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Christliche Meditation Startseite

Ich bin auf eine frühchristliche Meditationsform gestoßen, auf die ich euch gerne einmal hinweisen möchte.

Ruhegebet nennt man eine frühchristliche Meditationsform, die auf auf Johannes Cassian (360 - 435 n.Chr.) zurückgeht. Johannes Cassian war ein christlicher Priester, Mönch, Abt und Schriftsteller, der mehr als zehn Jahre als „Wüstenvater“ in der ägyptischen Wüste unter strenger Askese in einem Kloster lebte. Das Ruhegebet zeichnet sich dadurch aus, dass der Betende auf alles bewusstes Denken verzichtet und sich durch das Wiederholen einer einfachen Gebetsformel immer zurückbesinnt und abschweifende Gedanken ziehen lässt. Cassian hat diese Form des Betens vor allem bei den Wüstenvätern in der ägyptischen Wüste erlernt. Anschließend hat er sein Wissen in den sogenannten „Unterweisungen“ (Vierundzwanzig Unterredungen mit den (Wüsten-)Vätern) veröffentlicht.

Der Sache nach ist das Ruhegebet diejenige Gebetsform, aus der später das Herzensgebet entstanden ist. Das Herzensgebet, auch Jesusgebet genannt, ist ein besonders in der Orthodoxen Kirche weit verbreitetes Gebet, bei dem ununterbrochen der Name Jesu Christi angerufen wird. Damit soll der Aufforderung „Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5,17) des Apostels Paulus genüge getan werden. Im Hesychasmus (byzantinische und slawische Spiritualität im 12. bis zum 16. Jahrhundert.) und anderen Meditationsformen der Ostkirchen nimmt dieses Gebet eine zentrale Stellung ein, ebenso in der Spiritualität der Kartäuser (Katholischer Orden). Verrichtet wird das Jesusgebet üblicherweise an einer Gebetskette.

Es gibt keinen einheitlichen Gebetstext. Stets wird der Name Jesu angerufen. Die einfachsten Formulierungen lauten: „Herr Jesus Christus“, „Jesus Christus“, „Jesus“, „Christus Jesus“. Näheres dazu unter Jesusgebet (siehe unten).

Die Praxis des Jesusgebetes kann auf der Grundlinie geschehen, die schon die Kirchenväter vorgegeben haben: Dabei geht es darum, sich zu bemühen, „rein und ununterbrochen betend den Atem durch die Nase ins Herzinnere einzuführen“ und sich dabei einzig auf die Worte des Gebetes zu konzentrieren, sie zu meditieren und im Denken zu umkreisen.

Nachdem die frühchristlichen Meditationsformen vielfach in Vergessenheit geraten sind, haben sich viele Menschen auf der Suche nach Mystik und Meditation asiatischen Religionen zugewandt. Aber wie gezeigt wurde bestand bereits im frühen Christentum ebenfalls eine meditative Form des Gebetes.

Traditionell erfolgt die Einübung in drei Schritten, die bei den meisten Menschen jeweils mehrere Jahre dauern werden:

1. Häufiges mündliches Rezitieren,
2. innerliches Beten und
3. selbständiges Beten im Rhythmus von Atmung und Herzschlag.

Mündliches Rezitieren

Zur Einübung sollte eine aufrechte Sitzposition, auf einer Meditationsbank oder einem Stuhl eingenommen werden. Um Einseitigkeiten und Verfälschungen der Übungsidee zu vermeiden, ist es sinnvoll einen Lehrer oder spirituellen Ratgeber hinzuzunehmen, der schon Erfahrung damit hat; dabei muss es sich nicht unbedingt um einen Priester oder Mönch handeln. (Ich selber würde eine liegende Position bevorzugen.)

Im ersten Schritt wird der Gebetstext sehr häufig laut gesprochen oder zumindest mit den Lippen geformt. Das Gebet wird dabei zunächst dreitausendmal am Tag gesprochen, an einem Rosenkranz abgezählt oder noch besser, da kein störendes Klickern entsteht, an einer Knotenschnur, dann sechstausendmal, dann zwölftausendmal und schließlich sooft wie möglich. Dieses bewusste häufige Sprechen des Gebetes in der ersten Phase dient der Verinnerlichung. Man kann auch mit einer kleineren Zahl beginnen, sollte anfänglich auch nicht zu schnell steigern, da sich sonst beim Übenden leicht extremer Überdruss und geistliche Leere einstellen kann und die Übung dann abgebrochen wird; so haben schon einige Leute ihren ganzen Glauben verloren. Man muss auch darauf achten, andere Aspekte des Lebens, wie etwa Arbeit und tätige Nächstenliebe, nicht wegen der Übungen zu vernachlässigen.

Inneres Beten

Im zweiten Schritt wird das Gebet zum inneren Gebet. Nun kann bewusst auf die Atmung beim Gebet geachtet werden, also beim Einatmen etwa „Herr Jesus Christus“ und beim Ausatmen „erbarme dich meiner“ gebetet werden. Danach kann der Rhythmus des Herzschlags in das Beten einbezogen werden. Beim ersten Herzschlag wird „Herr“, beim zweiten „Jesus“, beim dritten „Christus“ usw. gebetet. Die Koordination mit Atmung und Herzschlag sollte behutsam und am besten unter Anleitung (und Segnung) eines erfahrenen geistlichen Begleiters geschehen.

Beten im Rhythmus von Atmung und Herzschlag

In der dritten Phase schließlich ist das Gebet so sehr verinnerlicht, dass es gleichsam automatisch mit jedem Atemzug oder Herzschlag gebetet wird. Nach langer Übung kommt es aus dem Unterbewusstsein hoch und anfangs ist man erstaunt, da man sich plötzlich innerlich beten hört, ohne das Gebet willentlich „angeschaltet“ zu haben. Das Jesusgebet hat sich verselbständigt.

Gesundheitliche Aspekte

Das British Medical Journal berichtete von einer Studie der Universität Pavia, bei der herausgefunden wurde, dass sich die Einübung eines Mantras positiv auf das Herz-Kreislauf-System ausübt. Durch den gleichbleibenden Gebetsrhythmus reduziert sich die Atemfrequenz auf etwa sechs Atmungen in der Minute. Konzentration und innere Ruhe werden gefördert.

Anmerkung zur Meditation

Die Meditation ist im wesentlichen eine Konzentration auf einen realen oder gedachten Meditationsgegenstand. In diesem Falle auf das christliche Mantra „Jesus“. Im Buddhismus oder Hinduismus gibt es andere Formen der Konzentration. Dort gibt es natürlich auch die Mantrameditation. Im Hinduismus nimmt man als Mantra gerne die Namen der hinduistischen Gottheiten (Brahma, Krishna, Shiva, Kali, u.a).  Es gibt auch kürzere oder längere Mantras, wie z.B. „Om Namah Shivaya“ (Ich verneige mich vor Shiva.) und viele andere Mantras.

Man kann sich außer auf ein Mantra aber auch auf viele andere Dinge konzentrieren. So kann man sich in vielfältiger Weise auf die Atmung, auf das „Dritte Auge“ (Punkt zwischen den Augenbrauen), auf die Körperschwere (beim Autogenen Training), auf das Nabelzentrum, auf das Herz, auf  ein Heiligenbild, auf eine Kerze, auf ein Koan (beim Zen), auf Gott, Jesus, Buddha, Maria, einen Heiligen oder eine Heilige und auf viele andere Dinge konzentrieren. Das entscheidende dabei ist, dass man sich „einpünktig“ auf den Meditationsgegenstand konzentriert und nicht davon abschweift, dass man gewissermaßen damit verschmilzt. Dieses hat Auswirkungen auf die Atmung und auf das Gehirn. Es finden also physiologische Veränderungen im Gehirn statt, die letzten Endes einen heilenden Einfluss auf unsere Gesundheit haben.

Bei dieser Konzentration (Meditation) geschieht im Gehirn zweierlei. Im vorderen Bereich des Gehirns, im Stirnbereich, findet ein Aktivitätanstieg statt. Dagegen nimmt die Gehirnaktivität im Parietallappen (Scheitellappen, etwa von der Kopfmitte bis zum oberen Hinterkopf) ab. Dies wirkt auf das Hormonsystem, welches dadurch aktiviert wird und Hormone ausschüttet. Die Hormone haben natürlich einen tiefgehenden Einfluss auf die Physiologie des Menschen. Langfristig findet also eine Gesundung, ein Heilungsprozess, statt.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass alle Mönche, Priester, Nonnen, Yogis, Heiligen und Erleuchteten selbstverständlich enthaltsam lebten. Dabei ist die sexuelle Enthaltsamkeit ebenso wichtig, wie eine gesunde und zurückhaltende Ernährung, ein Leben nach ethischen (christlichen) Gesichtspunkten und ausreichende Bewegung (Sport).

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