, in denen Körperkultur und Fitness gelehrt wurde. Außerdem gründete er verschiedene Zentren für Hydro- und Bewegungstherapie und erhielt dafür einen Doktortitel.

Er erlangte große Berühmtheit wegen seiner Ansichten über die Sexualität. Im Gegensatz zu den meisten Ärzten seiner Zeit betrachtete er den Geschlechtsverkehr als eine gesunde Aktivität, die nicht nur der Fortpflanzung diente. Er sprach sich aber ganz entschieden gegen die Onanie aus. Er vertrat die Ansicht, daß die Prüderie verhinderte, daß offen über die Gefahren der Onanie gesprochen wird. McFadden veröffentlichte eine Vielzahl von Romanen, um den Leuten seine Ideen in dieser Form nahe zu bringen. 1935 hatte sein Verlag 35 Millionen Leser. Er war vier mal verheiratet und hatte acht Kinder. Bei sieben seiner Kinder begann der Vorname mit „B. Er starb 1955 als Multimillionär.



Die Masturbation, die gemeinhin auch als Selbstmissbrauch bezeichnet wird, ist die gößte von allen sexuellen Übeln, nicht nur wegen ihrer weitverbreiteten Praxis und der Möglichkeit für Exesse, sondern vor allem wegen der Tatsache, daß es den Wachstumsprozeß (in der frühen Jugend) schädigt, weil die Selbstbefriedigung in der Jugend viel schädlicher ist als beim Erwachsenen.[1]
[1] Die Selbstbefriedigung ist nicht nur in der frühen Jugend so schädlich, weil es den Wachstumsprozeß behindert, sondern weil es die Wurzeln für die sexuelle Abhängigkeit schafft, von der man sich hinterher nur sehr schwer wieder lösen kann.
Die Selbstbefriedigung ist zu jeder Zeit des Lebens schädlich, weil der Abfluss der Sexualhormone die Vitatlität schwächt und das Nervensystem erschöpft. Die Masturbation ist ein Angriff auf den Körper, dessen Auswirkungen sich nicht nur physisch, sondern auch moralisch und psychisch zeigen. Die Onanie verdirbt den Geist und die Seele des Menschen, sie schwächt den Körper und entwürdigt die Sexualität.

Es wird oft angenommen, daß die Selbstbefriedigung durch den Verlust der Samenflüssigkeit für Jungen schädlicher sei als für Mädchen. Wenn man aber die Schäden betrachtet, die es am Nervensystem junger Frauen hinterläßt, so hat man das Gefühl, daß sie nicht weniger darunter leiden, als junge Männer.

Die Schäden, die aus diesem Übel entstehen, zeigen sich auf zweierlei Arten. Erstens rauben sie die Vitalität, die Lebenskraft des Menschen. Zweitens haben sie Auswirkungen auf die gesamte physische Struktur (auf die Physiologie). Auf einen Menschen, der ein empfindliches Nervensystem besitzt, den man als nervös bezeichnen kann, zeigen sich die Auswirkungen der Masturbation viel stärker, als bei einem Menschen mit einem eher phlegmatischen (gleichmütigem, unempfindlichen) Temperament. Menschen mit einem phlegmatischem Temperament besitzen in der Regel nicht nur eine überlegene Vitalität, sondern haben auch weniger die Neigung, dieser Lust zu frönen. Daher könnte man sagen, um so wacher und schärfer die geistige (psychische?) Kapazität eines Menschen ist, um so größer ist seine Neigung dieser schädlichen Gewohnheit zu folgen und um so größer sind die Schäden, die durch seine Nachsicht (Unachtsamkeit) angerichtet werden.

Wir müssen davon ausgehen, daß die Schäden um so größer sind, um so stärker die Neigung ist, sich der Selbstbefriedigung hinzugeben. Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig. Die Nachwirkungen des Genusses dieser Art zeigen sich in psychischen Störungen. Zweifellos kann man diese Tendenz als einen Selbstschutz des Körpers gegen dieses Übel betrachten, der natürlicherweise danach trachtet, diese Neigung zu verringern.

Aufgrund der nahezu universellen (weltweiten) Verbreitung dieses Übels, verdient dieses Thema die größte Aufmerksamkeit, das jedem [jungen] Menschen vermittelt werden sollte, besonders durch die Eltern und Erzieher. Im Leben eines jeden Kindes, eines jeden Jungen und Mädchen besteht die Möglichkeit, daß sie diesem Übel verfallen. Daher ist es unerläßlich, daß Eltern ihr Kind davor bewahren, indem sie sie vor den physischen und psychischen Schäden des Selbstmissbrauchs warnen.

Aufgrund der Verschwiegenheit, in der die Onanie praktiziert wird, ist es unmöglich, genaue Aussagen über das Ausmaß [über die Häufigkeit] dieser Praxis zu machen. Viele berühmte Schriftsteller haben sogar behauptet, daß diese Gewohnheit bei Jungen universell (weltweit verbreitet) ist. Einer sagte sogar, daß 99 vom 100 Männern gelegentlich masturbieren, während der hundertste ein Lügner ist. Eine solche Aussage ist natürlich die Aussage eines Extremisten. Diese Aussage mag nicht sehr weit von der Wahrheit entfernt sein, aber die Wahrheit ist auch ohne Übertreibung schlimm genug. Daß dieses Laster von der Mehrheit der jungen Männer praktiziert wird, darüber scheint es keinen Zweifel zu geben. Studenten haben ermittelt, daß etwa 75 bis 95 Prozent aller jungen Männer sich selbst befriedigen, manche von ihnen nur in einer kurzen Zeit und in einem eher bescheidenem Ausmaß, andere dagegen sehr exessiv und für eine längere Zeit. In den meisten Fällen wurde die Praxis in völliger Unkenntnis über die Schäden, die daraus entstehen können, ausgeübt. Sobald jemand aber lernt, daß diese Praxis schädlich ist, beendet er sie oder versucht, sie zu beenden. Im letzten Fall überprüft und vermindert er die Häufigkeit seines Tuns und versucht auf diese Weise die negativen Folgen zu mildern.

Mädchen sind keineswegs frei von dieser Praxis, obwohl es weit weniger verbreitet unter ihnen ist. Studenten haben ermittelt, daß der Prozentsatz unter den Mädchen, die sich selbst befriedigen, bei etwa 10 bis 20 Prozent liegt. Es kann sein, daß es weit mehr Frauen (Mädchen) sind, die sich selbst befriedigen. Da unter den Frauen aber eine größere Verschwiegenheit über dieses Thema besteht, ist es schwieriger genauere Informationen zu erhalten.

Die Prüderie ist zweifellos eine der Hauptursachen der Masturbation. Es ist anzunehmen, daß sie die jungen Menschen über die negativen Folgen der Masturbation in Unkenntnis läßt. Außerdem umgibt sie die Sexualität mit einer geheimnisvollen Atmosphäre, die die Neugier und das Interesse des Kindes an der Sexualität wecken, die es allzu bereitwillig darauf einstimmen, sich  bei der ersten Gelegenheit auf sexuelle Praktiken einzulassen.

Es besteht kein Zweifel daran, daß die Einführung in die Masturbation, am häufigsten durch unmoralische oder ignorante Mitmenschen geschieht. Es kann der Stallbursche, der Pfarressohn oder ein Mitschüler auf dem Schulhof sein. Gelegendlich ist es ein dummer, unwissender Diener, möglicherweise sogar eine Magd. Die Gewohnheit verbreitet sich, wie eine ansteckende Krankheit. Einer lernt es vom anderen, der wiederum von einem Dritten in diese Praxis eingeführt wurde.

Kinder sind, wenn sie sich diese Gewohnheit aneignen, fast immer in Unkenntnis darüber, wie schädlich diese Gewohnheit ist. Haben die Eltern Vertrauen zu ihrem Kind und warnen es vor dieser Gefahr, so schützen sie es gleichzeitig vor solchen Einflüssen. Es gibt in der heutigen Zeit eine beträchtliche Zahl von Menschen, die darauf hinweisen, daß die Sexualerziehung in der Schule und anderswo allein nicht ausreicht, um auf den schädlichen Charakter der Selbstbefriedigung hinzuweisen. [2] Das mag in manchen Fällen sogar stimmen. Das Wissen ist möglicherweise nicht in allen Fällen ausreichend, aber es gibt dem Kind bzw. dem Jugendlichen die Chanche, die Gefahr zu erkennen, was die Prüderie und der geheimnisvolle Schleier, den die Sexualität umgibt, verhindern. Die Welt ist voll von jungen Männern und Frauen, die infolge der frühen und übermäßigen sexuellen Ausschweifung körperliche und psychische Qualen leiden und die sich heute darüber beklagen: "Hätte ich es nur früher gewußt."
[2] Wenn solche Aussagen sogar schon in der damaligen Zeit gemacht wurden, in der es ja wirklich noch relativ prüde zuging, dann sind die Bestrebungen in der heutigen Zeit um so bedenklicher. Ich denke dabei an die frühkindliche Sexualerziehung,  die besonders von den Grünen und anderen linken politischen Gruppen und Parteien angestrebt wird, wobei nicht nur ein Koffer mit Sexspielzeug eingesetzt werden soll, sondern die Kinder sich auch gegenseitig an den Geschlechtsteilen berühren sollen. [siehe: Sexspiele in Kindergarten und Schule] Im Rahmen des Gender-Mainstreamings sollen die Kinder bereits im Kindergarten eine offene Haltung gegenüber jeder Form von Sexualität entwickeln. [siehe Video: Was ist Gender-Mainstreaming?] Dadurch wird nicht nur die sexuelle Neugier geweckt, die sehr schnell zu einer sexuellen Abhängigkeit führen kann, sie öffnet auch dem sexuellen Missbrauch Tür und Tor. 
Ich weiß nicht, wie viele tausende Briefe ich von jungen Männern und Frauen erhielt, die mich um Hilfe ersuchten. Die meisten von ihnen erklärten, wie sie in diese Gewohnheit verfielen, bzw, von ihr abhängig wurden, und in fast allen Fällen sagten sie, daß sie keine Kenntnis davon hatten, wie schädlich diese Verhaltensweise ist. Die Verschwiegenheit der Eltern über sexuelle Themen, führte dazu, daß sie keine Chanche hatten, zu erkennen, wie schädlich dieses Verhalten ist.

Es mag wahr sein, darauf beharren prüde Menschen, daß das Wissen um die Gefahren der Onanie nicht ausreicht, um dieses Laster zu verhindern. Aber ich möchte anmerken, daß das Wissen oft ausreicht, um die schädliche Gewohnheit zu brechen, denn es ist meist sehr viel schwieriger eine Gewohnheit zu brechen, ihr zu entrinnen, als ihr zu verfallen. Es ist sicherlich richtig, daß die Charakterbildung und die religiöse Erziehung auf diese Probleme hinweisen sollten, aber selbst die Kinder in der Sonntagsschule und sogar erwachsene Geistliche, die jeden Sonntag das Evangelium von der Kanzel predigen, sind dieser Gewohnheit verfallen, so daß sie dieses Problem oftmals ignorieren.

Mehrere staatliche Vereinigungen der Sonntagsschule haben jetzt eine „Reinheits-Abteilung“, in der man sich durch Literatur, Adressen und Konferenzen das dringend benötigte Wissen aneignen kann. Die Erziehung und die Vermittlung ethischer Werte ändern nichts daran, daß dieses Wissen notwendig und wünschenswert ist. Wir würden unsere Kinder ja auch nicht mit verbundenen Augen durch einen Wald schicken, der mit Fallstricken ausgelegt ist. Doch das ist genau das, was wir tun, wenn wir ihnen dieses Wissen vorenthalten, das für ihren Schutz so notwendig ist.

Manchmal wird diese schädliche Gewohnheit nicht von anderen übernommen, sondern sie wird unbeabsichtigt aus Neugierde oder Wissbegier übernommen, weil man sie zufällig bei Affen beobachtet hat. Nicht selten wird sie auch durch einen Juckreiz in der betreffenden Körperregion angeregt, die vielleicht auf mangelnde Sauberkeit zurückzuführen ist. Wird die Region der Sexualorgane stets sauber gehalten, so nimmt der Junge oder das Mädchen diese Körperregion vielleicht nicht einmal bewußt wahr, es sei denn die Aufmerksamkeit richtet sich durch äußere Einflüße darauf. Ist das Interesse aber erst einmal erwacht, so trifft die Prüderei eine Mitschuld an der Unkenntnis über die Schädlichkeit dieses Verhaltens.

Die Frage der Sauberkeit der Genitalregion wird immer noch stark vernachlässigt, sogar von manchen, die in anderen Dingen sehr gebildet sind. Die hygienische Sauberkeit des eigenen Körpers sollte den Kindern schon in jungen Jahren gelehrt werden. Ärzte haben viel Erfahrung mit Erkrankungen des Uro-Genitalsystems [3], die durch mangelnde Sauberkeit entstehen. Es scheint fast unglaublich, daß so etwas in einem zivilisierten Land, in dem Wasser und Seife selbstverständlich sind, vorkommt. Die Vernachlässigigung der Körperpflege, erinnert ein wenig an den Schmutz der religiösen Asketen in dunklen Zeiten und ist oft ähnlichen Ursprungs. Ein Sonntags-Schullehrer berichtete von einem Arzt, der es als eine Sünde betrachtete, die Genitalregion zu berühren oder zu betrachten. Sogar beim Baden! Die lokale Anwendung von Wasser und Seife verhindert die Reizung der Genitalregion. Ist die Genitalregion entzündet, und reagiert sie empfindlich auf Seife, so sorgt eine Lösung aus Borsäue für eine gute Reinigung und wirkt als antiseptische Heilmittel.
[3] Uro = Urologie. Die Urologie beschäftigt sich mit den harnbildenden und harnableitenden Organen (Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre). Urologen behandeln zudem auch Krankheiten der Geschlechtsorgane des Mannes, also Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen, Penis, sowie der Prostata und decken damit Bereiche der Andrologie [Männerkunde] ab. Bei Frauen nimmt der/die Gynäkolog(e)/in diese Aufgabe wahr.
Das Alter, in dem die Onanie am häufigsten praktiziert wird, liegt zwischen der Pubertät und dem Erwachsensein, obwohl es auch zu fast jeder anderen Zeit des Lebens gefunden werden kann. Viele Männer und einige Frauen praktizieren sie auch im Erwachsenenalter. Sie beginnt oft in der frühen Kindheit, manchmal sogar im Säuglingsalter, in der Regel in der Folge einer Reizung. Die Pubertät mit der rasanten Entwicklung der Fortpflanzungsorgane und dem Geschlechtstrieb ist die gefährlichste Zeit. In den Jahren nach der Pubertät schwächt sich die Gewohnheit wegen des Ausflusses der Samenflüssigkeit oft wieder ab. Der Abfluss der Samenflüssigkeit, der von einem Erwachsenen als eine vergleichsweise geringe Unangenehmlichkeit betrachtet wird, kann in der Pubertät und auch ein wenig später dazu führen, daß die körperliche Verfassung sehr darunter zu leiden hat.

Die schädlichen Folgen der Masturbation sind zweifacher Natur. Erstens sind sie schädlich für die Sexualfunktion. Zweitens schwächen sie die körperliche Verfassung, [das Wohlbefinden]. Mit anderen Worten, die Gewohnheit ist einerseits entmännlichend/entweiblichend [raubt den Geschlechtscharakter], andererseits neigt sie dazu, die Stärke und Widerstandskraft des Körpers zu schwächen. Es ist schwer zu sagen, welche Form der Schwäche der anderen voraus geht, da sich dies von Fall zu Fall unterscheidet. In der Regel tritt beides zur gleichen Zeit auf.

Warum ist Masturbation schädlich?

Es hat über diesen Punkt von vielen Autoren eine große Meinungsverschiedenheit gegeben, daß selbst diejenigen meiner Leser, die viel darüber gelesen haben, Probleme haben, sich eine klare Vorstellung davon zu bilden, was der Wahrheit entspricht.

Es ist keine Frage, daß die Schädlichkeit der Onanie von den früheren Schriftstellern oftmals übertrieben wurde und es gibt keinen Zweifel, daß einige neuere Schriftsteller auf die Aussagen der früheren Schriftsteller beziehen. Auf der anderen Seite gibt es viele Schriftsteller der Gegenwart, die zum entgegengesetzten Extrem neigen, die erklären, daß Masturbation in den meisten Fällen nur geringe oder keine Schäden verursachen.

Beide Extreme sind falsch. Die Tatsache, daß ein Mann eine Erfahrung überlebt, bedeutet nicht, daß sie gut für ihn war oder keine schlimmen Folgen für ihn haben könnte.

Viele Schriftsteller der Gegenwart verharmlosen zweifellos die Auswirkungen des Selbstmissbrauchs. Sie haben so viel über die Übertreibungen der früheren Autoren gesagt, daß der Leser den Eindruck bekommt, daß die Gewohnheit eigentlich nicht so schädlich ist und deshalb nicht versuchen, sie abzulegen. Ich stimme darin überein, daß der alarmierende Blick normalerweise nicht hilfreich ist, weil es die Befürchtungen im Kopf junger Männer und Frauen eher verschlimmert, was den Kampf gegen die Masturbation erschwert. Aber zur gleichen Zeit ist es töricht, den Eindruck zu vermitteln, daß die Masturbation nur von geringer Bedeutung ist oder zu sagen daß zwar fast jeder ihr verfallen ist, daß die meisten von ihnen es aber unbeeinträchtigt und mit guter Gesundheit überstanden haben.

Tatsache ist, daß Masturbation immer schädlich ist, auch im gemäßigten Grad. Und wenn es weiterhin [über einen längeren Zeitraum] praktiziert wird, ist es sogar sehr schädlich. Wurde mit der Masturbation erst im Erwachsenenalter begonnen, dann sind die Schäden meist weniger schwerwiegend. Unglücklicherweise wird sie in den meisten Fällen bereits vor dem 18. Lebenjahr praktiziert, oft schon mit 14 oder 16 Jahren und manchmal wird sie sogar vom 12. oder 14. Lebensjahr bis zur Ehe beibehalten und gelegentlich auch noch darüber hinaus. [4]
[4] In diesem Punkt bin ich anderer Meinung. Ich würde vermuten, daß die meisten Männer diese Gewohnheit bis an ihr Lebensende beibehalten, weil sie nicht die Kraft haben, sich von ihr zu lösen. Neben dem intimen Beisammensein mit einer Partnerin wird nebenher auch weiterhin die Masturbation praktiziert. In der heutigen Zeit kommen durch neuere Anreize und Technologien [Pornoindustrie und Internet] neue Verführungsmöglichkeiten hinzu. (siehe: Voll Porno - oder - Online-Sexsucht)
Wird die Masturbation in der frühen Jugend extensiv praktiziert, dann sind die Ergebnisse tatsächlich oft so schwerwiegend, wie sie von den Schriftstellern noch vor einer Generation in schrecklichen Bildern beschrieben wurden. Und selbst im Erwachsenenalter ist sie noch so kräftezehrend, daß sie dem Mann seine körperlichen Kräfte, seine mentale (intellektuelle) Stärke, seinen Spirit [Geist, Seele, Spiritualität] und seinen Ehrgeiz raubt. Daneben schwächt es die Genitalfunktion [Errektionsprobleme, Impotenz, zumindest bei längerfristiger Gewohnheit] und führt häufig zu Eheproblemen [wird im Artikel „Online-Sexsucht sehr gut beschrieben]. Die Masturbation ist also auch im Erwachsenenalter eine ernsthafte Angelegenheit.

Wir sollten im Auge behalten, daß die Schäden, die durch Masturbation entstehen, von der Länge der Zeit abhängt, in der man diesem Laster nachgeht. Zum Glück beenden viele diese Gewohnheit, sobald sie Kenntnis über die schädlichen Auswirkungen dieses Lasters erhalten. Einigen Menschen fällt es jedoch sehr schwer, diese Gewohnheit abzulegen. Oftmals gelingt es ihnen aber die Häufigkeit der Selbstbefriedigung zu verringern, um die schädlichen Auswirkungen zu vermindern. In vielen Fällen kann die Gewohnheit nach zwei bis drei Jahren des inneren Kampfes abgelegt werden.

Es ist gut, sich daran zu erinnern, daß die körperliche Verfassung, die Widerstandskraft, mancher Menschen stärker als die anderer Menschen, was dazu führt, daß die schädlichen Folgen des Selbstmißbrauchs von manchen Männern besser vertragen werden als von anderen, ebenso wie einige Männer mehr Alkohol und Tabak vertragen, ohne unmittelbare Schäden zu zeigen, obwohl diese Gifte natürlich auch bei ihnen ihre Spuren hinterlassen. Es gibt Menschen, die behaupten, daß die Masturbation bei ihnen keine schädlichen Folgen hinterläßt. Der Mann, der dieses Empfinden hat, ist von der Natur wohl mit einer wunderbaren sexuellen Stärke ausgestattet worden. Aber ehrlich gesagt, glaube ich nicht, daß dies der ganzen Wahrheit entspricht. Ich stimme nicht mit denen überein, die sagen, daß nur das Übermaß, die Ausschweifung, schädlich ist. Diese Praxis ist schädlich, egal in welchem Ausmaß man sie betreibt, ebenso wie Alkohol und Tabak schon in kleinen Mengen schädlich sind, obwohl der Konsument möglicherweise nicht in der Lage ist, den negativen Effekt sofort zu sehen. [5]
[5] Mancheiner möchte die negativen Folgen auch gar nicht sehen und verschließt vor der Realität die Augen oder ist nicht in der Lage, die negativen Folgen zu erkennen, obwohl sie für andere ganz offensichtlich sind.
Tatsache ist, daß die Masturbation [ebenso wie der normale Geschlechtsverkehr oder die nächtliche Pollution] immer schwächend  und devitalisierend wirkt, und zwar sowohl in der Jugend als auch beim Erwachsenen. Es hat auf lange Sicht einen ähnlichen Effekt wie eine Kastration [eine „schleichende Kastration“]. Es bedeutet den langsamen Verlust der Männlichkeit und alles was damit im Zusammenhang steht. Die Tatsache, daß das Opfer möglicherweise noch in der Lage ist, sich zu kleiden, zu gehen und zu essen, bedeutet nicht zwangsläufig, daß er ein Mann ist. Es bedeutet nicht, daß er nicht zu Schaden gekommen ist. Das Ergebnis variiert in verschiedenen Fällen, vom nächtlichen Samenverlust [der Pollution] über die Varikozele [6] bis hin zur Impotenz. Lassen sie den jungen Mann, der durch die Onanie hoffnungslos impotent wurde, den Ärzten einmal die Frage stellen, wie sie zu der Ansicht kommen, daß diese Gewohnheit nicht besonders schädlich sei.
[6] Eine Varikozele ist eine Krampfadernbildung im Bereich des von den Hodenvenen gebildeten Venengeflechts im Samenstrang. In vielen Fällen bedarf die Varikozele keiner Therapie.
Der vorzeitige Samenerguß, der eine der häufigsten Folgen der Masturbation ist, ist fast so ernst zu nehmen wie eine Impotenz und disqualifiziert das Opfer für die Ehe. Es gibt verschiedene Grade des vorzeitigen Samenergußes, angefangen von einer milden Form, bis hin zu einer extremen Empfindlichkeit, bei der es bereits bei einer leichten Erregung oder vor einer Vereinigung [mit der Partnerin] zum Samenerguß kommt. Der vorzeitige Samenerguß ist stets das Resultat, wenn die Masturbation in einem wesentlichen Umfang praktiziert wird. Bei Frauen ist das häufigste Resultat eine Verzögerung des Orgasmus, durch eine verminderte Empfindlichkeit. In einigen Fällen führt es auch zu vorzeitigem Orgasmus bei Frauen. Impotenz oder das völlige Fehlen von sexuellem Verlangen bei beiden Geschlechtern kann auch die Folge sein.

Masturbation neigt dazu, die Nervenzentren der Wirbelsäule zu schädigen. Sie kann auch zur Überlastung verschiedener Organe und Drüsen der Fortpflanzungsorgane führen, so daß es zu Varikozele [Krampfaderbildung im Bereich der Hodenvenen], Prostatavergrößerung, Harnröhrenentzündung, insbesondere der hinteren Harnröhre, möglicherweise auch zu Atropie der Hoden [Schrumpfhoden] oder anderer Organe kommen kann. Der Samenverlust und andere spezielle Erkrankungen werden in späteren Kapiteln gründlich behandelt.

Die allgemeinen körperlichen Folgen der Masturbation, abgesehen von der Wirkung auf das Fortpflanzungssystem, sind der Mangel an Energie, eine allgemeine Mattheit, eine geschwächte Muskulatur, ein Mangel an körperlicher Entwicklung [in der Pubertät], manchmal ein schleppender Gang oder eine geschwächte Blase, Beschwerden beim Wasserlassen, ein blasser oder fahler Teint, oft mit dunklen Ringen um die Augen, sowie Pickel oder Mitesser, ein schlechtes Gedächtnis, Schwierigkeiten beim Studium oder bei geistiger Konzentration, ein Mangel an Selbstvertrauen, die Tendenz, andere Menschen zu meiden, vor allem, Menschen des anderen Geschlechts und die Unfähigkeit, anderen Menschen in die Augen zu schauen.

Allerdings sind diese Symptome nur in schwerwiegenden Fällen typisch. Wurde die Gewohnheit nicht zu arg betrieben, dann ist der Schaden natürlich nicht so erheblich. Die psychischen Symptome sind besonders wichtig und können in einem unterschiedlichen Ausmaß beobachtet werden. Ein willensstarker Mensch kann durch die Kraft des Willens den Mangel an Selbstvertrauen überwinden. In vielen Fällen aber sind die antisozialen Symtome extrem ausgeprägt. Gedächtnisschwäche und eine schlechte mentale [geistige] Konzentration gehören zu den hartnäckigsten und allgemeinen Symtomen.

Die Neigung zu diesem schädlichen Verhalten spiegelt sich aber nicht immer im persönlichen Erscheinen wieder, wie manch älterer Schriftsteller behauptet. Hat das Individuum eine außerordentliche Vitalität geerbt, ermöglicht es ihm seine natürliche Stärke erheblichen Missbrauch zu betreiben, ohne daß es nach außen sichtbar wird, so daß wir es nicht am äußeren Erscheinungsbild erkennen können. Es wurde viel über das Masturbator-Gesicht geredet, in dem der scharfe Beobachter wie in einem offenen Buch lesen kann. Ebenso wurde vom Masturbator-Gang gesprochen. Aber es gibt Tausende von Fällen, in denen es kein Heinweis, weder auf das Gesicht, noch auf den Gang gibt. Es gibt einige Männer, die tatsächlich impotent sind, die aber ein gesundes und gutes Aussehen bewahrt haben, zumindest was das Gesicht betrifft. In einem Test, in dem die körperliche Kraft und die Nervenstärke getestet wird, würde sich aber wahrscheinlich sehr deutlich der Zustand ihrer Kondition zeigen.

Es wurde bereits viel von Akne und Pickeln in Beziehung zu diesem Verhalten gesprochen. Sie sind zwar eine häufige Folge, aber sie sind keine echten Indikatoren [Hinweise] auf die Onanie. Die natürliche Beschaffenheit der Haut hat viel mit Akne zu tun. Personen mit einer hellen, glatten Haut sind davon eher selten betroffen. Personen mit fettiger Haut dagegen haben häufiger Pickel und Mitesser, die üblicherweise im Gesicht und auf den Schultern gefunden werden. Dies sind die Bereiche des Körpers, in denen die Talgdrüsen reichlich vorhanden sind. Der sogenannte „Fleischwurm“, der Mitesser, ist nur eine Ansammlung von getrocknetem öligem Sekret einer Talgdrüse, der aus einer Verstopfung der Öffnung der Talgdrüse resultiert.

Der normale Pickel wird durch eine milde Infektion, die den Kanal einer Drüse oder einer Haarwurzel befallen hat, verursacht. Sind diese winzigen Drüsen besonders aktiv, treten die Schwierigkeiten [Pickel] verstärkt auf. Die Talgdrüsen sind, wie alle anderen Drüsen, in der Zeit von der Pubertät bis zur Volljährigkeit am aktivsten. Dies ist der Grund, warum junge Menschen am stärksten von Pickeln betroffen sind. Die Masturbation ist nicht notwendigerweise dafür verantwortlich. Gründliche Sauberkeit verhindert die Verstopfung der winzigen Kanäle und verhindert die Infektionen. So verhindert man, daß es zu Pickeln kommt. Auch kaltes Wasser und Eis sind nützlich, denn sie schließen die Poren. Warmes oder heißes Wasser öffnen sie und sollte grundsätzlich vermieden werden.

Gleichzeitig gibt es einen weiteren Faktor, den man beim Akne beachten muß, nämlich die Frage der Reinheit des Blutes und seine Widerstandskraft gegen Infektionen. Ist eine gute Gesundheit vorhanden, so kann die Infektion nämlich nicht auftreten. Ist die Vitalität aber vermindert, die Durchblutung schwach und die Vitalität [Widerstandskraft] beeinträchtigt, so kann es leicht dazu kommen, daß sich Pickel entwickeln. Die Masturbation neigt dazu, den Stoffwechsel durcheinander zu bringen, die Verdauung zu schwächen, und auf andere Weise die Qualität des Blutes zu beeinträchtigen, so daß Pickel eher zu erwarten sind:

Mit anderen Worten, Akne ist als ein Symptom verminderter Vitalität häufiger auf dem Gesicht, den Schultern, der Brust und dem Rücken von Masturbierenden zu finden, aber sie ist nicht zwangsläufig ein Anzeichen dafür, daß der Betreffende wirklich masturbiert. In einigen Fällen ist die Gesundheit in einer Periode von einigen Jahren nur leicht beeinträchtigt, so daß das längerfristige Aussehen nicht davon betroffen ist.

Das Nervensystem ist von dieser Gewohnheit meist ernster betroffen. Dies trifft besonders auf viele Frauen zu, bei denen sich die Schäden am deutlichsten zeigen. [Ich würde davon ausgehen, daß die Beeinträchtigung des Nervensystems bei Männern dieselben sind.]. Neurastenie [eine Nervenkrankheit] , ein schlechtes Gedächtnis und geistige Erschöpfung treten häufig auf. Beendet man die Onanie, dann tritt eine allmähliche Erholung ein. Solange aber ein gewollter oder ungewollter Samenverlust [Spermatorrhoe] [7] stattfindet, solange bleibt auch der nervöse Erschöpfungszustand bestehen.
[7] Die Spermatorrhoe bezeichnet einen Ausfluss von Samenflüssigkeit aus der Harnröhre ohne eine sexuelle Erregung. Die direkte Ursache für die Spermatorrhoe ist eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit des Spritzkanals. Eine Spermatorrhoe tritt vor allem während des Stuhlgangs sowie beim Urinieren auf. [Sie sind meines Wissens nach auch häufiger die Folge von Onanie.] Vergleichbar mit der Spermatorrhoe ist die Prostatorrhoe, bei der allerdings keine Samenflüssigkeit, sondern das trübe Prostatasekret austritt.
Die Frage von Geisteskrankheiten, die durch Masturbation entstehen, erfordert besondere Aufmerksamkeit, insbesondere, da die älteren Autoren über dieses Thema eine Menge zu sagen hatten. Es wurden sogar Büchlein von Quacksalbern veröffentlicht, die die Opfer erschrecken sollten, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Damit die Gefahr der Geisteskrankheit durch Masturbation nicht falsch dargestellt wird, sollte die Wahrheit mit allem Nachdruck erzählt werden. Die Wahrheit ist, daß sich nach umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen herausgestellt hat, daß sich niemand Sorgen machen muß in Folge von Masturbation geisteskrank zu werden. [8] Das Übel [die Masturbation] ist schon schlimm genug und man muß es nicht noch schlimmer machen. Eine große Anzahl verängstigter Personen haben mir quälende Briefe geschrieben und flehten mich an, sie um „Gottes Willen“ aus der „Irrenhaus“ [aus der Nervenklinik] zu retten, in die man sie aus Überzeugung eingeliefert hatte. [8]
[8] Der Schweizer Arzt Samuel Auguste Tissot berichtet in seinem 1774 veröffentlichten Buch „Die Onanie und seine gesundheitlichen Folgen“, in dem er die Folgen der Onanie sehr drastisch beschreibt, allerdings von Patienten, deren Geisteszustand so stark unter der Onanie gelitten hat, daß man durchaus von einer Geisteskrankheit sprechen kann. Aber vielleicht vertritt die Psychiatrie mittlerweile eine andere Ansicht.
Die Tatsache, daß Masturbation keine Geisteskrankheiten verursacht, befreit tausende Menschen von dieser Angst, die eine große Belastung sein kann, denn in vielen Fällen ist das psychische Leid infolge der Onanie unendlich viel größer, als die Gewohnheit selber.

Eine wissenschaftliche Studie über Geisteskrankheiten kommt zu diesem ermutigenden Ergebnis. Tatsache ist, daß niemand aus normaler Ursache eine Geisteskrankheit zu befürchten braucht, es sei denn, er kommt aus einer Familie, in der es bereits Geisteskrankheiten gibt, die also durch eine erbliche Schwäche des Nervensystems vorbelastet ist, die eine geistige Störung begünstigt. Früher hieß es, daß Männer aus Überanstrengung oder aus Kummer geisteskrank werden. Aber dies geschieht normalerweise nicht, wenn jemand in einer normalen nervlichen Verfassung ist. Wenn dies wahr wäre [wenn man aus Überanstrengung oder aus Kummer geisteskrank werden würde], dann müßten Millionen von uns geisteskrank sein.

Schock, Trauer oder Nervenbelastung durch Überarbeitung können möglicherweise die Ursache einer Geisteskrankheit sein, wenn jemand eine vererbte Neigung dazu hat. Aber selbst dann ist es wahrscheinlicher, daß der entscheidende Faktor im Alkohol oder in einem anderen zerstörerischem Einfluß gefunden werden kann. Der Schock oder die Trauer würden sicherlich keine solche Wirkung auf einen normalen Mann haben. Die Filmszenen, in denen Personen dargestellt werden, die „verrückt“ werden oder „ihren Verstand verlieren“, sind unverzeihlich falsch und dumm. Selbst wenn jemand eine vererbte Anfälligkeit hat, kann die Geisteskrankheit dadurch vermieden werden, daß man dafür sorgt, daß das Blut rein ist. So ist es möglich ein Leben zu leben, daß die Nerven gesund und stark erhält.

Wenn Geisteskrankheiten nicht vererbt sind, können sie durch Vergiftungen des Körpers und Geistes entstehen oder durch Verletzungen des Kopfes. Die meisten Geisteskrankheiten entstehen durch Zerstörung der Gehirnzellen durch Vergiftung. Alkoholvergiftungen sind zum Beispiel für 25 Prozent oder noch mehr aller Fälle verantwortlich, die in den Nervenkliniken eingeliefert werden. Suchtbildende Medikamente sind ebenso oft verantwortlich. Ein großer Prozentsatz der Kriminellen sind drogenabhängig, wenn sie nicht alkoholabhängig sind. Die Syphilis ist eine weitere Ursache für Geisteskrankheiten. Sie verursacht eine Parese (Erschlaffung) oder eine allgemeine Paralys (Lähmung) [des Gehirns], die im Volksmund als Gehirnerweichung bezeichnet wird. In ähnlicher Weise zeigen andere Erkrankungen manchmal Auswirkungen auf das Gehirn.

Schwachsinn ist manchmal die Folge von Scharlach oder anderen Kinderkrankheiten.

Ich habe mir diese ganze Mühe gemacht, um zu erklären, daß die Masturbation keine Ursache für Geisteskrankheiten ist, wie man es einst glaubte, und um sie zu überzeugen, falls sie in der Furcht vor einer Geisteskrankheit leben, daß diese Furcht unbegründet ist. Ich möchte, daß sie verstehen, daß die psychischen Symptome, die ich erwähnt habe, geistige Erschöpfung, ein schlechtes Gedächtnis, die Unfähigkeit, sich zu konzentrieren und alle diese Dinge neurasthenische Symptome sind [eine Nervenerkrankung bzw. eine Nervenschwäche] und nicht Zeugnisse eines herannahenden Wahnsinns. Sie bedeuten einen Mangel an Energie, an verarmten Blut und sie bedeuten einen erschöpften physiologischen Zustand des Körpers und nicht mehr.

Es gibt die irreführende Annahme, daß Masturbation in den Wahnsinn führt. Dies ist die vorherrschende Meinung über das Laster der Schwachsinnigen und Geistesgestörten. Ihnen fehlt oft jeder Sinn von Zurückhaltung und viele von ihnen neigen dazu unmäßig zu onanieren. Wir sollten in solchen Fällen erkennen, daß die psychische Störung die Ursache für diese Gewohnheit ist, anstatt anzunehmen, daß die Onanie die Ursache für die psychische Störung ist. Die älteren Autoren neigten dazu Ursache und Wirkung zu verwechseln

Ein anderer wichtiger Punkt. Wenn sie Angst haben verrückt zu werden, dann ist dies ein sicheres Zeichen, daß sie es nicht sind. Eines der Anzeichen für den Wahnsinn besteht darin, daß die Patienten der Überzeugung sind, daß sie gesund sind.

Wenn jemand glaubt, er sei geisteskrank oder Angst davor hat geisteskrank zu werden, dann leidet er wahrscheinlich an Neurasthenie. Es kann mit ziemlich großer Sicherheit gesagt werden, daß keine Gefahr vor einer Geisteskrankheit besteht. Ich möchte diesen Punkt besonders hervorheben, denn die Befürchtungen einer geistigen Erkrankung zählen zu den größten Schwierigkeiten, mit denen die Opfer der Onanie zu kämpfen haben. Wenn sie zu dieser Gruppe gehören, dann können sie aufhören, sich diese Sorgen zu machen.

Praktisch dasselbe gilt für die Rückenmarksschwindsucht (Neurolues) und anderen extremen Erkrankungen. Rückenmarksschwindsucht, bei er es zur Entmarkung des Rückenmarks kommt, sowie Parese [ein „Erschlaffen“ des Gehirns] sind meist die Folge einer Syphilis. Es gibt einige gute Authoritäten, die daran festhalten, daß extreme Masturbation oder sexuelle Exesse in Ausnahmefällen (Gehirn-)Lähmungen [Paralyse] und Rückenmarksschwindsucht auslösen können und es ist möglich, daß dies zur Erschöpfung der Nervenzentren der Wirbelsäule führt. In vielen Fällen klagen diejenigen, die Selbstmißbrauch betrieben haben über Schmerzen in der Wirbelsäule. Vielleicht zeigt sich bei ihnen eine Erschöpfung des Nervensystems. Lähmungen [des Gehirns] und ähnliche Erkrankungen, resultieren, wenn sie überhaupt vorhanden sind, auschließlich von extremem und langanhaltendem Selbstmissbrauch.

Denken sie daran, daß die Masturbation den Körper im allgemeinen schwächt, was alle Organe und Funktionen betrifft. Es stimmt, daß Masturbation in vielen Fällen die Ursache des Todes ist. Es liegt vor allem daran, daß die Masturbation die Gesundheit des Körpers untergräbt, so daß der Kranke leicht zum Opfer einer Tuberkolose [bakterielle Lungenerkrankung] oder irgendeiner anderen Krankheit wird, die ihm gerade über den Weg läuft. Es besteht kein Zweifel, daß diese Gewohnheit den Tod in Tausenden von Fällen begünstigen, bei dem auf dem Totenschein des Arztes eine ganz andere Krankheit vermerkt wird.

Die Heilung (Behandlung)

Die wichtigste Frage ist, wie kann die Onanie überwunden werden. Im Anschluß kommt die Frage, wie kann die Schwäche, die daraus resultiert, überwunden werden. Denn wir haben es nicht nur mit der schädlichen Gewohnheit zu tun, sondern mit den verschiedenen Erkrankungen, die sie hinterläßt. Zum großen Teil kann dieselbe Behandlung, die die [krankmachenden] Auswirkungen der Onanie überwindet, auch die Onanie selbst überwinden.

Die Hilfsmaßnahmen müssen zweifacher Natur sein, physisch und psychisch. Es ist schwer zu sagen, welcher von ihnen der wichtigere Teil der Behandlung ist, weil beide absolut notwendig sind. Ohne die richtige geistige Einstellung und die Stärkung des Willens wird man die strikte [sexuelle] Zurückhaltung, die erforderlich ist, nicht ausüben können. Die Gewohnheit ist das Stärkste, was es gibt auf der Welt. Wenn diese Gewohnheit über einen längeren Zeitraum praktiziert wird, dann sollte man sich darauf einstellen, einen langen und schweren Kampf vor sich zu haben, um diese Gewohnheit zu besiegen. Es ist ein Kampf, den viele Menschen gewonnen haben und den du ebenso gewinnen kannst, wenn du das Ziel konsequent verfolgst.

An erster Stelle ist der Aufbau der Körperkraft unbedingt erforderlich (der Autor ist Bodybuilder), nicht nur wegen des Körpers, sondern auch, um den Willen zu stärken, der daraus resultiert und der notwendig ist, um dieses Übel zu besiegen. Geist und Wille lassen sich in einem ungesunden und schwachen Körper, mit einer mangelhaften Blutversorgung des Gehirns und mit einem zerrütteten Nervensystem nur sehr schlecht entwickeln. Daher sollte man alles tun, um die körperliche Kraft und Stärke zu verbessern. Je mehr man tut, um einen perfekten Körper zu erlangen, um so größer ist die Hoffnung, daß man die sexuelle Kraft (Stärke) wiedererlangt. Seien sie stolz auf ihren Körper und seine Stärke. Bringen sie ihren Körper so nahe wie möglich in den Zustand eines Athleten (Sportlers), nicht nur durch spezielle Übungen, die ich in anderen Kapiteln beschrieb, sondern auch durch verschiedene sportliche Aktivitäten an der frischen Luft, die geeignet sind, die Stärke und Muskelkraft zu vergrößern.

Denken sie daran, daß der effektivste Weg, jeden Teil des Körpers zu verbessern, darin besteht, daß man die Qualität des Blutes und seine Zirkulation verbessert. Aus diesem Grund sind sportliche Übungen und andere Maßnahmen, die die körperliche Kondition verbessern wichtig, um die Folgen des Selbstmissbrauchs zu überwinden. Im letzten Kapitel werde ich auf dieses Thema und auf die Verbesserung der Manneskraft [Potenz, Zeugungsfähigkeit?] noch im Detail eingehen.

Die Ernährung ist ebenso wichtig. Sie sollte die Libido nicht stimulieren. Fleisch und Eier sollten nicht zu oft gegessen werden und in einigen schwierigen Fällen, in denen die Umstellung besonders schwer fällt, ist es besser, sie vollkommen zu vermeiden. Das rote Fleisch ist sexuell besonders anregend und zu beanstanden, obwohl es möglicherweise bei Impotenz hilfreich sein kann. Fisch und Huhn sind weniger anregend in ihrer Wirkung und sollten mäßig gegessen werden. Nicht nur alkoholische Getränke, sondern auch [Schwarzer] Tee und Kaffe sollten vermieden werden und es ist wohl kaum nötig zu betonen, daß Pfeffer, scharfe Saucen und scharfe Gewürze aller Art zu beanstanden sind. [9] Dies gilt nicht unbedingt für Salz. Ungekochte Lebensmittel, besonders Früchte, grüner Salat, Nüsse, Buttermilch und andere Dinge, die man roh essen kann, dürfen ausgiebig genossen werden.
[9] Yogis weisen darauf hin, daß man Zwiebeln und Knoblauch möglichst vermeiden sollte. Ebenso wird von sauren und bitteren Speisen abgeraten, sowie von weißem Zucker, Weißmehl [Kuchen] und Weißbrot. [siehe: Yogische Ernährung  + Ernährungsregeln im Yoga]
Es ist auch wichtig, jede Neigung zur Verstopfung zu vermeiden. Es besteht kein Zweifel, daß dies in vielen Fällen ein wichtiger Faktor ist. Ansammlungen im Dickdarm üben einen Druck auf die Prostata [Sexualorgan] und andere [Sexual-?]Organe aus, was zu einer sexuellen Erregung führen kann. Deshalb sollten die Därme nicht überlastet sein. Es sollte jede sexuelle Reizung durch einen aufgeblähten Dickdarm vermieden werden.

Was die geistige Einstellung zur Masturbation betrifft, sollten sie eine unbeugsame Entschlossenheit entwickeln, mit dieser Gewohnheit zu brechen und sie solange beibehalten, bis sie dieses Ziel erreicht haben. Der zweite wesentliche Aspekt ist, aufhören sich Sorgen zu machen. Der dritte Aspekt zielt darauf ab, sich eine Beschäftigung zu suchen, die das Leben mit möglichst vielen Formen geistiger Anregung ausfüllt, so daß die alte Gewohnheit keine Chanche hat, sich zu behaupten und ihnen Sorgen zu bereiten. Der Geist sollte mit anderen Dingen beschäftigt sein, so daß er keine Möglichkeit hat, ausschweifenden Gedanken nachzugehen. Die vierte Notwendigkeit besteht darin, nicht so viel allein zu sein, sondern so oft wie möglich die Gesellschaft von geläuterten Menschen aufzusuchen.

Wenn die Gewohnheit der Onanie stark von ihnen Besitz ergriffen hat, könnten sie sehr enttäuscht sein, daß sie trotz ihrer besten Vorsätze nicht in der Lage sind, dieser Knechtschaft zu entkommen. Dies ist eine allgemeine Erfahrung, von denen, die dieser Praxis schon seit geraumer Zeit verfallen sind. Sie kämpfen mit all ihrer Willenskraft, schaffen es sogar, sich für einen beträchtlichen Zeitraum zurückzuhalten, doch dann, eines Tages, ist die Kraft der alten Gewohnheit zu stark, so daß sie ihr wieder verfallen. Das Resultat dieses Kampfes ist, daß man seltener onaniert und das ist schon ein beachtlicher Erfolg. Aber man sollte nicht damit zufrieden sein. Man sollte nicht aufhören zu kämpfen, bis man diese Schwäche endgültig und für immer gemeistert hat. Seien sie nicht entmutigt, wenn sie gelegentlich Fehler machen. Beginnen sie jedesmal neu mit noch größerer Entschlossenheit als zuvor, die Gewohnheit zu besiegen, sowie die körperliche Kraft und die geistige Ausdauer aufzubauen, die es leichter machen, erfolgreich zu sein.

Bedenken sie, daß sie jedesmal, wenn sie der Versuchung widerstehen, ihre Willenskraft stärken. Wenn sie die Kraft haben, der Versuchung zu widerstehen, obwohl sie gelegentlich rückfällig werden, wenn sie also kontinuierlich Widerstand gegen den verführerischen Impuls leisten, wird sich ihre Willenkraft verstärken, die es ihnen ermöglicht, ganz mit der Onanie aufzuhören. Es gibt einige, die es schaffen, gleich nachdem sie sich diese Gewohnheit angeeignet haben, sofort wieder damit aufzuhören. Entscheiden sie sich, zu dieser Klasse zu gehören. Aber seien sie nicht entmutigt, wenn sie scheitern. Der Kampf wird dann aber um so schwerer.

Entwickeln sie Stolz und Selbstrespekt. Gehen sie erhobenen Hauptes durch das Leben. Sorgen sie dafür, daß die anderen sie respektieren. Egal, welcher Arbeit sie nachgehen oder ob sie studieren, entscheiden sie sich, stets das Beste zu tun, was getan werden kann. Auf diese Weise gewinnen sie den Respekt der anderen und vor sich selber. Die psychologische Wirkung ihrer Haltung anderen gegenüber ist dabei ein wichtiger Faktor. Alles, was ihnen hilft, stolz auf sich selber zu sein, wird sie dabei unterstützen.

Sauberkeit sollte dabei an oberster Stelle stehen. Achten sie stets auf die Sauberkeit ihrer Person und auf die Sauberkeit ihrer Kleidung. Das Gefühl der makellosen Reinheit trägt stark zur eigenen Selbstachtung bei. Die Wirkung auf die Moral ist diejenige, daß derjenige, der auf seine eigene Sauberkeit achtet, weniger dazu neigt, sich auf eine sittlich bedenkliche Aktion einzulassen. Probieren sie es aus und sie werden sehen, daß es stimmt.

Viele Menschen sind so beschaffen, daß die Art und Weise, wie sie sich kleiden, viel mit ihrer geistigen Haltung zu tun hat. In der Regel muß die Kleidung nicht teuer sein, aber sie sollte sauber und ordentlich, frei von Fett und Flecken und sie sollte nicht zu extravagant sein. Der Kragen sollte sauber sein. Um so besser die Qualität der Kleidung ist, um so wohler fühlt man sich darin. Wenn sie das Gefühl gut und sauber gekleidet zu sein, mit Stolz erfüllt, dann pflegen sie die Gewohnheit, sich gut zu kleiden. Die Psychologie der Bekleidung ist es wert, beachtet zu werden. Tun sie alles, was ihren Stolz und ihre Selbstachtung hebt. Und vor allen Dingen schmücken sie ihren Körper mit einer wohlgeformten und ansprechenden Muskulatur. Ein attraktiver Körper wird sie noch mehr als eine attraktive Bekleidung mit Stolz erfüllen. Wenn sie einen Körper haben, auf den sie stolz sind, werden sie weniger die Neigung verspüren, ihn zu missbrauchen.

Hören sie auf, über ihre Sorgen zu grübeln. Hören sie auf, sich damit zu beschäftigen. Ich habe bereits erklärt, daß die Selbstbefriedigung nicht zu Geisteskrankheiten führt und daß die psychischen Symptome das Resultat der Schwäche sind, die aus dem Verlust der chemisch reichen und vitalen Flüssigkeit des Samens folgen, der zum Stärkung des Gehirns, der Knochen und der Muskeln beiträgt. Sie können sich absolut darauf verlassen, daß er [der Samen] die lebenswichtigen Organe kräftigt, so daß der Körper, die geistigen Kräfte, als auch die sexuelle Vitalität allmählich ihre volle Stärke zurückerlangen.

Vergessen sie all ihre Sorgen und widmen sie sich mit Herz und ihre Seele der Arbeit, ihre Männlichkeit zurückzugewinnen. Vergessen sie die Vergangenheit. Leben sie für die Gegenwart und die Zukunft. Entscheiden sie sich, welchen gesellschaftlichen und beruflichen Weg sie beschreiten wollen. Machen sie sich Gedanken, wie sie in ihrem erwählten Beruf Erfolg erlangen können und dann streben sie ihn an. Vergessen sie ihre Schwäche und die Ursache, die dafür verantwortlich ist. Sind ihre Gedanken positiv und konstruktiv, dann verdrängen sie das Grübeln und die negativen Phantasien. Es ist wahr, daß es leichter ist zu sagen, hör' auf dir Sorgen zu machen, als es zu tun. Wenn sie aber beginnen, den Geist mit anderen, positiven, Dingen zu füllen, verschwinden die Sorgen aus dem Blickfeld und geraten in Vergessenheit. Lassen sie die Toten der Vergangenheit ruhen. Sie sind dabei, aus sich einen Mann, im besten Sinne des Wortes, im wahrsten Sinne des Wortes, zu machen. Tun sie alles, um diese Bestimmung zu erfüllen.

Geistige Aktivität ist die größte Hilfe, um die Masturbation oder andere negative Neigungen, zu bekämpfen. Sie können gar nicht genug Interessen haben, die ihre Zeit und Aufmerksamkeit beanspruchen. Das einzige, was den Erfolg behindert, ist Faulenzen. Müßiggang ist ein unüberwindliches Hindernis. Haben sie nichts zu tun, dann suchen sie sich eine Beschäftigung. Langeweile gibt dem Geist Gelegenheit, erotischen Gedanken nachzuhängen oder sich Sorgen über ihren Zustand zu machen. Beides sollte strikt vermieden werden. Vermeiden sie die Faulheit. Unternehmen sie etwas! Tun sie viele Dinge! Vor allen Dingen, springen sie aus dem Bett, sobald sie aufwachen. Machen sie es sich zur Gewohnheit. Legen sie sich tagsüber nicht für eine Weile ins Bett, auch wenn es sich warm und weich anfühlt. Sind sie seit dem Aufstehen beschäftigt, dann sind sie müde genug, wenn sie zu Bett gehen, so daß sie wenig Zeit haben, lange wach zu bleiben.

Um ihren Geist zu beschäftigen, pflegen sie alle Arten von Hobbies und Interessen. Es spielt keine Rolle, welche Hobbies und Interessen dies sind, solange sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dieses Beschäftigungen werden mehr als alles andere dazu beitragen, die schädlichen Gewohnheiten zu besiegen. Seien sie ein Liebhaber vieler Interessen. Beginnen sie zu singen. Es wird ihnen gut tun. Es hat eine inspirierende Wirkung und tut ihrer Seele gut. Oder üben sie irgendeine Form der Musik aus. Spielen sie in einer Band, wenn sie es mögen. Dann sind sie in der Gesellschaft anderer Menschen, solange sie es sich wünschen. Wenn sie an der Kunst interessiert sind, dann studieren sie es. Wenn sie Lust haben, zu schreiben oder als Amateurschauspieler aufzutreten, dann probieren sie das eine oder andere aus. Alles wird den Geist mit gesunden und konstruktiven Gedanken füllen. Wenn die Chemie sie anspricht, dann folgen sie ihr. Haben sie Interesse an der Mechanik, dann kultivieren sie ihre mechanischen Sinne und Fähigkeiten. Motorbootfahren oder jede andere Motorsportart kann ich sehr empfehlen. Die Photographie, die drahtlose Telegraphie oder der Bau von Modellflugzeugen könnte sie ebenfalls interessieren. Jeder kann Interessen finden, die ihm Spaß machen.

Vergessen sie nicht all die Freizeitbeschäftigungen, die man an der frischen Luft ausüben kann. Am Anfang haben sie vielleicht noch nicht die Muskelkraft, um einen Geländelauf oder eine athletische Sportart auszuüben. Sie können mit Walking beginnen oder jeden Tag eine kurze Strecke laufen, bis sie die Kraft zu einem ausdauernden Zeitvertreib besitzen. Entsprechend ihrer Leistung könnten sie Schwimmen, Skaten, Handball, Baseball, Golf oder Tennis spielen, Rudern, Reiten, Bergsteigen oder im Garten arbeiten, auf die Bäume klettern oder Spazierengehen. Alles, was sie vom Müßiggang abhält und gleicheitig den Körper stärkt, ist von Nutzen.

Sie sollten es vermeiden, in lustvollen Phantasien zu verweilen. Verjagen sie alle Gedanken an Sex aus ihrem Kopf. Denken sie daran, was ich über die „geistige Masturbation“ gesagt habe, die fast ebenso schädlich ist wie die wirkliche Masturbation und die der erste Schritt zum Selbstmißbrauch ist. Immer wenn sich solche Gedanken einstellen, dann stehen sie auf und unternehmen etwas, um diese Gedanken zu verscheuchen. Es ist egal, was es ist. Laufen sie eine Runde um den Block. Machen sie einen Kopfstand. Reparieren sie den Zaun im Vordergarten oder machen sie irgendeine andere Arbeit, die getan werden muß. Nehmen sie ein kaltes Bad oder eine kalte Dusche, klopfen sie den Teppich aus, spielen sie Klavier oder machen sie irgendetwas anderes, das ihnen in den Sinn kommt. Je aktiver und geistig anregender die Tätigkeit ist, um so besser. Planen sie Tätigkeiten, die sie ausüben können, wenn sexuelle Gedanken sie beschleichen. Die einzige Möglichkeit, diese Gedanken aus ihrem Kopf zu vertreiben, besteht darin, sie durch andere Gedanken zu verdrängen. Wenn sie meinen Vorschlägen folgen, wird es ihnen gelingen, schnell auf andere Gedanken zu kommen.
Vielleicht ist das Beste, was sie tun können, wenn die alten Gewohnheiten sie verleiten wollen, daß sie die Gesellschaft anderer Menschen aufsuchen, falls dies möglich ist. Seien sie nicht zu viel allein.

Die psychologische Wirkung der Masturbation ist ein Mangel an Selbstvertrauen, Schüchternheit in der Begegnung mit anderen Menschen und die Tendenz, sie zu meiden, kurioserweise vor allem die Menschen des anderen Geschlechts. Dies zeigt, daß die Masturbation nicht nur ein Vergehen gegen die körperliche Unversehrtheit ist, sondern ebenso gegen die psychische und moralische Gesundheit. Über die Psychologie herrscht eine große Unwissenheit. Die Geheimnisse des menschlichen Geistes sind zum größten Teil noch ungeklärt. Eines kann allerdings gesagt werden, daß das Herz und die Seele eines jungen Mannes durch diese unnatürliche Handlung schockiert und aufgebracht sind und einen tiefen Eindruck im Unterbewußtsein hinterlassen.

Der Begriff „Seelen-Wunde“, wie er von einigen Psychologen genannt wird, bringt dies zum Ausdruck. Diese Wunde muß sehr stark sein, wenn sie solche seltsamen Abweichungen vom normalen sozialen Verhalten, wie sie sich in der Scheu vor anderen Menschen und in der Unfähigkeit, ihnen in die Augen zu schauen, hervorbringt. [Hieran kann man erkennen, daß wir auch durch unsere nichtverbale Kommunikation einiges über uns preisgeben.] Es ist vielleicht Ausdruck eines unbewußten Gewissens. Offenbar trägt der Masturbator in seinem Unterbewußtsein ein tiefes Gefühl, etwas Unrechtes zu tun, was zu einer schuldbeladenen Vermeidung des Blickkontaktes gegenüber den Mitmenschen und vor allem gegenüber dem anderen Geschlecht führt.

Wie auch immer man dieses Verhalten erklären soll, um dieses schädliche Verhalten zu beenden, ist es besser, die Gesellschaft anderer Menschen zu suchen, anstatt sie zu meiden. Der größte aller Fehler ist es, zu viel alleine zu sein. Wenn es ihnen gelänge, jede Minute ihrer Zeit mit anderen Menschen zu verbringen, würde ihnen dies manche Sorge nehmen und es würde ihnen erleichtern, diese schädliche Gewohnheit endgültig zu beenden. [10] Verbringen sie so oft wie möglich ihre Zeit mit anderen Menschen. Es sollten aber keine Menschen mit einem ordinären Geschmack oder unmoralischen Ansichten sein. Eine schlechte Gesellschaft ist noch schlimmer als gar keine. Kämpfen sie gegen die Schüchternheit und den Mangel an Vertrauen und sie werden bald feststellen, daß sie gar nicht mehr so leicht in Verlegenheit geraten. Wenn sie die Gewohnheit langsam hinter sich lassen, dann fühlen sie sich mehr und mehr von diesem seltsamen psychischen Zustand befreit.
[10] In diesem Punkt bin ich nicht unbedingt der Meinung des Autors. Solange man große Probleme mit der Onanie hat, mag es durchaus sinnvoll sein, die Gesellschaft anderer Menschen aufzusuchen, um auf andere Gedanken zu kommen. Ist es einem aber gelungen, einen gewissen Abstand von der Onanie zu gewinnen, dann halte ich es ebenso für sinnvoll, sich seinen Hobbys und Interessen zu widmen. Dies muß ja nicht heißen, daß der Kontakt zu anderen Menschen ganz aufgegeben werden muß. Wer aber ein spannendes und interessantes Hobby hat, freut sich natürlich über jede Minute, die er damit verbringen kann. Vielleicht läßt sich beides sogar miteinander verbinden.
Vor allem würde ich ihnen dringend empfehlen, die Gesellschaft kultivierter [gebildeter] Menschen des anderen Geschlechts zu suchen. Dies ist der beste Rat, den ich ihnen geben kann. In einem früheren Kapitel dieses Buches habe ich bereits die Ansicht vertreten, daß die Masturbation zu einem gewissen Grad das Ergebnis einer zu großen Trennung vom anderen Geschlecht ist. Ich bin geneigt, zu glauben, daß bei einem stetigen Zusammenleben von Jungen und Mädchen viel weniger die Neigung entstehen würde, solche unnatürlichen Verbrechen gegen den eigenen Körper zu begehen. Die gegenseitige Wahrnehmung im sozialen Umgang zwischen den beiden Geschlechtern ist natürlich und fördert die physische, moralische und geistige Gesundheit von beiden. Allerdings sollte es in der Gesellschaft des anderen Geschlechts kein Händchenhalten oder persönliche Intimitäten geben. Es ist oft ein guter Plan, einer geeigneten sozialen Gruppe beizutreten, wie sie in den Kirchen, beim YMCA [Christlicher Verein junger Männer] und anderen sozialen oder religiösen Organisationen zu finden sind.

Es ist natürlich für jeden erforderlich, sich Gedanken über die eigenen Probleme zu machen. In Anbetracht dessen, was ich gesagt habe, sollte jeder in der Lage sein, sich gegen das Nachgeben gegenüber alten Gewohnheit zu schützen. Verspürt man eine besondere Erregung in den Geschlechtsteilen, dann hilft eine kalte Rücken- [Wirbelsäulen]-Kompresse, die man für zwanzig Minuten oder länger anwendet. [Eine kalte Dusche sollte denselben Effekt haben.] Falten sie ein Handtuch, tauchen sie es in kaltes Wasser, wringen sie es aus und legen sie es in Längsrichtung auf die Wirbelsäule. Dies hat nicht die schädliche Reaktion, die bei der Anwendung vom Brom [chemisches Element] oder anderen Medikamenten, die man zur Linderung sexueller Erregung einsetzt, auftreten kann.

In gelegentlichen Fällen ist es ein guter Plan den Ort zu wechseln, in einen anderen Raum zu gehen oder sogar in eine völlig neue Umgebung [Umzug?]. Auf diese Weise ist man vielleicht besser in der Lage, sich von der Kraft der Suggestionen zu lösen, die an der alten Umgebung haften. Ich sage nicht, daß dies notwendig ist, aber in manchen Fällen ist es hilfreich.

Gute Bücher, Poesie, Geschichte, Diskussionen, Musik und alle inspirierenden Formen der Kunst gehören zu den erhebenden Einflüßen, die das Niveau unserer Gedanken auf eine höhere Ebene tragen. Schöne Bilder sind ebenfalls sehr hilfreich.

In welchem Umfang kann man die Folgen des Selbstmissbrauchs überwinden? Es ist unmöglich eine Antwort auf diese Frage zu geben, die alle Fälle umfasst. Es hängt teilweise von der natürlichen Kraft und Stärke ab, die jeder einzelne besitzt, teilweise auch vom Umfang, in dem er dieser Lust frönte. Und es hängt auch davon ab, wie lang und intensiv er daran arbeitet, die Folgen des Selbstmissbrauch zu überwinden. Im normalen Fall sind die Aussichten auf ein zufriedenstellendes Ergebnis gut. Auch in Fällen, die wesentlich schlimmer sind als der Durchschnitt, besteht eine große Hoffnung. Selbst in Fällen, in denen eine Impotenz vorliegt ist es oft möglich, daß ein gewisser Grad an Manneskraft [Potenz] zurückkehrt.

Ich will damit nicht sagen, daß ein Mann immer den gleichen Grad an sexueller Stärke zurückgewinnt, den er besessen hätte, wenn er niemals Selbstmißbrauch betrieben hätte, aber in der Regel kann ein zufriedenstellendes Maß an Männlichkeit zurückgewonnen werden. Ist man nicht zu weit gegangen, dann kann ein solches Maß an Vitalität, Lebenskraft, zurückgewonnen werden, daß keine bleibenden Schäden spürbar sind. In jedem Fall sind die Ergebnisse mehr als erstrebenswert.

Ich will es freiheraus sagen, daß man in einer Woche oder in einem Monat keine schnellen Veränderungen erwarten sollte. Es bedarf schon einer gewissen Zeit. Wurde die schädliche Gewohnheit über einen Zeitraum von Jahren ausgeübt, bedarf es eventuell zwei oder drei Jahre beharrlicher Enthaltsamkeit, bis sich zufriedenstellende Verbesserungen einstellen. Denken sie daran, daß ich solche schnellen und vollständigen Verbesserungen nicht für die extremen Fälle versprechen kann, sondern allenfalls für die durchschnittlichen. [11]
[11] Mir fällt gerade ein, daß Yogis oft davon ausgehen, daß ein Yogi im Durchschnitt 12 Jahre enthaltsam leben und meditieren sollten, um "Erleuchtung" zu erlangen. Man spricht zwar von Erleuchtung, aber im Prinzip ist dies auch ein Weg um die männliche [aber auch weibliche] Potenz wieder herzustellen und mittels der wiedergenesenen sexuellen Energien und mittels der Meditation in einen ekstatischen Zustand zu gelangen, den manche als Erleuchtung bezeichnen. Buddha gelang es nach sieben Jahren Erleuchtung zu erlangen. Aber ich bin mir sicher, daß es auch wesentlich schneller geht, wenn man Glück hat. Man muß es halt probieren. Junge Menschen sind im Vorteil, weil bei ihnen die Hormone, wie z.B. das Testosteron, noch sehr aktiv sind.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich gleich mit einem Vorurteil aufräumen. Es kommt nicht darauf an, wie lange man enthaltsam lebt, sondern wie intensiv man die Meditation erlebt. Viele enthaltsam Lebende sprechen immer wieder über die Enthaltsamkeit, aber niemals über die Meditation. Das Entscheidende sind aber die Fortschritte in der Meditation, die man aber nicht ohne die Enthaltsamkeit erlangen kann. Da sind sich alle Yogis einig.
Einige Monate Enthaltsamkeit können bei manchen Menschen Wunder vollbringen. Man kann sagen, daß die Länge der Zeit, bis sich ein zufriedenstellendes Ergebnis einstellt, in der Regel von der Anzahl der Jahre abhängt, in der das Opfer unter dem Einfluß dieser Gewohnheit stand, mit dem Vorbehalt, daß der Zustand in der Regel umso schlimmer ist, wenn die Onanie bereits in der Pubertät oder in der vorpubertären Zeit begann. Beginnt man erst als Erwachsener mit der Onanie, dann sind die Schäden meist nicht so gravierend.

In einigen wenigen Fällen, in denen seit mehreren Jahren eine ausgeprägte Impotenz besteht, die infolge eines längeren und heftigen Genußes dieses Lasters entstand, ist es nicht möglich, deutliche Verbesserungen zu versprechen. In vielen solchen Fällen sind Verbesserungen möglich. Wenn beharrliche Bemühungen in diesen Ausnahmefällen keine Resultate zeigen, dann liegt es wahrscheinlich daran, weil das Nervenzentrum daran beteiligt und erschöpft ist, buchstäblich verbraucht, "ausgebrannt" [Burnout-Syndrom]. Aber die Fälle, in denen keine sexuellen Verbesserungen möglich sind, sind selten. Aber selbst in diesen Fällen kann eine allgemeine Verbesserung der Gesundheit und Vitalität eintreten, die wahrscheinlich durch ein besseres Funktionieren der Keimdrüsen [Hoden] entsteht. Obwohl die Potenz nicht wieder hergestellt wird, tragen die Keimdrüsen zu einer besseren Gesundheit bei.

Es gibt eine andere wichtige Frage, die mir oft in den Briefen von ratsuchenden Menschen gestellt wurde, so daß ich mir sicher bin, daß sie ebenfalls für tausende von anderen Menschen von allgemeinem Interesse ist. Es ist die Frage, ob es den Opfern der Masturbation nach dem Wiedererlangen einer guten Gesundheit möglich ist, normale und gesunde Kinder zu bekommen. Auf diese Frage würde ich antworten, daß es eine Frage ihrer aktuellen Vitalität ist. Haben sie eine robuste körperliche Gesundheit aufgebaut, sind sie glücklich verheiratet und haben sie sich vollkommen von der Schwächung ihrer früheren Torheiten erholt, dann können sie sicher sein, normale und gesunde Kinder zu bekommen. Es ist also nicht so sehr eine Frage der Vergangenheit, sondern ihres gegenwärtigen Zustandes. Es stimmt, daß ihre Vergangenheit viel mit ihrem gegenwärtigen Zustand zu tun hat. Die entscheidende Frage ist aber, ob sie heute gesund und kräftig sind. Es stimmt auch, daß Masturbation die Ursache einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit sein kann. Die allgemeine Schwäche kann zur Verminderung der Vitalität der Spermien führen. Aber dieser Zustand kann durch die Verbesserung der Gesundheit überwunden werden.

In vielen Briefen wurde ich gefragt, ob sich bei den Nachkommen irgendwelche geistigen Defizite oder andere erbliche Nachteile zeigen können, wenn man früher onaniert, aber bereits seit längerer Zeit damit aufgehört hat. In diesem Punkt braucht man keine Angst zu haben. Das Keimplasma, der Samen, ist ziemlich gut und weitsichtig von Mutter Natur gegen Einflüsse dieser Art geschützt. Die Hauptsache, die es zu bedenken gibt, soweit es die Gesundheit des Kindes betrifft, ist die Frage nach der körperlichen Vitalität und der Ernährung der Eltern und ob sie Drogen oder Alkohol konsumieren. Ernähren sich beide Eltern gesund, haben sie eine gute Vitalität und nehmen sie keinerlei aufputschende Mittel oder Gifte zu sich, dann können sie sicher sein, normale und kräftige Kinder zu bekommen.

Eine andere Frage von vitalem Interesse hat mit der Ratsamkeit zu einer Ehe zu tun, wenn man zuvor masturbierte. Dies wiederum hängt von den individuellen Umständen und dem gegenwärtigen physischen und sexuellen Zustand ab, weniger von den Fehlern in der Vergangenheit. Wenn man bedenkt, daß die große Mehrheit der Männer das ein oder andere Mal onanierte, so ist es offensichtlich, daß die große Mehrheit der verheirateten Männer es früher ebenso tat. Ich glaube nicht, daß alle verheirateten Männer zufriedene Ehemänner sind, aber ich möchte sagen, daß der Mann der einst masturbierte und der nicht nur diese Gewohnheit beendete, sondern auch ein gewisses Maß an Gesundheit zurückerlangt hat, ebenso fit für die Ehe ist, wie die Mehrheit seiner Geschlechtsgenossen. Für ihn ist die Ehe nicht nur möglich, sondern vorteilhaft.

Die Ehe sollte jedoch nicht in unüberlegter Weise vollzogen werden, wie sie mitunter von Hausärzten empfohlen wird. Man sollte sich zuvor einer ernsthaften und sorgfältigen Prüfung unterziehen, um sicher zu sein, daß man fit für die Anforderungen einer Ehe ist. Im Falle einer teilweisen Impotenz oder einer ausgeprägten Schwäche sind zwei oder drei Jahre für den Aufbau der Vitalität ratsam. Die Ehe hat sich oft als ein Heilmittel für die Masturbation erwiesen. In manchen Fällen, wenn der Mißbrauch nicht zu schlimm getrieben wurde, könnte die Ehe eine komplette Lösung für das Problem sein, vor allem dann, wenn man die Onanie im Erwachsenenalter hauptsächlich deswegen betreibt, weil man alleinstehend ist.

Ist aber jemand Sklave dieser Gewohnheit und ist dadurch entschieden geschwächt, dann ist die Ehe das gefährlichste aller Heilmittel. Sofern dieses Verhalten nicht angemessen reguliert wird, wird es den Betroffenen noch weiter schwächen, wodurch eine vollkommene Impotenz möglich ist. Noch einmal, in vielen Fällen ist die Kraft der Gewohnheit so stark, daß sie selbst nach der Heirat noch weiter betrieben wird, was nicht zu empfehlen ist. Man sollte zuerst diese Gewohnheit besiegen. Zeigt der Mann, daß er in der Lage ist, diese Gewohnheit für einen Zeitraum von mehreren Monaten zu besiegen, daß er der Herr seiner selbst und nicht der Sklave seiner Sinne ist, daß er ein Mann im wahrsten Sinne des Wortes ist [solche Männer lieben die Frauen], dann ist er reif für die Ehe. Mit dieser Orientierung sollte jeder Mann in der Lage sein, seine Probleme zu lösen.

Bernarr MacFadden: Samenverlust     Top
 
Bild links: Bernarr Macfadden (1868-1955, geboren in Mill Springs, Missouri) war ein einflussreicher amerikanischer Verfechter des Sports, der eine Kombination aus Bodybuilding mit nährwert-und gesundheitsbezogenen Theorien lehrte.

Das englische Original: Seminal Losses

Aus dem Buch „Manhood and Marriage“ (1916) von Bernarr MacFadden.

Samenverlust ist so häufig bei jungen Männern, daß sie fast schon als normal betrachtet wird. Sie schwächen den Körper und verursachen viel seelische Not und Pein.

Obwohl diese Verluste am häufigsten in Form von nächtlichen Pollutionen während des Schlafes geschehen, können sie auch während des Tages in Verbindung mit dem Pressen beim Stuhlgang auftreten oder sie können als Entladung in die Blase erfolgen. Es kann aber auch ein langsames Ausfließen der Samenflüssigkeit aus der Harnröhre ohne sexuelle Erregung erfolgen. Dies bezeichnet man als Spermatorrhoe. Dieser unfreiwillige Verlust der Samenflüssigkeit ist in bestimmten Fällen extrem schwächend. In anderen Fällen ist er durch die psychische Wirkung auf das Opfer eher alarmierend als schädlich.

Das Thema des nächtlichen Samenverlustes ist besonders wichtig, weil er sehr häufig auftritt. Darüber hinaus wurden in der Quacksalber-Literatur über diese Störung so viele schlechte Dinge berichtet, daß jungen Männer über die Auswirkungen dieser Störung informiert werden sollten, um unnötige Sorgen zu vermeiden und sich jeden Dollar, den sie für die Behandlung bei einem Quacksalber ausgeben, zu ersparen.

Wenn sie es vermeiden, zu einem Quacksalber zu gehen und stattdessen einen angesehenen Arzt aufsuchen, dann wird er ihnen wahrscheinlich sagen, daß nächtlicher Samenverlust etwas ganz normales ist, wenn er nicht in zu häufigen Intervallen erfolgt. Es ist zweifellos richtig, daß dann, wenn man kräftig und gesund ist und die Pollutionen nur alle 10 Tage oder noch seltener erfolgen, es eher unwahrscheinlich ist, daß sie eine unmittelbar schädigende Wirkung haben.

Sehr viele junge Männer beklagen sich, daß sie am Tag nach dem nächtlichen Samenverlust unter großer Müdigkeit und Depressionen leiden. Das ist das normale Ergebnis in einem solchen Fall. Und doch bin ich davon überzeugt, daß in vielen Fällen solche Symptome rein mentalen Ursprungs sind. Wir müssen bedenken, daß das, was sich als schädlich für die körperliche Verfassung erweist, keinen erkennbaren Effekt auf andere Bereiche des Körpers hat. Jemand, der kraftvoll und aktiv ist, kann durch diese Samenverlüste nicht wesentlich geschwächt werden, auch wenn sie im Abstand von einer Woche oder häufiger erfolgen. Natürlich sind diese Fälle eine Ausnahme, denn solch eine Häufigkeit ist in der Regel schädlich. Ich erwähne sie nur, um zu zeigen, daß es diesbezüglich keine eiserne Regel gibt.

Die primäre Ursache für zu häufige Samenverluste sind vor allem auf die vielen stimulierenden Einflüsse der zivilisierten Welt zurückzuführen. In neun von zehn Fällen aber ist die Masturbation dafür verantwortlich. Durch diese Gewohnheit hat sich eine kontinuierliche Samenproduktion eingestellt. Wird diese Praxis beendet, dann findet eine übermäßige und schnelle Ansammlung des Samens in einer Emission [in einem Samenerguss] einen natürlichen Ausweg. Die Intervalle in denen diese Emissionen auftreten, hängen weitgehend von dem Ausmaß ab, in der der Selbstmißbrauch stattgefunden und die Sexualorgane geschwächt hat. Es kommt häufig vor, daß dann, wenn jemand verheiratet war und an einen regelmäßigen Geschlechtsverkehr gewöhnt war, ein unfreiwilliger Samenerguss geschieht, wenn der regelmäßige Geschlechtsverkehr nicht mehr stattfindet.

Ärzte gehen manchmal so weit und sagen, daß der nächtliche Samenverlust eine normale Erfahrung aller gesunden und kräftigen Männer ist. Aber ich glaube, daß diese Regel eine besondere Ursache hat. Es kann sein, daß nächtliche Samenergüsse bei einem gesunden jungen Mann auch auftreten können, der nie zuvor Geschlechtsverkehr hatte oder masturbierte. Allein durch die aktive Produktion der Keimdrüsen und zum Teil auch infolge einer mehr oder weniger amourösen Aufregung, kann es zu nächtlichen Samenergüssen kommen. Es ist keine Frage, daß verschiedene psychische Einflüsse, wie lüsterne Gedanken, erotische Geschichten, suggestive Theateraufführungen, vulgäre Witze und andere stimulierende Faktoren, einen großen Einfluß haben.

Aus diesem Grund bin ich nicht bereit zu sagen, daß nächtliche Samenverluste im strengeren Sinne wirklich normal sind. Ich glaube, daß die Keimdrüsen nicht zu einem Überschuß der Samenproduktion neigen würden, wenn sie nicht überreizt und überfordert wären. Ich glaube, daß diese Emission mehr oder weniger abnormal ist, obwohl sie, von einem praktischen Standpunkt aus betrachtet, möglicherweise nicht schädlich sind, wenn sie nicht all zu oft geschehen.

Es wird behauptet, daß sie bei gesunden jungen Männern natürlich oder physiologisch sind und daß sie unter bestimmten Umständen krankhaft sind oder ein Hinweis auf eine Störung oder eine Schwäche sein können. Ich würde sie nie als physiologisch [normal] im engeren Sinne bezeichnen, aber für praktische Zwecke können wir sie dort als solche betrachten, wo sie anscheinend keinerlei Schaden verursachen, da sie lediglich als Ventil für die angesammelten Sekrete dienen. Aber wie kann der junge Mann dies unterscheiden? Wie kann er wissen, ob die nächtlichen Samenergüsse schädlich sind oder nicht?

Die Häufigkeit des Samenverlustes ist ein Anzeichen, auch wenn es allein nicht ausreicht. In der Regel kann gesagt werden, daß zwei oder drei nächtliche Samenergüsse im Monat kein Grund zur Besorgnis sind. In der Regel zeigt sich am folgenden Tag keine Schwächung und es findet auch kein Verlust an Energie und Gesundheit statt. Im Falle kräftiger und vollblütiger junger Männer können sie ohne weiteres auch häufiger, durchaus einmal die Woche, auftreten, ohne ernsthafte Schäden anzurichten. Wer aber nicht über diese außergewöhnliche Kraft verfügt, für den ist dies zu häufig. Jede größere Frequnez erfordert unsere Aufmerksamkeit und bedarf einer Behandlung. Wie werde ich noch aufzeigen.

Samenverlusten, die das Opfer am nächsten Tag oder in den darauf folgenden Tagen deprimiert und es nervös und schlecht gelaunt sein lassen, obwohl diese nur einmal oder zweimal im Monat erfolgen, sollte ebenfalls sofortige Aufmerksamkeit gewidmet werden. Ich brauche nicht zu erwähnen, daß ich solche Fälle als krankhaft betrachte. Es gibt Fälle, bei denen sie vielleicht einmal täglich oder sogar noch häufiger stattfinden, aber solche Extreme sind selten.

Wenn das unmittelbare Ergebnis des Samenverlustes eine körperliche und geistige Erschöpfung, eine Mattigkeit und Trägheit aller lebenswichtigen Prozesse ist, ebenso wenn es Schwierigkeiten macht, sich beim Studium zu konzentrieren, dann kann dies eindeutig als krankhaft bezeichnet werden. Sind keine unmittelbaren negativen Auswirkungen spürbar, so kann dies jedoch zu einem überflüssigen Samenverlust führen, der die Konstitution [das Wohlbefinden] untergräbt. Deshalb ist die Abwesenheit von Beweisen, daß gesundheitliche Schäden eingetreten sind, nicht immer ein sicheres Zeichen dafür, daß alles in Ordnung ist.

Die Begleiterscheinigungen des Samenverlustes bieten ein zuverlässiges Mittel zur Bestimmung, ob sie physiologisch [normal] oder pathologisch [krankhaft] sind.

In der Regel sind die nächtlichen Samenergüsse bei einem gesunden jungen Mann von erotischen Träumen und der körperlichen Empfindung eines Orgasmus begleitet, was normalerweise dazu führt, daß er anschließend aufwacht.

Hat ein junger Mann jedoch wiederholt solche Samenverluste, so kann dies die Schwächung der sexuellen Funktion zur Folge haben, so daß sie auch ohne Träume und wollüstige Empfindungen stattfinden können, ohne daß er aufwacht. In einem solchen Fall sind sie unverkennbar krankhaft. Dies kann auch zu tagsüber auftretenden Verlusten führen, ohne die geringste sexuelle Erregung zu empfinden und ohne ein Bewußtsein von ihnen zu haben. In einigen Fällen ist eine geistige Erregung oder eine ungewöhnliche geistige Anstrengung ausreichend, um den Samenverlust zu bewirken. Sie können verstehen, dass dann, wenn dies am Tage geschieht, die Sexualorgane ernsthaft geschwächt werden. Unter solchen Umständen gibt es keine oder kaum sexuelle Empfindungen. Ein Mann kann in dieser Hinsicht so geschwächt sein, daß bereits die Berührung der Kleidung einer Frau oder ein Gespräch mit ihr zu einem Samenverlust führen kann.

Nun kann gesagt werden, daß der nächtliche Samenverlust, der von wollüstigen Träumen und Empfindungen begleitet wird, dem das Erwachen erfolgt, die normale oder physiologische Art der Emission entspricht. Geschieht sie nicht zu häufig, so gibt es keinen Grund zur Besorgnis. Treten keine Träume oder erotischen Empfindungen auf und wacht man nicht auf, dann liegt eine Schwächung des Sexualsystems vor. Geschieht der Samenverlust während des Tages, dann deutet dies auf eine noch gravirendere Schwächung der Sexualorgane und der Nervenzentren hin, die sie kontrollieren.

Es gibt Fälle von Samenverlust in denen die Emission rückwärts in die Blase geschieht und deshalb von außen nicht bemerkt wird, weil der Samen zusammen mit den Urin ausgeschieden wird [In der Nähe der Blase geht der Samenleiter in die Harnröhre über]. Dies bedeutet ebenfalls eine deutliche Schwächung des Sexualsystems und eine schwache Ejakulation. Den Strukturen mangelt es an der nötigen Spannkraft. Eine starke Ejakulation würde die Samenflüssigkeit in der üblichen Weise hinausschleudern. In diesen Fällen aber ist der Urin beim ersten Wasserlassen am frühen Morgen getrübt. Untersuchungen zeigen, daß der Urin mit Samen vermischt ist.

Man wacht müde und niedergeschlagen auf, mit all den Symptomen, die mit einem schwächenden Verlust einhergehen, und doch ohne erkennbare Ursache. Ich sollte auch sagen, daß eine bloße Trübung des Urins nicht unbedingt auf dieses Problem hinweist, denn die Trübung des Urins kann auch durch einen Katarrh [eine Entzündung] der Blase oder durch andere Umstände zurückzuführen sein. Erst durch eine Laboruntersuchung kann die Ursache der Trübung des Urins sicher bestimmt werden. Die Behandlung sollte die gleiche sein, wie bei einem Samenverlust, der durch andere Bedingungen entsteht.

Die Spermatorrhoe ist die schwerste Schwächung aller Samenverluste. Sie tritt in der Regel aber nur im Endstadium der Schwächung der Sexualorgane auf. Manchmal ist sie ein Merkmal einer organischen Rückenmarks- oder Gehirn-Erkrankung, aber sie ist auch ein Symptom bei Samenverlusten.

Der Ärger beginnt in der Regel mit gewöhnlichen nächtlichen Samenverlusten (Pollutionen), die von erotischen Träumen begleitet sind und mit dem Aufwachen enden. Treten sie zu häufig auf oder sind sie mit Depressionen verbunden, so führt dies zu einer kontinuierlichen Schwächung der Sexualorgane, bei der der Leidende während des nächtlichen Samenverlustes nachts nicht aufwacht. Mit der Zeit geschieht der Samenverlust auch am Tage, ohne eine Errektion und ohne eine sexuelle Empfindung. Während der Patient immer schwächer wird, entwickelt er eine Spermatorrhoe, eine Art „undichten“ Zustand, in dem die Samenflüssigkeit ohne irgendeine Empfindung jederzeit ausläuft. Diese Störung wird häufig mit dem Zustand eines undichten Wasserhahns verglichen. Hat sich beim Patienten eine extreme Schwäche eingestellt, dann ist sie mit einem Verlust der lebenswichtigen [sexuellen] Energien des Körpers verbunden.

Allerdings ist es sehr wichtig, zwischen der Spermatorrhoe und der Prostatorrhoe zu unterscheiden, die einem Verlust der Sekretion aus der Prostata entspricht. Tatsache ist, daß Spermatorrhoe sehr ungewöhnlich ist und Prostatorrhoe ziemlich verbreitet. Während der Verlust der Samenflüssigkeit extrem devitalisierend ist, ist der Verlust an Prostatasekret weniger gravierend. Natürlich haben die Quacksalber es in ihrer Literatur nicht versäumt, alles zu tun, um junge Männer zu erschrecken und so werden alle Symptome, die auf einen Verlust von Schleim, Prostataflüssigkeit oder irgendetwas anderem hinweisen, als Spermatorrhoe ausgegeben.

Daher hat die eigentliche Beschwerde in der Regel nicht annähernd die Fähigkeit, den jungen Mann zu töten, aber die Besorgnis stellt eine ernsthafte Gefährdung der Gesundheit dar. Ich werde die Prostatorrhoe im Kapitel über die Prostata diskutieren. Sie geht oft mit dem Samenverlust einher. Die einzige Möglichkeit zwischen einer Prostatorrhoe und einer Spermatorrhoe zu unterscheiden, besteht in einer Laboruntersuchung. Es kann sich lohnen das Geld in eine solche Untersuchung zu investieren, wenn sie Bedenken haben, und um den Geist zu beruhigen, daß in der Samenflüssigkeit keine Spermien enthalten sind. Die Spermatorrhoe tritt so selten auf, daß sie in den meisten Fällen davon ausgehen können, es mit einer Prostatorrhoe zu tun zu haben. Nur bei einer extremen Schwäche mit all den Syptomen von Neurasthenie [eine Nervenerkrankung], ist es notwendig, die Frage nach einer Spermatorrhoe zu stellen.

Eine häufige Beschwerde im Zusammenhang mit sexuellen Schwächen, ist der vermeintliche Samenverlust während des Pressens beim Stuhlgang. Die medizinischen Quacksalber haben sehr viel dazu zu sagen, um junge Männer zu erschrecken. Wiederum ist der Schleim, der beim Pressen des Stuhlgangs abgesondert wird, normalerweise Prostataflüssigkeit, obwohl es in einigen Fällen beim Stuhlgang auch zu Spermatorrhoe kommt. Tatsache ist, daß diese Samenverluste beim Stuhlgang, zwar nicht natürlich sind, aber nicht so ernst, wie bereits dargestellt. Sie sind bei weitem nicht so arlamierend wie Sperrmatorrhoe oder der gewöhnliche unfreiwillige Samenverlust am Tage.

Die Schleimsekrete anderer Sexualdrüsen [Samenleiterampullen, Samenbläschen, Cowpersche Drüsen, Littre-Drüsen] können ebenso beim Stuhlgang austreten. Wenn jemand einen großen Samenverlust erleidet, dann kann dieser aus einer Mischung verschiedener Samenflüssigkeiten bestehen. Wenn jemand aber keine weiteren Samenverluste erleidet, dann kann man davon ausgehen, daß dieser Samenverluste beim Stuhlgang ausschließlich aus der Prostataflüssigkeit besteht. Dementsprechend sollte dieses Symptom sie nicht zu Tode erschrecken. Dies ist allerdings ein Hinweis darauf, daß die Prostata wahrscheinlich mehr oder weniger vergrößert und empfindlich ist. (Siehe das Kapitel über die Prostata und ihre Störungen.)

Ich kann sagen, daß die Befreiung von der Verstopfung in vielen Fällen dieser Art Erleichterung verschafft. Auch ein gelegentlicher Einlauf kann verhindern, daß der Dickdarm aufbläht und zu viel Druck auf die Prostata und die Samenblasen ausübt. Vermeiden sie es außerdem beim Stuhlgang zu Pressen. Vertrauen sie allein auf die natürliche Entleerung des Darms. Wenn sie genügend Wasser trinken und Obst essen können sie sich wahrscheinlich auf die natürliche Funktion des Darms verlassen. Es wird auch helfen, diese Verluste zu vermeiden, wenn sie beim Stuhlgang auf die hintere Harnröhre, knapp unter oder hinter dem Hodensack, im Dammbereich, drücken.

Die Absonderung von Schleim beim Wasserlassen [Urinieren] ist in den meisten Fällen ein Symptom der Prostatorrhoe. In Ausnahmefällen allerdings kann es beim Urinieren auch zu einer Spermatorrhoe kommen. Sie deutet auf eine Schwäche und Nachlässigkeit der Blase und der beiden Samenausführungsgänge [Die Samenausführungsgänge sind dem Ende des Samenleiters, dort wo der Samenleiter in die Harnröhre eintritt. (siehe die beiden Bilder unter 14.4). In solchen Fällen ist eine Behandlung zur allgmeinen körperlichen Stärkung unbedingt erforderlich.

Spermatorrhoe tritt nicht oft auf. Meist geschieht dies nur nach einer exzessiven Masturbation, z.B. wenn diese für einige Zeit täglich oder mehrmals täglich praktiziert wurde. Angesichts des Mißbrauchs (der Sexualfunktion) dieser Art, sollte man nicht über den Leistungsabbau der betreffenden Organe überrascht sein. In manchen Fällen kann die Spermatorrhoe bereits einsetzen, während das Opfer noch dieser Gewohnheit (der Onanie nämlich) nachgeht.

Das Ergebnis exessiven Samenverlustes auf die Konstitution [körperliche Gesundheit] ist dieselbe wie bei der Masturbation, da dort derselbe Abfluss des chemisch sehr reichen und im höchsten Maße vitalisierenden Samens geschieht. Es können sich auch nach dem Beenden der heimlichen Gewohnheit die gleichen Symptome der Schwächung in Form von zu häufigen nächtlichen Samenergüssen zeigen, wenn die Gesundheit nicht schnell wieder hergestellt wird. Selbst dann wird man nicht in der Lage sein, einige der Konsequenzen [der sexuellen Ausschweifung] für einige Zeit zu vermeiden, denn der nächtliche Samenerguß kann nicht sofort gestoppt werden.

Naturgemäß kann der Körper den häufigen Verlust der stark phosphorhaltigen Samenflüssigkeit, der u.a. bei der Masturbation austritt, nicht sofort ersetzen. Der Verlust der Samenflüssigkeit zeigt sich besonders durch eine negative Wirkung auf das Gehirn. Der typische Verlust des Gedächtnisses, der Mangel an mentaler Energie, der Mangel an Ehrgeiz und die Schwierigkeit sich bei der Arbeit oder beim Studium über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren, sind bei einem ausgeprägten Samenverlust bekannt.

Sie müssen daher wissen, daß Sie, sobald Sie die Fähigkeit zu denken, sich zu erinnern und andere geistige Arbeit auszuüben, verbessert haben werden, haben sie eine große Verbesserung ihres Zustandes erreicht haben, selbst wenn der Samenverlust noch nicht völlig gestoppt wurde. Man sollte nicht erwarten, ihn unmittelbar zu stoppen. Aber wenn sich dessen Häufigkeit verringert, oder wenn Sie feststellen, daß die schwächende Wirkung geringer wird, obwohl der Samenverlust (immer noch) auftritt, bedeutet dies eine deutliche Verbesserung, die enorm gefördert werden sollte.

Bei einem schweren Fall von Samenverlusten erfährt der Leidende eine große Muskel- und Nervenschwäche. Er verliert an Kraft und Ausdauer. Er gerät bei jeder Anstrengung schneller außer Atem und es kann sein, daß er nervöses Herzklopfen bekommt. Er fühlt sich müde, seine Beine fühlen sich schwer an, sein Kreislauf ist schwach und er hat wahrscheinlich erhebliche Magen- und Darmprobleme. Er kann einen deutlichen Mangel an Appetit haben oder er ißt wie ein Wolf, der nicht genug bekommen kann. Seine Zunge ist normalerweise belegt, er leidet wahrscheinlich an Verstopfung oder Durchfall, an Übelkeit, Erbrechen und anderen Verdauungsstörungen.

Er hat vielleicht Kopfschmerzen, Schmerzen im Hinterkopf, einen schmerzenden Rücken und mehr oder weniger Beschwerden im Damm [Bereich zwischen Anus und Geschlechtsteilen]. Die Geschlechtsorgane sind manchmal verkümmert und kalt, die Hoden sind klein und empfindlich und bisweilen schmerzen sie sogar. Normalerweise gibt es einen Verlust an sexuellem Verlangen und manchmal tritt eine Abneigung gegen das andere Geschlecht ein. In einigen Fällen wird das sexuelle Verlangen [die Libido] durch die erhöhte Reizbarkeit der Geschlechtsorgane erhöht, obwohl die sexuelle Kraft [Potenz] verloren gegangen oder stark vermindert ist. Der Verlust oder die Beeinträchtigung der sexuellen Funktion ist unverändert. Dies hat in praktisch allen Fällen einen vorzeitigen Samenerguß oder eine völlige Impotenz zur Folge.

Natürlich sind diese deutlichen Symptome nur bei denen zu finden, die an Spermatorrhoe leiden oder an einem übermäßigen Samenverlust. Selbst die normalen nächtlichen Samenergüsse, die erotischen „feuchten Träume“ haben eine ähnlich schwächende Wirkung, wenn sie zu häufig auftreten, wenn auch in weniger starkem Maße (als Spermatorrhoe) ausgeprägt.

Tausende junge Männer klagen über den Ausfluß von ein oder zwei Tropfen Schleim [der sogenannte „Lusttropfen“], wenn sie sich in der Gesellschaft einer Frau befinden, zu der sie sich stark hingezogen fühlen. Viele von ihnen nehmen an, daß es ein Zeichen einer ernsthaften Schwäche oder vielleicht sogar eine Spermatorrhoe ist. Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. Erfolgt danach eine Errektion, dann handelt es sich lediglich um eine leichte Drüsenabsonderung [1], die die sexuelle Kondition nicht weiter beeinträchtigt. In den Fällen, in denen ein größerer Ausfluß stattfindet, kann es sich aber um Prostata- oder Samenflüßigkeit handeln.
  • [1] Die sogenannten Lusttropfen (auch Lusttröpfchen, Vorlusttropfen, Sehnsuchtstropfen, Glückstropfen, liquor of love, medizinisch: Präejakulat, können kurz vor dem Orgasmus, aus dem männlichen Glied schon vor der Ejakulation austreten.). Sie bestehen aus einem klaren Schleim aus verschiedenartigen Drüsenzellen und können schon mit Sperma vermischt sein. Deshalb können Frauen auch durch den darin enthaltenen Samen schwanger werden. Das Sekret der Bulbourethraldrüse (oder Cowpersche Drüse) wird meist vor der eigentlichen Ejakulation abgegeben (Vorsekret des Spermas). Das schleimige Sekret dient vermutlich vor allem der Neutralisierung von Harnresten, eventuell auch zur Neutralisierung des sauren Scheidenmilieus.
Ich kann sagen, daß solche Symptome außer bei unverheirateten Männern nur selten auftreten, außer bei unverheirateten Männern. Sie sind lediglich das Ergebnis der sexuellen Erregung. Es ist kaum nötig hinzuzufügen, daß unverheiratete Männer Aufregungen dieser Art vermeiden sollten, denn sie sind ungesund. Lassen Sie sich aber durch solche Abweichungen von den normalen Bedingungen nicht beunruhigen und begeben Sie sich nicht in eine Situation, in der so etwas geschehen kann, denn wenn dies wiederholt geschieht, kann dies eine ernsthafte Gefährdung [für Ihre Gesundheit] bedeuten.

Die einzige Richtlinie, den unverheiratete Männer verfolgen sollten, ist es, alle sexuell stimulierenden Einflüße zu vermeiden. Wenn der Mann seine Leidenschaft nicht auf natürlichem Wege nicht befriedigen kann, sollte er nichts tun, was diese wecken könnte, da sie sonst eine unnötige Belastung der Sexualorgane darstellen. Lassen Sie den Sextrieb schlafen, bis Sie bereit zur Ehe sind. Es gibt nur einen sicheren Weg für den unverheirateten Mann und der besteht darin, alle Einflüsse, die die Zeugungsorgane erregen könnten, zu vermeiden.

Die Behandlung

Was sollte man tun, um nächtliche Samenergüsse zu vermeiden? Es ist notwendig, die Spannkraft [Stärke] des sexuellen Systems, der Nerven, der Muskeln und des Gewebes zu verbessern. Die erste Voraussetzung dies zu tun, ist die Durchblutung und die körperliche Vitalität nach den Methoden, die im Kapitel „How to build Virility“ beschrieben sind, zu verbessern. (Wie die Männlichkeit wieder aufgebaut werden kann. - Dieses Kapitel werde ich demnächst ins Deutsche übersetzen.)

Sie werden stark in ihren Bemühungen behindert werden, wenn sie nicht bestimmte mentale Anforderungen beachten. Hierzu gehören, den Geist frei von lüsternen Gedanken und sexuell stimulierenden Einflüßen zu halten. Tun sie es, wie ich es bereits angedeutet habe, indem sie ihren Geist mit gesunden Aktivitäten und Interessen beschäftigen, der keinen Platz für sinnliche Gedanken lassen. Denken sie daran, daß die geistige Haltung hauptsächlich für diese Probleme verantwortlich ist.

Solange sie erotische Gedanken hegen, sorgt dies für eine Überlastung der Geschlechtsorgane und die Auffüllung der Samenblasen mit einer übermäßigen Sekretion. Es stimmt, daß die Gedanken sich zum Teil, durch die Ansammlung von Samenflüssigkeiten in den Sexualorganen, auf erotische Fantasien konzentrieren. Dies können sie allerdings vermeiden, wenn sie die Fantasien zur Ruhe bringen, den Verstand sauber halten und ihn mit sinnvollen Dingen beschäftigen. Es ist weitgehend eine Frage der mentalen Gewohnheit. Vermeiden sie erotische Literatur. Lesen sie keine Romane, die von leidenschaftlicher Liebe handeln. Vermeiden sie burleske [derbe] Theaterstücke. Vermeiden sie es, Mitglieder des anderen Geschlechts zu streicheln oder zu liebkosen und andere aufregende Einflüsse.

Soweit wie möglich leben sie ein Leben, welches jegliche Aufregung vermeidet. Zu viel Aufregung jeglicher Art sollte vermieden werden, bis sich der Zustand verbessert hat. Ein ruhiges Leben auf dem Bauernhof wäre gut. Falls es ihnen aber zu eintönig erscheint und nicht ihrem Interesse entspricht, dann sollten sie es meiden. Es könnte nämlich sein, daß der Geist sich sonst sexuellen Dingen zuwendet. Ein Landleben ist aus diesem Grund das Schlimmste für manche Personen, obwohl es in den meisten Fällen das Beste sein dürfte. [2]
  • [2] Es ist anzumerken, daß der Autor in seiner Jugend als eher schwächliches und elternloses Kind auf einen Bauernhof kam. Seine Eltern waren beide gestorben. Dort blühte er durch die harte körperliche Arbeit regelrecht auf. Als er später in die Stadt zog und in einem Büro arbeitete, verkümmerte er regelrecht. Deshalb begann bzw. entwickelte er das Bodybuilding und brachte es bis zum amerikanischen Bodybuildingmeister.
Eine nicht-stimulierende Ernährung ist besonders wichtig, solange der empfindliche und reizbare Zustand besteht, der den Samenverlust verursacht, der bereits beim geringsten Anlaß auftritt. Darum sollte Fleisch nur sehr selten gegessen werden. Wenn man überhaupt Eier ißt, dann sollte man höchstens ein Ei am Tag essen. Anregende Getränke und Gewürze sollten gemieden werden. Vor allem sollte übermäßiges Essen vermieden werden. Man sollte nichts essen, bevor man zu Bett geht und es ist besser, am Abend keine schwere Mahlzeit zu essen. Die herzlichste [deftigste] Mahlzeit sollte in der Mitte des Tages gegessen werden.

Es ist vielleicht sogar noch wichtiger, das [Wasser-]Trinken am Abend oder vor dem Schlafengehen und das Trinken beim Abendessen zu vermeiden. [Der Kerl ist gerade dabei, mir mein Glas Rotwein am Abend zu verbieten. Grrrh.] Der Grund ist, daß eine volle Blase in der Nacht durch den Druck auf die Prostata und die Samenblasen zu Irritationen und Aufregungen des Sexualsystems führen und dadurch zu einem Samenerguß führen kann. Die Blase sollte vor dem Schlafengehen entleert werden. Falls sie die Gewohnheit haben, nachts um zwei Uhr aufzuwachen, dann sollten sie die Blase erneut leeren. Dies würde sehr helfen, einen Samenerguß zu vermeiden. Ich kann diesen Punkt nicht oft genug betonen.

Verstopfungen sollten ebenfalls vermieden werden. Sie verschärfen erheblich die Schwierigkeiten, denn ein voller Dickdarm drückt auf alle umliegenden Organe und ein aufgeblähter Enddarm drückt direkt gegen die Prostata und Samenblasen. Es wird wesentlich zu ihrem Vorteil sein, wenn die Därme vor dem Schlafengehen entleert werden. Sie werden feststellen, daß sie sich dies zur Gewohnheit machen können, wenn sie es versuchen. Siehe meine Diskussion über Verstopfung in einem anderen Kapitel.

Vermeiden sie das Schlafen auf dem Rücken. Wenn sie feststellen, daß sie dazu neigen, sich umzudrehen und auf dem Rücken zu schlafen, wäre es gut, einen Gurt, bestehend aus einem Handtuch oder einem anderen Stück Stoff, von geeigneter Größe und Form umzubinden, mit einem großen Knoten oder mit einem harten Gegenstand in der Mitte des Rückens, so daß es sie, wenn sie sich auf den Rücken drehen, stört und sie dazu zwingt, ihre Position zu verändern. Eine Abbildung ist in meinem Buch Vitality Supreme, dargestellt: halb zur Seite und halb das Gesicht nach unten ist besonders sinnvoll bei diesem Problem.

Ein Leben an der frischen Luft mit viel Bewegung, um das Sexualsystem zu stärken, wird besonders empfohlen. Die Bewegungsübungen im Kapitel zur Verbesserung der Männlichkeit sind sehr hilfreich für diesen Zweck. Viele Menschen finden es praktisch, diese Übungen am Abend auszuführen. Übungen vor dem Schlafengehen scheinen bei einigen Menschen aber zu einer Reizüberflutung der Geschlechtsteile zu führen. In solchen Fällen sollte man das Training am Morgen durchführen, während man den Abend ruhig ausklingen läßt, vielleicht mit Ausnahme eines Spazierganges. In allen Fällen jedoch haben solche Übungen eine stärkende Natur.

Alle Formen von kalten Bädern, in Verbindung mit Bewegung, sind von Vorteil. Schwimmen, zum Beispiel, ist sehr zu empfehlen. Das kalte Sitzbad verfügt über einen besonderen und außerordentlichen Wert. In den meisten Fällen dieser Art dient es nicht nur als allgemeines Tonikum [Stärkungsmittel], sondern hat auch sexuell eine besonders belebende Wirkung. Es kräftigt die betroffenen Organe und wenn das kalte Bad jeden Morgen regelmäßig genommen wird, dann ist es eine große Hilfe bei der Überwindung von sexuellen Schwächen. Je kälter das Wasser, um so besser. Zum Sitzbaden wurden sogar spezielle Wannen entwickelt, aber sie können auch eine ganz normale Badewanne oder einen Waschzuber verwenden, füllen sie mit 20 bis 25 Zentimeter Wasser, in die sie dann mit den Hüften und Beinen eintauchen und sich in die Wanne setzen.

Sie sollten nicht frieren, bevor sie ins Bad gehen. Im Winter kann es besser sein, das kalte Bad in einem warmen Raum zu nehmen, so daß sie sich umgehend wieder erholen. [Man kann es auch vor dem Schlafengehen nehmen und dann ins warme Bett gehen.] Wenn es Schwierigkeiten macht, sich von dem kalten Wasser zu erholen, dann würde es helfen, die Füße vor oder während des Sitzbades in heißem Wasser zu baden. Sie sollten etwa 1 bis 5 Minuten in der Badewanne bleiben. Kaltes Wasser für eine kürzere Zeit hat eine effektivere Wirkung, als wärmeres Wasser für eine längere Zeit, wenn man es ertragen kann. [Wer keine Badewanne hat, kann auch eine kalte Dusche nehmen und dabei auch den Oberkörper kalt abduschen.]

Aber auch das Sitzbad sollte mit einer gewissen Vorsicht gebraucht werden. Ich kenne Fälle in denen das kalte Sitzbad die Frequenz der Samenverluste erhöhte. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, daß die belebende Wirkung der Bäder eine noch stärkere Samenproduktion bewirkt, während die Muskeln und die Nerven noch zu schwach sind, um sie zu kontrollieren. Wahrscheinlich würde die fortwährende Nutzung des kalten Wassers im Laufe der Zeit schließlich zum Rückgang dieser Samenverluste führen, aber in solchen Fällen ist es wohl am besten, um jede Irritation [Reizung] zu beseitigen und um die Nerven zu beruhigen, stattdessen heiße Sitzbäder zu nehmen. Wir dürfen nicht vergessen, daß in vielen Fällen übermäßiger nächtlicher Samenverluste, von einem extrem empfindlichen Zustand der Prostata und der hinteren Harnröhre auszugehen ist, die so schnell wie möglich korrigiert [geheilt] werden sollten.

Das heiße Sitzbad ist eines der zufriedenstellensten und wirksamsten Behandlungen für diesen Zweck. Wasser mit einer Temperatur von 115° bis 118° Fahrenheit (46° bis 48° Celsius) oder so heiß, wie man es aushält, sollte verwendet werden. Das Bad sollte 3 bis 5 Minuten genommen werden. Anschließend an das heiße Bad sollte man die Genitalien mit kaltem Wasser baden [duschen] oder mit einem kalten Schwamm [Waschlappen] abreiben, um eine übermäßige Entspannung der Blutgefäße zu verhindern. Liegt eine Reizbarkeit der Blase vor, dann wird dieses heiße Bad ebenfalls sehr hilfreich sein. Erscheint die Prostata überaus reizbar und empfindlich und vor allem für die nächtlichen Samenverluste verantwortlich zu sein, sollte man sich eine Zeit lang auf die Behandlung der Prostatabeschwerden konzentrieren. Vor allem die heiße rektale (anale) Darmspülung sei in diesem Zusammenhang erwähnt. (siehe Kapitel: The troublesome prostata gland)

Man sollte sich jedoch nicht auf Bäder und lokale Behandlungen dieser Art allein verlassen. Alles sollte getan werden, um die Vitalität und die Durchblutung zu verbessern. Bergsteigen, Freizeitaktivitäten an der frischen Luft, Langlauf-Wanderungen und das Schlafen im Freien sind besonders wertvoll. Luftbäder [3] sind von großem Nutzen für die Nerven. Man sollte sich nicht zu warm anziehen, damit der Körper nicht überhitzt wird. Besonders der untere Teil des Rumpfes sollte nicht zu warm und zu eng bekleidet sein. Hemden über den Bauch und die Hüften, sowie Hosen und Unterhosen sollten den Unterkörper nicht zu stark bedecken.
  • [3] Das Luftbad ist eine der schonendsten Maßnahmen der physikalischen Therapie. Die Reizstärke des Luftbades richtet sich nach der Temperatur und Bewegung der Luft. Die Sonneneinwirkung ist bei ausgesprochenen Luftbädern zu vermeiden. Da während des Luftbades der ganze Körper unbekleidet der Luft ausgesetzt wird, kommt es dabei vor allem zu einer Anregung der Hautfunktionen. Die Wirkung besteht in einer Abhärtung, Abwehrsteigerung, Stoffwechselanregung, Appetitsteigerung sowie Hebung des Lebensgefühls und des Heilwillens. Zur Vermeidung von Wärmeverlusten ist während des Luftbades Bewegung in jeder Form anzuraten.
  • Bei Neigung zum Frieren soll die Haut mit einer trockenen Bürste abgerieben werden. Ist man schon etwas trainiert, dann soll man den Körper auch bei kühlerem Wetter, Wind und Regen nicht aussetzen. In der kühleren Jahreszeit werden die ersten Luftbäder im geheizten Zimmer und schließlich im Freien durchgeführt. Im Sommer wird gleich im Freien begonnen. Man beginnt mit 10 bis 15 Minuten und kann mit der Zeit das Luftbad bis auf 2 Stunden ausdehnen. Sehr empfindliche Personen beginnen mit Teilluftbädern (z. B. nur freier Oberkörper). Selbst Kranke mit Fieber können ein kurzes Luftbad im Bett zur Erfrischung und Anregung des Kreislaufes nehmen.
Werden die Zeugungsorgane kühl gehalten und mehr oder weniger der frischen Luft ausgesetzt, wie beim Schottenrock, so wäre dies ein großer Vorteil. Es wäre auch gut, wenn dieser Teil des Körpers während des Schlafes mit frischer Luft versorgt wird, indem die Bettdecke mit einer Sicherheitsnadel an einer Schnur befestigt wird, die die Bettdecke im Bereich des Unterkörpers anhebt. Ich habe solche eine Vorrichtung in meinem Buch Vitality Supreme abgebildet.

Wie lange dauert es, bis die nächtlichen Samenergüsse abklingen? Es ist eine Frage der Stärkung der Organe, der Muskeln und der Nervenzentren, die daran beteiligt sind. In vielen Fällen können in ein paar Wochen wunderbare Ergebnisse erzielt werden, wenn die Behandlungsvorschläge sorgfältig eingehalten werden. In anderen Fällen kann es Monate dauern. In hartnäckigen Fällen ist es möglich, daß die Behandlung zwei oder drei Jahre dauert, um die Probleme vollständig zu überwinden. Aber bereits vor Ablauf dieser Zeit sollte eine starke Verbesserung eintreten. Seien sie zufrieden, wenn die Samenverluste so weit zurückgehen, daß sie Sie nicht mehr schwächen. Sie sollten die Behandlung aber nicht an diesem Punkt beenden. Streben sie weiter nach einem perfekten Zustand, verbessern sie weiterhin die Nervenstärke und die körperliche Vitalität [Widerstandskraft], bis sie im Laufe der Zeit völlig frei von Beschwerden sind.

Gehen sie, während dieses geschwächten Zustandes keine Heirat ein. Heiraten sie, wenn sie diese Schwäche weitgehend überwunden haben, dann werden sie wahrscheinlich von solchen Beschwerden befreit sein. Damit will ich nicht sagen, daß die Ehe stets den [exzessiven] Samenverlust verhindert. Auch ein verheirateter Mann kann sein Sexualsytem so schwächen, daß er trotz seiner Ehe daran leidet. Aber in der Regel finden sie, daß solche Probleme nicht mehr nach der Heirat auftreten, wenn sie bereits vor der Heirat eine gewisse konstitutionelle und sexuelle Stärke aufgebaut haben.

Die Behandlung bei Spermatorrhoe und bei Samenverlusten, die tagsüber geschehen, ist identisch mit der Behandlung von nächtlichen Samenverlusten, aber man sollte die Anweisungen des Arztes noch strenger beachten. In diesen Fällen ist es mehr als notwendig, den Zustand der Prostata zu untersuchen und die Anweisungen des Arztes zu beachten.

Ich möchte hinzufügen, daß die Behandlung mit Brom bei nächtlichen Samenergüssen üblicherweise von den Ärzten verschrieben wird, unabhängig von individuellen Anforderungen. Bromide haben oft eine lähmende Wirkung auf die ganze Sexfunktion. Wird die Behandlung über einen längeren Zeitraum fortgesetzt, so ist es möglich, daß daraus eine komplette Impotenz resultiert. Manchmal erlebt der Patient nach einer solchen Behandlung tatsächlich eine Verminderung des Samenverlustes, nur um dann festzustellen, daß die Beschwerden doppelt so schlimm sind und daß die Behandlung ihn geschwächt hat. Es ist fraglich, ob Bromide sicher oder ratsam sind, wenn sie im Ergebnis mehr Schaden anrichten, als zur Heilung beizutragen.

Bernarr MacFadden: Wie die Männlichkeit zerstört wird      Top
 
Bild links: Bernarr MacFadden (1868-1955, geboren in Mill Springs, Missouri, USA)

Aus dem Buch „Manhood and Marriage“ (1916) von Bernarr MacFadden.

Original: How Virility Is Destroyed

Es gibt zwei Formen von sexuellen Störungen bei Männern: Geschlechtskrankheiten und Infektionen auf der einen Seite und verschiedene sexuelle Schwächen und Funktionsstörungen auf der anderen Seite. Durch eine richtige Anleitung und ein vernünftiges Leben können beide vermieden werden. In diesem und den folgenden Kapiteln wollen wir die verschiedenen Schwächen der Männer und die Störungen, die damit verbunden sind betrachten, nachdem wir uns die infektiösen Beschwerden angesehen haben.

Die Verbreitung sexueller Schwächen ist eine der erstaunlichsten Phänomene in unserer Zivilisation. Überall findet man eine große Zahl von Männern, denen es am männlicher Potenz fehlt. Wegen der Privatsphäre der Sexualität und der Schwierigkeit bei der Beschaffung von Informationen über Schwächen dieser Art, auf deren Basis eine Schätzung möglich ist, ist es schwer zu sagen, wie weit diese Schwäche verbreitet ist. Einige Forscher sind nach vielen Jahren des Studiums zu dem Ergebnis gekommen, daß mindestens die Hälfte der Menschen in diesem Land an leichteren oder schwereren sexuellen Schwächen und Störungen leiden. Ich kann nicht sagen, ob solch eine Schätzung korrekt ist oder nicht, aber es ist wahrscheinlich, daß sie nahe an der Wahrheit liegt. Sie entspricht wahrscheinlich eher einer Untertreibung als einer Übertreibung. Die medizinischen Quacksalber finden hier ein profitables Feld, um sich zu bereichern.

In Anbetracht dieses Mangels oder der Minderung der Männlichkeit, die oft als „verlorene Männlichkeit“ bezeichnet wird, ist es notwendig, ihre Ursachen zu verstehen. Wenn die Ursache oder die Ursachen in jedem Einzelfall festgestellt werden kann, vereinfacht es das Problem, die richtige Heilbehandlung zu finden, die natürlich die Beseitigung der Ursachen enthalten sollte.

Die Männlichkeit [Potenz] ist ebenso natürlich wie die Gesundheit. Ein natürliches Leben bedeutet unweigerlich eine gesunde Manneskraft [Potenz] und all die großartigen geistigen und körperlichen Eigenschaften, die damit verbunden sind. Beeinträchtigungen oder der Verlust der Männlichkeit ist in jedem Fall das Ergebnis eines unnatürlichen Lebens, von Missbrauch und Ausschweifungen unterschiedlicher Art. Es gibt tendentiell zweierlei Arten, um die Männlichkeit zu zerstören. Die eine Art betrifft die Zeugungsorgane und die andere schwächt den ganzen körperlichen Organismus. Mit anderen Worten, die Männlichkeit [Potenz bzw. Manneskraft] ist durch den Missbrauch der Zeugungsorgane stets selbst betroffen. Auf der anderen Seite ist der gesamte Körper durch den Missbrauch ebenso betroffen, wie durch den Missbrauch von Alkohol und Tabak.

Ein Punkt, der nicht stark genug betont werden kann ist, daß der Verlust der Männlichkeit nicht nur die Geschlechtsorgane betrifft, sondern er bedeutet auch einen Verlust an Energie und eine Beeinträchtigung der Funktionen des ganzen Körpers und in den meisten Fällen den Verlust von geistigen Fähigkeiten. Nichts zeigt dies deutlicher, als die Schwierigkeit zu geistiger Konzentration bei harter und ausdauernder Arbeit, die unter dem Mangel an Konzentrationsfähigkeit leidet. Der Verlust an Geisteskraft, der einem häufigen Samenverlust folgt, zeigt sehr deutlich den Zusammenhang von Männlichkeit und einer gesunden Sexualität zu geistiger Frische [Stärke]. Daher sollten diejenigen, die mit einer solchen Schwäche behaftet sind, alle Anstrengungen unternehmen, sie nicht nur zu Gunsten einer verbesserten Sexualität [Manneskraft] überwinden, sondern auch wegen ihrer allgemeinen geistigen und körperlichen Gesundheit, damit sie in ihrem Leben den allergrößten Erfolg haben.

Denken sie daran, daß das Zeugungssystem [die Sexualorgane] kein isolierter Organismus ist, der vom Rest des Körpers getrennt ist. Vielmehr ist er eng mit jedem anderen Teil des Körpers verbunden, besonders mit dem Nervensystem. Ich betone diesen Punkt, weil manche, die dieses Thema näher untersuchen, diese Beziehung nicht erkennen. Ebenso, wie Einflüsse, die die Vitalität des Körpers als ganzes senken, dazu tendieren, die sexuelle Kraft zu schwächen, so schwächt der Missbrauch der Sexualität, den gesamten Körper.

Die Masturbation ist zweifellos die erste und wichtigste aller Ursachen für die sexuelle Schwäche. Sie ist die Ursache bei der weitaus größten Zahl der Fälle sexueller Schwäche und sie ist besonders deshalb so schwerwiegend, weil sie üblicherweise früher im Leben beginnt als andere Missbräuche [Nikotin, Alkohol, Tabletten, Drogen,..] Wegen der Bedeutung der Masturbation für die Ursachen sexueller und allgemeiner Schwäche, werde ich diesem Thema ein spezielles Kapitel widmen. Wird dieses Übel [die Masturbation] beseitigt, so würde es buchstäblich Millionen von Männern [und Frauen] vor sexueller Schwäche und einer allgemein verminderten Vitalität bewahren, die sie begleitet.

Sexuelle Exesse jeder Art, ob innerhalb oder außerhalb der Familie, neigen dazu, die Männlichkeit zu zerstören. Die altmodische Vorstellung, dass die Trauung den sexuellen Genuss zwischen den verheirateten Eheleuten bewilligt, ist absolut richtig. Aber der Exess ist nicht weniger ein Verbrechen gegen die Natur, wenn er durch die Heiratsurkunde legalisiert ist. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Ehe sind sexuelle Ausschweifungen unmoralisch und zerstören die sexuelle Perfektion [Harmonie]. Leider, wie ich schon in einigen der vorhergehenden Kapitel erwähnte, scheinen sexuelle Exesse in der Ehe eher die Regel, als die Ausnahme zu sein, mit dem Ergebnis, daß es viele unglückliche Ehen und viele geschwächte [entkräftete] Männer und Frauen gibt. Allerdings habe ich bereits die meisten Fragen betreffs der sexuellen Exesse beantwortet.

Die Wirkung von Geschlechtskrankheiten bei der Entstehung einer dauerhaften Schwächung der sexuellen Funktion verdient eine besondere Aufmerksamkeit, da solche Ursachen in den meisten Fällen übersehen werden. Gonorrhoe [Tripper] ist besonders destruktiv. [1] Die meisten Leute betrachten sie als eine lokale und temporäre Störung, die leicht geheilt werden könne, so daß nach der Heilung keinerlei gesundheitliche Einschränkungen vorliegen würden. Die Gonorrhoe kann bei Frauen und Männern zur Unfruchtbarkeit und bei Neugeborenen, die sich bei der Mutter anstecken, zur Blindheit führen. Es wird aber angenommen, daß normale Menschen, die von der Krankheit geheilt sind, nicht unter negativen Folgen zu leiden haben.
  • [1] wikipedia schreibt: Weltweit stellt die Gonorrhoe ein großes gesundheitliches Problem dar. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation [WHO] liegt die Zahl der Neuerkrankungen jedes Jahr bei 60 Millionen, das ist ungefähr ein Prozent der Weltbevölkerung. Das Robert Koch-Institut schätzt eine Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle in den 1990er-Jahren von 85 Prozent.
Es ist allerdings auch eine Tatsache, daß ein Mann, der von der Gonorrhoe schwerwiegend befallen ist, nach der Heilung wahrscheinlich nicht derselbe sein wird, wie nach dem Angriff der Gonorrhoe. Ein milder Angriff, der auf die vordere Harnröhre beschränkt ist, hinterläßt in der Regel keine bleibenden Schäden. Greift die Infektion aber die tieferen Strukturen an, können die Schäden womöglich nach der Heilung bestehen bleiben. Sind die Hoden oder die angrenzenden Teile [Nebenhoden, Samenleiter, Prostata, Harnröhre, u.a.] betroffen, führt dies häufig zu Sterilität [Unfruchtbarkeit]. Die Beeinträchtigung dieser wichtigen Drüsen [der Hoden] hat mit großer Wahrscheinlichkeit Einfluß auf die sexuelle Leistung eines Mannes [und damit auf sein Wohlbefinden]. Auch die Entzündung der Prostata oder der hinteren Harnröhre, verursacht durch eine Gonorrhoe-Infektion, kann in unterschiedlichem Maße zur Schwäche wie zu einem vorzeitigen Samenerguss oder gar zur Impotenz führen.

Es gibt einige [unbelehrbare] Männer, die von moralischen Erwägungen jeder Art unbeeinflusst sind und die keine Furcht vor einer Infektion haben, die, wie sie glauben, als einzige Ursache nur eine vorübergehende Unannehmlichkeit mit sich bringt. Aber sie würden sofort aufhorchen, wenn sie sich der Gefahr bewusst wären, daß sie von Impotenz und von jeder sexuellen Schwäche, die in diese Richtung tendiert, bedroht sind. Solche Männer sollten der Frage nach der Veminderung von Geschlechtskrankheiten und den Verlust der Männlichkeit eine besondere Aufmerksamkeit schenken.

Es gibt verschiedene ungewöhnliche und unnatürliche sexuelle Verhaltensweisen, die genauso schädlich wie die Masturbation und in einigen Fällen vielleicht sogar noch gefährlicher sind. Diese unnatürlichen Methoden des Geschlechtsverkehrs führen, wenn man sie lange genug praktiziert werden, zur Impotenz oder anderen gravierende Schwächen, verbunden mit der Überlastung der Prostata oder anderen Teilen des Genitalsystems. Die am meisten verbreitete Praxis ist der Coitus Interruptus (CI) [2]. Der CI beruht auf der Beendigung der sexuellen Vereinigung, bevor es zum sexuellen Höhepunkt, dem Moment der höchsten Intensität, kommt. Dies birgt die Gefahr eines schweren Schocks des Nervensystems in sich und ist für die lokale [Genitalsystem], wie auch für die allgemeine Gesundheit schädlich. Er schwächt den Mann, ist aber auch eine Enttäuschung für die Frau.
  • [2] Beim Coitus Interruptus (CI) wird der Geschlechtsverkehr so unterbrochen, dass die Ejakulation [der Samenerguss] des Mannes außerhalb der Vagina und ihres Eingangs erfolgt, um die Befruchtung zu verhindern. Dies ist eine sehr unsichere Methode der Empfängnisverhütung, weil bereits vor dem eigentlichen Samenerguß eine Befruchtung stattfinden kann, denn manche der kleinen Schelme [Spermien] haben es ganz eilig und suchen bereits vor dem eigentlichen Samenerguss Zuflucht bei der Mutti. Beim CI zieht der Mann dabei gewissermaßen in letzter Sekunde seinen Johannes aus der Maria.
Sind Mann und Frau eine Liebesbeziehung eingegangen, dann sollte sie sich dadurch auszeichnen, daß beide, der Ehemann und seine Frau, einen sexuellen Höhepunkt erleben. Geschieht dies nicht, so bleibt eine innere Unzufriedenheit. Männer die diese Methode des Geschlechtsverkehrs über Jahre praktizieren, verlieren allmählich an sexueller Kraft, wobei sich die Ejakulation [der Samenerguß] entweder verzögert oder es zu einem verfrühten Samenerguß kommen kann. Dies kann zu einer Reihe von Symtomen führen, die charakteristisch für nervöse Verdauungsstörungen und anderen funktionellen Störungen sind.

Eine weitere schädliche Praxis ist der Versuch, den ehelichen Akt jenseits natürlicher zeitlicher Grenzen zu verlängern. Die Folge davon ist eine ernsthafte Überlastung aller betroffener Organe. Am anstrengensten aber ist es für das Nervensystem. Der sexuelle Akt kann dadurch verlängert werden, indem man ihn von Zeit zu Zeit stopped. Wird der Sexualakt dann aber auf natürliche Weise beendet [mit einem Orgasmus], dann ist dies nicht so schädlich, als wenn man den Versuch unternimmt, den Orgasmus ganz zu vermeiden. [3] Dies ist durchaus unnatürlich und auf lange Sicht immer schädlich.
  • [3]  Offensichtlich wird bei der zweiten Variante nicht nur der Versuch unternommen, den Orgasmus zu vermeiden, sondern er wird tatsächlich vermieden. Der Orgasmus wird vielleicht sogar absichtlich vermieden, wie dies bei der Tantrapraxis beabsichtigt ist. Ich habe aber ernste Zweifel, daß diese Form der Tantrapraxis schädlicher sein soll, als ein längerer sexueller Kontakt, der mit einem Orgasmus endet. Dabei gehe ich nicht davon aus, daß sich diese sexuelle Vereinigung über Stunden hinzieht und in aller Regelmäßigkeit [häufig] wiederholt wird.
Diese Methode wurde nicht nur von den Mitgliedern der Oneida-Gruppe [4] und von vielen anderen praktiziert. Es gibt noch einige Autoren, die diese Praxis befürworten. Sie gehen von der Theorie aus, daß durch die Erhaltung der vitalen Energie, durch die Beibehaltung der Samenflüssigkeit ein langes Leben ermöglicht wird. Es wurde so viel Unsinn über sexuelle Dinge geschrieben und gedacht, daß sich der Leser vor unwissenschaftlichen Lehren hüten sollte.
  • Schon bevor Nietzsche als der große Prophet des Übermenschen auftrat, hatte im Land der unbegrenzten Möglichkeiten John Humphrey Noyes (1811 – 1886) diesen Versuch im Jahr 1867 in seiner „Oneida Community“ (auch „Sekte der Perfektioniesten“ oder „Bibel-Kommunisten“ genannt) begonnen, wenn auch nur mit dem bescheidenerem Anspruch den idealen Christen zu züchten. Im Jahr 1848 hatten Noyes und seine Anhänger eine herrschaftliche Villa in Oneida Creek im Staat New York bezogen, um einen urchristlichen Kommunismus zu verwirklichen. Sie bildeten eine Wohngemeinschaft, in welcher allen alles gemeinsam war, auch die Frauen. Jede erwachsene Frau war mit jedem erwachsenen Man der Wohngemeinschaft verheiratet. Noyes nannte dies „complex marriage“, also „komplexe Ehe“. Immerhin hatte die Oneida Community 32 Jahre lang, von 1848 bis 1881 Bestand.
  • Um unerwünschte Schwangerschaften zu vermeiden und um den nicht zur Fortpflanzung berechtigten Partnern auch Gelegenheit zum Sex zu geben, praktizierte man „männliche Selbstbeherrschung“, die darin bestand, dass man durch Carrezza-Praktiken [kein Orgasmus] oder durch Coitus interruptus oder durch Petting [manuelle oder orale Befriedigung] vermied, dass die Frauen schwanger wurden. In der Praxis war es wohl so, daß das Paar sich in weihevoller Stimmung zunächst mit einem ausgedehnten Vorspiel beschäftigte, der Mann dann behutsam in die Frau eindrang, dort etwa eine Stunde lang ziemlich regungslos verharrte, während sich das Paar den angenehmen Empfindungen hingab, und sich dann wieder behutsam zurückzog ohne zum eigentlichenHöhepunkt gekommen zu sein. Einige amerikanische Anhänger des tantrischen Buddhismus vermuten, dass die Paare eine Art Sexual-Meditation durchführten.
  • Die Verhütungspraktiken scheinen recht erfolgreich gewesen zu sein. Innerhalb von 20 Jahren gabe es in der Gemeinschaft, die etwa 250 Menschen umfasste, nur ca. 40 Geburten.
  • Ein Problem der „complex marriage“ war, dass die Partner nicht nur gegenüber einer Person, sondern gegenüber allen Mitgliedern die Pflicht hatten, sexuell verfügbar zu sein. Zwar legte Noyes großen Wert darauf, dass ein Geschlechtsverkehr nur stattfand, wenn beide Partner dies wünschten. In der Praxis sahen sich die Mitglieder der Kommune, vor allem wohl die attraktiveren Mitglieder der Community, vor allem wohl die Frauen, einem starken Druck ausgesetzt, ihren sämtlichen Ehemännern zur Verfügung zu stehen. Das konnte schon mal die Freude am Sex verderben.
Will jemand seine Lebensenergie dadurch verlängern, indem er den Samenerguß vermeidet, dann ist es sinnvoll vollkommen enthaltsam zu leben, frei von jeglicher sexueller Erregung. [5] Möchte man nicht vollkommen enthaltsam leben, dann ist es ratsam eine gemäßigte eheliche Beziehung einzugehen [d.h.: Sex möglichst nur zum Zweck der Fortpflanzung zu haben], bei der der Mann sich an den normalen Instinkten der Frau orientiert, wie ich es in den vorigen Kapiteln vorgeschlagen habe. [6] Um Samenergüße zu vermeiden, ist es nicht notwendig absolut enthaltsam zu leben. Und sicherlich ist es kein Vorteil, dieses Ziel zu erreichen, indem man in einer sexuellen Beziehung den Orgasmus unterdrückt. Der Schaden, der durch diese Praxis dem Nervensystem und den überlasteten Organen zugefügt wird, ist größer, als der eingebildete Vorteil, der durch den bewahrten Samen erzielt wird. Wurde die Leidenschaft für den sexuellen Akt einmal geweckt, dann sollte er natürlich beendet werden.
  • [5] Wenn man den Text liest, hat man das Gefühl, daß die sexuelle Vereinigung, bzw. der sexuelle Höhepunkt, der Orgasmus, das höchste Glücksgefühl des Menschen ist. Der Orgasmus ist sicherlich ein sehr beeindruckendes und ekstatisches Erlebnis. Es ist allerdings ein Erlebnis von kurzer Dauer, auf dem in der Regel ein emotionales Tief erfolgt, welches weniger angenehm ist. Man sollte sich einmal die Frage stellen, warum z.B. selbstverwirklichte [erleuchtete] Yogis keinerlei Interesse an der Sexualität haben. Die Antwort ist, weil sie in einer Seligkeit leben, in einem tiefen inneren Frieden und in einer Zufriedenheit, die sie rund um die Uhr begleiten. Das Bedürfnis nach Sexualität haben sie längst hinter sich gelassen.
  • [6] MacFadden meint im Kapitel „Regulating Marital Intimacies“, dass unter natürlichen Umständen die Frau während ihrer fruchtbaren Tage, d.h. unmittelbar vor sowie nach dem Eisprung, von selbst „rollig“ wird und dann Lust auf Sex bekommt. Der Mann sollte nach MacFadden nur dann versuchen, den Geschlechtsakt einzuleiten, wenn die Frau ihm auf irgendeine Weise ihre „Rolligkeit“ signalisiert und sich ansonsten zurückhalten.
Unbefriedigte Leidenschaft hat zweifellos im Laufe der Zeit eine schwächende Wirkung. Aus diesem Grund ist es ein Gipfel an Torheit, die Leidenschaften zu wecken, wenn sie nicht in enger persönlicher Intimität durch Streicheln und Liebkosen mit einem/einer Partner/in befriedigt werden kann [d.h. wenn sich Mann und Frau schon auf sexuell erregende Berührungen einlassen, dann sollen sie auch direkt den Beischlaf vollziehen - alles andere ist unnötige sexuelle Erregung]. Ich habe dies in dem Kapitel „Love Making and Its Dangers“ [Liebe und seine Gefahren] berichtet. Dies gilt vor allem für längere [voreheliche] Beziehungen, in denen die Beteiligten sich viele persönliche Freiheiten, wie leidenschaftliche Küsse und [sinnliche Berührungen], zugestehen. Eine gelegentliche Erfahrung dieser Art würde vergleichsweise wenig Einfluß auf den gesunden Organismus haben, aber wenn es über einen längeren Zeitraum Tag für Tag wiederholt wird, schwächt es und ist extrem zerstörerisch. Heiratet der Mann schließlich, so kann es zu vorzeitigem Samenerguß und noch gravierenderen Schwächen kommen. Wenn die Leidenschaft nicht befriedigt werden kann, sollte sie nicht geweckt werden.

Ob Keuschheit schädlich ist oder nicht, ist schon sehr breit mit vielen unterschiedlichen Ansichten diskutiert worden. Dies hängt vor allem davon ab, ob jemand ein Leben vergleichsweise frei von sexueller Erregung leben kann. Ist man in der Lage sexuelle Stimulation zu vermeiden, so ist es einfach und vorteilhaft komplett enthaltsam zu leben. [7] Hat jemand aber starke sexuelle Instinkte und die Leidenschaft wird häufig geweckt [8], dann ist kontinuierliche Enthaltsamkeit nicht nur schwierig, sondern durch seinen schädlichen Einfluß auf die Gesundheit auch unbefriedigend. [9]
  • [7] Man kann es lernen enthaltsam zu leben. Es ist sehr angenehm von jeglicher Bedrängnis befreit zu sein, wenn man zuvor unter einem starken Sexualtrieb [Sexsucht] litt. Aber es ist nicht einfach, dies zu lernen.
  • [8] Beides fällt nicht vom Himmel, sondern wird „antrainiert“ und kann wie unter [7] beschrieben auch wieder „abtrainiert“ werden.
  • [9] Man sollte immer zwischen freiwilliger und erzwungener Keuschheit unterscheiden. Lebt jemand freiwillig enthaltsam, so lebt er natürlich eine kürzere oder längere Zeit in einem Schwebezustand, in dem er nach wie vor von seinen Leidenschaften bedrängt wird. Aber im Laufe der Zeit lassen ihn die Quälgeister allmählich in Ruhe.
Um sexuelle Erregung zu vermeiden, ist es nicht nur erforderlich körperliche Intimitäten zu vermeiden. Besonders erotische Gedanken sind sehr schädlich und ist erst einmal das Sexualzentrum stimuliert, so übt es einen sehr hartnäckigen und heimtückischen Einfluss aus. Die Sinnlichkeit des Geistes hält das Sexzentrum in einem Zustand  ständiger sexueller Erregung, so daß sich die Sexualorgane in einem Zustand permanenter Spannung befinden. Dies führt zu Prostataproblemen, zum Stau und zur Reizbarkeit der Harnröhre, zur Krampfaderbildung und zu einer allgemeinen Schwächung des gesamten Körpers. Diese Gewohnheit läßt sich am besten mit dem Begriff „geistige Masturbation“ beschreiben. Das Ergebnis dieser  geistigen Masturbation ist eine Schwächung, die sich nach einiger Zeit einstellt, und die das Opfer allein Kraft seiner Gedanken herbeiführt. Dies bedeutet natürlich, daß sich mittlerweile eine bedeutende Schwächung eingestellt hat.

Die allgemeinen körperlichen Einflüsse, die die Männlichkeit zerstören,verringern die Vitalität des ganzen Körpers und wirken wie ein Gift. Alkohol wird von vielen Ärzten als sexuelle Stimulanz angesehen, aber es gibt nichts, was die Zeugungsorgane auf lange Sicht mehr schädigt. Der Alkohol regt nur scheinbar an. Sein Genuss führt eher zu einem moralischem Verfall und er vermindert die moralische Zurückhaltung, die in einem normalen und nüchternen Zustand ausgeübt wird. Jedes Feingefühl, das man besitzt, kann durch den Alkohol aufgehoben werden. Der zweifelhafte Ruf des Alkohols als sexuelle Stimulans ist im wesentlichen auf seine enthemmende Wirkung zurückzuführen.

Nicht nur die Kinder von alkoholkranken Vätern und Müttern sind konstitutionell schwach oder anfällig für Nerven- und Geisteskrankheiten, Epilepsie und Wahnsinn. Der Alkoholiker selber neigt, abhängig von seiner Hingabe an das Rauschmittel, mehr oder weniger zur Impotenz. Es stimmt, daß einige Menschen eine Konstitution besitzen, die es ihnen ermöglicht, Missbräuche besser durchzustehen, als andere. Und bei manchen Menschen kann man sich vorstellen, daß der Genuß von Tabak oder Alkohol bei ihnen keinen Schaden anrichtet. Aber wenn das so ist, dann ist das nur so, weil die schlimmen Folgen nicht auf den ersten Blick erkennbar sind, oder weil vielleicht die Wahrnehmungen des Betreffenden abgestumpft sind. Früher oder später werden sich auch die schädlichen Auswirkungen des Alkohols bei ihm zeigen. Tatsache ist, daß in vielen Fällen von chronischem Alkoholismus die Opfer für immer impotent sind. Es ist offensicht, daß der ausgedehnte Missbrauch von Alkohol zu diesem Ergebnis führt. Selbst der regelmäßige Genuß kleiner Mengen Alkohol schwächt die Sexualfunktion.

Es gibt die weit verbreitete Vorstellung, daß die sogenannten leichteren alkoholischen Getränke, wie Bier und Wein, vergleichsweise harmlos sind. Es gibt einige Autoren, die eine freiere Verwendung dieser leichteren alkoholischen Getränke fordern, weil sie nicht die Wirkung von Spiritus haben. Die Prohibitionsbewegung [10] in Frankreich richtet sich lediglich gegen den Verkauf von Spiritus, da es keine Hoffnung und vielleicht auch keine Lust gibt, den Verkauf von Bier und Wein einzudämmen. Die Wahrheit ist, daß leichtere alkoholische Getränke wahrscheinlich genauso viel Schaden anrichten, wie härtere alkoholische Getränke, weil sie in größeren Mengen konsumiert werden. In einem großen Glas Bier, welches viereinhalb Prozent Alkohol enthält, ist wahrscheinlich genauso viel Alkohol, wie in einem kleinen Glas Spiritus, welches vierzig oder fünfzig Prozent Alkohol enthält.
  • [10] Als Prohibition wird die Zeit bezeichnet, während der der Handel von Alkohol verboten war. Dies war z.B. in den USA von 1919 bis 1932 der Fall.
Es hängt eben alles von der Größe der Portion ab, die man konsumiert. Ein großer Nachteil von Bier und Wein ist die Tendenz, sie regelmäßig zu trinken. Von Lebensversicherungen und anderen Forschenden dieses Fachs ist bekannt, daß die Nachsicht gegenüber„moderaten“ [gemäßigten] Trinkgewohnheiten, die schlimmste Form von Alkoholismus ist, weil es als „normal“ angesehen wird. Der kontinuierliche moderate Konsum von Alkohol untergräbt die Gesundheit und richtet den meisten Schaden an. Gelegentliche Trunkenheit mit mehr oder weniger längeren Intervallen der Abstinenz, richtet weniger Schaden an der Leber, der Niere, am Herzen und an den Arterien an, als der regelmäßige moderate Genuß. Die gleiche Regel gilt zweifellos für die Sexualorgane. Einige Autoren erklären, daß Bier das schädlichste aller Rauschmittel ist, weil es die Sexualorgane schädigt.

Ich kenne keine Bedingung, für die ich nachdrücklich den Genuß von alkoholischen Getränken empfehlen könnte, aber ich muß zugeben, es gibt einige Situationen, wo die Verwendung von Wein und Bier von Vorteil sein kann. In fast allen Fällen besteht der Vorteil, wenn er denn vorhanden ist, aus der vermehrten Zufuhr von Flüssigkeit, statt des alkoholischen Charakters des Getränks, bzw. trotz des alkoholischen Charakters des Getränks. Wie ich oft gesagt habe, nehmen viele Menschen, die einer sitzenden Tätigkeit nachgehen, oft zu wenig Flüssigkeit zu sich. Sie machen es sich zur Gewohnheit, Wasser zu vermeiden. Der Körper braucht aber große Mengen an Flüssigkeit. Solche Leute sollten es sich zur Gewohnheit machen, mehr Wasser zu trinken. Es ist eine gute Sache, ein Glas Wasser, als eine ständige Erinnerung, in erreichbare Nähe zu stellen

Wenn es sich jemand zur Gewohnheit gemacht hat, regelmäßig leichte alkoholische Getränke zu trinken und ist nicht in der Lage damit aufzuhören, dann ist es eine gute Sache, den Alkohol mit etwas Mineralwasser zu verdünnen. Haben sie es sich zur Gewohnheit gemacht, Wein zu trinken, dann füllen sie das Glas halb mit Wasser und füllen das Glas so lange mit Wein auf, daß es bis zu dreiviertel gefüllt ist. So reduzieren sie den Alkoholgehalt und trinken eine beachtliche Menge an Flüssigkeit. Ich kenne viele Beispiel, in denen der Alkoholkonsum gebrochen wurde, denn nach einer Weile konnte man auf den Wein verzichten. Es wurde aber weiterhin eine ausreichende Menge an Wasser getrunken, womit man den Anforderungen des Körpers gerecht wurde.

Viele Autoren haben die merkwürdige Wirkung des Alkohols kommentiert, der den sexuellen Appetit steigert, aber seine Befriedigung vermindert. Es ist kaum nötig, die Tatsache zu erwähnen, daß bei der Vergewaltigung, wie bei den meisten anderen Verbrechen, die unter dem Einfluss von Alkohol begangen werden, daß Alkohol und das Bordell in der Regel zusammenfinden. Daraus folgt nicht, daß der Alkohol eine sexuelle Stimulans ist, wie ich bereits erwähnte. Die vermeintlich anregende Wirkung des Alkohols auf das sexuelle System beruht im wesentlichen auf den Effekt, daß es zuerst die höheren Hirnzentren angreift und dadurch die [moralischen] Hemmungen vermindert und die animalischen Impulse weckt. Dabei kann allerdings die Energie zur Befriedigung dieser [sexuellen] Wünsche mit der Zeit beeinträchtigt oder ganz verloren gehen.

Auf der anderen Seite bewirkt der Alkohol, daß junge Männer in Bordellen ihre Selbstachtung und vielleicht auch ihre Gesundheit verlieren und junge Frauen ihre Tugenden. Ehemänner und Ehefrauen begehen Ehebruch. Auf der anderen Seite macht es die [eheliche] sexuelle Beziehung unbefriedigend, schwierig oder gar unmöglich. Wahrlich, niemand kann es sich leisten, solch einer Gewohnheit zu frönen, weder aus Sicht von Moral und Anstand, noch aus physischer und sexueller Unversehrtheit oder aus der Sicht des Genusses.

Ich habe einmal einen Brief von einer Frau bekommen, die einen Rat bezüglich ihres Mannes von mir haben wollte. Sie schrieb, daß er seit einigen Jahren impotent ist, obwohl er noch keine dreißig Jahre alt war. Bei der detaillierten Beschreibung verwies sie auf die Tatsache, daß er exessiv rauchte, daß er jeden Abend beim Kartenspielen trank und keinerlei Sport trieb. Was sollte er tun? Es war kein Wunder, daß er impotent war. Es könnten auch andere Ursachen für dieses Ergebnis verantwortlich sein, zumindest am Anfang, vielleicht in Form von Masturbation oder [sexuellen] Exessen. Aber es wird sicherlich hoffnungslos für ihn irgendeine Verbesserung seines Zustandes zu erwarten, solange er weiterhin dieses narkotische Gift, den Tabak, zu sich nimmt, egal welche Behandlung er wählt.

Tabak ist einer der größten Feinde der Männlichkeit, weil er von Millionen von Männern extensiv geraucht wird. Der Effekt zeigt sich nicht so unmittelbar, wie bei anderen Giften, aber auf lange Sicht hat es eine sehr deprimierende Wirkung auf die Fortpflanzungsfunktion und ohne Zweifel ist der Tabak in vielen Fällen die Hauptursache für sexuelle Schwäche und Impotenz. In allen medizinischen Werken gehört der Tabak zu den wichtigsten Anaphrodisiakas [11], Mittel, die die sexuelle Lust und die sexuelle Funktion [Errektion], vermindern. Ich kenne sogar medizinische Autoren, die den Konsum von Tabak zur Bekämpfung der Masturbation verschrieben. Manchmal befürworteten sie auch Bromide [Brom ist ein chemisches Element] für diesen Zweck. Dies ist nur ein bestätigender Beweis für die zerstörerische Wirkung dieses giftigen Alkaloids [ein Alkaloid ist ein aus Pflanzen isolierter basischer Stoff]. Wenn der Nikotin, die aktive Sustanz des Tabaks, in reiner Form vorliegt, dann ist seine Wirkung ähnlich der Blausäure, die als das am schnellsten wirkende Gift bekannt ist.
  • [11] Ein Aphrodisiakum ist ein Mittel zur Belebung oder Steigerung der Libido [sexuellen Lust].
Beim Rauchen bekommt man natürlich nur eine kleine Dosis davon und der Körper wird erst nach und nach vergiftet. Jeder Mann, der auf die Gesundheit seiner Zeugungsorgane achtet und der jede Schwächung der Zeugungsorgane vermeiden möchte, sollte unbedingt der Tabak vermeiden. Nikotin ist sehr magenreizend und erzeugt einen unerwünschten Speichelfluss, was einen Flüssigkeitsabluß aus dem Körper verursacht. Es wirkt wie eine Vision, denn es hat eine betäubende Wirkung auf die Nerven und das Gehirn. Außerdem schädigt es das Herz, die Lunge und die Muskeln. Niemand raucht den Tabak frei und ausdauernd, ohne daß es die Nerven, die Geisteskräfte und die Sexualkraft angreift. Es stimmt, daß viele kluge und tüchtige Männer Tabak konsumieren. Aber es gibt keinen Zweifel daran, daß sie in allen Fällen eine noch viel bessere Arbeit verrichten könnten, wenn sie ihren Körper vor dieser chronischen Vergiftung bewahren würden.

Drogen und Stimulantien aller Art sind ebenso schädlich für die Männlichkeit. Es gibt verschiedene Drogen, die angeblich sexuell stimulierend sind, aber am Ende wirken sie schädigend. Denken sie daran, daß alles, was das Sexualzentrum überstimuliert, führt dazu, daß es sich früher erschöpft. Unter Ärzten gilt Strychnin als ein beliebtes Medikament zur Stimulierung des Sexualsystems bei bestimmten Arten der Erkrankung. Aber einige der besten Autoritäten auf diesem Gebiet, sind davon überzeugt, daß Strychnin letztendlich nur die Potenz des Mannes zerstört. Ebenso wird gesagt, daß kleine Dosen an Morphium und Kokain die Sexualität stimulieren. Aber wir finden, daß diejenigen, die diese Drogen regelmäßig und extensiv benutzen, fast immer impotent werden.

Es gibt andere Drogen, die eine ebenso depremierende Wirkung auf die Zeugungsorgane haben, wie der Tabak. Am bekanntesten unter ihnen sind die Bromide. Aber die Liste enthält auch Jodkali [potassium iodid], Kaliumnitrat, Chlor, Kampfer, Arsen, Belladonna [Schwarze Tollkirsche] und viele andere. In der Tat haben alle giftigen Drogen und Stimulanzien eine schwächende Wirkung. Sie sind schädlich für den ganzen Körper. Soviel ich weiß, hat es nie eine erweiterte oder detaillierte Studie über die Wirkung von Tee und Kaffee auf die Sexualfunktion gegeben. Im Hinblick auf die Wirkung von Koffein auf die Nerven und die allgemeine Gesundheit, kann ich nicht bezweifeln, daß das Sexualsystem durch den extensiven Genuß von Kaffee geschwächt wird. Das Problem ist, daß es schwierig ist, diese Dinge zu untersuchen. Es ist bekannt, daß Kaffee viel von Frauen getrunken wird. Einige von ihnen trinken [schwarzen] Tee in fast unbegrenzter Menge. Diese Tatsache, so erscheint es mir, hat vielleicht etwas mit der häufig unter Frauen verbreiteten„Frigidität“ [weibliche Impotenz] zu tun.

Einige Ärzte sagen, daß 25 bis 50 Prozent der Frauen einen Mangel an sexueller Sensibilität besitzen. Es ist allerdings unmöglich, eine konkrete Aussage hierüber zu machen. Allerdings ist diese Störung ziemlich weit verbreitet. Wir müssen aber auch daran denken, daß viele andere Faktoren ebenso für diese Störung verantwortlich sein können, so daß es schwierig sein wird, eine spezielle Ursache wie das Teetrinken zu isolieren. Im Hinblick auf die schäfliche Wirkung anderer Drogen und die allgemeine gesundheitszerstörende Wirkung von Koffein, sehe ich keinen Grund, warum das Koffein für die Zeugungsorgane nicht ebenso schädlich ist, wie andere Drogen.

Während wir darüber reden, daß Drogen Impotenz und sexuelle Schwächen hervorrufen können, sollte man sagen, daß die medizinische Literatur in dieser Hinsicht viel zu verantworten hat. Es stimmt, daß eine große Schuld auf die medizinischen Quacksalber fällt. Es ist aber auch eine Tatsache, daß medizinische Standardwerke mitunter ebenso wie die Quachsalber dazu neigen, dem Patienten, die geringe Kraft, die er noch besitzt, zu rauben, anstatt sie zur Linderung einzusetzen. Ich habe unzählige Briefe von Männern erhalten, die mir von ihrer Erfahrung mit der medizinischen Behandlung berichten und die darauf hinwiesen, daß ihre Kraft nach der Behandlung mit Medikamenten, in der Regel nach der Einnahme von Bromiden, stetig zurückgegangen sei und sich in manchen Fällen eine Impotenz eingestellt hat. Werden sie längere Zeit angewandt, dann „heilen“ sie die Masturbation und den nächtlichen Samenverlust, indem sie Impotenz und Sexlosigkeit produzieren.

Der Gebrauch der Bromide ist immer zu verurteilen. Es ist unbestritten, daß sie die Sexualität schädigen. Sie werden eingesetzt, um die Neigung zur Masturbation zu reduzieren und um exessive nächtliche Samenverluste (Pollutionen) zu verhindern. Sie helfen tatsächlich in diesen Fällen. Aber wie geschieht das? Indem sie die Sexualfunktion lähmen und zerstören. Ich kann sagen, die besser informierten und vorsichtigeren Spezialisten benutzen diese Mittel mit Vorsicht, und nur wenn sie finden, daß eine extreme Aktivität und Erregbarkeit der Organe und Nervenzentren vorliegt. Ist eine ausgeprägte körperliche Schwäche vorhanden, dann wenden sie es nicht an. Sie wissen es besser, denn unter solchen Bedingungen [bei Masturbation oder nächtlichen Samenverlusten] entsteht immer [eine körperliche] Schwäche und es ist immer gefährlich solche Mittel anzuwenden. Außerdem sind sie überflüssig. Kaltes Wasser und andere Behandlungen haben denselben Effekt. Viele Ärzte aber verschreiben die Bromide als etablierte Heilmittel, die sie bei universellen sexuellen Störungen einsetzen und verschreiben sie in fast jeder Art von sexueller Störung mit katastrophalen Folgen.

Wie kann der Leidende Fehler vermeiden? Sicher nicht, indem er die üblichen medizinischen Methoden anwendet. Viele Bücher sind zum Thema sexuelle Hygiene geschrieben worden und eine große Anzahl von ihnen wurde von Ärzten veröffentlicht. Praktisch alle diese Bücher empfehlen dem jungen Mann Quacksalber zu meiden, und bei Schwierigkeiten zum Hausarzt zu gehen. Der Hausarzt gilt als die unfehlbare Autorität bei sexuellen Störungen, aber in manchen Fällen ist er genauso unwissend wie der Laie. Gehen sie nicht zu ihrem Hausarzt, wenn er nicht in der Lage ist, sie ohne Medikamente [Drogen] zu behandeln, die eine schädigende Wirkung haben.

Die Ärzteschaft als Ganzes hat sich nie viel Mühe gemacht, die sexuelle Schwäche zu erforschen. Für einen langen Zeitraum wurden Geschlechtskrankheiten praktisch ignoriert, vielleicht auf Grund der Theorie, dass das Opfer Strafe für seine sexuellen Verfehlungen verdient hat. Aber während jetzt den Geschlechtskrankheiten ebenso viel Aufmerksamkeit wie den normalen Krankheiten gewidmet wird, kann dasselbe nicht von anderen sexuellen Störungen gesagt werden. Der Grund warum Quacksalber und Charlatane so viel Einfluß auf dem Gebiet der sexuellen Störungen haben, liegt darin, daß die seriösen Mitglieder des ärztlichen Berufsstandes wenig darüber wissen und es ignorieren.

Der Hausarzt wird ihnen in 99 von 100 Fällen raten zu heiraten, um einen Zustand völliger Untauglichkeit für die Ehe zu heilen. Dabei wird schlicht die Tatsache ignoriert, daß solch eine Ehe nichts als ein Skandal und ein Betrug an der Frau ist. In einigen Fällen wird er die Ehe nur als letztes Mittel empfehlen, nämlich dann, wenn er feststellt, daß seine Behandlung nicht zum Erfolg geführt hat. „Ich kann nichts mehr für sie tun. Das Beste wird sein, sie heiraten.“ Ein Mann ist in der Tat im Glück, wenn er nach einer medizinischen Behandlung feststellt, daß er nicht kranker ist als zuvor.

All dies kann eine Ablenkung vom Thema der schädlichen Wirkung der Drogen auf die Männlichkeit sein, aber die Verwendung von Bromiden ist nahezu so universell in der Behandlung dieser Erkrankung, wobei die Ärzte viel Schaden anrichten, so daß es wichtig ist, den Leser vor dieser Behandlung zu warnen. Der einzig sichere Plan ist nicht nur die stärkeren Drogen und Gifte zu meiden, sondern auch die ebenso milderen Stimulanzien und Narkotika. Um die Männlichkeit und alles, was damit verbunden ist zu fördern, wie die Nervenkraft, die geistige Energie, den Ehrgeiz, den Mut und all die anderen psychischen Eigenschaften, lohnt es sich, auf all die Drogen und anregenden Substanzen zu verzichten.

Alle körperlichen Einflüsse von schwächelnder Natur, neigen dazu, die Männlichkeit zu vermindern. Alles was die Vitalität senkt oder die körperliche Verfassung schwächt, hat auch eine schädliche Wirkung auf die sexuelle Kraft. Vor allem die Nervenanspannung hat eine schwächende Wirkung. Viele Jahre geistiger Überanstrengung ist förderlich für Neurasthenie [Nervenschwäche] und kann die Ursache für eine gravierende Schwäche der Sexualfunktion sein und teilweise auch zur Impotenz führen. Natürlich müssen wir zwischen Überforderung und harter Arbeit unterscheiden.

Ein gesunder Mann, der in geordneten Verhältnissen lebt, kann eine erstaunliche Menge harter geistiger Arbeit leisten und trotzdem kräftig und gesund bleiben. Harte Arbeit tut nicht weh. Unter den richtigen Bedingungen ist es das Beste für einen. Aber wenn sie zu weit getrieben wird, wenn die körperliche Gesundheit nicht durch tägliche Übungen an der frischen Luft ausgeglichen wird, oder wenn ein Mann seinen Schlaf verliert, weil er Jahr für Jahr Tag und Nacht arbeitet, und vor allem, wenn seine Arbeit von Kummer und Sorgen und von einer übermäßigen Nervenbelastung getragen ist, wird das Nervensystem irgendwann zusammenbrechen und die Männlichkeit wird ebenso darunter leiden.

Körperliche Überanstrengung ist heute nicht mehr so sehr verbreitet und in keinem Fall ist sie so schädlich wie geistige Überanstrengung. Körperliche Überanstrengung kann aber ebenso schädlich sein, wie im Fall des Mannes, der seine Arbeit schon vor Sonnenaufgang beginnt und sie bis in die Abendstunden fortsetzt. Körperliche Überanstrengung, sowei der tägliche Kraftaufwand des Körpers, um den Energieverlust wieder herzustellen, dieser kontinuierliche Aufwand führt in einen Zustand der Erschöpfung, von dem sich der Körper nie ganz erholen kann. Dies kann mit der Zeit zur Schwächung der Nieren, zur Überforderung der Leber, zur Degeneration der Arterien und zur vorzeitigen Alterung der verschiedenen anderen Organe führen. Männer, die ein sehr hohes Alter erreichen, sind in der Regel berufstätige Männer, die sich nicht selber bei der Arbeit überfordert haben.

Unterforderung its ein Zustand, der ebenfalls im höchsten Grade schädlich für die Männlichkeit sein kann, und zwar aus dem Grund, weil bei zu viel Faulenzen sich der körperliche Zustand verschlechtern kann. Darunter haben im Allgemeinen alle Organe zu leiden. Wenn man ein aktives Leben führt, dann ist das für den Menschen am besten. Kräftige Übungen oder harte gute Arbeit jeden Tag, sowohl physisch als auch geistig sind höchst wünschenswert, sowohl für die Gesundheit, wie auch für die Zeugungskraft. Ein Einwand gegen die Unterforderung ist auch, daß das Nichtstun, im Falle eines fehlenden Charakters, es den Geist ermöglicht, zu viel in erotischen Fantasien zu verweilen. In einigen Fällen führt das Versäumnis, die Energie des Körpers in sinnvoller Weise zu nutzen, den Müßiggänger dazu, einen unnötigen und unerwünschten Betrag seiner Energie in sexuelle Kanäle zu leiten. Fett wird oft von Senilität [Greisenhaftigkeit, vorzeitigem Altern] begleitet.

Darüber hinaus fördert die Unterforderung das Übergewicht. Das Übergewicht ist nur selten ein günstiges Anzeichen für eine gesunde sexuelle Kraft. Die Ansammlung von Fett bei Männern im mittleren Alter bedeutet in der Regel einen Verlust der Energie und Kraft des Geistes und des Körpers. Darunter hat auch die Männlichkeit zu leiden. Ein sexuell starker Mann ist in der Regel hart und robust. Es gibt Ausnahmen von der Regel. Wenn zum Beispiel ein Mann eine geringe Menge von Fett angesammelt hat, so kann es sein, daß er immer noch voller Energie ist, scheinbar so aktiv, schnell und stark, wie eh und je. Wir alle kennen solche Männer. Leidet der Mann aber unter einem zu großem Übergewicht und neigt er zu phlegmatischem Verhalten, zur Trägkeit, so bedeutet dies ein Verlust an Männlichkeit. Darum bleiben sie stark, aktiv, hart und kräftig.

Soziale Ausschweifungen sind, besonders wenn sie viel Aufregungen beinhalten, sind genauso schlecht, wenn nicht noch schlimmer, wie geistige Überforderung. Es ist alles eine Frage der Menge der nervlichen Belastung. Besonders die Aufregungen bzw. Ausschweifungen zur späten Stunde führen zu den schlimmsten Leistungsverlusten. Früher wurde gesagt, daß Rauchen und Trinken und anderes unmoralisches Verhalten zu Leistungsverlusten führt. Aber es kann auch zu Leistungsverlusten kommen, wenn man keines dieser anstößigen Dinge tut, sondern einfach dadurch, daß man seine Kräfte verbraucht. Romane und Theaterstücke mit einem aufregenden und aufwühlenden Charakter, haben einen ausgesprochen schwächenden Effekt. Das gleiche gilt für Sorgen und andere bedrückende mentale Zustände.

Damit will ich nicht sagen, daß eine kurze Periode der Sorge, wenn man über eine kräftige sexuelle Gesundheit verfügt, zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung führen, aber es ist wahr, daß ein Zustand der Angst und Depression, der über einen längeren Zeitraum anhält, nicht nur die Gesundheit im Allgemeinen untergräbt, sondern ebenso das Sexualsystem. Die sexuelle Schwäche ist häufig das Resultat von Sorgen. Viele Fälle von Impotenz haben eine psychische Ursache. Sie sind das Ergebnis eines langen Grübelns oder eines langen Besorgtseins über eine Schwäche oder über Fehler aus der Vergangenheit. Sie rauben dem Menschen eine Menge Kraft. Um so mehr Sorgen sich der Mensch macht, um so anträglicher ist es für seine Gesundheit. Dies ist jedoch eine Sache, über die ich zu einem späteren Zeitpunkt noch im Detail besprechen möchte.

Das Verständnis verschiedener Ursachen sexueller Schwäche, wird den Leser in die Lage versetzen, zu beurteilen, was erforderlich ist, um die eigene Gesundheit zu bewahren. Die Ursache der Probleme zu wissen, ist die halbe Miete. In den meisten Fällen einer Beeinträchtigung oder eines Verlustes an Männlichkeit, können günstige Ergebnisse erzielt werden, wenn man zukünftig die Ursachen dieser Schwäche vermeidet, den Körper trainiert und damit die Vitalität steigert. Positive Ergebnisse können nicht in allen Fällen sofort versprochen werden. In einigen Fällen hängt es vom Grad des Missbrauchs ab, dem der Körper ausgesetzt war. Die Natur kann Wunder bewirken, wenn man ihr dazu die Chanche gibt. Die Methoden, die ich in den folgenden Kapiteln besprechen möchte, haben zu bemerkenswerten Ergebnissen bei tausenden von Patienten mit den verschiedenstens Erkrankungen geführt.

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